stürzte zu ihren Füßen. „O, Bella," flehte er, „lassen Sie mich nur ein einziges Mal im Leben glücklich fein, wenn Sie ei nicht aut- sprechen wollen, so lassen Sie mich von Ihren Lippen die Gewißheit schlürfen, daß Sie meine Liebe erwidern, gönnen Sie mir das Glück der Erinnerung an eine einzige selige Stunde."
Er erhob sich und legte den Arm um ihre Taille.
Bella wehrte ihm nicht.
Der Fürst zog sie fest an sein Herz und fragte leise: „Wollen Sie meine Bitte erfüllen?"
Bella senkte den Blick und hauchte: „Die letzte Stunde unseres Zusammenseins macht mich so schwach, Ihnen zu bekennen —
„Götterweib!" rief der Fürst und hob ihr schönes Haupt empor, ihre Blicke loderten wie die feinen in heißer Liebesgluth, er senkte den Kopf und nun ruhten seine Lippen auf den ihren lange, lange
Aber in demselben Augenblick wurden die Portiscen wieder zu- rückgeschlagen und — erstarrt vor Schreck über eine solche Liebes- seene stand der Oberst de Tuciello mehrere Sekunden bewegungs- los da, dann aber stürzte er wie ein Wüthender mit gezogenem Säbel auf die Nichtsahnende», schleuderte Bella mit kräftiger Hand bei Seite und drang mit den Worten: „Ehrenschänder! Räuber meines Glückes! Empfange Deinen Lohn!" auf den Fürsten ein.
Bella stürzte sich zwischen Beide, umklammerte den Arm ihres Gatten und schrie in Todesangst: „Mich töote! Ich allein bin die Schuldige!"
„Dazu bist Du mir zu verachtenswert!)!" rief der Oberst wie ein Rasender und suchte sich ihrer gewaltsam zu entledigen.
Dieser Zwischenfall bot dem Fürsten Gelegenheit, dem Obersten den Säbel zu entringen.
„Colonel! unterlassen Sie den Mord!" sagte er, ich bekenne mich ja schuldig und bin zu jeder Satlssaction bereit. Bestimmen Sie Alles, ich stelle mich Ihnen."
Der Oberst blieb taub für diese Vorstellungen. Als der Säbel seiner Hand entwunden war, zog er einen Revolver hervor und rief wutyentbrannt:
„Schurke! Mich dürstet nach Rache, Dein Blut muß fließen!" Doch abermals gelang es dem Fürsten, ihm mit dem Säbel die Waffe aus der Hand zu schlagen, im Falle entlud sie sich, sandte aber Die Kugel auf den Oberst oe Tuciello und in seinem Blute schwimmend, stürzte er zu Boden. Noch einmal griff er nach dem Revolver und Die zweite Kugel brächte auch dem Fürsten eine .^Jmmeie Verwundung.
Bella lag ohnmächtig an der Seite ihres Gatten.
Wenige Tage nach diesen Schreckensereigniffen trug man den Obersten Vicomte de Turiello unter Betheiligung einer zahlreichen Menge Leidtragender und Theilnehmenver zu Grabe.
Der geistig und körperlich schwer leidende Fürst Bijarowitsch hütete das Bett und, wenngleich seine Wunde nicht lebensgefährlich war, so konnte er Paris doch gegenwärtig noch nicht verlassen.
(Fortsetzung folgt.)
— (Zweck des Kopfes.) „Kerl," rief ein Unterofficier einem Rekrut zu, „Du giebst nicht acht! Wozu hast Du Deinen Kopf?" — Rekrut: „Damit mir die Cravatte nicht hinausrutscht."
— (Auf dem Scheid entstand.) Ein Capitän der Schützen nimmt einem Soldaten, der immer in's Blaue hineinschießt, die Waffe ab und sagt: Ungeschickter! Geben Sie Acht! Die Sache ist doch so einfach! Er zielt und trifft die Scheibe nicht. „So schießt Er," ruft der Capitän und ladet wieder. Die Kugel geht das zweite Mal in einen der äußersten Ringe. „Und so schießen die Andern," fährt der Capitän fort. Er schießt zum dritten Male, trifft das Centrum und legt die Büchse in Die Hand des Soldaten zurück mit
den Worten: „Und so pflege ich zu schießen." Man muß sich zu helfen wissen.
HerSfelder Rindviehverfich-rungs-G-sellschaft.
Am 11. März hielt die Hersfelder Rindviehversicherungs-Ge- lellschaft, nach einem einjährigen Bestehen, ihre erste Generalversammlung ab, worin vom Vorstände über das erste VersicherunqSjahr Bericht erstattet wurde.
Nach Eröffnung der Sitzung richtete der Vorsitzende, Posthalter Zimmermann folgende Ansprache an die zahlreichen anwesenden Viehbesitzer:
„Die Rindviehversicherung, wie sie nach unseren Statuten eingerichtet ist, muß bei jedem Viehbesitzer, mag er wohlhabend oder arm zu nennen sein, den Gemeinsinn fördern und beleben; andererseits ist sie aber das beste Mittel, den weniger Wohlhabenden zu wahren, daß er den Wuchern nicht in die Hände fällt.
Wenn Jeder nach Kräften bestrebt ist, sein Vieh vor Krankheiten zu schützen, und die zum Bestehen der Versicherung nöthigen Arbeiten mit Lust und Liebe zur guten Sache unentgeltlich zu verrichten, so wird die gegründete Versicherung zum Segen der Viehbesitzer gereichen, und die kommenden Geschlechter werden denen Dank missen, welche Dieselbe in's Leben gerufen haben. Möge sie vielen benachbarten Gemeinden zur Nachahmung Dienen!"
Hieraus wurden von dem Vorsitzenden die Statuten einer Prüfung unterworfen, und an die versammelten Mitglieder Die Frage gerichtet: ob die einjährige Praxis ergeben habe, daß dieselben einer Verbesserung bedürftig seien?
Da Niemand eine Abänderung vorzuschlagen hatte so wurde von dem Vorsitzenden die Aufmerksamkeit auf den §. 24 gelenkt, worin im zweiten Absatz die Art und Weise der Erhebung von Beiträgen bei eingetretenen Verlusten festgesetzt, worin ferner der zu zahlende Prämiensatz für Zuchtvieh, Anspannvieh und Zuchtbullen normirt ist.
Bezugnehmend auf viele im Laufe des Jahres von Mitgliedern gemachten Aeußerungen, daß es zweckmäßig sei, wenn von der Versicherungssumme eine halbjährige feste Prämie erhoben würde, und ebenso, daß von Zucht- und Anspannvieh eine gleiche Prämie erhoben würde —: wurde vom Vorsitzenden, nachdem sich noch mehrere Mitglieder dafür ausgesprochen hatten, und kein Widerspruch erhoben wurde, beantragt und von der Generalversammlung beschlossen:
„Der §.24 wird durch die Generalversammlung vom ll.März 1879 im zweiten Absatz in folgender Weise abgeändert:
„Zur Bestreitung der Kosten wird eine Prämie erhoben. Diese soll für gewöhnlich halbjährlich | Procent der Versicherungssumme betragen; jedoch soll diese dem Bedürfniß entsprechend vergrößert oder verkleinert werden können.
Das Bedürfniß soll dann als vorhanden erachtet sein, wenn Der, von den Beitrittsgeldern gebildete Reservefond bereits bis zur Höhe von ^ angegriffen ist. Der Prämiensatz für sämmtlich versichertes Vieh soll in Zukunft gleichmäßig sein.
Wenn der Vorstand Prämien - Beitragsgelder ausschreibt, so müssen solche innerhalb vier Wochen eingezahlt werden. Wer länger im Rückstand bleibt ist nach Ablauf der gesetzten Frist von der Versicherung aus geschloffen, derselbe hat, ohne die Vortheile der Versicherung zu genießen, die laufenden Beiträge für das Kalenderjahr zu zahlen." —
Nach dem erstatteten Bericht über das verfloffene Versicherungsjahr betrug die jährliche Prämie von 100 M. Versicherungssumme 62 Pfennige. Mit dem Wunsche, daß die folgenden Jahre keinen höheren Beitrag erforderlich machen möchten, wurde die Sitzung geschlossen.
Bekanntmachung.
Zur Herrichtung <eines neuen Schutz- geländerS von Lärchen- und Fichtenholz in den Stationen 10,4 bis 11,1 der Bebra- Hersfelder Straße, ist Submissionstermin auf
Montag den 31» März d.
Vormittags 10 Uhr
anberaumt Zeichnung und Bedingungen liegen im Büreau des Unterzeichneten zur Einsicht offen und können Submissionsformulare gegen Erstattung der Copial-Ge- bühren daselbst bezogen werden.
HerSfeld, am 24. März 1879.
Der ständische Baumeister
Lylander.
Anzeigen.
Montag den 7. April L I. von Vormittags 10 Uhr an soll aus den Drstricten Eichberg und Bastenberg im Schutzbezirk Wippershain der Oberförsterei Wippershain nachstehendes Holz meistbietend verkauft werden:
Eichen: — 23 Abschnitte, 2—7 m lang, 35 — 73 cm stark,, 23 Rmtr. Nutzscheit, 60 Rmtr. Scheite (Nr. 149, 150, 156, 166, 183 werden nicht verkauft), 8 Rmtr. Anbruchscheite, 12,75 Hundert Reis, 29 Rmtr. Stockholz; Buchen: — 0,5 Rmtr. Scheite; Nadelholz — 66 Stämme, 3 —10 m lang, 16—40 vm stark, 2 Rmtr. Scheite, 3,25 Hundert Reis.
Zusammenkunft Vormittags 10 Uhr in der Seligman n'schen Wirthschaft zu
Wippershain.
Hersfeld, den 24. März 1879.
Der Oberförster Cornelius.
Gin ordentlicher Junge kann das Schreinerhandwerk gründlich erlernen bei
P. Otto, Bau- u. Möbelschreiner.
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E. Hirsch berger.
Formulare zu Aktenbogen, Straf- Verfügungen Sf Straft isten
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