mit dunkler Gluth, indeß faßte sie sich rasch und winkte ihnen unbefangen und freundlich grüßend mit dem Fächer. Dann ließ sie sich in einen rothsammetnen Lehnsessel nieder, wechselte einige Worte mit ihrer Gesellschafterin und steten Begleiterin, einer älteren eng- lischen Miß, und wandte sich dann zu dem Fürsten, der neben ihr Platz genommen. Während der sehr lebhaft geführten Conversation hing daS Auge des Fürsten wie gebannt an den Zügen der schönen Frau.
Erna erblaßte bei ihrem Anblick, ihr stand das Herz still. „Mein Gott!" flüsterte sie, es kam wie eine tiefe Trauer über sie, ihr war, als müsse sie etwas begraben, — ihre Hoffnung, Bella dem Strudel des Pariser Lebens entziehen zu können, war mit diesem Wiedersehen vernichtet, sie athmete schwer und erhob sich, um frische Luft zu schöpfen, ihr Gatte begleitete sie. Auf dem Korridor lehnte sie sich erregt an dessen Brust und bat mit bebender Stimme: „Laß uns jetzt abreisen, Hugo, es duldet mich hier nicht länger, mir brennt der Boden unter den Füßen."
„Wie Du willst, meine Erna," erwiderte Hugo, das geliebte Weib an sein Herz drückend, „ich begreife Dein Verlangen, übermorgen stehe ich zu Deiner Verfügung."
Sie verließen sofort das Opernhaus.
Am folgenden Morgen begaben sich Beide zu Bella. Diese empfing sie im Reitanzug.
„Ah, wir kommen ungelegen," sagte Hugo, „wir wollen Dich indeß nicht lange stören, es genügen wenige Augenblicke, um Deinen Entschluß zu erfahren. Wir reisen morgen, Bella, dürfen wir auf Deine Begleitung rechnen?"
„Ich muß aus dieses Vergnügen verzichten," erwiderte die Ge
fragte, „nach einem gestern Abend erhaltenen Briefe darf ich meine Rigolo in wenigen Tagen zurückerwarten."
„Das braucht für Dich kein Hinderniß zur Mitreise zu sein," sagte Erna, „es könnte vielmehr nur unsere Freude erhöhen. Wir reisen ihm entgegen und Frau und Kinder überraschen den Langentbehrten da, wo er es nicht erwartet."
„Ich ziehe es vor, meinen Gemahl in unserer Häuslichkeit zu empfangen," war Bella's etwas verlegene Antwort. (F. f.)
I ir Szegedin beginnt jetzt das Chaos sich einigermaßen zu entwirren. Sie meisten der Flüchtlinge sind im Lande geborgen und mit Lebensmitteln versehen, so daß der Bürgermeister Palsy ersuchte, die Proviantsendungen einige Tage zu suspendiren. Am 18. wurden die noch bestehenden Häuser conscribirt. In der Vorstadt Rochus existiren noch 14 Häuser, davon sind 9 bewohnbar; in der unteren Stadt 56, davon 42 bewohnbar, in der Halanka 248, davon 217 in erträglichem Zustand Ein Telegraphen-Beamter ist wahnsinnig geworden; die übrigen sind in Folge Erschöpfung erkrankt. Dieselben werden sofort ersetzt werden. Sporadisch kehren auch schon Geflüchtete wieder zurück, um ihre Familien. Mitglieder zu suchen, da sie nicht wissen, ob dieselben umgekommen oder geborgen sind. Beim Bürgermeister laufen Tausende von Telegrammen ein mit diesbezüglichen Anfragen, welche in den seltensten Fällen beantwortet werden können. In Neu-Szegedin wurden 267 Leichen begraben, und noch immer finden die Pontonniers Leichen, welche aus den Trümmern hervorschwimmen. Der Wasserstand war bis zum 19. unverändert Eine vorgenommene Umfrage ergab, daß von den aus dem Theiß-Damm Campirenden mehr als tausend ihre Angehörigen vermissen; es ist somit bestimmt anzunehmen, d.iß die Zahl der unter den Häusern Begrabenen Tausende betragen werde.
New-Aork, 19. März. Nach einer hier eingegangenen Depesche aus Kingston hat zwischen den Dampfern „Bolivar" und „Michel-- eine Collision stattgefunden. Letzterer, ein haytisches Fahrzeug, sank, wobei 60 Personen um's Leben tarnen.
Anzeigen.
Der Weißgerber Hermann Lini» berget und dessen Ehefrau Maria geb. Münch von Hersfeld haben geschehener Anzeige vom heutigen Tage zufolge die bisher unter ihnen bestandene Ge- nMnschafl der ehelichen Errungenschaft aufgehoben.
HerSfeld, den 12. März 1879.
Königliche- Amtsgericht, Abth. I.
Theobald.
vt. v. Manikowsky.
Bekanntmachung.
In der ConcurSsache des Tuchfabrikanten Daniel Koch dahier ist zur öffentlichen Versteigerung deS zur Concursmasse gehörigen GrundeigenthumS, einschließlich der den Kindern ir Ehe des Gemein- schuldners, Namens Ferdinand und Elisa- betha daran zustehenden Antheile, gelegen in der Gemarkung der Stadt Hersfeld, anderweiter und zwar 5r Termin auf den 36. März d. I
BormittagS 11 bis 13 Uhr an hiesige Gerichtsstelle anberaumt worden, waS für Kaufliedhaber hiermit öffentlich bekannt gemacht wird. HerSfeld, am 19. März 1879.
Königliches Amtsgericht, Abtheilung II. Israel.
vdt Beck.
Jagd-Verpachtung.
Die der hiesigen Gemeinde zustehende Jagdgerechtsame soll anderweit auf 6 Jahre vom 17. April d. I. ab, verpachtet werden und ist hierzu Termin auf Donnerstag den 3. April
Mittags 12 Uhr
in die Wohnung deS Unterzeichneten anberaumt worden, wozu Pachtliebhaber mit dem Bemerken eingeladen sind, daß die Bedingungen im Termin bekannt gemacht werden.
Oberstoppel, den 15. März 1879.
Der Bürgermeister
A^ei voraussichtlicher Ueberschuldung des
Schuhmachers Adam Hasfenpflug zu GerSdorf wird Termin zur summarischen Anmeldung der Forderungen, zum Güteversuch und zur Wahl eines Curators auf den
15. Mai d. I
vormittags 10 Uhr C.-Z. unter dem Rechtsnachtheil anberaumt, daß die nicht erscheinenden Gläubiger als den Beschlüssen der Mehrheit derselben beigelre- ten, werden erachtet werden.
Niederaula, den 18. März 1879.
Königliches Amtsgericht. v. Milchling.
Äö-egen Erfüllung meiner Militairpflicht bin ich genöthigt meine Echmirbe mit HauS, Hasraithe und 9 Acker Land und Wiese aus 3 Jahre zu verpachten und habe hierzu erster Termin auf
Dienstag den 18. d. Mts. eventuell zweiter Termin auf
Freitag den 21. d. Mts.
und dritter Termin auf
Dienstag den 25. d. Mts.
jedesmal Morgens 9 Uhr in meine Wohnung anberaumt, wozu Pachtliebhaber eingeladen werden.
EslmS, am 13. März 1879
Jnstns Schütt.
Mit Gültigkeit vom 1. d. MtS. ist ein Nachtrag 10 zum Mitteldeutschen Tarifheft 21 herausgegeben worden. Derselbe enthält die bereits früher publicirte Aufhebung der in den Schlesisch-Niedersächsischen Tarif übergehenden Tarifsätze für Göttingen, sowie Ermäßigung bestehender und Einführung neuer Tarifsätze für verschiedene Stationen.
Näheres ist bei unseren Expeditionen zu erfahren. (H 6699.)
Frankfurt a. M., den 13. März 1879.
Königliche Eisenbahn-Direction.
Mit Gültigkeit vom 1. ds. Mts ist ein Nachtrag XL zum Mitteldeutschen Tarifheft Nr. 2429 herausgegeben worden, durch welchen theils neue,-theils abgeänderte Frachtsätze eingeführt werden. (H. 6701.)
Frankfurt a. M., den 13. März 1879.
Königliche Eisenbahn-Direction.
(Txer Unterzeichnete hat heute der Frau Witwe Jakob KehreS, Elisabeth geb. Seelig zu Sorga, ihre gelbe ca. 17 Jahre alte Kuh abgetanst und durch Verrechnung bezahlt. Die Kuh bleibt noch einige, vom Käufer allein zu bestimmende Zeit, in Futter, Pflege und Nutzung der Verkäuferin, und wird vor Ankauf oder Pfändung derselben hierdurch gewarnt, da keinerlei Ersatz gewährt wird.
Hersfeld, den 21. März 1679.
Peter Litzenbanr.
Ein Berggarten
im Heurings ist zu verpachten.
Von wem, sagt die Exped. d. Bl.
Original- engl.Dampf-Dresch-Maschinen
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Ph. Hayfarth & Co. Maschinenfabrik Frankfurt a. I Baumweg Nr. 7.