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KreisVbla 11

für den

Zireis Hersfesd.

^ 16 Sonnabend den 22. Februar 1819>

Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit » 10 Pfg. berechnet.

Amtliches.

Des Königs Majestät haben mittelst Allerhöchster Ordre vom 20. v. Mts. dem Pferdemarkt-Comite in Darmstadt zu gestatten geruht, zu der Ausspielung von Fohlen und Pferden rc., welche dasselbe bei Gelegenheit der am 21.|22. April und 15.16. September d. J. in Darmstadt stattfindenden Frühjahrs- bezw. Herbst-Pserdemärkte mit Genehmigung der Großherzoglich Hessischen Landes­regierung zu veranstalten beabsichtigt, auch im diesseitigen Staatsgebiete, und zwar in den Provinzen Hessen-Nassau, Brandenburg, Hannover, Rheinland, Sachsen und Westfalen Loose zu vertreiben.

Die Verwaltungs- und Polizeibehörden unseres Bezirks werden angewiesen, dafür Sorge zu tragen, daß dem Vertriebe der qu. Loose, deren Preis pro Stück 2 Mark beträgt, in Ihrem Bezirke kein Hinderniß entgegenaestellt werde. Cassel den 11. Februar 1879.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Kreis Hersfeld.

Caffel, den 25. Januar 1879.

In Folge des gefälligen Berichts vom 21. d. M. 1. A. 4049 erkläre ich mich, unter Rücksendung der Anlagen, mit der Königlichen Regierung dahin einverstanden, daß die Uebertragung von nachträg­lich aufgenommenen Ranovermerlen in die Neben-Register von dem eintragenden Standesbeamten unter Beifügung des Datums beson­ders zu beglaubigen ist. Ich ersuche, hiervon den Aufsichtsbehörden erster Instanz behufs Bescheidung der Standesbeamten und zur Be­achtung bei Revision der Reben-Register Mittheilung zu machen.

Der Ober-Präsident.

* *

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Wird den Herren Standesbeamten des Kreises zur Kenntniß- nahme und Nachachtung hierdurch mitgetheilt.

Hersfeld, den 21. Februar 1879.

1820.______Der Königliche Landratb Freiherr von Broich.__ Die Herren Bürgermeister zu

Aua, Biedebach, Heenes, Kalkobes, Meckbach, Mecklar, Oberhaun, Obergeis, Petersberg, Reilos, Rohrbach, Tann, Unlerhaun, Wippershain, Niederaula, Gersdorf, Goßmanns- rode, Holzheim, Kemmerode, Kirchheim, Kruspis, Mengs- Hausen, Rotterterode, Hilperhausen, Kohlhausen, Bengen- dorf, Gethsemane, Harnrode, Heimboldshausen, Lengers, Widdershausen, Wölfershausen, Schenklengsfeld, Dünkelrode, Hilmes, Lampertsfeld, Malkomes, Motzselb, Ransbach, Röhrigshof, Schenksolz, Unterneurode und Unterweisenborn werden hierdurch an Erledigung meiner Verfügung vom 20. Januar c. Nr. 422, Kreisblatt Nr. 7, die Lohkultur in den Privatwaldungen betreffend, mit Frist bis zum 28. d. M. bei Meldung der Zusendung eines Strafboten erinnert.

Hersfelo, am 21. Februar 1879.

422. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

HerSfeld, den 20. Februar 1879.

Die Ortspolizeiverwaltungen und die Königliche Gendarmerie des Kreises werden hierdurch benachrichtigt, daß die Rathskammer des Königlichen Obergerichts zu Osnabrück durch Beschluß vom 14. v. Mts. die vorläufige Beschlagnahme der beiden ersten Heste der Druckschrift:

„Tempel der Liebe und ihre Priesterinnen. Geschichte der Prosti­tution. Dresden. Druck und Verlag von H. G. Münchmeyer" auf Grund des §. 184 des Strafgesetzbuchs, sowie der W. 233 und 24 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 bestätigt hat. 2231. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

^ergfelö, den 21. Februar 1879.

Die Herren Ortsvorstände des Kreises haben die Pferdezüchter

in ihren Verwaltungsbezirken davon in Kenntniß zu setzen, daß die Königlichen Beschäler am 28. d. Mts. resp. 1. k. M. auf den Sta­tionen Hersfeld und Philippsthal eintreffen werden.

2319. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Zur Besichtigung derjenigen Stuten des hiesigen Kreises, welche in diesem Jahr von den Königlichen Landbeschälern bedeckt werden sollen, werde ich mich

1) am 27. d. Mts Nachmittags 2 Uhr zu Niederaula

2) am 28. d Mls. Morgens 9 Uhr zu Schenklengsfeld u.

3) um 11 Uhr desselben Tages in Friederv ald einfinden

4) am 3. März Morgens 9 Uhr in meiner Wohnung anzutreffen sein.

Die Herren Bürgermeister des Kreises ersuche ich hiermit erge- benst, die Pjervezüchter ihrer Gemeinden hiervon alsbald in Kenntniß setzen zu lassen.

Hersfeld, am 22. Februar 1879.

Der Königliche Kreisthierarzt Für er.

280. Nachdem durch die Bekanntmachung des Großherzoglich hessischen Kreis- amts Alzey vom 28. Januar d. J. sReichs-Anzeiger Nr. 27) die Nummer SO des 7. Jahrgangs der in Milwaukee erscheinenden periodischen Druckschrift: „Freidenker" verboten worden ist, wird auf Grund des §. 12 des GesetzeS gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 Die fernere Verbreitung des Blattes „Freidenker" im Reichsgebiete hier­durch verboten. Berlin den 9. Februar 1879.

Der Reichskanzler. I. Vertr.: Hofmann.

Aus Heffeu-Naffau.

* Hers feld, 21. Februar. Der 17 jährige Arbeiter Fr. Schwarz auS Gittersdorf kam gestern in der A. Rechberg'jchen Fabrik mit einem Arm zwischen zwei Kammraber und wurde ihm derselbe so zerquetscht, daß nach seiner Auf­nahme im Landkrankenhaus der Arm amputirt werden mußte.

— Nach der kürzlich von dem Bundesrathe beschlossenen Abänderung des Ge­setzes über die W e ch sel.fi em p e lst e uer soll künftig die Stempelabgabe be­tragen für 200 M. und weniger 10 Pf., für Summen von 200—400. M. 20 Pf., und für jedes Mehr von 200 M. 10 Pf. mehr bis zum Betrage von 1000 M. Von jedem Mehr von 1000 Mark beträgt die Abgabe 50 Pf. mehr, derge­stalt, daß jedes angesangene Tausend für voll gerechnet wird.

Hofgeismar, 18. Februar. In Liebenau verunglückte in der vorigen Woche ein lOiähriges Mädchen beim Spülen des Salats, indem sie afisglitt und in die Diemel fiel. Bei dem hohen Wasser wurde sie rasch mit fortgerifsen, und ist es bis heute noch nicht gelungen ihre Leiche auszufinden. (C. Tgbl.)

Becker Hagen, 16. Februar. In dem benachbarten Dorfe Vaake brannte gestern ein Wohnhaus nieder. — Heyte ist daselbst die Leiche eines neugeborenen Kindes am User der Weser aufgefunden worden. (H. Z.)

Spangenberg, 18. Februar. Der übermäßige Branntweingenuß hatte in dem benachbarten Dorfe Mörshausen kürzlich ein beklagenswerthes Unglück zur Folge. Verwichenen Sonnabend Abend kehrte in ein dortiges Wirthshaus ein Mann ein, welcher anscheinend dem Handwerkerstände angehörte, sich aber für einen Kellner ausgab. Er forderte Branntwein und trank nach und nach nicht weniger als fünfzehn Schnäpse, so daß er total betrunken war. Er soll von dem Wirth schließlich an die Lust gesetzt worden sein, übernachtete aber in dem Stalle und wurde hier am anderen Morgen todt aufgcsunden. (6. Tgbl.)

Frankenberg, 19. Februar. Gestern versuchte ein Butterhändler ober­halb der Stadt mit seinem Wagen durch die noch ziemlich stark angeschwollene Edder zu fahren und hätte dieses Unternehmen fast mit dem Leben bezahlt. Die Strömung erfaßte den Wagen und soll der Hinterwagen sich dabei losge­löst haben. Butter und Eier, die der Händler in Körben bei sich führte, fielen in's Wasser und er selbst schwebte in der größten Lebensgefahr. Herr Rübsam, Zahlmeister a. D., eilte zu Hilfe und es gelang demselben, mit eigener Lebens­gefahr dem Gefährdeten wirksam beizustehen. Auch wurden einige der gefüllten Körbe wieder aus dem Wasser gezogen. Hoffentlich wird das kalte Bad keinem der Betheiligten schaden. (C. Tgbl.)

Ostheim a. d. RH., 17. Februar. Am 13. d. Morgens gegen 5 Uhr brach hier abermals Feuer aus, das in zwei Stunden 3 Wohnhäuser und 5 Scheunen zerstörte; auch 20 Schaafe verbrannten. — Es ist dies innerhalb 6