gibt einen Ertrag in Kilogramm von 791,100 Aepfel (darunter 300,000 in Schwanheim), 71,925 Birnen (darunter 10,000 in Eschborn, Schwanheim und Soden), 57,710 Zwetschen (darunter 10,000 in Soden), 18,290 Kirschen (darunter 7000 in Griesheim und 6000 in Soden), 1110 Kastanien (darunter 1000 in Soden) und 7185 Wallnüsse (darunter 2000 in Münster und je 1500 in Eschborn und Soden), In Rödelheim beziffert sich der Ertrag auf 9800 Aepfel, 1000 Birnen, 150 Zwetschen und 150 Wallnüsse.
Halle Jliaaß.
Novelle von Eli s e Kraut.
(Fortsetzung).
Als Bella am nächsten Morgen erwachte, fand sie Annunziata neben ihrem Bette, die ihr eine Karte überreichte mit der Bemerkung, diese vom Cavaliero di Turiello zur Bestellung erhalten zu haben. Bella nahm dieselbe in Empfang, eine tiese Bläffe überzog ihr Antlitz, während sie den Inhalt der Karte las. Di Turiello theilte ihr in derselben mit wenigen Worten mit, daß er in Folge einer in der Nacht erhaltenen Depesche plötzlich abreisen mußte. Mit schmerzlichem Ausseufzen wollte sie die Karte bei Seite legen, als ihr Blick auf deren Rückseite fiel, aus der zwei Worte, die ihren Blick wieder hoffnungsvoll ausleuchten ließen, geschrieben standen:
„a rividerei!“
VI. B e i m Bankier Belford.
Es war Winter geworden. Frau Belford und ihre liebliche Tochter Erna bildeten >etzt den Anziehungspunkt für einen zahlreichen Kreis der gebildeten Berliner Gesellschaft, welcher an den wöchentlichen Empfangsabenden die reichgeschmückten Salons des Millionärs Belford füllte. Künstler und Schriftsteller verkehrten gern mit der schönen und geistreichen Frau, große Kaufleute und Gelehrte unterhielten sich eben so gern mit dem weitgereisten, vielerfahrenen Hausherrn, und für die Jugend war Erna die Sonne, um die sie sich, Wandelsternen gleich, freudig bewegten. Die Vermehrung der häuslichen Repräsentanten durch den jungen Hofmeister Mr. Blount gewährte allgemeine Befriedigung. Sein wohlbedachtes Benehmen, wie seine geselligen Talente machten ihn zum Liebling der Damen, seine gediegenen Kenntnisse errangen ihm aber auch gleichzeitig die Gunst der im Hause Belford's verkehrenden Herren deutscher und fremder Nationalität. Die Anregungen, welche der junge Mann in diesen Zirkeln fand, mußte er hoch zu schätzen, größeren Werth legte er aber auf die Genüsse, die ihm im engsten Familienzirkel des Hauses geboten wurden; es waren seine angenehmsten Stunden, wenn er den Damen vorlesen und sie mit den neuesten Erzeugnissen der in- und ausländischen Literatur bekannt machen durfte. Dabei hatte sich zwischen ihm und der Tochter des Hauses ein Verhältniß zarten und reinen Minnedienstes ausgebildet; obgleich der junge Mann, seiner untergeordneten Stellung sich bewußt, dem Ideal seines Herzens eine mehr als innige Ergebenheit entgegenbrachte. Eine stille Hoffnung war in seinem Herzen ausgekeimt, doch bei seinem angeborenen Zarlsinn wagte er es nie, dieser Hoffnung irgend einen Ausdruck zu geben; von Tag zu Tag steigerte sich indeß sein Verlangen nach einer Stellung, die ihm gestattete, die stillen Träume feiner verschwiegenen Brust zur Wahrheit zu machen. Er strebte nach einer Stellung im Staatsdienste, die er durch Vermittelung eines ihm befreundeten Sohnes eines Ministers zu erlangen hoffte, doch bis zur Verwirklichung dieses Wunsches vermied sein Stolz jede direkte Annäherung seiner Auserkorenen gegenüber. Durch die
inzwischen eingetretene Carnevalszeit erlitt das ihn beglückende stille häusliche Familienleben mannichfache Unterbrechungen. Erna genoß die Ballsreuden mit kindlichem Frohsinn und sprach mit Entzücken von einem nahe bevorstehenden glänzenden Feste beim Geheimrath Baron von Waldkirch, ohne zu abnen, daß sie zur Königin Desselben auserwählt sei. Der alte Geheimrath hatte aber bereits für seinen Sohn bei dem Bankier Belford um die Hand seiner Tochter Erna geworben und von diesem leicht eine zusagende Antwort erhalten, als er dieser Werbung die Bemerkung durchschimmern ließ, daß mit dieser Verlobung für den Herrn Bankier das Adelsdiplom verbunden sein würde. Der Geldsürst verpflichtete sich dagegen aus Dank» barkeit für diese Auszeichnung, die ziemlich beträchtlichen finanziellen Verwickelungen seines künftigen Schwiegersohnes zu lösen, und nachdem fa die Väter über die Zukunft ihrer Kinder bestimmt und diese Angelegenheit wie ein Geschäft abgeschlossen hatten, wurde als Einleitung zur Ausführung desselben ein glänzendes Fest veranstaltet, aus welchem Erna erfahren sollte, daß sie zur Frau Baronin bestimmt sei. Die Einladungskarten zu diesem wichtigen Fest waren umhergeschickt und Herr Belford ließ zu demselben für Erna und deren Mutter die glänzendsten Toiletten aus Paris kommen.
Am GesellichaftSabende machte das arglose junge Mädchen sorgfältige Toilette und warf nach Beendigung derselben noch einen prüfenden Blick in ihren Ankleidespiegel. Dabei gerieth sie den Wachskerzen zu nahe und plötzlich loderte das luftige Kleid in hellen Flammen auf. Ein markerschütternder Hülfeschrei der Kammerzofe drang durch das ganze Haus nnb Mr. Blount, dessen Zimmer auf demselben Corridor lag, stürzte sofort herbei und erstickte mit seinen kräftigen Armen das- Feuer, das ihm Gesicht und Hände arg verletzte und sein reiches Haar versengte. Hierauf legte er das geliebte Mädchen, welches verhältntßwäßig wenig Brandwunden davon getragen hatte, ohnmächtig in die Arme ihrer nun auch herbei ge- eilteu Mutter und begab sich dann in sein Zimmer um den selbst erlittenen Wunden die nöthige Sorge zuzuweilden. Die Betheiligung am Feste bei Baron Waldkirch war durch dieses Ereigniß für Mutter und Tochter unmöglich geworden. Herr Belford aber beeilte sich die Familie Waldkirch durch die Versicherung zu beruhigen, daß dieses kleine Mißgeschick die Verlobung nur auf kurze Zeit verzögern, aber nicht stören würde, und daß Dieselbe gleich nach Ecna's Genesung Statt finoen solle. Um seine Zusage sicher halten zu können, hielt er es für zweckmäßig, seine Tochter darauf vorzubereiten und ihr Die Erfüllung feiner Wünsche als eine Sache darzulegen, die er als unzweifelhaft betrachte. Zu diesem Zwecke besuchte er sie auf ihrem Zimmer und begann Damit ihr das ihrer harrende Glück in den glänzendsten Farben zu schildern. Erna auf's peinlichste überrascht, erwiderte sehr ernst:
„Ich weiß nicht, Papa, ob ich das Gesagte als einen Scherz hinnehmen oder glauben soll, Du seiest Deines Kindes so überdrüssig, daß Du Die erste Gelegenheit ergreifen willst, um Dich seiner zu entledigen?" (Forts, f.)
Be r li n, 23. Januar. In Der vergangenen Nacht brach in einem in der Gollnowstraße hierselbst telegenen und von 37 Miethöpartien bewohnten Hause Feuer aus. Hierbei fanden zwei Kinder ihren Tod durch Erstickung, während sich fünf andere Personen durch Herabspringen aus dem zweiten Stockwerk des Hauses schwer verletzten. Die Feuerwehr rettete mittelst Rettungssäcken 20 bis 30 Personen. Der materiell vom Feuer angerichtete Schaden ist nicht erheblich.
Herne, 21. Januar. Vor einigen Tagen ist auf der Emscher-Thalbahn bei Merklinde durch den hier in Herne 7 Uhr 10 Min. Abends eintresfenden Kohlenzug ein Brautpaar überfahren und getödtct worden, dessen Hochzeit auf den folgenden Tag angesetzt war. Das Unglück soll sich an der Stelle einet verbotenen Uebergangöweges über die Bahn ereignet haben.
Änzelgen.
Der Taglöhner Johannes Marinst und Dessen Ehefrau Anna Martha geborene Wehnes von Heenes haben geschehener Anzeige vom heutigen Tage zufolge die bisher unter ihnen bestandene Gemeinschaft der ehelichen Errungenschaft aufgehoben. Hersfeld, den 18. Januar 1879. Königliches Amtsgericht, Abth. I.
The o b al D.
vt. Luckhardt.
Aekanntmachung.
Der Bauer Carl Caspar Friedrich Mohr und dessen Ehefrau Anna Catharine geb. Kraus von Widders- hausen haben unterm heutigen Tage die zwischen ihnen bestehende Gütergemeinschaft aufgehoben, welches hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Friedewald, den 18. Januar 1879.
Königliches Amtsgericht v. Man g tz_r.
Mittwoch den S. Februar er. von Vormittags 8 Uhr ab sollen in
der Rös'schen Gastwirthschaft zu Bebra folgende Hölzer aus der Oberförsterei Meckbach öffentlich meiftbietenD versteigert werden.
In den Districte» Geldkopf c. und d. Eichen: 32 Rm. Nutzholz I., II., III. Cl., Fichten: 1 Stamm = 0,36 Festm. V. 61., 11 Stangen II. Cl., 297 Stangen III. Cl., 40,90 Hundert Stangen IV. bis incl. VIII. Cl.
Hersfeld, den 17. Februar 1879.
Der Oberförster Iassoy.
Bekanntmachung.
Montag den 27. dieses Monats
Nachmittags 2 Uhr
sollen auf dem Hofe des Müllers Jacob Schenk zu Niederaula folgende Gegenstände:
1) eine Kuh,
2) ein Kalb,
3) eine Quantität Heu, Grummet und Stroh,
4) eine Quantität Mist, 5) eine Taschenuhr
öffentlich meiftbietenD gegen gleich baare Zahlung verkauft werden, wozu Kauflleb- huber etngelaben werden.
Niederaula, den 24. Januar 1879.
Königl.AmtsgerichtS-Secretariat.
Floret.
Mein Commisfionelager deutsch u. franj.
Weiss» & Beth» Wehe
zu den Verkaufspreisen des Herrn N. Gundtr lach in Caffel hatte bestens empfohlen. Preis Couranie stehen gratis zu Diensten.
E. Hirsch herber
Vorzügliche Chokoladen
aus einer der besten Fabriken, sowie
Souchan- & Pecco-Thee
sehr reinschmeckend empfiehlt
E. Hirschberger.