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Griechenland und Spanien bleibt, ziehen andere über das Mittelmeer nach Afrika, speciell nach Aegypten und Nubien. Man hat lange Zeit nicht be­greifen können, wie der kleine Vogel, der bei uns nur in bestimmten Abschnitten resp. Stößen fliegt, und sich bald wieder, ausruhen muß, die große Reise über das Meer zurückzulegen im Stande ist. Einen interessanten Aufschluß in Bezug aus diese Frage gibt die neueste Nummer der „Gartenlaube." Verschiedene Aegypter (Beduinen), schreibt Adolf Ebeling aus Kairo, berichten mit Einhellig­keit, daß die Bachstelzen,von Siörchen, Kranichen und anderen großen Vögeln über das Meer getragen werden. Eine Bestätigung dieser Behauptung findet sich in Petermann's großem Reisewerke (Vol. 1 p. 41): „Pros. Roth aus München erzählre mir in Jerusalem, daß der bekannte schwedische Reisende Hedenborg, der sich auf der Insel Rhodus niedergelassen, folgende interessante Beobachtung gemacht habe. Er hörte öfter, wenn die Züge der Störche im Herbst über das Meer nach Rhodus kamen, Gesang von Singvögeln, ohne daß er diese entdecken konnte. Einst ging er den Zügen der Störche nach und sah, als sie sich niederließen, daß von ihren Rücken kleine Vögel aussloaen, welche sich auf diese Weise über das Meer tragen ließen. Die Größe der Entfernung hatte ihn verhindert, zu bemerken, welche Gattung von Singvögeln dies ge­wesen." Der berühmte Afrikareisende Heuglin, dem die Meinung der Beduinen ebenfalls bekannt gewesen, hielt dies Faktum für durchaus glaubwürdig. Da weitere Beobachtungen über die Bachstelzen-Reise fehlen, so wäre es gewiß interessant, wenn fernere Mittheilungen veröffentlicht würden, um diese merk­würdige Erscheinung vollständig aufzuklären.

— Die Inhaber eines Fruchtgeschäftes in Bin gen sollen, wie die „Mz. Z." hört, sammt Buchhalter verschwunden sein mit Hinterlassung eines Dificits von 300,000 M. Es heißt, die Geschäftsbücher seien tolal zerrissen aufgesunden worden.

Vergiftete Kugeln. Die „Preßb. Ztg." erzählt eine er­greifende Geschichte von zwei Brüdern, Namens Perbic, die Beide von der Mobilisirungs-Ordre betroffen wurden und mit dem Regiment Jellacic nach dem Kriegsschauplätze zogen. Sie schworen beim Ab- schiede den Eltern, daß Einer den Ändern überwachen wolle. Bei Bihacs wurden Beide in den Ärm geschossen und in das Feldlaza-

reth gebracht. Jacob, der Aeltere, war besonders schwach. Es war merkwürdig, daß eine leichte Verwundung am Arme so schwere Folgen herbeiführte. Die Aerzte schüttelten den Kopf; bei dieser Verwundung waren alle als wirksam anerkannten Mittel unnütz. Eine Blutvergiftung zersetzte langsam, aber mit entsetzlicher Conse- quenz alle Säfte, dazu kam seltsamerweise eine Lungenentzündung. Jan, der Jüngere, war leicht verwundet und fand Zeit, seinem Bruder Hülfreich zu sein. Beide wurden nach Preßburg gebracht. Alles, was die Wissenschaft an Heilungsmitteln bietet, wurde hier versucht, doch Zacob Perbic's Lebenskräfte schwanden trotz Allem zusehends. Man zog die Kugel aus der Wunde. Und diese Kugel, sie gab Zeugniß von einem Barbarismus, der nur mehr unter Indianern und Negern eine Heimstätte hat. Es kam, nachdem die Kugel untersucht wurde, klar zu Tage, daß Jacob Perbic in Folge einer Vergiftung starb. Am spitzen Ende der Kugel ist nämlich das Blei zersetzt und sind dortselbst hölzerne Stifte, die Gift enthalten, eingetrieben.

— (kuriose Zwillinge.) „Aber sagen Sie, das sind ja zwei prächtige Kinder, die Sie hier im Wägelchen haben, das sind gewiß Zwillinge?" „Ja, wohl, das sind Zwillinge." „Wein gehören denn die beiden prächtigen Ge­schöpfe!" „Eines gehört dem Schulmeister, das andere dem Müller."

— Das klassische Alterthum. Ein alter Stubengelehrter zeigte einem Hausfreunde seine Bibliothek, welche mehrere Zimmer ausfüllte. „Hier finden sie das klassische Alterthum!" rief der Gelehrte, indem er eine andere Thür öffnete. Der Besucher trat näher und ihm entgegen kam die vierzigjährige unverheirathete Tochter des Hausherrn.

— Mißverständlich. Räthin: „Wollen Sie die Freundlichkeit haben mir das Fleisch etwas zu zerkleinern?" Fleischfrau (zu ihrem Mann): „Du Gottfried, schlag' doch 'mal der Frau Räthin die Knochen entzwei."

Anzeigen.

Bekanntmachung.

Die Räudekrankheit in der Schaf- Heerde des Landwirths Herrn Friedrich Friedrich dahier ist erloschen.

Hersfeld, um 24. October 1878.

Der Bürgermeister Kempf.

rsi vor wenigen Wochen an dem Un­glückstag von Vacha ist das dortige Lauogräfliche Gutegebänd?, Die W i - demark durch Die ausdauernden Anstren­gungen der Feuerwehr von Philipps- lhal, welche rühmlichst unterstützt von Heimboldshausen, Zella, Völ­ker shausen an dem für die ganze übrige Stadt so wichtigen Punkte zweimal den von verschiedenen Seiten heran wüthenden Flammen Halt geboten, dem Verderben entriffen worden. Und schon wieder ist es neuerdings bei dem Brand der Herr­schaftlichen Meierei zu Philipps­thal dem raschen und energischen Ein­greifen der genannten Feuerwehr sowie der schnellen Hülfe der Nachbarorte zu ver­danken, daß die Verheerung des Elementes keine größeren, Schloß, Kirche und Dorf gefährdenden Dimensionen annahm.

Beauftragt von Sr. Hochfürstlichen Durch­laucht, dem Herrn Landgrafen Ernst von Hessen spreche ich der Feuerwehr von P hilipp sthal, desgleichen auch den wackern Männern von Vacha, welche die neulich ihnen geleistete Hülfe mit rühm­lichem Wetteifer treunachbarlich vergolten haben, endlich allen zur Rettung so schnell herbeigeeilten Löschmannschaften und Feuerwehren von Hei in b o ld shau­sen, Heringen, Zella, Sünna, Völkers hausen rc. im Namen des Durchlauchtigsten Gutsherrn das wohl­verdiente Lob und die dankbarste Anerkennung hiermit öffentlich aus. Philippsthal, am 29. October 1818. Der Bevollmächtigte

Rosenstock, Major a. D.

Acchnoitgen S* Fu„k

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Redaction, Schnellpressendruck und Verlag von Ludwig Funk in Hersfeld.-------

LUM-achdem die Witwe des Tuchsabrikanten

Valentin Volkmar dahier, alleinige Inhaberin der Firma Valentin Volkmar dahier, angezeigt hat, daß sie überschuldet und zur Befriedigung ihrer andringenden Gläubiger außer Stande sei, so wird zur summarischen Anmeldung der Forderungen, zur Wahl eines Curators, sowie zum Güteversuche, behufs Abwendung des förmlichen Concurses, Vermin auf

-enSSRov-mver-B.

Morgens 9 Uhr C Z hierher anberaumt, wozu sämmtliche Gläu­biger unter dem Rechtsnachtheile vorgela­den werden, daß die nicht erscheinenden Chirographar-Gläubiger als dem Beschlusse der Mehrheit der Erschienenen beitretend werden angesehen werden.

Hersseld, am 28. October 1878 Königl. Amtsgericht. Abth. II.

Israel.

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