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den einzelne Banden von Bulgaren geschlagen. Außerdem erhebt sich an allen Orten das muhamedanische Element, um die Be­mühungen der Pforte zu unterstützen. Aus Salonichi wurden nam­haftere Strettkrafte auf das insurqirte Gebiet dirigirl. Unverkenn­bar ist die Tendenz des AusstandeS die, das bis an das aegaeische Meer reichende Bulgarien des Friedens von San Stefano zu ver­wirklichen. '

Wien, 28. October, Abends. Meldungen der „Poltt. Corr." Aus Constantinopel, den 27. d.: Der bulgarische Aufstand hat sich über mehrere Distncte Rumelteirs und des nördlichen Maceooniens verbreitet. Die Insurgenten haben 3 Compagnien regulärer tür- kiicher Truppen niedergemetzelt und 7 muhamedanische Ortschaften zerstört. Der Sitz des Centcalcomites der Aufständischen ist m Kustenvje. Die Slaveucomitss in Nußland liefern dem Central- comites Geld und Waffen. Der ausgesprochene Zweck der Jniurrec- twn ist die Bereinigung von Rumelien, Drazien, Macedouien mit Bulgarien zu einem bulgarischen Neiche. Die Aufständischen werden auf 12,000 Mann veranschlagt; mit ihnen soll sich Die Miliz des Fürstenthums Bulgarien vereinigen, wodurch sie mindestens 30,000 Mann stark würden. Das Centralcommite hat für weitere Waffen- vorräthe gesorgt. Es wird versichert, die bulgarische Geistlichkeit sei für die Jusurrection gewennen. Die Pforte trifft energische Dispositionen. — Aus Ismail, Den 27.: Die Uebernahme Bessara- brens durch Rußland wurde der Bevölkerung durch eine Procla- mation uotificirt, in welcher die Annahme russischen Geldes befohlen und Die' Einführung russischer Gerichts-Justitutionen in Aussicht gestellt wird. Gleichzeitig wird Die Bevölkerung bis zum 1. Januar 1879 von der Steuerzahlung befreit.

Wien, 27. October. Im Truppen-Lazareth zu Klagenfurth ist mehrfach constatirt worden, dah die Türken, welche ihrerseits die Oesterreicher der Berübung von Gräueln in Bosnien beschuloigeu, mit Explosionskugeln schießen. Dieselben sind sehr groß, an der Basis hohl. Im hohlen Raum, welcher durch einen hölzernen Stöpsel verschlossen ist, befindet sich der explodirende Stoff, und die Kugel zerspringt, wenn sie auf einen harten Gegenstand, z. B. auf einen Knochen ausschlägt. Die gräßlichsten 'Verwundungen werden durch solche Kugeln hervorgebracht; die Wunden sind, wegen der großen Zerstörung, die sie hervorrufen, meist unheilbar und der Tod des Getroffenen ist meist die unmittelbare Folge, lieberhaupt schießen die Türken in Bosnien aus einem verhältnißmäßig großen Kaliber, da die Kugeln 47 Gramm wiegen. Was die Explosions-Kugeln betrifft, so wurden Exemplare, welche sich im B.sitz der Verwundeten befinden, bei ben türkischen Gefechtslinien gefunden, wenn die österreichischen Truppen den Feind daraus vertrieben hatten und nun dessen Stellungen einnahmen.

Rußland. Die Strafcolonie Rußlands erhielt in der dies­jährigen Schiffahrts periode wiederum l 1,764 Deportirte, welche von Rtschnel-Nowgorod per Wasser ihrem Bestimmungsorte zugeführt wurden. Unter dieser großen Anzahl Verbrecher befanden sich nicht weniger als 732 männliche und 121 weibliche Mörder; ferner 102 Brandstifter, 107 Deserteure, 83 Falschmünzer, respective Complicen, 52 Vlehdiebe, 12 unverbesserliche Politiker, 3 Intendantur-Beamte, 4 Popen und 1 Gründer aus Moskau. Die Uebrigen, kleinerer Berbrechen und Vergehen wegen deportirl, sind „verschickt", das heißt, ihnen ist Sibiren als ferneres Vaterland angewiesen worden. In 218 Fällen begleiteten Die Frauen, respective Kinder ihre Er­nährer nach dem Straforte auf Kosten der Krone.

Madrid, 25. October. Als König Alfons nach Rückkehr von Manövern heute Nachmittag 4 Uhr zu Pferde in Madrid ein« zog, wurde in der Straße ein Revolverschuß, glücklicher Weise ohne zu treffen, auf Seine Majestät abgefeuert. Thäter verhaftet, hat Absicht eingestanden, sowie erklärt, daß er Socialist sei und der In­ternationalen anhänge. Er ist 20 Jahre alt und vor fünf Tagen zum Zwecke des Attentats von Tarragona hier eingetroffen.

Philadelphia, 24. October. Ein heftiger Sturm, der am Sonntag auf der Höhe der Küste von Florida entstand, stürzte sich am Mittwoch Morgen auf die Mittelküste des Atlantischen Oceans, wobei er am Stärksten in Den Staaten Neu - Jersey und Peunsilva- nien wüthete. In Philadelphia laste Der Stürm von 5 — 8 Uhr Morgens mit einer Schnelligkeit von 50 bis 88 Meilen per Stunde. Ca. 400 Gebäude wurden entbacht und 118 teilweise zerstört; 22 Kirchen, 79 Mühlen und Factocejen, Waaren- und Vorrathshäuser, Schulen und Eisenbahn-Stationen wurden beschädigt und zwei Brücken von ihren Fundamenten geschleudert. Im Flusse erlitten 17 Fahr­zeuge Beschädigungen oder gingen ganz zu Grunde. Auch wurden fünf Personen gelobtet und 40—50 erlitten Verletzungen.

Rew-Orleans, 24. October. Gestern traten hierorts 19 Todesfälle am gelben Fieber ein, unb in Memphis 15.

Philadelphia, 25 October. Der Sturm, welcher hier am letzten Mittwoch wüthete, entdachte ober beschädigte in anderer Weise: 31 Kirchen, 35 Factoreien, 27 Schulen, 5 Hotels, 50 andere öffentliche Gebäude, 384 Wohnhäuser und mehrere Speicher. Es gingen 8 Fahrzeuge unter. Der Totalverlust wird auf 2,000,000 Dollars geschätzt.

Rew-Orleans, 25. October. Die gelbe Fieber-Epidemie vermindert sich schnell, obgleich es für Die Flüchtlinge noch immer unsicher ist, nach ihren Heimstätten zurückzukehren. Hierorts unter­lagen gestern 16 der Seuche, und in Memphis 17.

Schiffsunglück. Aus New-York wird telegraphisch gemeldet: Nach hier eingegangenen Nachrichten hat am Dienstag ein furchtbarer Orkan den Schiffen an der amerikanischen Küste bedeutenden Schaden zugefügt. In der Bai von Chesapeake erlitt ein Schiff Schiffbruch, wobei 20 Personen umkamen; ein anderes Schiff ging bei dem Cap Henri unter, 18 Personen ertranken hierbei.

Aus Heffen-Naffau.

54,200 Mark

8100 „

150,000 „

* Hersfelo, 29- October. Die Stadt Lengsfeld bei Sal- jungen ist in Der Nacht zum 27. October zur Hälfte abgebrannt. Amtshaus, Post, Schulen, Rathhaus unb über 60Wohnhäuser, ohne Die Nebengebäude, liegen in Asche. Es herrscht großer Jammer.

* Cassel, im Oktober. Wer die Wahlvorbereitungen Der social­demokratischen Agitatoren gesehen, Die furchtbaren Anstrengungen beobachtet hat, die sie sich gegeben, in jeden Wahlkreis Candidaten hlnelnzuschieben, Der sollte auf den Gedanken kommen, Den Socialisten» führern sei es heiliger Ernst mit den Interessen des „armen und unterdrückten Volkes," wie sie es nennen. Aber wenn Die Probe auf das Exempel gemacht werden soll, dann ändert sich sofort die Sache. So hat der Abgeordnete Stumm den Vorschlag gemacht, für alle Arbeiter Pensionskassen iu’S Leben zu rufen. Man sollte nun denken die Arbeiterführer würden mit voller Begeisterung diesen Plan aufgreifen und Arbeiterunterstützungskassen für Krankherts- und Todesfälle mit in's Leben rufen helfen. Doch weit gefehlt. Das „Hessische Volks dlatt", das Organ des Herrn Psannkuch, wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen und schreibt am 16. Oktober: „Entschieden abgewiesen aber muß oie Forderung werden, daß Die Pensionskassen aus Zwangsbeiträgen auch der Arbeiter gegründet werden sollen. Das Verlangen ist geradezu ungeheuerlich. (sie) Die Arbeiter können bestenfalls mit ihren Hungerlöhnen das nackte Dasein sammt Familie knapp fristen. Also für Pensionskassen haben die Arbeiter kein Geld? Nun halte man aber Daneben, wie viel Die Arbeiter für die socialdemokratischen Abgeordneten, für die Agitation, ihre Zeitungen u. s. w. ausgeben müssen, und Die Worte des Hessischen VolksblatteS erscheinen in eigenthümlichem Lichte. Wir entnehmen Die Notizen den socialdemokratischen Kalendern pro 1878 und 1879

1) Die Wahl im Jahre 1877 ver schlang die Summe von

2) Es wurden 12 Abgeordnete gewählt, davon er­hielten 10 jeden Tag 9 Mark Diäten, macht in einer Legislaturperiode von 90 Tagen . . .

3) Am 30. Juli 1878 wurden während der Wahlen verausgabt ............

4) Die socialdemokratische Presse zählt 62 Organe, in einer Gesammtauflage von 153,000 Exempla­ren. Nehmen wir an, daß der Abonnementspreis durchschnittlich nur 3 Mail pro Exemplar int Jahre betrage, so sind verausgabt .... 459,000 ,

5) Die Flugschriftliteratur zählt 243 Nummern.

Nehmen wir an, daß davon nur 500,000 Exem­plare L 10 Pfg. vertheilt worden sind, so macht dies 50,000 „

6) Eine social-wissenschaftliche Revue, die „Zukunft" in einer Auflage von 3500 Exemplaren s 6 Mk. 21,000 „

Macht in Summa Mark 742,300

Also 742,300 Mark gering veranschlagt haben die Arbei­ter in Jahresfrist für die Agitation aufbringen können. Und weshalb? Weil die Agitatoren den Arbeitern ein Paradies ver­sprachen, thatsächlich aber, wie die Zahlen zeigen, für ihren Beutel thätig sind. Es leben, gering gerechnet, über 300 Personen in Folge der^ socialvemokratischen Agitation in recht guten Verhältniffen von den Acbeitergroschen. Und unter solchen Verhältnissen sollen die Arbeiter für Kranken- und Sterbekassen keinen Pfennig übrig haben!

Fulda, 26. October. Nach der Wiener „Neuen Freien Presse" sind die Hexren Hauptmann Knorz und Oberlieutenant Schüßler von Fulda, welche am österreichischen Feldzuge, in Bosnien theilgenommen, mit der Kriegsdekoration als Ritter der Eisernen Krone dritter Klasse ausgezeichnet worden.

Frankfurt. Der Andrang von weiblichen Dienstboten, welche Stellen suchen, ist dermalen hier ungemein stark. Dieselben bieten ihre Arbeitskraft zu einem höchst mäßigen Lohne an. Zu einer freien Stelle, die noch nicht einmal auf einem Verdingungsbureau aufgegeben, sondern nur durch Herumsprechen des ausgetretenen Dienstboten bekannt wurde, meldeten sich 42 Mägde, darunter Toiletten, die eher auf den Ball, als in die Küche oder Kinderstube paßten.

Feuilleton.

Unter der Erde.

Grubenerzählung von Louis Rosenthal.

(Fortsetzung.)

„Nein, Papa — es ist nichts", stammelte Helene, „nur bte eiskalten Tropfen, die nur schon ein paarmal auf Hals und Nacken gefallen sind, haben mich erschreckt."

Endlich erreichte man die Wetterthür, wo Robert in den Schat-