KreisWolatt
für den
Krcts Hcröfcld.
j^ 81. Mittwoch den 9. October 1818.
Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.
Bestellungen auf das „Kreisblatt" pvo viertes Quartal werden noch fortwährend sowohl von allen Kaiserlichen Postanstalten als auch von der Expedition entgegengenommen.
Amtliches.
Kreis Hersfeld.
Hersfeld, am 4. October 1878.
Nachdem zufolge Rescripts Königlicher Regierung vom 24. September c. mittelst Allerhöchsten Erlaffes vom 11. v. Mts. auf Grund des §. 4 der Kur hessischen Gemeinde-Ordnung vom 23. October 1834 genehmigt worden ist, daß der Hof Hählgans der Gemeinde Allmershausen einverleibt werde, wird solches hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
9877. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich
Hersfelo, den 7. October 1878.
Unter Hinweis auf die nachstehend abgedruckte Correspondenz empfehle ich den Herren Bürgermeistern des Kreises die Anschaffung des den Gegenstand fraglicher Correspondenz bildenden Handbüchleins über die rationelle Bienenzucht namentlich für die Schulen.
Da das Büchlein für Jeden, welcher die rationelle Bienenzucht nach der vollständig bewährten Dzierzon'schen Methode betreiben will, von großem Nutzen ist, so wollen Die Herren Bürgermeister sich zugleich die Gewinnung auch anderer Abnehmer dafür angelegen sein lassen, damit Der von mir hierbei verfolgte Zweck um so sicherer erreicht wird.
Die Anzeige über die geryachten Bestellungen resp, einen bezüglichen Bericht erwarte ich bis zum 15. November c.
9163. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Hersfeld, den 25. Juni 187b.
Indem ich Ihnen anliegend unter Bezugnahme auf die Rücksprache vom 22. d. Mts. das fragliche Handbüchlein über die rationelle Bienenzucht von H. Geilen übersende, veranlasse ich Sie, Sich bis zum 26. August c. nach Besprechung mit anderen intelligenten Bienenzüchtern hiesigen Kreises darüber zu äußern, ob es sich nicht empsehlen würde, die Beschaffung dieses Handbüch- teins, welches, wenn ich nicht irre, etwa 2 Groschen kostet, namentlich für sämmtliche Elementarschulen des Kreises herbeizuführen.
Es wäre mir zugleich erwünscht, die Warnen der Personen, welche Sie dabei ins Interesse gezogen haben, von Ihnen zu erfahren.
Der Landrath Freiherr von Broich. An den Lehrer Herrn Schwarz zu Nieoerjossa.
Niederjossa, den 29. Juli 1878.
Anbei sende Ew. Hochwohlgeb. das mir gütigst zur Ansicht geschickte Hand- büchlein der rationellen Bienenzucht von L. Geilen zurück. Ich habe dasselbe mit großem Interesse gelesen und halte dasselbe zur Einführung in die Bi- bliorheken der Elementarschulen für sehr geeignet. Gleicher Ansicht sind die Bienenzüchter: Lehrer Breidenbach — Kirchheim, Lehrer Quehl —Asbach, Lehrer Wepler — Kerspenhausen und Lehrer Wepler — Reckrode, welche von dem Inhalte des betr. Büchleins Kenntniß genommen haben.
Mit tiefster Hochachtung verharre ich Ew. Hochwohlgeboren gehorsamster
Schwarz, Lehrer.
An den Königlichen Landrath Freiherrn von Broich
Hochwohlgeboren zu Hersfeld.
Hersfeld, den 7. August 1878.
brm. e p. r. dem Gymnasial-Lber-Lehrer Herrn Heermann Wohlgeboren hier nebst den beiden Anlagen und bem Koncepte zu dem umseitige Antwort veranlassenden diesseitigen Schreiben mit dem Ersuchen ergebenst übersandt, Sich gefälligst mit Rücksicht auf daü große Interesse, welches Sie für den in Rede stehenden Gegenstand hegen, ebenfalls über die in meinem letzterwähnten Schreiben aufgeworfene Frage äußern zu wollen.
Ich bemerke gleichzeitig noch ergebenst, daß der Herr Geilen schon seit
einer Reihe von Jahren zu den hervorragendsten Vertretern des fraglichen Culturzweiges in der Rheinprovinz gehört.
Der Landrath Freiherr von Broich.
Hersfeld, den 14. August 1878.
Das Buch von Herrn Geilen habe ich mit vielem Vergnügen gelesen, weil es nicht nur die Hauptsachen über die Behandlung rc. der Bienen angibt, sondern auch in gedrängter Kürze und leicht faßlicher Darstellung zum praetischen Gebrauch eine gute Handhabe für einen angehenden Bienenzüchter sein kann.
Es versteht sich von selbst, daß eigne Erfahrung noch mancherlei ergänzen muß, denn in vielen Fällen kann nur erst eigene Beobachtung und Uebung die richtige Erkenntniß der zu ergreifenden Mittel liefern. Schon oft habe ich bedauert und auch schon oft ausgesprochen, daß die Bienenzucht, rund gesagt, noch sehr darnieder liegt, wo sie doch einem gut verzinslichen Kapital entsprechen könnte. Große Mühe hat man ja nicht, denn die Bienen besorgen die Arbeit selbst. Ich will nur ein kleines Exempel, welches doch bei bescheidenen Ansprüchen wohl gemacht werden darf, anstellen. Es kaust sich Jemand im Frühjahr einen jungen Schwärm, dieser sucht sich seinen Winterbedarf; im nächsten Jahre liefert er einen neuen Schwärm, der denselben Werth hat. Damit wären also 100 Prct. gewonnen. Im folgenden Jahre gibt es 2 junge Schwärme und so vergrößert sich der Procentsatz, selbst wenn man die After - schwärme und den etwa größern Ertrag an Honig, wie es oft vorkommt nicht auch noch in Betracht zieht. Ich will gern zugeben, daß man bei dieser Rechnung vielfache Einwendungen machen kann, indem die Wirklichkeit nicht feiten andere Resultate, als die angegebenen liefert, aber sie ist doch auch nicht aus der Luft gegriffen, sondern stützt sich auf die Erfahrung. Es ist wahr, daß der Bienenzüchter oft in seinen Erwartungen getäuscht wird, daß er manchen Gewinn durch den Verlust des einen oder andern Stockes, durch die WitterungS- verhältnisse und wer weiß auf wie vielerlei Weise sonst noch vereitelt sieht; es ist wahr, daß man eben so leicht die Bienen wieder verlieren kann, wie man sie erworben hat; es ist aber auch wahr, daß der Hauptgrund zu alle den Calamitäten oft in der Unkunde in der Behandlung der Bienen zu suchen ist. Deswegen kann man auch jegliche Aufklärung über die Bienenzucht nur mit Freuden begrüßen und muß man die Bemühungen hoch schätzen, die das Interesse für die Bienen wecken und heben. Als Mittel hierzu erscheint nur Ihr Plan, obiges Buch zu verbreiten und allgemein bekannt zu machen, ganz geeignet, weil die Leute das Leben der Bienen, gewissermaßen spielend, ohne Kostenaufwand kennen lernen können und zu der Einsicht gelangen müssen, daß der Bienenzucht keine schwierige noch weniger unübersteigliche Hindernisse entgegen stehen und daß sie ohne große Mühe und großen Aufwand sich ein Kapital verschaffen können, das gewiß bei vernünftiger Behandlung der Bienen seine Zinsen tragen wird.
Jeder Bienenfreund wird sich gewiß über Ihr Interesse an der Bienenzucht freuen und Ihre Bemühungen zur Hebung und allgemeinen Verbreitung derselben zu würdigen wissen.
In aller Hochachtung ergebenst H e e r m a n n.
An den Königlichen Landrath Herrn Freiherr« von Broich
Hochwohlgeboren zu Hersfeld.
Hersfeld, den 7. September 1878.
Ew. Wohlgeboren ersuche ich ergebenst, Sich gefälligst mit Rücksicht auf die angeschlossene, mir demnächst mit Ihrer Antwort wieder zu- rückzusendenden Correspondenz darüber äußern zu wollen, ob Sie nicht geneigt sein würden, noch eine Auflage Ihres Handbüchleins der rationellen Bienenzucht Dzierzon'schen Methode und eventuell zu welchem, thunlichst gering an- zusetzenden Preise erscheinen resp, drucken zu lassen.
Der Landrath Freiherr von Broich. An den Herrn Lehrer L. Geilen Wohlgeboren in Aachen.
Aachen, den 12. Sept 1878.
An den Königlichen Landrath Herrn Freiherrn von Broich Hochwohlgeboren in Hersfeld.
Auf Ew. Hochwohlgeboren hochgeehrte Zuschrift vom 7. d. M. erlaube ich mir ganz gehorsamst zu erwidern, daß ich in Betreff einer neuen Auflage meines Handbüchleins für Bienenzucht schon zu Anfang dieses Jahres mit dem hiesigen Buchhändler Rud. Barth in Verbindung getreten bin.
Die neue Auflage wird mit einigen Abänderungen und Ergänzungen in demselben Umfange aber in etwas kleinerem Druck erscheinen, wie die erste und längstens Ende November b. I. fertig gestellt sein. Der Preis stellt sich wie früher auf 25 Rpfg. in Partien und auf 30 Rpfg. im Einzelverlaufe.
Indem ich Ew. Hochwohlgeboren für das rege Interesse, welches Hochdieselben