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KreisMlätt

für den

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Kreis

H e r s f e l d.

Mittwoch den 2. October

S8?8.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei ben Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet. Ä

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Bestellungen auf dasKreisblatt" pro viertes Quartal werden noch fortwährend sowohl von allen Kaiserlichen Postanstalten als auch von der Expedi­tion entgegengenommen.

Amtliches.

Kreis Hersfelv.

Ministerium des Innern. Berlin, den 29. August 1878.

Durch Erlaß vom 7. October 1869 (F. M. IV. 14292, 1.15752 M. d. I. I. M. J. 3569) ist den Ortsbehörden die Verpflichtung auferlegt worden, in solchen Fällen, in welchen ihrerseits den zur Uebung einberufenen Wehrleuten die den letzteren zustehenden Marschkompetenzen vorschußweise ausbezahlt werden, dies auf den betreffenden Einberufungs-Ordres zu vermerken.

Mit Rücksicht auf die besonderen, wegen der Auszahlung von Marschkompetenzen für das Königreich Bayern bestehenden Borschriften wird aus den Wunsch des Königlich Bayerischen Kriegsministeriums hierdurch bestimmt, daß jede im Gebiete der Preußischen Militair- Verwaltung Seitens diesseitiger Ortsbehörden oder Kassen an König­liche Bayerische Dienstpflichtige zur Bestreitung von Marschkosten etwa geleistete Zahlung, ohne Unterschied oes Anlasses der Einberufung, in ihrem Geldbeträge auf den betreffenden Einbe­rufungs-Ordres zu vermerken ist.

Ew. Hochwohlgeboren ersuchen wir ergebenst, die betreffenden Behörden bezw. Recepturen Ihres Ressorts gefälligst mit entsprechen­der Anweisung zu versehen.

Der Minister des Innern. Der Finanz - Minister.

Im Auftrage gez. Ribbeck. Im Auftrage gez v. Lentz.

An den Königlichen Ober-Präsidenten Herrn Freiherr» von Ende Hochwohlgeboren in Cassel.

* *

Wird den Herren Ortsvorständen des Kreises zur Kenntniß­nahme und genauesten Beachtung mitgetheilt.

Hersfeld, am 30. September 1878.

9678. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

' ' Hersseld, den 28. September 1878.

Den Herren Bürgermeistern der betreffenden Gemeinden theile ich nachstehend, das vorzugsweise in Rücksicht auf die Bedürfniß- frage abgegebene Gutachten der Spritzenprüfungs-Commission über die vorgeführten alten Spritzen zur Kenntnißnahme und Mittheilung an die Gemeindebehörden mit:

1. Widdershausen Spritze ungenügend wegen zu geringer Wasserlieferung, für eine kleinere Gemeinde (vielleicht Leimbach) brauchbar.

2. Heimbolds hausen. Vorgeführte Spritze für Heimbolds­hausen allein genügend, für Heimboldshausen zusammen mit Röhrigshof ist noch eine Spritze C (Tidow) nothwendig, wünschens- werth im Gesammtinteresse des Feuerwehrbezirks die Anschaffung einer Spritze B. (Braun).

3. Ransbach Ausbach. Spritze ungenügend, für jede der Gemeinden je 1 Spritze B (Braun) nothwendig. Es empfiehlt sich der Verkauf der Spritze an Gethsemane.

4. Schenklengsseld. Alte Spritze durchaus ungenügend, eine Spritze A (Braun oder Kurz) dringend nothwendig.

5. Niederaula. Die vorgeführte große Spritze gut, die kleinere wenig lerstungsfähig. Da berde ohne Saugvorrichtung, eine Spritze B erforderlich.

6. Kirchheim. Die beiden Spritzen für Kirchheim (ohne Ge­meinschaft mit andern Orten) für genügend erachtet.

7. Obergeis. Vorhandene Spritze unbrauchbar, eine neue B unbedingt erforderlich.

8. Unterhaun. Vorgeführte Spritze für Unterhaun genügend, für Rothensee eine C (Tidow) nöthig.

9. Kerspenhausen. Spritze defect, daher nicht zu probiren.

10. Allmershausen. Vorhandene Hanvsprrtze ungenügend, eine Spritze mindestens D (Kurz) erforderlich.

Entscheidung in einzelnen Fällen wird noch erfolgen.

9704. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Die Erledigung der Schulstelle zu Solms vorn 16. October d. J. ab wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß Bewerber um dieselbe ihre Meldungsgesuche unter Beifügung der nöthigen Sitten- und Befähigungszeugnisse binnen 3 Wochen bei dem unterzeichneten Königlichen Landrathe oder dem Königlichen Localschulinspector Herrn Consistorialrath Kraushaar zu Niederaula einzureichen haben.

Hersfeld, am 28. September 1878.

9663. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Tagesbegebeuheiten.

Baden-Baden, 29. September. Der Kaiser und die Kaiserin sind gestern Abend 9 Uhr 25 Minuten hier eingetroffen. Die Stadt war auf das Prachtvollste erleuchtet. Die Bevölkerung aus der Stadt wie aus der Umgegend hatte sich in großen Massen auf den Straßen zur Begrüßung der Majestäten eingesunden, zahlreiche Ver­eine im Parade-Aufzuge bildeten Spalier. Ueberall wurden Ihre Majestäten mit endlosem Jubel begrüßt. Die Empfangsfeierlichkeiten wurden von einem prachtvollen Wetter begünstigt.

Köln. Die unterirdische Telegraphenleitung zwischen Berlin und Köln ist gegenwärtig vollendet. Am 23. Septbr. wurde dieselbe zum ersten Male zur Uebermittelung von Depeschen in beiden Rich­tungen benutzt.

Wien, 29. September. FML. Jovanovic meldet von derTre- binicikabrücke von gestern Abend 7 Uhr Folgendes: »Klobuk, der letzte Hort der Insurgenten in der Herzegowina, ist nach verzweifeltem Widerstände, in Folge fünftägiger heftiger Beschießung, heute Vor- mittag 10 Uhr von den kaiserlichen Truppen besetzt worden. Mit der Zerstörung der Felsenfeste ist sofort begonnen worden; erbeutet sind zwei Kanonen, eine große Menge Munition und viele Gewehre. Der Verlauf war folgender: Die durch ihre Greuelthaten berüch­tigten Bewohner des Districtes Korjenice halten sich, durch Trümmer der bei Stolac zersprengten Insurgenten verstärkt, bei dem am 18. d. M. erfolgten Anrücken der Division gegen Trebinje 1200 Mann stark in einen Hinterhalt bei Jasen gelegt, waren aber entdeckt und mit Geschützfeuer vertrieben worden. Dieselben zogen sich darauf in ihren unwegsamen District zurück und besetzten auch die in demselben belegene Bergsestung Klobuk. Beim Aurücken der Division wurde das den eigentlichen Jnsurgentenheerd bildende Grancarevo beschossen, worauf Alles bis auf die Besatzung von Klobuk nach Montenegro flüchtete. Letztere hielt die Beschießung mit großer Tapferkeit bis heut aus und hißte erst heute früh die weiße Fahne auf. Die Be­satzung hatte große Verluste erlitten, unsere Verluste beim Regiment Belgien betragen 2 Officiere und 1 Mann todt, 2 Officiere und 4 Mann verwundet. Die Haltung unserer Truppen war musterhaft.

Wien, 30. September. Vom vierten Armeekorps ist folgendes Telegramm eingelaufen. Am 27. d. Mts. ist das Reserveregiment Nr. 23 als Vorhut der 31. Division in Zwormk eingerückt und hat die Besetzung der Stadt durchgeführt. Am 28. d. M. ist der Stab des vierten Armeekorps und sodann die 31. Division daselbst einge­troffen. Eine Deputation angesehener Einwohner der Stadt empfing