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KreisWblaÜ

für den

Kreis persfeld.

J^s V8. Sonnabend den 28. September L878.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

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Die Expedition.

Se. Majestät der Kaiser und König haben Mich zu beauftragen geruht, der Provinz und insbesondere auch den Bewohnern von Cassel und Wilhelmshöhe den wärmsten Dank für den Empfang aus- zusprechen, welcher Seiner Majestät und Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin hier zu Theil geworden ist. Allerhöchstdieselben sind von der überall hervorgetretenen Theilnahme an diesem Empfange sowie von der ganzen Haltung der Bevölkerung sehr warm und an­genehm berührt worden und scheiden aus der Provinz mit dem Herz, lieben Wunsche für deren ferneres Gedeihen und Wohlergehen. Ich freue Mich, Ihnen Vorstehendes nuttheilen zu können, und ersuche Sie, die weitere Bekanntmachung zu veranlassen.

Wilhelmshöhe, den 24. September 1878.

gez. Friedrich Wilhelm, Kronprinz.

An den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau.

Der Bericht des kommandirenden Generals 11. Armeekorps über die durchgängig sehr gute und entgegenkommende Aufnahme der Truppen bei den diesjährigen großen Herbstübungen giebt Mir die erfreuliche Veranlassung, Meine lebhafte Befriedigung hierüber aus. zusprechen. Ich ersuche Sie, dies der Provinz bekannt zu machen.

Wilhelmshöhe, den 24. September 1878.

Im Allerhöchsten Auftrage deiner Majestät des Kaisers und Königs.

gez. Friedrich Wilhelm, Kronprinz

An den Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Naflau.

Kaffel, den 24. September 1878.

Die vorstehenden, die Provinz Heffen-Naffau und ihre Bewohner höchehrenden Allerhöchsten Erlasse bringe ich hierdurch zur allgemei­nen Kenntniß.

Der Ober-Präsident gez. Freiherr v. Ende.

Kassel, 26. September. Der Kronprinz hat im Auftrage des Kaisers nachstehendes Schreiben an den kommandirenden General des 1 1. Armeekorps, General der Infanterie v. Böse, erlassen:

Se. Maj. der Kaiser und König haben Mich zu beauftragen geruht, Ihnen heute beim Schluß der diesjährigen großen Herbst­übungen wiederholt die ganz besondere Zufriedenheit Sr. Majestät mit den Leistungen des I l. Armeekorps auszusprechen. Se. Majestät haben die hohen Erwartungen, welche Allerhöchstdieselben betreffs des Zustandes des 11. Armeekorps unter seinem in dieser Stellung schon vor dem Feinde ausgezeichneten kommandirenden General hegen durften, überall und vollständig erfüllt gefunden und wollen AUer- höchstihrer lebhaften persönlichen Anerkennung für Sie noch durch Verleihung der anbei erfolgenden Dekoration des Kreuzes und des Sternes der Großkomthure des Königlichen HauSordens von Hohen-

zollern besonderen Ausdruck geben. Demnächst sprechen Se. Majestät auch den sämmtlichen Generälen, Regiments Kommandeuren und Officieren Allerhöchstihren Dank für ihre erfolgreiche Thätigkeit und Hingebung bei Ausbildung der Truppen aus und lassen auch den Mannschaften Allerhöchstihre Zufriedenheit mit ihren Leistungen zu erkennen geben. Indem Ich Ihnen vorstehendes zur weiteren Be­kanntmachung mittheile, behalte Ich Mir vor, Ihnen im Allerhöchsten Austrage noch weitere specielle Gnadenbeweise für Officiere und Mannschaften des Armeekorps zugehen zu lassen.

Wilhelmshöhe, den 24. September 1878.

gez. Friedrich Wilhelm, Kronprinz.

Amtliches.

Kreis Hersfelb.

Cassel, den 21. September 1878.

Am 19. September Mittags ist der aus Groß-Lißen Kreis Fraustadt gebürtige Postverwalter Linke aus Hüningen nach Unter­schlagung von Postkassengeldern in Höhe von etwa ME 2800 flüch­tig geworden.

Auf die Ergreifung des Linke und die Wiedererlangung des unterschlagenen Geldes ist eine Belohnung von Mark 150 ausgesetzt.

Das Königliche Landrathsamt ersuche ich ganz ergebenst, ver­dächtige Wahrnehmungen sogleich zur Kenntniß der Kaiserlichen Ober-Post-Direction in Straßburg i. E. oder des Kaiserlichen Ober- Prokurators in Mühlhausen i. E. zu bringen, bz. den rc. Linke im Betretungsfalle verhaften zu lassen.

Der Kaiserliche Ober-Postdirector. In Vertretung: zur ßlnbe.

Signalement. Johann Ferdinand Linke, Postverwalter, Alter: 32| Jahre, Größe: 180 Ctmtr., Figur: schlank und kräftig, Gesicht: oval, Farbe gesund, Haar schwarz, Augen: schwarz, Stirn: frei, Nase: gewöhnlich, Bart: schwarzer Vollbart, Kleidung: grauer Sommeranzug mit Strohhut. Besondere Merkmale: Glatze. Haut­flecken unter dem Backenbart.

*

* Hersfeld, am 26. September 1878.

Wird den Ortspolizeiverwaltungen und der Königlichen Gen­darmerie des Kreises zur Kenntnißnahme und Beachtung mitgetheilt. 9525.______ Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Gefunden: auf dem Wege von Unterweisenborn nach Schenk- lengsfeld ein Sack mit Pferdefutter. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Unterweisenborn.

Berlin W., 24. September 1878.

Bekanntmachung.

Berbot der Versendung solcher Gegenstände mit der Post, deren Beförderung mit Gefahr verbunden ist.

Vor Kurzem ist ein mit etwa 800 Postskücken beladener Eisen­bahn Postwagen dadurch ein Raub der Flammen geworden, daß ein wahrscheinlich mit Feuerwerkskörpern gefüllt gewesenes Packet ohne bekannte Veranlassung unterwegs explodirt ist und das Feuer sich ebenso schnell, als unaufhaltsam über die ganze Postladung verblei- tet hat. Nur zufällig günstigen Umständen verdankt der begleitende Postschaffner die Möglichkeit der Rettung seines Lebens und der be­treffende Eisenbahnzug die Beschränkung des Brandes auf den einen Wagen. Das General-Postamt nimmt aus diesem, leider nicht ver­einzelt dastehenden Vorfälle Veranlassung, wiederholt auf die Be­stimmungen im §. 11 der Postordnung vom 18. Dezember 1874 aufmerksam zu machen, wonach zur Versendung mit der Post nicht aufgegeben werden dürfen: Gegenstände deren Beförderung mit Ge-