„Mama wird auch kommen", sagte Alphons und als bald daraus ^rau von Kronheim vorfuhr und wie sie es oft that, einen traulich heitern Tag in Heimfels verlebte, schied sie mit der festen Ueberzeugung, die auch der freundliche Leser hegen kaun, daß für Tinka aus dem Vermächtniß das herrlichste Erdenglück erblüht ist.
Landwirthschaftliches.
Wie solldas Futter für Mutterschmeine beschaffen sein ?
Was das den Mutterschweinen zu.reichende Futter anbetrifft, so muß dasselbe so beschaffen sein, daß das Thier in einem mittelmäßig guten Futterzustand erhalten bleibt; denn wie bei zu knapper Fütterung die Milchabsonderung beeinträchtigt wird, so ist dies gleichfalls bei der Verabreichung von zu kräftiger Nahrung der Fall, wodurch außerdem die Fettbildung des Mutterthieres befördert, die normale Ausbildung der Frucht hingegen behindert roirD.
Kleine, magere Ferkel sind oftmals, namentlich bei den edleren Rassen, die Folge einer zu kräftigen Fütterung. Abfälle der Molkerei, Spülicht mit etwas zerkleinerten Kartoffeln und Gerstenschrot erscheinen als geeignetste Futtermittel sowohl während der Trächtig, keit, als auch nach der Geburt der Ferkel.
Dagegen ist alles gesäuerte Futter mit Ausnahme von saurer Milch — namentlich Schlempe, sowie sehr stickstoffreiche Nahrung, z. B. Erbsen, Bohnen, Saubohnen ic. zu vermeiden.
Die Futtertröge sind zur Verhinderung von Säurebildung oftmals zu reinigen und ist darauf zu achten, daß keine Hartleibigkeit oder Verstopfung bei den Mutterschweinen eintritt, welche vor und nach der Geburt der Ferkel leicht eintreten kann und wodurch eine ungesunde Beschaffenheit der Milch hervorgerufen werden kann.
Man reiche daher das Futter öfters als gewöhnlich, doch in geringeren Mengen, und sobald der Mist hart und trocken wird, saure Milch oder auch abführende Mittel z. B. Glaubersalz.
Vor allem sorge man aber für einen geräumigen, trocknen, zugfreien Stall, in welchem die Muttersau durch keinerlei Störung beunruhigt werden kann, und gebe womöglich in einem Nebenraum, in welchen die Ferkel durch eine kleine Oeffnung gelangen, den letzteren Gelegenheit, in trockenem Sande hecumzuwühlen, was auf das Gedeihen derselben ungemein wohlthätig wirkt.
Auch sonnen die Thierchen in diesem Nebeustalle nach Verlauf von etwa 14 Tagen bereits mit Gerstenkörnern und zerdrückten Kartoffeln gefüttert werden Will man, während die Ferkel noch an der Mutter saugen, auch etwas Kuhmilch verabreichen, so versäume man nicht, etwa die Hälfte an Wasser zuzusetzen, denn der bedeutende Fettgehalt der Kuhmilch der Schwelnemilch gegenüber sann gleichfalls leicht die Veranlassung zum Durchfall werden.
Sehr häufig ist der Durchfall, wie schon erwähnt, auf ungünstig gelegene Ställe und aus mangelhafte Einstreu zurückzuführen. Wie oft trifft man Ställe an, die den Zuchtsauen zugewiesen und welche der Zugluft in hohem Grade ausgesetzt sind? Wie oft sieht man die Ferkel in erbärmlicher nasser Streu, die doch öfters des TageS erneuert werden sollte, herumfrieren? —
Schlechtes, unebenes Pflaster gestattet außerdem die Ansammlung von Jauche; begierig wird diese von den kleinen Thieren wegen ihres reichen Gehaltes an Salzen ausgenommen und die Folge davon ist — unvermeidlicher Durchfall.
Vermischtes
Hamburg. Eine Vereinigung amerikanischer Viehhändler, welche bereits einen Export nach England arangirt hat, gedenkt einen Stapelplatz für amerikanisches Hornvieh in Antwerpen zu errichten, um einen Handel nach der Rheinprovinz zu eröffnen. Gleichzeitig sollen auch Unterhandlungen im Gange sein, amerikanisches Hornvieh an den Hamburger Markt zu bringen und werde die erste Sendung schon demnächst in Hamburg eintreffen. Bei einiger Rentabilität gedenke man einen solchen Transport nach Hamburg wöchentlich zu wiederholen.
Eine äußerst launige Kriegsepisode wird demPester Lloyd von seinem Korrespondenten in Folgendem mitgetheilt: Das halbe zweite und das dritte Bataillon des Regiments Nagy machte die Reise hierher (nach Brod) auf dem Dampfer „Szigeth" und auf vier Schleppern donauab- und saveaufwärts. Zwei Musikkapellen waren ebenfalls an Bord. Von der bosnischen Grenze an begann für die Fahrenden der eigentliche Krieg — da ist das linke das feindliche User, und demgemäß mußte man sich auch auf den Schiffen förmlich und so gut es ging, verschanzen. Eisenplatten wurden aufgestellt, Säcke aufgeschichtet, und die Truppen standen schußbereit an den Bordwänden, besonders als man sich Saniac näherte, wo die Insurgenten neue Schanzen aufgeworfen haben, und wo sie in langen Linien mit ihren blutroten Fahnen die Gewehre im Anschlag bereit standen, eine Salve nach den Unseren zu senden. Kapellmeister Hajek hatte mit seiner Kapelle im Verein mit der an- deren Musikkapelle früher schon wiederholt feierlich und noch öfter blos zur Zerstreuung an Bord zu thun; man passirte ja alle größeren Ortschaften mit klingendem Spiel, und man hatte den Geburts
tag des Kaisers Franz Josef unterwegs zu begehen. Jetzt wäre für ihn und die Seinen eigentlich nichts zu thun gewesen; ganz unthätig wollten sie aber doch nicht bleiben, und so markieren sie denn in sehr geschickter Weise mit den Bombardons Geschütze, indem sie bie breiten Oeffnungen, Mündungen gleich, gegen das feindliche Ufer kehrten. Die Gewehre und Bombardons in Anschlag wurde die Linie der Insurgenten passirt, in welcher die Bombardons eine solche Panik hervorriefen, daß in ihr kein Schuß fiel. So passirte die Save-Eskadre unangefochten diese gefährliche Stelle, und man lachte bis hierher und hier noch viel über die Bombardon-Batterien des Kapellmeisters Hajek, welche dem Feinde so sehr impomrten.
Halle a. S., 28. August. (Gas-Explosion in der Post) Heute früh 6 Uhr 15 Min. wurde die Nachbarschaft des am Moritzzwinger hierselbst gelegenen Postamts Nr. 3 plötzlich durch einen gewaltigen dumpfen Knall, begleitet von dem Klirren zerbrochener Fensterscheiben, erschreckt; es hatte in einem nach dem Hofe zu gelegenen und wenig benutzten Raume des gedachten Postamts ein Gas - Explosion stattgefunden. Schon mehrfach hatte die Leitung „gerochen" und war deshalb erst zwei Tage vorher reparirt worden. Trotzdem bemerkten die beiden die Lokalreinigung versehenden Post- Unterbeamten Kannegießer und Leißring auch heute früh wieder, als sie das Lokal öffneten, einen penetranten Gasgeruch. Sie öffneten deshalb Thür und Fenster und nun veranlaßte L. den K., ihm die feitet zu halten, während er selbst auf derselbe» cmporstieg, um mit einem brennenden Zündhölzchen die schadhafte Stelle des Rohres auszusuchen. Da <ah K. noch eine mächtige Flamme plötzlich von oben herabschießen. Was weiter geschah, davon wissen die Beiden nichts. Man fand sie Beide mit Brandwunden und Brandblasen an Kopf und Händen bedeckt und mit ganz versengten Kopfhaaren und Kleider schwer betäubt vor. L. stumm in eine Ecke gedrückt, K. aber auf dem Hofe in einer unter dem Fenster des Lokals liegenden Treppenvorsenkung, denn der Luftdruck hatte ihn durch das Fenster geschleudert, dessen Rahmen und Scheiben sein Körper dabei vollständig zertrümmerte. Zum Glück sind die Verletzungen Beider nicht lebensgefährlich. Bon Mobilien wurden noch in den Nachbarräumen eine Menge Fensterscheiben und eine verschlossen gewesene Thüre vollständig zertrümmert.
Breslan. (Explosion) Wie aus Antonienhütte i. Schl. gemeldet wird, explodirte daselbst am Nachmittag des 27. er., 5J Uhr, der Dampfkessel der dortigen Gottessegengrube. Drei Personen sind todt, drei Personen schwer verwundet.
Heilkraft des Bienenstichs. Die „Augsb, Abendztg." schreibt „Wir haben unseren Lesern von der Heilung eines heftigen Gichtansalles durch Bienenstich erzählt und wir sind es ihnen nun auch schuldig mitzutheilen, daß unser Patient — es war ein Brauereibesitzer aus Markt a. Jnn — seit jener Stichkur einer ungestörten Gesundheit sich erfreut. Also im Monat April wochenlang an's Bett gefesselt und nach den sieben Bienenstichen bisher zur Stunde munter und gesund. Eine weitere Bestätigung der Heilkraft des Bienenstiches gibt der inzwischen stattgesunoene Versuch zu Rettenbach in der Obcrpfalz, der vor ein paar Monaten gemacht und seitdem als wahrheitsgetreu verbürgt wurde. Der dortige Wirth G. Hirl hatte nämlich ein armes, ganz lahmes, 8 bis 9 Jahre altes Kind (Magdalena Kühn mit Namen), das nicht einmal stehen konnte, vor einiger Zeit angenommen. Nachdem alle angewandten Mittel sich fruchtlos erwiesen hatten, nahm, man auf Anrathen eines Arztes seine Zuflucht zu Bienenstichen, und siehe da, schon bald nach den ersten Stichen zeigte sich eine Besserung des Zustandes, welche nach öfteren Wiederholungen der Stiche rasch zunahm, so daß das Kind gegenwärtig nicht allein ohne Beihülfe stehen, sondern auch wie jedes andere Kind herumlausen kann und mithin eine vollständige und vielleicht auch nachhaltige Heilung angenommen werden darf.
Russische Sprichwörter. Der Wolf lud die Ziege zum Miltagmahle, allein sie lehnte ab. — Der Fuchs schläft, zählt jedoch Hühner im Traume. — Der Wolf wechselt alljährlich das Haar, bleibt immer aber ein Wolf. — Liebe, Feuer und Husten sind nicht zu verbergen. — Befreunde Dich mit einem Bären, doch behalte dabei die Axt in der Hand. — Alles ist Demjenigen bitter, der Galle im Munde hat. — Brot und Salz machen selbst die Räuber demüthig. — Ein voller Magen ist gegen alle Lehren taub. — Wer zwei Hasen jagt, wird keinen fangen. — Gott ist nie in Hast, er ist seines Zieles sicher. — Man kann dem Teufel die Thür vor der Nase zuinachen, allein er kommt zum Fenster herein. — Lobe die Ernte nicht, bis Du sie nicht in die Scheune gebracht hast. — Es ist nicht nothwendig Thoren zu säen, sie wachsen von selbst. — Mit Gott geh über das Meer, ohne ihn auch nicht über -,bie Schwelle. — Die Wahrheit ertrinkt nicht im Wasser und verbrennt nicht im Feuer. — Ein Thor kann einen Stein in einen Teich werfen und es kann sieben kluger Leute bedürfen, um ihn wieder daraus hervor zu holen. — Einer Mutter Hand bricht keine Knochen. — Viele sind bereit Rath zu ertheilen, Wenige nur Hilfe zu leisten. — Ein gutes Gewissen ist Gottes Auge, — Lügen gehen auf vermorschten Beinen einher. Wer lügt, der stiehlt auch. — Wenn Du ausgehst, bete einmal, wenn Du zur See gehst, bete zweimal, und gehst Du zum Traualtar, dreimal.
Uebertriebener Thierschutz. Eine alte Dame war derart gutherziger Natur, daß sie nicht nur ihr Bologneser Hündchen auf jede mögliche Art verhätschelte, sondern selbst dem kleinsten Thierchen uichis zu Leide thun konnte. Daß sie neben verschiedenen andern Vereinen auch der Gesellschaft für Thierschutz angehörte, brauchen wir wohl kaum erst hinzuzufügen. In den jüngsten heißen Tagen nun wurde sie von einer Fliege gepeinigt, die sich unerbittlich die Nase jener Dame als Ruhepunkt auserkor. Nach vielen vergeblichen Mühen gelang es ihr endlich die Fliege an die Wand zu verscheuchen. Vielleicht keimte nun auch in der Dame ein Gefühl der Rache auf; genug, sie rief ihre alte Dienerin herbei und befahl ihr, die Fliege zu sangen, sie zum Fenster hinaus zu werfen, derart aber — ihre Gutmülhigkeit gewann wahrscheinlich wieder die Oberhand — daß das zarte Thierchen sich kein Leids thue.
Die Dienerin haschte die Fliege und ging hinaus. Ulad) zwei Minuten kam sie zurück:
„Nun, hast Du meine Befehle ausgeführt?"
„Nein," sagte die Frau, der die Intentionen ihrer Herrin bekannt waren, „ich konnte es nicht — es regnete so sehr!"