KreisMblatt
für den
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Sonnabend den 31. August
1878.
Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.
Amtliches.
Kreis Hersfelb.
Die Herren Lokalschulinspectoren des Kreises ersuche ich inGe- mäßheit einer Verfügung der Königlichen Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Lchulsachen, zu Cassel vom 21. August c. J. B. Nr. 8065 ergebenst, über den Stand der ländlichen Fortbildungsschulen Ihrer Bezirke während des Schuljahres 1877(78 eine tabellarische Uebersicht nach Maßgabe des unten abgedruckten Schema's, eventuell eine Negativ-Anzeige, bis zum 10. September d. I. gefälligst an mich gelangen zu lassen und dabei zugleich die etwa behufs Bewilligung von Staatsbeihülfen für diejenigen Lehrer, welche aus Mitteln des Kreises oder Seitens der nachweislich unvermögenden Gemeinden im Verhältnisse zu ihren Leistungen nicht genügend remu- nerirt werden, die nöthigen Anträge einzubringen, eventl. diese Anträge in der Rubrik „Sonstige Bemerkungen" unter Angabe der von den betreffenden Gemeinden gegenwärtig zu zahlenden Staats- und Communalsteuern, sowie der sonstigen, das Erforderniß eines staatlichen Zuschusses erheischenden Verhältnisse näher zu begründen.
Hersfeld, am 29. August 1878.
Der Königliche Landrath.
8575. J. V.: Joseph, Königlicher Kreissecretair.
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Nach Weisung über die auf Grund .des §. 9 Nr. 3 des Gesetzes vom 13. Februar 1875, betreffend die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden, für die einzelnen Lieferungs-Verbände des Regierungsbezirks Cassel pro Monat Juli 1878 festgestellten Durchschnittspreise, welche für die Vergütung der nach §. 5 des citirten Gesetzes verabreichten Fourage maß- gebend sind. _
1.
2.
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Bezeichnung der Kreise,
Bezeichnung des Hauptmarkortes von dem in Co-
Durchschnittspreis nrn (S.entner
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welche einen Lieferungs-Verband
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bilden.
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Hafer
Heu.
Stroh
Verbände.
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1
Stadt- u. Landkreis Caffel, Witzenhau-
sen und Eschwege
Caffel
7
40
1
80
1
48
2
Fritzlar, Homberg und Ziegenhain
Fritzlar
7
16
2
15
1
54
3
Hersfeld
Hersfeld
7
75
1
31
1
31
4
Rotenburg und Weisungen
Rotenburg
7
50
2
—
1
50
5
Hofgeismar und Wolfhagen
Hofgeismar
7
25
2
—
1
50
6
Fulda, Hünfeld, Gersfeld u. Schlüchtern
Fulda
7
08
2
15
2
45
7
Hanau u. Gelnhausen incl. des Bezirks
Orb
Hanau
7
88
1
71
1
54
8
Marburg, Kirchhain und Frankenberg
incl. des Bezirks Vöhl
-Marburg
8
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2
—
1
50
9
Rinteln
Rinteln
8’74
2
1
75
10
Schmalkalden
^Schmalkalden
8(63
2
08
2
30
T" Gemäßheit der Nr. 6 alin. 5 der Jnstruction vom 2. September Ausführung des obengedachten Gesetzes »erden die vorstehenden Lurchschmttspreise hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht.
Caffel, am 21. August 1878.
Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.
Tagesbegebenheiten.
Berlin, 28. Aug. Der „Vofs. Ztg." berichtet man aus Gastein folgendes Nähere über die Ankunft des deutschen Kaisers daselbst: „Das war ein Jubel der Kopf an Kopf den Straubinger Platz füllenden Menge, wie wir ihn nie zuvor gehört. Da standen neben den vollzählich erschienenen Deutschen die Curgäste aus anderen Ländern, die Einwohner Gasteins mit Weib und Kind, um ihren freudigen Willkomm entgegen zu jubeln. Zum Empfange waren vor dem Badeschloß die Spitzen der österreichischen Provinzial- und Ortsbehörden, viele Personen aus der höheren Gesellschaft und das Comits der deutschen Curgäste zur Ueberreichung einer Adreffe anwesend. Die letztere, in hübscher Ausführung und mit 255 Unterschriften Deutscher aller Stände versehen, ist heute dem Hofmarschall Grafen Perponcher zur Uebermittelung an Se. Maj. zugestellt worden. Die Adreffe lautet:
Allerdurchlauchtigster, großmächtigster Kaiser und König, allergnädigster Kaiser, König und Herr!
Ew. Kaiserlich Königliche Majestät begrüßen die aus allen Gauen des Deutschen Reiches hier Weilenden in ehrfurchtsvoller Freude, daß der geliebte Kaiser bei vorgeschrittener Genesung wieder in gewohnter Weise das Gasteiner Thal zu besuchen vermochte. Wir hoffen zu Gott, das Ew. Majestät in der Luft der Alpen und an den Waffern, die aus geheimnißvoller Tiefe aufquellen, wieder die volle Kräftigung erlangen werde, das große Reich, das in Ew. Majestät sich persönlich darstellt, in der Erinnerung großer Thaten noch lang in Frieden zu regieren. Ew. Majestät rc.
Berlin, 28.August. Bei den Brauereibesitzern circulirt gegenwärtig eine Adresse an den Reichstag, welche bereits von einigen zwanzig namhaften Firmen unterzeichnet ist. In derselben wird petionirt um die gesetzliche Feststellung des Begriffs'„Bier" als eines Gebräues von Hopfen und Malz; sollten andere Surrogate zur Mischung zugelaffen werden, so sollen sie einer hohen Besteuerung unterliegen.
Berlin, 28. August. Ueber den Gesundheitszustand Nobi- lings findet man in den Zeitungen widersprechende Angaben. Nach den neuesten Mittheilungen hat sich Nobilings körperlicher Gesundheitszustand, obwohl die Kopfwunde noch nicht ganz geheilt, derartig gebessert, daß er alle Nahrung mit einem nicht zu verkennenden Appetit zu sich nimmt und seit einigen Tagen unter Aufsicht von Gefängnißbeamten in dem an der Spree gelegenen Garten der Stadtvoigtei Spaziergänge unternimmt. Sein Zustand ist derart, daß eine Vernehmung wohl bald möglich sein wird.
Burg, 26. August. In den letzten Tagen ist hier, der „Mag- deb. Ztg." zufolge, die Trichinose aufgetreten. Bereits II Erkran- kungsfälle sind constatict, die sich sämmtlich auf den Genuß von rohem gehacktem Schweinefleisch zurückführen lassen. Zufälligerweise ist dieses in demselben Geschäft getauft, welches vor ca. 15 Jahren Veranlassung dazu gab, daß man die Trichine als Parasiten des Menschen überhaupt entdeckte, ihr wenigstens eine größere Aufmerksamkeit schenkie. Damals forderte die Epidemie viele Menschenleben. Die gegenwärtigen Erkrankungen sollen sämmtlich nicht gefährlich sein.
Mainz, 16. August. Der „Mainz. Anz." schreibt: „Ein großartiger Betrug, wie er vor einer Reihe von Jahren auch in einem Hause auf der Gaugaffe zum Nachtheil Der „Badischen Gesellschaft für Gasbeleuchtung" konstatirt wurde, ist kürzlich in einem Hause auf der Augustinerstraße ebenfalls nachgewiesen worden. Bei der Reparatur der Gasuhr entdeckten die Arbeiter, daß vor der Ujr ein Gasrohr an die Hauptleitung angebracht war, aus welchem eine Reihe von Flammen in den Geschäftsräumen eines dort wohnenden Handelsmannes gespeist wurden. Diese Manipulation wurde schon