H
smis
für den
Krcls
J^ 63» Mittwoch den 7. August 1878«
Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei btn Postanstalten kommt der Postausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.
Amtliches.
Kreis Hersfelk.
Cassel, den 29. Juli 1878.
Im Anschluß an unsere Bekanntmachungen vom 1. Mai und 24. Juni c. Amtsblatt S. 94 und S. 152 machen wir Sie darauf aufmerksam, daß sämmtliche Bezirkshebammen spätestens binnen Jahresfrist den Bestimmungen des Herrn Minister der geistlichen Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten gemäß unter Zugrundelegung des neuen Hebammenlehrbuchs den jährlichen Nachprüfungen unterzogen werden sollen und bis dahin auch im Besitze des neuen Hebammenlehrbuchs fein müssen. Die Anschaffung desselben liegt den Hebammenbezirken ob. Um diesen den Vortheil der von der Verlagsbuchhandlung bewilligten Preisermäßigung zu sichern, sind wir bereit, die erforderliche Anzahl von Exemplaren des neuen Heb- ammenlehrduchs direct zu beziehen und Ew. Hochwohlgeboren zur Vertheilung an die Bezirkshebammen gegen Einsendung des Kostenbetrags abzugeben.
Ew. Hochwohlgeboren veranlassen wir hiernach, uns bis zum Schluffe des Monats September c. zu berichten ob und welche Heb- ammenbezirke das qu. Hebammenlehrbuch zu den ermäßigten Preise von 3,80 M. durch unsere Vermittelung zu beziehen wünschen.
Königliche Regierung, Abtheilung des Innern. Althaus, i. V.
An sämmtliche Königliche Landräthe rc.
*
Hersfeld, den 5. August 1878.
Wird den Herren Bürgermeistern und Ortsverwaltern des Kreises unter Bezugnahme auf die in Nr. 39 des Kreisblattes enthaltene Verfügung der Königlichen Regierung vom l.Mai 1878 zur Kennt- nißnahme, Eröffnung an die Hebammen und zum Bericht bis zum 20. d. M. mitgetheilt.
7828.__Der Königliche Landrath Freiherr v on B roich.
Hersfeld, den 5. August 1878.
Die Herren Bürgermeister, welche mich namens der betreffenden Gemeinden ermächtigt haben, den Ankauf der erforderlichen Feuerspritzen zu bewirken, dient zur Nachricht, daß die Bestellungen bei den bezüglichen Spritzenfabrikanten erfolgt sind und die Lieferung der Spritzen bald zu erwarten ist.
Die Herren Bürgermeister und Ortsverwalter, welche die des- halbigen Berichte überhaupt noch nicht erstattet haben oder welchen die erstatteden Berichte zurückgesandt worden sind, haben die Sache noch bis zum 15. d. Mts. zu erledigen — conf. meine Verfügungen vom 9. Juli 1878 Nr. 6761 und vom 27. deff. Mts. Nr. 7461 in den Nrn. 55 und 60 des Kleisblattes. —
7826. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Hersfeld, den 3. August 1878.
Diejenigen Herren Bürgermeister des Kreises, welche mit Erledigung der ihnen unterm 7. Juni c. ad Nr. 5429 und 5430 durch Circular zugefertigten Remsions- Erinnerungen über die Stempel- Verwendung bis heute noch nicht erledigt haben, werden hieran bis zum 10. d. Mts. bei Strafe erinnert.
7149. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
~ Hersfeld, den 2. August 1878.
Die Herren Ortsvorslände der Stadt- und Landgemeinden des Kreises (selbstverständlich auch die Herren Ortsverwalter) haben mir bis zum 20. d. Mts. zu berichten, wie viel Zugvieh (Pferde, Ochsen rc.) in ihren Gemeinden rc. vorhanden ist, und zwar sind die einzelnen Gattungen getrennt aufzuführen.
7768. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Für den Handlungsgehülfen Wilhelm Heß von Hersfeld ist um Entlastung aus dem Unterthanen-Verbande behufs Auswanderung nach Amerika nachgesucht worden.
Hersfeld, am 3. August 1878.
7749. ___ Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Hersfeld, den 3. August 1878.
Die Ortspolizeiverwaltungen und die Königl. Gendarmerie des Kreises werden benachrichtigt, daß durch Beschluß des Königlichen Kreisgerichts zu Eisleben vom 27. Juni 1878 auf Grund ber §§. 166. 95. St. G. B's. die Beschlagnahme der in Leipzig erscheinenden Zeitung „Vorwärts", Centralorgan der Socialdemokraten Deutschlands, in Form eines Flugblattes zur Veröffentlichung gelangten Druckschrift „Anti-Syllabus" ausgesprochen ist.
7746. Der Königliche Land rath Freiherr von Broich.
Cassel, 3. August 1878.
Bei dem Postamte in Großenlüder wird am 6. August d. I. eine Telegraphenanstalt in Wirksamkeit treten.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector Vahl.
Tagesvegebeilheltem-Äs.-^-
Homburg v. d. Höhe, 3. August. Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz und dessen Familie erfreuen sich des besten Wohlbefindens und unternehmen trotz des Regenwetters häufige Spaziergänge und Ausfahrten nach dem Taunusgebirge.
Berlin, 3. August. Nachdem der Meuchelmörder Nobi- ling so weit hergestellt war, daß er derLazarethgehülfen der königl. Charite nicht mehr bedurfte, übernahmen die Wärter und resp. Krankenpfleger der Lazarethstation der königl Stadtvoigtei, Zeller und Koch, die Abnahme resp. Anlegung der nöthigen Kopfverbände bei dem Verbrecher. — Der noch nicht definitiv angestellte Gefangen- wärter Koch, ein höchst penibler, gewissenhafter und pflichtgetreuer Beamte, hatte am Freitag Abend etwa gegen 9| Uhr dem Dr. No- biling den üblichen Nachtverbano anzulegen. Bei dieser Gelegenheit wußte Nobiling, als Koch sein Verbandszeug zusammenpackte, sich unbemerkt einer kleinen Verbandsscheere desselben zu bemächtigen, die er geschwind dem äußerst vorsichtigen Beamten stahl und unter seiner Bettdecke versteckte. Koch hatte kaum die Zelle des Verbrechers hinter sich, als er, wie von einer bösen Ahnung ersaßt, noch einmal sein Verbandszeug nachsah und sofort den Verlust der Scheere bemerkte. Schnell schloß er die Zelle wieder auf und fand daselbst zu seinem Schrecken, daß Robiling mit derselben bereits den Versuch gemacht hatte, sich die Pulsader zu öffnen. Das Blut träufelte bereits hervor, doch der Beamte that sofort alles Mögliche, jede Gefahr zu beseitigen. Nobiling hatte sich bei dessen Eintritt so gestellt, als sei nichts vorgefallen und die Hände und Scheere unter die Bettdecke gehalten. Doch schnell begriff der Beamte die Situation und entdeckte die That des Verbrechers und Selbstmörders. Nobiling meinte, als er sich entlarvt sah: „Wäre Koch ihm nicht wie ein Spürhund auf tue Finger gewesen, er hätte längst Hand an sich selbst gelegt." Nobilings Verwundung ist eine leichte und werden ihn nunmehr angelegte Handschellen von weiteren Selbstmordversuchen wohl abhalten. Jedenfalls beweist diese That, daß Nobiling seinen Verstand zurückerlangt hat.
Tep litz, 5, August. Das Befinden Sr. Majestät des deutschen Kaisers, welcher bis jetzt 4 Thermalbäder und 6 Hand-Moorbäder genommen hat, ist fortdauernd ein sehr befriedigendes. Heute hat der Kaiser wiederholt mehrere Worte mit der rechten Hand gut lesbar zu schreiben vermocht.
Teplitz, 5. August. Der Kaiser von Oesterreich trifft übermorgen früh 8 Uhr mit der Aussig-Teplitzer Bahn mit dem General-