Einzelbild herunterladen
 

^F 24

Sonnabend den 23. März

1878.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabend. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

Amtliches.

Kreis Hersfelk.

Am 15. April d. J. findet in Hersfeld eine Ausstellung und Prüfung von Spritzen der nachstehenden Kategorien statt:

A. vierräderige Wagenspritzen mit Saugwerk, zweistrahlig, zum un­gefähren Preise von 1200 bis 1500 Mark;

B. vierräderige Wagenspritzen mit Lmugwerk, zweistrahlig, zum un­gefähren Preise von 1000 bis 1100 Mark;

C. vierräderige Wagenspritzen ohne Saugwerk, einstrahlig, zum un­gefähren Preise von 600 bis 700 Mark;

D. zweiräderige Karrenspritzen, zum Abheben eingerichtet, ohne Saugwerk, einstrahlig, zum ungefähren Preise von 350 bis 400 Mark;

E. Butten- und Krückenspritzen zum ungefähren Preise von 50 bis 100 Mark.

Sämmtliche Spritzen werden von anerkannt gut renommirten Fabriken ausgestellt und von einer Commission von Sachverständigen geprüft werden.

Durch diese Ausstellung wird auch Gemeinden aus anderen Kreisen Gelegenheit gegeben, sich gutwirkende und preiswürdige Spritzen anzuschaffen.

Die Kosten für die anzuschaffenden Spritzen werden von den betreffenden Gemeinden, falls dieselben die dazu erforderlichen Geld­mittel nicht parat haben, am besten durch Erborgung eines Darlehns aus der Landeskreditkasse, das neben der jährlichen Verzinsung mit 1 pCt. abzutragen ist, beschafft werden.

Gaffel am 8. März 1878.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Hersfeld, den 22. März 1878.

Die vorstehende Bekanntmachung der Königlichen Regierung zu Caffel wird mit Beziehung auf meine Bekanntmachung vom 21. Februar D. I. Nr. 2008 in Nr. 16 des Kreisblattes mit dem Be merken veröffentlicht, daß den Herren Bürgermeistern, Mitgliedern der Gemeindebehörden, Brandmeistern und deren Stellvertretern, auch Mitgliedern der Feuerwehren Zutritt zu der Prüfung gestattet werden wird. Dieselben müssen sich jedoch als solche legitimiren können. , ~

3097. Der Königliche Landrath Freiherr von Brorch.

Unter Bezugnahme auf §. 29 der Schulordnung für die ehe­malige Provinz Fulda vom 2l. Juni 1853, wonach die Schulzimmer jedes Jahr geweißt werden müssen, gebe ich den Herren Orts- vorständen der ländlichen Ortschaften des Kreises, in deren Gemein­den sich Schulen befinden, auf, mir bis zum 10. Mai d. I. zu berichten, daß diese Weißung für das laufende Jahr stattgefnndeu hat. Zur Vermeidung von «Störungen im Unterricht wird es iid) empfehlen, das Weißen, wenn es nicht bereits bewirkt sein sollte, während der diesjährigen Osterferien vornehmen zu lassen.

Zugleich erwarte ich, daß die Herren Ortsvorstände bezüglich der Reinigung der Schulräume (einschließlich des Hausflurs bezw. der Treppe, und der Aborte) genau nach Der Vorschrift in meinem Ausschreiben vom 27. November 1876 Nr. 9574 (Kreis­blatt Nr. 96) verfahren, damit ich bei den Revisionen Ausstellungen in dieser Hinsicht nicht zu machen brauche.

. Hersfeld, am 20. März 1878.

3079. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich. Kreisphysikat Hersfeld. Hersfeld, den 21. März 1878.

Ich ersuche Königliches Landrathsamt ergebenst, die betreffen­den Herrn Bürgermeister veranlassen zu wolle», die nachfolgenden

Personen zum Beginn des microscopischen Unterrichts auf Freitag den 29. März, Mittags 2 Uhr in das Gasthauszum Stern" vor- zuladen.

1) Johannes Battenberg zu Frielingen, 2) Gutberiet, Bürger­meister zu Wippershain, 3) Schmidt, Bürgermeister zu Allendorf, 4) Fink, Jacob zu Gershausen, 5) Kehl, Förster in Goßmanns- rode, 6) Boß, Heinrich in Hattenbach, 7) Gast, Adam in Holzheim, 8) Herwig, Heinrich in Kemmerode, 9) Dörr, Adam in Kerspen- hausen, 10) Kipphen, Joh. in Kerspenhausen, 11) Boß, Friedrich in Kirchheim, 12) Braun, Caspar in Kleba, 13) Becker, comm. Bürgermeister in Kruspis, 14) Baupel, Adam in Reckerode, 15) Schäfer, Philipp in Mengshausen, 16) Schwarz, Lehrer in Nie- derjossa.

Dr. Ahlb orn, KreisphysikuS.

* *

Die betreffenden Herren Bürgermeister haben nach dem vorste­henden Ersuchen das Nöthige zu besorgen.

Hersfeld, den 23. März 1878.

3108. _ Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Gesunden: ein Zollstock.. 'Meldung des Eigenthümers bei dem Ottsvorstand zu Sorga.

Bekanntmachung.

In Münchhausen und Schmalnau sind am 21. März d. I. mit der Ortspostanstalt vereinigte Fernsprechämter eröffnet worden.

Caffel, den 21. März 1878.

Der Kaiserliche Ober-Postdtrector.

Tagesbegebenhelten.

Paris, 21. März. Mit dem russisch.türkischen Friedensvertrage ist hier gleichzeitig die Nachricht eingetroffen, daß zwischen Großbri­tannien und Rußland eine Einigung erzielt worden ist und daß dem Zusammentritte des Kongresses nichts entgegensteht.

Petersburg, 20. März. In Betreff der Vorbedingungen für den Kongreß ist zwischen England und Rußland eine Verständigung eingetreten, so daß die Vorkonferenz überflüssig geworden ist und dem Zusammentritt des Kongresses nichts entgegensteht.

Konstantinopel, 20. März. Die Ankunft Osman Paschas steht für nächsten Montag bevor, derselbe wird in Begleitung Reouf Paschas zurückkehren und soll mit großen Ehren empfangen werden.

Ueber den, auch von uns in vor. Nr. d. Bl. gemeldeten, Raubmord in der Nähe von F ü r st e n w a l d e bringt dasBerl. Tageblatt"folgende, demFürstenwalder Wochenblatt" entnommene, Berichtigung:Ein grauenhafter Mord ereignete sich am Sonntag Mittag auf der Straße nach Berkenbrück, in der Nähe der Paschkeschen Försterei, und erfährt man darüber Folgendes: Der Handelsmann Fröhlich aus Neu- Madlitz war am gedachten Tage Vormittags hier anwesend, um Einkäufe an Kaffee, Zucker rc. zu machen, wobei er sich auch eine 1000 Marknote beim Kaufmann Fähndrich einwechselte, um damit eine Zahlung abzumachen. Mittags zwischen 1 und 2 Uhr fand man den Fröhlich im Walde bei Berkenbrück erschlagen, in der Nähe sein 16jähriger Sohn, mit Wunden am Kopfe und stark blutend. Neben dem Erschlagenen lag ein abgebrochener starker Fichtenknüppel, welcher blutig war. Man glaubte anfänglich, der eigene Sohn des Fröhlich sei der Mörder, doch klingt dies schon aus dem Grunde höchst unwahrscheinlich, weil derselbe derartig mißhandelt, daß er unfähig ist, über den Borfall nähere Angaben zu machen. Der Waaren war Fröhlich zwar beraubt, die 1000 Mal knote fand man aber noch in seiner Tasche vor. Hiernach ergiebt sich, daß Die