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und hielt es für ein Spielzeug und behandelte es als ein Spielzeug, daß er zerbrach, das Glück."
„Helene!" rief er schmerzbewegt, „Sie sind unglücklich, und ich — ich wußte Nichts davon. — Gebieten Sie über mich, Helene, ich gehöre Ihnen mit Leib und Seele, — Helene, ich liebe Sie, ich bete Sie an!" er sank vor ihr nieder —
Da klopfte es leise an der Thür. Grieben erhob sich rasch aus seiner knieenden Stellung und trat einen Schritt zurück. Helene war bemüht die Spuren ihrer Thränen zu verwischen. Die Thür sprang auf, Niendorf trat mit einem verbindlichen Lächeln ein. Er hatte die Entreethür nur angelehnt gefunden, das Mädchen war nicht im Vorzimmer Er schritt lautlos über den Teppich hinweg. Er hörte Griebens Stimme und lauschte. Ein höhnischer Zug spielte um seinen Mund. Er bückte sich und näherte sein Auge dem Schlüsselloch, er sah Grieben vor Helene knieen. „Zur guten Stunde," murmelte er und klopfte rasch.
„O, diese leidigen Geschäfte!" rief er seufzend, als er die Anwesenden begrüßt, indem er sich in einen Fauteuil sinken ließ, „oh meine Nerven! Ich bin erschöpft, und doch war mein Verlangen, Ihre schönen Augen zu sehen, Cousinchen, so groß, daß ich ihm nicht widerstehen konnte. Ich fand das Vorzimmer geöffnet, Ihr Mädchen nicht anwesend, und so blieb mir Nichts übrig, als unangemeldet einzutreten — Verzeihung, schönste Cousine!"
Helene fiel eS schwer, ihre Verwirrung zu bemeistern. Sie benutzte daher den Vorwand, nach der Dienerin zu sehen, um sich aus dem Zimmer zu entfernen.
Sobald sie den Rücken gekehrt, erhob isich Niendorf und trat dicht vor Grieben, seine Züge veränderten sich auffallend.
„Die Gegenwart der Dame allein," sprach er kalt, hat mich abgehalten, Sie zur Rechenschaft zu ziehen, — ich war Zeuge des vorangegangenen Auftritts. -"
„Ah, Sie haben gelauscht," brauste Grieben auf.
KZ „Gemach, junger Herr, der Zufall führte mich im geeigneten Augenblick hierher, um mich zu überzeugen, daß Sie mein, Ihnen leider zu schnell geschenktes Vertrauen mißbrauchen — Sie sind ein Elender, mein Herr!"
„Herr, das fordert Genugthuung!"
„Sie sehen mich bereit, sie Ihnen zu gewähren, ich verlange darnach, und zwar auf der Stelle; ich wollte Sie beschimpfen, um Sie dazu zu zwingen — nach dem was ich gesehen, gehört, hat die Erde nicht mehr Raum für uns Beide, — Einer muß verschwinden!—"
„So wählen Sie die Waffen."
„Meine Cousine darf Nichts von dem erfahren, was zwischen uns vorgefallen, deshalb wähle ich das amerikanische Duell. Losen wir — wen das LooS trifft, hat bis Morgen Mittag seinem Dasein ein Ende zu machen."
„Einverstanden."
Niendorf griff in die Brusttasche und zog daraus ein Stück Papier. Er riß er in zwei Theile uti reichte eines dann seinem Gegner. „Schreiben Sie Ihren NaMn darauf," — sie schrieben Beide — „meine Cousine, die durch Me beschimpft worden —"
„Mein Herr!" brauste Grieben auf.
„Frau von Fries soll mit ihrer Hand entscheiden." Niendorf nahm den von Grieben beschriebenen Zettel in Empfang.
In demselben Augenblick trat Hel Ruhe wieder gewonnen, wenigstens äu gerufen, Cousinchen," wandle sich Nien Unsere göttliche Etelka Gerstner, die unser l gewonnen, zur Begeisterung hingerissen, letzten Mal hier auf. Mit Mühe habe i die letzten. Ich habe unsern Freund Grieben gebeten ten. In seiner übergroßen Bescheidenheit hat er es abK darob ist es zwischen uns zum Streit gekommen. Sie sollen schlichte«, Helene, indem sie das entscheidende LooS ziehen. te, liebe Cousine, ergreifen Sie eines dieser beiden Blätter." Er hielt ihr die beiden beschriebenen Stücke Papier entgegen. Sie -faßte eine- derselben.
„Nun, Cvusinchen, wer ist der Glückliche?"
„Grieben lese ich auf dem Papier." Ihr Blick suchte den Genannten. Er schaute ernst vor sich hin.
„Ich gratulire, Freundchen," wandle sich Niendorf an ihn. Grieben machte eine Anstrengung, feierten etwas Schmeichelhaftes zu sagen. Die Worte klangen gezwungen und hatten durchaus Nichts von einer freudigen Erregung an sich.
Helene warf die beiden Papiere in den Kamin. Niendorf leitete die Unterhaltung auf gleichgültige Gegenstände. Grieben zwang sich umsonst, heiter oder doch unbefangenzu erscheinen. Er hatte etwas Düsteres in seinem Wesen, das seiner fröhlichen Natur sonst nicht eigen war. Helene entging es nicht.
Grieben machte Miene aufzubrechen, auch Niendorf ergriff seinen Hut. Die Herren empfahlen sich. Auf der Straße schieden sie mit einer förmlichen Verbeugung.
Als sich Helene allein sah, mußte sie das Erlebte noch einmal überdenken. Griebens düsteres Schweigen contrastirte seltsam gegen seine vorherige Erregung. Unwillkürlich trat sie an den Kamin, das Feuer war längst erloschen gewesen, die beiden Papiere lagen unversehrt darin. Sie betrachtete sie — sie erschrack; auf beiden las sie den Namen Grieben. Eine unheimliche Ahnung von etwas Fürchterlichem stieg in ihr auf; sie wußte nicht warum, aber ihr Herz zitterte unter dem Vorgefühl einer Gefahr für den Geliebten.
Sollte Niendorf, den sie ganz anders zu beurtheilen angefangen, seit er neben den offenen, geraden Grieben getreten, etwas gegen Letzteren im Schilde führen? Sie verschloß die beiden Papiere in ihrem Schreibsekretair.
Grieben schritt, als ihn Niendorf verlassen, ziellos weiter. Was war geschehen, wie war es gekommen, war es nur ein Traum? Vor wenig Stunden noch glückes- und hoffnungsvoll, war er jetzt nur noch eine wandelnde Leiche. Nur noch eine Nacht und ein halber Tag gehörten sein, dann war es vorüber mit Leben und Liebe und er versank in das Nichts zurück. Was hatten HelenenS dunkle Andeutungen zu bedeuten? Wie war es möglich, daß ihm aus dem Freunde ein grausamer Feind Entstehen konnte, der ihn beschimpfte und in einen, schimpflichen Verdacht nach sich ziehenden Tod stieß, der der Welt als ein Selbstmord gelten würde? Helene, die er zurücklassen mußte, ohne rhr eine Aufklärung zu geben, seine armen, alten Eltern, deren einziges Kind, deren Stolz er war, traten vor seine Seele.
(Fortsetzung folgt.)
Die verehrlichen Mitgli^^Wes land- wirthschaftlichen ÄreilütreineBersfeld sowie alle Freunde der Jandwirthschaft werden hiermit ergebenst unter Hinweis auf unten abgedruckte Tagesordnung zur Aus- schubsitzung am
Montag den 7- Januar 1878 Nachmittags 3 Uhr in das Stein'sche Gasthaus zu Nieder- anla eingeladen.
WilhelmShof, den 27. Dezember 1877.
Der Mu-fchußvorst-h-r:
F. Oldenburg.
Tagesordnung: l) Geschäftliches,
2) Läßt sich für den ganzen Kreis Hersfeld eine besondere Rindviehrace zur Zucht empfehlen, oder sind verschiedene anzu- streben? und welche? und wo? eingeleitet von Herrn Bippart — Hermannshof und Braun — Oberrode.
3) DiScussion über das Feuerlöschwesen auf dem platten Lande, eingeleitet von Herrn Oldenburg.
Anzeigen.
4) Errichtung einer Fohlenweide im hiesigen Kreise. Referenten Herr P. Heil — Hersfeld und Kreirthierarzt Fürer.
5) Ueber die Resultate beim Anbau der verschiedenen Kartoffelsorten im Kreise, eingeleitet durch Herrn Sundheim — Eichhof.
Zum Verlaufe des auf den Namen deS Bäckers Gustav Pforr und dessen Ehefrau Elisabeth geb. Schüßler da- hier katastrirten Grundeigenthums, als: A. 668. 2 A. 37 OMtr. Wohnhaus mit Backofen, Hofraum, Hausgarten,
1 „ 00 „ Scheuer u. Stall sämmtlich gelegen in der Stadt und Gemarkung Hersfeld ist erster Termin auf den 2. Januar 1818
eventuell zweiter auf den 9. Januar 1878 jedesmal Vormittags .von n bis 12 Uhr
an Gerichtsstelle anberaumt worden. Hersfeld, am 8. Dezember 1877. Königliches Amtsgericht, Abth. II. ISrael.
▼t. Beck.
Mittwoch den 2. Januar k. J.
von Vormittags 10 Uhr an sollen in der Wohnung der Frau Witwe Kirms in der oberen Frauenstraße:
1 Kleiderschrank, 1 Küchenschrank, 1 Komode mit Glasschrank, Bettstellen, 1 Waschmasck-ne und sonstige Haus- Geräthe, Mner fertige Rinviederne Schuhe, sowie verschiedene Herrenklei- dungsstücke, worunter ein Ueberzieher, öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden.
Adressen sub H 603 beförder bert Eickin Nordhausen. (
Eine No Branntweinb wünscht für den,Verkauf einen soliden, gewandten als Vertreter.