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Lesen, Schreiben und Rechnen, deutsche Sprache, M^von Dienstschreiben, militairische Rechnungsführung, ^^^^^^^^WWMMplanzcichncn und Gesang.

Mischen Uebungen bestehen in Turnen, Bajonettfechten und

Muffenthalt in der Unteroffizier-Schule an und für sich gibt den W^^WWRn keinen Anspruch auf die Beförderung zum Unteroffizier. Solche ^änDRediglich von der guten Führung, dem bewiesenen Eifer und der er­langten Dienstkenntniß des Einzelnen ab. Die vorzüglichsten Freiwilligen werden bereits auf den Unteroffizier-Schulen zu überzähligen Unteroffizieren befördert und treten bei ihrem Ausscheiden in die Armee sogleich in etats- mäßige Unteroffiziersteilen.

t 4) In Bezug auf die Vertheilung der ausscheidenden jungen Leute an die L,' Truppentheile ist in erster Linie das Bedürfniß in der Armee maßgebend, in zweiter Linie sollen die Wünsche der Einzelnen in Betreff der Ueberweisung zu einem bestimmten Truppentheile nach Möglichkeit berücksichtigt werden.

5) Die Füsiliere der Unteroffizier.Schulen stehen wie jeder andere Soldat des activen Heeres unter den militairischen Gesetzen und haben beim Eintritt den Fahneneid zu leisten.

6) Der in die Unteroffizier-Schule Einzustellende muß mindestens 17 Jahre alt sein, darf aber das 20,re Jahr noch nicht vollendet haben.

Der Einzustellende muß mindestens 1 Meter 57 (Zentimeter groß, voll­kommen gesunv und frei von körperlichen Gebrechen und wahrnehmbaren An­lagen zu chronischen Krankheiten sein, auch nach Maßgabe seines Alters so kräftig und gesund erscheinen, daß er die begründete Aussicht gewährt, bis zum Ablauf seiner Dienstzeit in der Unteroffizier-Schule vollkommen brauchbar für den Kriegsdienst zu werden.

7) Er muß sich tadellos geführt haben, lateinische und deutsche Schrift mit einiger Sicherheit lesen und schreiben können und die ersten Grundlagen der Rechnens mit unbenannten Zahlen kennen.

8) Der Eintritt in eine Unteroffizier-Schule kann nur dann erfolgen, wenn sich der Freiwillige zuvor verpflichtet, nach erfolgtet Ueberweisung aus der Unteroffizier-Schule an einen Truppentheil noch vier Jahre activ im Heere zu dienen.

9) Der Einberufene muß mit ausreichendem Schuhzeug, 2 Hemden und mit 6 Mark zum Ankauf der nöthigen Geräthschaften zur Reinigung der Aus­rüstung und Bekleidung versehen sein. Im Uebrigen ist die Ausbildung kostenfrei; die Füsiliere der Unteroffizier-Schulen werden bekleidet und ver­pflegt, wie jeder Soldat der Armee.

10) Wer die Aufnahme in eine Unteroffizier-Schule wünscht, hat sich bei dem Landwehr-Bezirks-Commando seines Aufenthaltsorts, oder bei einem der Commandos der Unteroffizier-Schulen in Potsdam, Jülich, Biebrich, Weißen - fels oder Ettlingen unter Vorzeigung eines von dem Civil-Vorsitzenden der Ersatz-Commission seines Aushebungsbezirks ausgestellten Melde-Scheins per­sönlich zu melden.

11) Ist die Prüfung im Lesen, Schreiben und Rechnen, sowie die ärzt­liche Untersuchung günstig ausgefallen, so ist zunächst die Berpfiichtungs-Ver- Handlung über die vorgeschriebene längere active Dienstzeit (s. unter Nr. 8) auszunehmen. Diejenigen Freiwilligen, welche sich bierect bei einer der Unter­offizier-Schulen zum Eintritt gemeldet haben, können dort, bei vorhandener Vacanz, sogleich eingestellt werden, andernsalls wird denselben von den Un- terosfizier-Schulen ein Annahmeschein ertheilt.

Diejenigen Freiwilligen, welche bei einem Landwehr-Bezirks-Commando den freiwilligen Eintritt nachgesucht haben, erhalten durch dessen Vermittelung den Annahmeschein von der Unteroffizier-Schule, welcher sie zugetheilt wor­den sind.(Schl. f.)

Berlin W., den 23. Dezember 1877.

Bekanntmachung.

Einführung der WorttarifeS im telegraphischen Verkehr mit Frankreich.

Vom 1. Januar 1878 ab wird im telegraphischen Verkehr mit Frankreich der Worttarif eingeführt werden.

Bei den deutschen Telegraphenanstalten wird für daS gewöhn» liche Telegramm auf alle Entfernungen eine Worttaxe von M. 0,16 für das Wort zur Erhebung gelangen. Bei den nach Algier (oder Tunis) gerichteten Telegrammen tritt dieser Taxe eine ZuschlagSge- bühr von M. 0,12 für jedes Wort hinzu.

Bezüglich der Abrundung der Erhebungssätze gelten die allge­meinen Bestimmungen.

Der General-Postmeister. Stephan.

Zur Zahlung der pro term. den 31. Dezember d. J. fälligen Zinsen und Kapitalabträgen von aus der Landeskredilkaffe erborgten Darlehen sind die Tage vom 7. bis incl. den 11 und vom 14. bis incl den 16. Januar 1878 von Morgens 8—12 und von 2—4 Uhr anher bestimmt, und zwar;

den 7. Januar für die Gemeinden Aua, Obergeis, Untergeis, Allmershausen, Heenes, Gittersdorf und Kalkobes,

den 8. Januar für die Gemeinden Bledebach, Tann, Rohrbach, Reilos, Friedlos, Meckvach und Mecklar,

den 9. Januar für die Gemeinden Kathus, Sorga, Petersberg, Wippershain, Sieglos, Eura, Rotensee, Oberhaun und Unterbaun,

den 10. Januar für die Gemeinden Ober- und Unterstoppel, Kruspis, Holzheim und Stärklos,

den 11. Januar für die Gemeinden Niederaula, Mengshausen, Kleba und Solms,

den 15. Januar für die Gemeinden Kirchheim, Rotterterode, Kemmerode, Reckerode, Gershausen, Reimboldshausen u.Goßmannsrove.

den 16 Januar für die Gemeinden Frrelingen, Allendorf, Gers­dorf, Heddersdorf, Willingshain, Niederjoffa und Hattenbach.

Die Herren Ortsvorstände wollen dieses in Ihren betreffenden Gemeinden mit dem Bemerken öffentlich bekannt machen lassen, daß

es zur Erleichterung und Ersparung der Wege seitens der Zahler zweckmäßig sei, wenn in jeder Gemeinde von den Pflichtigen eine Person, etwa der Gelderheber, gewählt werde, der die Beträge von den einzelnen Pflichtigen in Empfang nehme und im Ganzen anher abliefere. Hersfeld, am 15. Dezember 1877.

Königliche Steuerkasse WiSkemanjn.

Tagesbegebenheiteil.

London, 27. Dezember. Der „Standard" meldet, daß die Russen und die Serben unter General Horvatowich sich bei St. Ni» cholas vereint haben. — Zufolge der Einnahme Akpalankas ist die Festung Nisch vollständig abgeschnitten — Der „Daily Telegraph" meldet: das Seraskierat entwickelt eine ungeheure Thätigkeit. Die Pforte unternimmt alle Anstrengungen, um den Weg nach Konstan- tinopel zu vertheidigen. Widdin ist gut verproviantirt und wird für uneinnehmbar gehalten; der Pirotpaß ist stark verschanzt. — Der Versuch zu einer Mediation wird in Stambul als fehlgeschlagen betrachtet.

Wien, 27. Dezember. Die „Presse" meldet aus Cetttnje: Die Montenegriner erstürmten am Dienstag ein verschanztes Türken­lager zwischen Bojana und Duleigno, sie verjagten die Türken in wilder Flucht und eroberten Proviant- und MunitionSmaffen, zwei Fahnen, machten viele Gefangene und verbrannten zwei türkische Schiffe. — Aus Belgrad wird gemeldet: Die Serben nahmen nach erbittertem Kampfe Pirol und Leskowatz ein. Die Belagerung Widdins ist bevorstehend.

Bukarest, 27. Dezember. Gestern Nachmittag 4 Uhr traf Osman Pascha hier ein. Derselbe blieb, da er von der Reise und durch die Schmerzen seiner Wunde angegriffen war, bis 6 Uhr im Eisenbahnwaggon und wurde dann auf einer Tragbahre per Schlitten nach dem Hotel Broft übergeführt. Osman Pascha wird hierselbst einige Tage verweilen. Wie bte Petersburger Journale melden, würoe Osman Pascha die Stadt Moskau zum Aufenthaltsorte an» gewiesen werden.

— Vom asiatischen Kriegsschauplatze wird die vollendete Umschließung ErzerumS bestätigt. Am 21. d. MtS. besetzten die russischen Vorposten die Dörfer Kelschk, Tofta, Gins, Tuwantscha u. Zitiwok. Bei der Besetzung von Tuwantscha fand ein Geplänkel zwischen Kosaken und russischer Infanterie einerseits und türkischer Kavallerie andererseits statt, welche letztere sich in der Stärke von etwa 500 Mann in dem felsigen Terrain verborgen gehalten hatte.

— Der unter dem Flügelabjutanten Baranoff stehende Dampfer „Rußland" wurde am 26. dS. zum Kreuzen im Bosporus nach Pen» deraklia gesandt, kehrte an demselben Tage, Morgens 11 Uhr, nach Sebastopol zurück und brächte einen bei Penderaklia erbeuteten drei» mastigen türkischen Dampfer „Messina" mit, der unter dem Befehle eines Stabsoffiziers stand. Auf demselben befand sich ein Labor anatolischer Nizzams in einer Stärke von 700 Soldaten u. 10 Offizieren.

Feuilleton.

jFolfrlje M««zr.

Aus den Nachtseiten der Weltstadt. Novelle von M. v. Strachwitz. (FlMetzung.)

„Zürnen Sie mir noch, gWßge Frau?" fragte Grieben, wäh» rend er Helenen die Hand küßte.

Sie schüttelte lächelnd das lockige Köpfchen, aber ihr Lächeln schimmerte durch Thränen. „Nein, mein Freund — aber warum heute diese häßliche Förmlichkeiten, warum nennen Sie mich nicht, wie bei unserer letzten Promenade: Helene?"

„Helene!" jubelte er und wollte stürmisch sie umfassen. „So zürnen Sie meiner Kühnheit nicht — ich darf hoffen?"

Sie entzog sich ihm durch eine leichte Wendung. „Was sollt« mir Veranlassung zum Zorn geben?" erwiderte sie ernst aber ohne Härte, „ich weiß von nichts, ich darf nicht» wissen, niemals, mein Freund, niemals!"

„Helene, welche Sprache! O, wie gern wollte ich dagegen Ih­ren Zorn ertragen, denn ich könnte hoffen, Ihre Verzeihung zu er» flehen. Aber daß ich Ihnen nichts, gar nichts bin, daS ist grausam. — Helene!" Er wollte ihre Hand erfassen. Sie wich unter einem leisen Beben ihrer zarten Gestalt zurück, eine Thräne verdunkelte ihr Auge.

„Helene, was ist Ihnen?"

Sie blieb stumm;, ein wehmüthiges Lächeln glitt über ihre Züge. —

„Was ist Ihnen, Helene?" wiederholte er dringender. „O, sprechen Sie, Ihr Schweigen tödtet mich."

„Nichts, mein Freund, nichts," antwortete sie, mühsam nach Fassung ringend. „Ein unerfahrenes Kind fand sein Glück