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^ 89» Mittwoch den 7. November 18VV

DasKreiSblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabend. Preis befleißen bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postausschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

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In Ergänzung unserer Bekanntmachung vom 23. d. Mts. (S. Amtsblatt Nr. 66 S. 338) theilen wir weiter mit, daß die in dem in nächster Nähe von Geisenheim gelegenen Dorfe Eibingen an der Pest erkrankte Kuh am 8. d. M. aus dem Stalle des Viehhänd­lers Nathan Strauß zu Geisenheim angekauft und an demselben Tage in Eibingen eingestellt worden ist. Es ist dies derselbe Strauß, welcher die Haut des von Sabus in Geisenheim getödteten Stücks Rindvieh, durch welches die Rinderpest aus Oesterreich eingeschleppt worden ist, mehrere Tage in seinem Gehöfte aufbewahrt hat.

Da in dem Gehöfte, in dem die Kuh pestkrank wurde, ein wei­teres Stück Rindvieh und in den beiden Gehöften rechts und links daneben ebenwohl je ein Stück Rindvieh gestanden, so sind auch diese Thiere nach erfolgter Abschätzung sofort getödtet und verscharrt worden.

Alle gegen Weiterverbreitung der Pest nöthigen Vorsichtsmaß­regeln sind strengstens zur Ausführung gebracht und wird die über die Gemarkung Eibingen verhängte Sperre durch ein Militair-Com- mando von 1 Offizier und 60 Mann überwacht.

In Geisenheim sind am 24. und 25. d. M. neue Pestfälle nicht vorgekommen und wird mit Derinficirung der dortigen Gehöfte fortgefah­ren, wie auch das Erforderliche wegen Reinigung und der ferneren Be­nutzung der Viehhöfe zu Frankfurt a. M. und Wiesbaden angeord­net und durchgeführt worden ist.

Cassel, den 30. October 1877.

Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

Kreis Hersfeld.

Nachdem die Gemeindebehörden zu Heenes nunmehr noch erklärt haben, eine eigene Feuerwehr errichten zu wollen, wird die Feuer­wehr Heenes unter Nr. 8b in die Liste der Feuerwehren des Kreises eingeführt und bleibt in Folge dessen die Gemeinde Allmershausen mit dem Gutsbezirke fiscalische Oberförsterei Hersfeld als Feuerwehr Nr. 8 bestehen.

Hersfeld, am 5. November 1877.

11259. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Bekanntmachung

des Resultates der in diesem Jahre im Bereiche des landwirthschaftlichen Cen- tral-Vereins für den Regierungsbezirk Cassel abgehaltenen Prämienschauen über Pferdezucht-Material.

(Fortsetzung )

Die dritte der vorher erwähnten Schauen, in Langenselbold, war die von allen am schwächsten beschickte. Die Abhaltung einer Schau in dieser Gegend lag nicht in unserm Programm, und es waren nur verhältnißmäßig geringe Mittel seitens des landwirthschaftlichen Kreisvereins zu Prämien für Pferde zur Verfügung gestellt daraus mag sich die geringe Betheiligung erklären.

Es steht im Hanauer Kreise, wo die Spitzen des landwirthschaftlichen Vereins sich in reger Weise der Pferdezucht annehmen, zu hoffen, daß es den vereinten Bestrebungen gelingen wird, sich in nächster Zukunft günstigerer Resultate zu erfreuen.

Auf der Fohlenweide Bieberstein ließen diesmal die einjährigen Stutfüllen manches zu wünschen übrig, während einige ganz gute Wallache auf der Weide waren. Herr Pächter Thaler von Weiershof, der auf Ertheilung einer Geldprämie verzichtete, erhielt nur ein Trinkgeld für seinen Fohlenwärter. Unter den zweijährigen Stutfüllen wurde es uns schon leichter, preiswürdiges Material herauszufinden. Wie in früheren Jahren war es auch wieder augen­fällig, daß die jungen Thiere die die Weide das zweite oder dritte Jahr be­nutzen, sich in ganz befriedigendem Futterzustande erhalten.

Die Schau in Ziegenhain war in diesem Jahre wenig besucht. Doch konnten wir recht gutes Material prämiiren; wie sich denn überhaupt auch in diesem pferdereichen Kreise das Verständniß für angemessene Aufzucht mehr Bahn zu brechen scheint. Es ist uns fest versichert worden, daß wir im

künftigen Jahr in Nieder-Grenzebach einen Tummelplatz finden würden, der dem Rölleshäuser nichts nachgeben soll.

In Melsungen wurden unsere Erwartungen namentlich durch die Auf­stellung einer verhältnißmäßig großen Anzahl guter dreijähriger noch über- trofsen. In der dortigen Gegend macht sich der günstige Einfluß der Tum­melplätze recht bemerkbar.

Die Schau auf der Knallhütte war diesmal mäßig besucht, auch mußten dort einige Füllen von der Concurrenz ausgeschlossen werden, weil die Besitz er einen Tummelplatz für unnöthig gehalten hatten. Gerade bei der Knallhütte hat die Gemeinde Rengershausen eine sehr gute Gelegenheit zur Anlage eines schönen und geeigneten Tummelplatzes, den man fast eine Weide nen­nen könnte.

In Wolfhagen, das mit einigen 50 Pferden beschickt war, hatten wir eine recht befriedigende Auswahl. Da Herr Oberamtmann Weiß von Burg- Hasungen, Herr Bürgermeister Knobel von Ehlen und Herr Pächter Klemann von Elmarshausen auf Geldprämien Verzicht leisteten, und nur Trinkgelder für ihre Fohlenwärter nahmen, so konnte hier eine größere Anzahl von Geld­prämien an kleine Züchter ertheilt werden. Es werden in den Gegenden des Kreises, wo die Füllen ihre freie Bewegung haben, ganz gute Pferde gezogen.

Fritzlar hat in diesem Jahre in der Categorie der Zweijährigen den Vogel abgeschossen, wogegen die Ein- und Dreijährigen etwas zurückstanden. Wenn dort mit Verstand weiter gearbeitet wird, werden die Früchte nicht Ausbleiben.

Marburg war im Verhältniß zum Umfang der Zucht im dortigen Bezirk wenig besucht; dagegen wurde uns in allen Categorien recht preisgeeignetes Material vorgeführt. Leider steht in einem sehr reichen Theil des Kreises die Pferdezucht auf niedriger Stufe. In Ebsdorf sieht man nur Gänse auf einem großen, mit einzelnen Bäumen bestandenen Gemeindeanger, der fließendes Wasser hat und wie geschaffen für einen Fohlenkamp ist da kann Einem wohl die Lust an die Pferdezucht genommen werden. (Forts, f.)

Tagesbegebenheilen.

Berlin, 3. November. Eine kaiserliche Cabinets-Ordre,bestimmt, um das Andenken Wrangel's zu ehren, daß sämmtliche Officiere der Armee acht Tage Trauerflor tragen und daß das ostpreußische Küras­sier-Regiment den NamenGraf Wrangel" beibehält.

DerPost" wird aus Petersburg geschrieben, daß sich Osman Pascha schwerlich noch lange halten kann. Sein Schlachtvieh ver­hungert, das Brod geht ihm aus, Heilmittel, namentlich Chinin, sind nicht mehr vorhanden und der Typhus sowie die rothe Ruhr Hausen fürchterlich unter seinen Truppen. Dazu kommt das Bom­bardementseiner Stellungen, welches ununterbrochen unter Totleben's Leitung Tag und Nacht fortgesetzt wird. Im Frühjahr rechnet man bei der Rekrutirung in Rußland auf 200,000 Mann, welche dann im Felde zu verwenden sein werden. Auch eine Ergänzung der Pferde für die Feldarmee ist angeordnet worden. Die Nachrichten von einem allgemeinen Aufstande der kaukasischen Bergvölker sind in hohem Grade übertrieben.

London, 5. November. DerDaily Telegraph" meldet, die Russen treffen Vorbereitungen, den Balkan vor Weihnachten zu über­schreiten. Nach denDaily News" halten Moukhtar Pascha und Ismail Pascha mit 15,000 Mann eine befestigte Stellung am Devi- liberg vor Erzerum fest, der russische General Heimann lagert tn Kanonenschußwelte davon. Nach demStandard" erhält Me- hemed Ali das Kommando in Orkhanie. Das Seraskierat in Kon­stantinopel beschloß ein allgemeines Aufgebot aller Muselmanen.

Pera, 3. November. Der Kriegsrath hat in seiner am Mitt­woch gehaltenen Sitzung die Frage erörtert, ob Osman Plewna auf­geben und sich in südwestlicher Richtung zurückziehen soll. Es ist fraglich, ob dies noch möglich, da die Straße nach Orkhanie ihm verlegt ist und Gurko angeblich mit 15,000 Mann Kavallerie bei Telisch steht.

Bukarest, 4. November. General Lewitzky, der Unterchef des Generalstabes von Plewna, der im Hauptquartier durch den Kampf