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Wahlberechtigten mindestens zwei Tage vor dem Wahltermine durch besondere, gehörig zu bescheinigende Umfagen unter genauer Angabe des Wahllokales und der Zeit des Beginnes der Wahl einzuladen, sodann
c) im Wahltermine die mündliche Abstimmung der erscheinenden Wahlberechtigten unter genauer Bezeichnung deS zur Wahl Vorgeschlagenen in die hierfür bestimmte Spalte der Wählerliste einzutragen, ferner
d) über den Wahlakt selbst ein Protokoll unter Benutzung des mitgetheilten Formular's zu führen, und
e) dasselbe unter Anschluß der mit der Bescheinigung der bewirkten achttägigen Offenlegung versehenen Wählerliste alsbald nach Beendigung des Wahlactes, spätestens aber bis zum 17. Oktob er d. J. bei Meldung der sofortigen Abholung durch einen Warteboten an mich einzusenden.
Schließlich mache ich noch auf die Bestimmung, „daß die Abgeordneten jedes St an des aus der Zahl der fjä m m t • lichen in dem betreff enden Stande zur Wahl berechtigten Personen gewählt werden", besonders aufmerksam.
Hersfeld, am 26. September 1877.
Der Wahlkommissar für die Wahl eines Abgeordneten zumCommu- nallanotage im Stande der Landgemeinden des Kreises HerSfeld
__________Freiherr von Broich, Königlicher Landrath.__ Königliche Regierung. Cassel, den 15. September 1877.
Es ist zu unserer Kenntniß gelangt, daß die zu Abwendung des der Landwirthschaft durch Berberitzensträucher drohenden Schadens unter'm 3. Juli 1875 (Amtsblatt S. 194) für den hiesigen Bezirk erlassene Polizei-Verordnung nicht überall mit der erforderlichen Energie gehandhabt wird, daß deshalb auch in diesem Jahre wieder an verschiedenen Orten nachweisbar durch den Grospilz (f. g. Befall, Verscheinen) erheblicher Schaden am Wintergetraide verursacht worden ist. Bei der ganz unzweifelhaften Gefahr, welche der Berberitzenstrauch dem Getraide bringt, erscheint dessen Ausrottung in der Nähe der Ackerländer dringend geboten und müssen mir deshalb strengste Handhabung der gedachten Polizeiverordnung erwarten.
Abtheilung des Innern. Kühne.
An die sämmtlichen Königlichen Landräthe rc.
* *
Wird den Herren Ortspolizeiverwaltern und der Königlichen Gendarmerie zur genauen Beachtung mitgetheilt. Die letzteren haben mir bis zum 2. November ü. I. schriftlich zu referiren, von wem und auf welchen Grundstücken Berberitzensträuche beut Verbot im §. 1 der Polizeiverordnung vom 3. Juli 1875 zuwider bis dahin noch gehalten werden resp, angepflanzt sind.
Hersfeld, am 26. September 1877.
9697._________Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.
Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 11. d. MtS. Nr. 9204 (oouk. Kreisblatt Nr. 73) mache ich die Ortspolizeiverwaltungen und die Königliche Gensdarmerie darauf aufmerksam, daß Betrag und Lit. der abhanden gekommenen Schuldverschreibungen von derAbsen- derin irrtbümlich bezeichnet waren und wie folgt lauten:
1) Königl. Preuß. cons. 4 proc. Staatsanleihe Lit. C. 9lr. 1293 über 1000 Mark,
2) dsgl. F. 13801 über 200 Mark
und die Talons sowie die Coupons 3—8 vom 2. Januar 1878— 8. Juli 1880 sich im Besitze der Absenderin befinden.
Hersfeld, am 27. September 1877.
9940. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.__
Der Ackermann Valentin Pierson ist als Bürgermeister der Gemeinde Gethsemane, der Ackermann Heinrich Schneider 2r als Bürgermeister der Gemeinde Schenksolz bestätigt und verpflichtet worden.
Hersfeld, den 3. September 1877.
3. Ausschußsitzung des landwirthschaftlichen Kreisvereins für den Kreis H e r s f e l d im Hotel zum Stern.
(Fortsetzung.)
2) bei Gelegenheit der Ausschußsitzungen einen praktischen Geschäftsverkehr dadurch anzubahnen, daß ein Aushängebogen mit Ver- und Ankaufs- offerten an Vieh, Saatgut, Düngemittel rc. ausgelegt werde;
und erbot sodann sich als Ausschußvorsteher die Anmeldungen zu dem fragl. Bogen zu übernehmen und denselben aufzulegen.
Nach längerer Debatte, an der sich die Herren L. Noll, Sandrock, Zimmermann, Hoßbach, v. Broich und Fürer betheiligten, wurden beide Anträge einstimmig acceptirt.
ad. 3 der Tagesordnung Herr Zimmermann besprach in längerer Rede die zur Zeit bestehenden Mißstände beim Hagelversicherungswesen. Die Prämien und VerwaltungSkosten der Actiengesellschaften seien zu hoch: billiger und empsehlenswerther seien die Gegenseitigkeitsgesellschaften, wie die „Norddeutsche allgemeine" und Hannoverbraunschweigische". Ferner mißbilligte er den mit den s. g. Maximalsätzen getriebenen Mißbrauch, den Zwang, das Stroh mitzuversichern und ist für keine Entschädigung unter |. Alle diese Uebelstände vertheuerten die Prämie gegen Hagel und schreckten insbesondere die kleinen Landwirthe von der Versicherung ab.
Herr Hoßbach sprach für Vergütung auch der kleinen Schäden.
Herr Reinhard sen. brächte ihm vorgekommene Uebclstiinde zur Sprache, Auf Anfragen des Herrn Landraths erklärte Herr Zimmermann, daß es seine Absicht wäre einen Gegenseitigkeitsverein für unsern Kreis zu beantragen. Die Meinungen der verschiedenen Mitglieder über diesen Punkt gehen auseinander.
Herr Sundheim und Herr Reinhard sen. plaidirten für die Norddeutsche allgemeine Gesellschaft.
Herr Zimmermann erklärte, da kleine Gegenseitigkeitsgesellschaften sich erfahrungsgemäß nicht bewährt haben — wie die Herren Braun und Reinhard ebenfalls hervorhoben — sich für Anschluß des Kreises als solchen an eine der bestehenden großen Gegenseitigkeitsgesellschaften.
Herr P. Heil, sonst gegen alle Hagelversicherungen, war unter diesen Umständen aber dafür.
Herr Zimmermann will oaher auf der nächsten Generalversammlung desbezügliche Anträge stellen.
Herr Landrath v. Broich bat jedoch, die Angelegenheit im Ausschuße erst gründlich vorzubereiten.
Herr Braun schlug vor bei verschiedenen Gesellschaften anzufragen, unter welchen Bedingungen sie eine solche gemeinschaftliche Versicherung abschließen wollten. Herr Zimmermann war hiermit einverstanden, will aber nur bei Gegenseitigkeitsgesellschaften anfragen.
Herr Oldenburg, Fürer, Pfaff hielten dagegen für besser, freie Concurrenz eintreten zu lassen und auch Actiengesellschaften zuzuziehen.
Es wurde deshalb abgestimmt uud beschlossen, auch die Actiengesellschaften nicht auszuschließen, sowie in nächster Sitzung ein Comitv zu wählen, welches die Sache in die Hand zu nehmen, die Bedingungen zu formuliren und mit den einzelnen Gesellschaften zu unterhandeln habe.
ad 4 der Tagesordnung. Der Vortrag des Herrn Forstmeisters Dittmar über die Anpflanzung der Driescher wurde auf Antragen desselben auf die nächste Sitzung verschoben.
ad 5 der Tagesordnung. Herr Lotz empfahl eine von ihm angeschaffte Maschine den Herrn Mitgliedern zum Ankauf, ev. miethweiser Benutzung, und will mit derselben sehr günstige Resultate erzielen. Herr Zimmermann bestätigte dies aus eigener Anschauung. Alsdann überreichte ersterer dem Vorsitzenden seinen Düngemittel-Preiscourant, und erklärte sich auf Wunsch desselben bereit, sämmtlichen Vereinsmitgliedern ein Exemplar desselben zu. zusenden. (Schluß folgt)
Cassel, den 25. September 1877.
Am 27. September b. I. wird bei dem Postamte in Bettenhausen eine Telegraphenanstalt in Wirksamkeit treten.
Der Kaiserliche Ober-Postdirector.
Tagesbegebeilheiteu.
Mainz, 21. Septbr. In der gestrigen Polizeigerichtssitzung wurden vier Metzger aus Kastel, die sich der Fälschung der Wurst durch Kartoffelmehl schuldig gemacht hatten, zu einer Geldstrafe von je 100 Mark verurtheilt. Die konfiscirte Wurst war nach Aussage der Medizinalbehörde, sehr stark mit Särkemehl versetzt. Nach den gemachten Erfahrungen werden die Bestraften gegen ihr Urtheil keinen Appell erheben.
Bukarest, 26. Septbr. Auf allen Punkten des Kriegsschauplatzes ist in Folge des seit drei Tagen ununterbrochen niederströmenden RegenS eine vollkommene Stagnation in den Operationen eingetreten. Selbst die Beschießung von Plewna geht nicht von Stätten. Die Aktion sämmtlicher Punkte beschränkt sich auf belanglose Vorposten-Scharmützel. Die Russen leiden von den Unbilden des Wetters enorm. Krankheiten räumen unter allen Truppengattungen in erschrecklicher Masse auf. Das Odessaer 48r Infanterie- Regiment beispielsweise ist auf 160 Mann zusammengeschmolzen. Der Czar ist mit der bisherigen Kriegsführung sehr unzufrieden und beabsichtigt angeblich persönlich das Oberkommando zu übernehmen. Viele rumänische Offiziere, darunter Oberst Marescheanu wurden wegen Feigheit vor dem Feinde degradirt.
Wien, 27. Septbr. Die hiesigen Abendblätter melden übereinstimmend , daß die Armee Mehemed Ali Paschas in Folge der Ansammlung bedeutender russischer Streitkräfte und wegen der durch das ungünstige Wetter schwierig gewordenen Verpflegung am 24. d. M. den Rückzug in ihre früheren Positionen am Kara-Lom angetreten habe.
— Nach einer Meldung der „Polit. Korresp." aus Cettinje von heute erfolgte die Kapitulation von Goranko nach eintägigem Bombardement und heftigem Kampfe am 24. d. Die Montenegriner erbeuteten 3 Kanonen und 500 Gewehre und nahmen 300 Nizams gefangen. Die Montenegriner besetzten auch Piva, eroberten das Fort Eroika und halten das ganze Gebiet von Foca besetzt. Nach einer Meldung aus Ragusa wurden Bilek und die umliegenden Dörfer von den Montenegrinern eingeäschert, die Kranken und Verwundeten, sowie die Frauen und Kinder wurden unversehrt nach Trebinje eskor- tirt, wo der Belagerungszustand proklamirt ist.
Aus Okum wird dem „H. T. B." telegraphirt: Das ganze Land von der Mokwa bis nach Gudauty und Pizunda ist eine Wüste. Die Truppen mußten aus dem Bereiche Suchum-Kales gezogen werden, da die dortige Lust in Folge von den Türken ge« tödtet zurückgelassenen 80,000 Stück Hornvieh feuchenartig verpestet ist. Die Bewohner haben das Land verlassen.
Petersburg, 26. Sept. Offiziell. Gormj-Studen, 26. Sept.