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beraubt wurde, und daß auf mich der erste Schuldverdacht fiel, der später durch die Aussage einiger Zeugen glänzend widerlegt wurde."
„Das Alles ist mir allerdings bekannt", nickte Born, „die Zeitungen haben darüber ja ausführlich berichtet."
„Und nun lesen Sie diesen Brief. Ich bemerke vorab, daß ich diesen Herfeld nicht kenne, nicht einmal seinen Namen je zuvor gehört habe, daß also für ihn kein Grund einer persönlichen Feind» schaft vorliegt, mir diesen infamen Brief zu schreiben."
Robert Born hatte den Brief rauh gelesen, Befremden spiegelte sich in dem Blick, mit dem er Geldermann ansah.
„Das verstehe ich nicht", sagte er kopfschüttelnd, „einen Zweck muß er haben, für nichts und wider nichts schreibt man solche Briefe nicht."
„Ich werde auf die Sache zurückkommen, wenn Sie mir Ihre Mittheilungen gemacht haben. Wer ist dieser Herfeld, den man hier nur den reichen Brasilianer nennt?"
„Ich werde Ihnen Alles offenherzig berichten, wenn Sie mir versprechen, in jedem Falle mich in Ihren Schutz zu nehmen und mir ein Unterkommen in Ihrem Hause zu geben, Herfeld ist mit meinem jetzigen Chef befreundet, entlarve ich ihn, so werde ich ohne Zweifel augenblicklich entlassen. Ich bin arm, und ich habe drüben manchen dummen Stretch gemacht, aber nun will ich Ruhe haben, und ich habe schon gesagt, daß ich mit Freuden bereit bin, mein Brod durch ehrliche Arbeit zu verdienen."
„Wollen Sie das, so gebe ich Ihnen auf Manneswort das Versprechen, für Sie zu sorgen."
„Wolan, Herfeld tritt hier unter einem falschen Namen auf, er heißt Ferdinand Müller und war früher Commis eines Bankhauses in Norddeutschland. Was ihn damals zur Auswanderung bewogen oder gezwungen hat, weiß ich nicht, er sprach nie darüber, man könnte das mit leichter Mühe erfahren, wenn man die Polizei mit Nachforschungen darüber beauftragen wollte. Ich lernte ihn drüben kennen, er befand sich in mißlichen Verhältnissen, und wie gesagt, wir haben gemeinschaftlich Manches gethan, was das Gesetz nicht erlaubte, nur um unser Leben zu fristen. Herfeld trat endlich in die Dienste eines Pflanzers, dessen Vertrauen er sich durch seine glatten Manieren und seine Heuchelei zu erwerben gewußt hatte, ich blieb in der Nähe und arbeitete bald hier, bald dort im Tagelohn.
Da starb plötzlich der Pflanzer, er war ermordet und beraubt wor den, und als die That entdeckt wurde, war es schon zu spät, de" Mörder zu verfolgen. Wer diese That begangen hat, ist nie a" den Tag gekommen, es kümmerten sich auch nicht Viele darum, ba der Pflanzer keine Familie hinterließ —"
„Und in welcher Weise war der Mord verübt worden?" unterbrach Roderich ihn hastig. (F. f.)
Mittheilungen des Berlinszur Beförderung des Gartenbau's in Kassel.
In der Sitzung vorn 31. August trug, nach Erledigung mehrerer innerer Vereinsangelenheiten, der Vorsitzende Dr. Möhl den Witterungsbericht vom Monat August, sowie vom Sommer d. I. vor. Er berichtet dann weiter, daß in den wenigen Tagen, wo die Kohlweißlinge so massenhaft ausgetreten waren, von der Schuljugend so viele eingeliefert worden, daß der vom Verein für das Einfängen ausgeworfene namhafte Betrag vollständig verausgabt wurde. Die aus den neuesten Fachschriften mitgetheilten Referate waren großentheils von so speciellem Interesse, daß sie s. Z. in diesen Blättern zum Abdrücke kommen werden. Ganz besonders wurde die Spargeltreiberei als wenig mühevoll und sehr lohnend empfohlen, sowie auf die neuen Windmotore aufmerksam gemacht, welche, da sie sich je nach der Windstärke selbst reguliren und irgend eine Arbeitsleistung ohne alle Beaufsichtigung gleichmäßig vollziehen, für landwirthschaftliche und gärtnerische Zwecke einer allgemeinen Verbreitung würdig sind. Der Vorsitzende verlas sodann weiter aus einem po» mologischen Fachjournal die Jnstruction, welche in Würtemberg das Oberamt einem Oberamtsbaumwart, sowie die, welche eine Gemeinde ihrem Gemeinde- baumwart ertheilt und knüpfte daran weitere Bemerkungen. Im Königreiche Würtemberg hat die Obstkultur diejenige Höhe erreicht, welche ihr als volks- wirthschaftlichem Productionszweig zukommt. Diese Höhe konnte aber nur dadurch erreicht werden, daß die Bevölkerung, durchdrungen von der Wichtigkeit der Obstcultur, mit den Behörden Hand in Hand geht. Die Gemeinden haben Wege, Trische, Anger rc., deren Bepflanzung der Gemeindebaumwart besorgt, die einzelnen Landwirthe und Grundbesitzer sind meistens nicht in der Lage ihre Pflanzungen zu pflegen, Ergänzungen selbst zu besorgen rc., dafür sorgen die angestellten Baumwärter und diese Einrichtung hat sich glänzend bewährt. In dem in Kürze im Druck erscheinenden und an alle Mitglieder und Aussteller zur Vertheilung kommenden Specialbericht über die vorjährige Obst- auSstellung für den Regierungsbezirk Kassel ist ebenwohl angedeutet, daß zur Hebung unserer Obstcultur die Ausstellung von Baumwärtern sehr zu empfehlen sei und darf wohl hier darauf hingewiesen werden, die Angelegenheit ernstlich ins Auge zu fassen, um oie Bodenrente nicht allein zu erhöhen sondern aus so vielen jetzt noch kaum benutzten Flächen eine sehr bedeutende demnächst zu erzielen.
ES wurde beschlossen, zur Versammlung der deutschen Pomologen in Potsdam zwei Delegirten zu senden. (H. W.)
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