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Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei und ausnahmsweise vier und fünf Jahren sind im Bereich der Königlichen Regierung zu Cassel für dieses Jahr nachstehende, Morgens um 8 U r beginnende Märkte anberaumt worden und zwar am
9. Juni in
Hojgeismar,
19.
Juni
in Fulda,
11. „ „
Cassel,
21.
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„ Ziegenhain,
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Rotenburg,
22.
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„ Gemünden,
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Melsungen,
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, Frankenberg,
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Geniungen,
25.
„ Nieder-Orke,
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Fritzlar,
27.
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„ Kirchhain,
16. „ „
Homberg,
28.
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„ Marburg.
18. „ „
Schlächtern,
Die von der Militair-Commission erkauften Pferde werden zur
Stelle abgenommen und gegen Quittung sofort baar bezahlt.
Pferde mit solchen Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind vom Verkäufer gegen Erstattung des Kaufpreises und der sämmtlichen Unkosten zurückzunehmen, auch sind Krippensetzer vom Kaufe ausgeschlossen und ist erwünscht, daß die Schweife der Pferde nicht übermäßig verkürzt werden.
Die Verkäufer find ferner verpflichtet, jedem verkauften Pferde eine neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und Ringen versehen, eine starke Kopfhalfter von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei Meter langen starken Hanfstricken ohne besondere Vergütung mitzugeben.
Berlin, den 9. März 1877.
Kriegs - Ministerium, Abth. für das Remonte-Wesen.
Vorstehende Bekanntmachung wird hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht.
Cassel, den 27. März 1877.
Königliche Regierung, Abth. des Innern.
Berlin W, den 19. April 1877.
Bekanntmachung.
Aufschrift auf Postsendungen nach Landorten ohne Postanstalt.
Bei Postsendungen nach solchen Orten, in welchen sich eine Postanstalt nicht befindet, ist es nothwendig, daß die Aufschrift zu- gleich diejenige Postanstalt bezeichne, zu deren Bestellbezirk der betreffende Landort gehört. Damit die Absender biefe Postanstalt richtig anzugeben im Stande seien, empfiehlt es fich, daß die Bewohner solcher Landorte in den von ihnen abzusendenden Briefen, Geschäftsanzeigen u. s w. der Angabe von Ort und Datum den Namen der Bestellungs-Postanstalt jedesmal hinzusetzen. Hierauf wird zu geeigneter Beachtung aufmerksam gemacht.
Kaiserliches General-Postamt Wiebe.
Tagesbegebenheite».
Berlin, 23. April. Die russische Regierung hat hier amtlich den Wunsch ausgesprochen, daß bei Abbruch der Beziehungen zur Pforte die deutsche Vertretung in der Türkei sich zur Wahrnehmung russischer Interessen unterziehen möge Dem Ersuchen ist bereitwilligst entsprochen und sofort der deutsche Geschäftsträger in Konstantinopel für sich und sämmtliche in der Türkei befindlichen deutschen Consulate mit nöthiger Ermächtigung versehen worden.
— Der Kaiser ist am Sonnabend früh 9 Uhr wohlbehalten in Wiesbaden eingetroffen, von der Großherzogin von Baden, dem Landgrafen von Hessen und Den Spitzen der Behörden am Bahnhöfe empfangen worden und begab sich alsbald zu Wagen durch die festlich beflaggte Stadt nach dem Schloß. Am Bahnhof und in den Straßen wurde der Kaiser von der großen Menschenmenge, die sich trotz starken Schneefalls eingefunden hatte, auf das Herzlichste bewillkommnet.
Straß bürg i. E. 21 April. Nach den nunmehr getroffenen Dispositionen wird Se. Majestät der Kaiser Wilhelm am 1. Mai, Nachmittags 5 Uhr, hier eintreffen.
Straßburg i. E., 23. April. Se. Majestät der Kaiser wird am 2 Mai, dem Tag nach seiner Ankunft, eine große Parade über die Garnison auf dem Exerzierplätze abhalten und Abends einen Fackelzug der Studenten entgegennehmen. Am 3. und 4 Mai findet die Besichtigung der Vorstadt, am letzteren Tage Abends die Festvorstellung im Theater statt. Am 5 Mai geht Se. Maj. über Hagenau nach Metz, wird dort am 6. dem Gottesdienste beiwohnen, die Schlachtfelder besichtigen und am 7. eine Parade der Garnison abnehmen. Die Abreise von Metz erfolgt am 9. Mai.
Hamburg, 20. April. Der herzliche jubelnde Empfang, den das kronprinzliche Paar in unserer Hansestadt gefunden hat, spottet jeder Beschreibung. Buchstäblich mit Blumen überschüttet wurden die hohen Herrschaften, als sie durch unsere Straßen Umfahrt hielten. Nach dem Besuche der Hafenanlagen und des Seemannshauses begaben sich die kronprinzlichen Herrschaften zur Nikolaiktrche,
und von dort ging die Fahrt nach der festlich geschmückten Börse, wo dieselben von den Mitgliedern der Handelskammer empfangen und in die oberen Räume der Börse geleitet wurden. Um 2| Uhr begann die Festfahrt auf der Binnen-Alster und Außen-Alster mit dem Boote „Arnim" vom Germania-Ruderklub und dem Boote „Loreley" vom Amazonen-Loreleyklub, woran eine große Anzahl anderer Boote theilnahmen. Während die Frau Kronprinzessin hierauf mehrere Besuche in der Stadt abstattete, unternahm der Kronprinz mit dem Prinzen Wilhelm, begleitet von Mitgliedern des Senats und den Ingenieuren, die Fahrt Durch den Geest-Stammsiel auf dem zu diesem Zwecke erbauten flachen Fahrzeug. Der unterirdische Weg war durch Lampions und bengalische Feuer taghell erleuchtet. Die Soiree in der Kunsthalle, welcher gegen 1000 Personen beiwohnten, verlief gleichzeitig sehr glänzend. Gegen 9 Uhr erschienen Die kronprinzlichen Herrschaften, machten eine Promenade durch die Säle und hielten darauf Cercle ab. Später fand ein Souper statt-
— 21. April. Gestern Abend um 7 Uhr begann die Illumination der Stadt, für welche die großartigsten Vorbereitungen getroffen waren. Die Staatsgebände und viele Privatgebäude waren glänzend erleuchtet. Vor Allem zeichneten sich die Lombardsbrücke zwischen der Binnen-Alster und Außen-Alster, sowie Die Börse und das Reichsbankgebäude aus. Um 8| Uhr begann vor dem Hotel de bEurope die Korsofahrt, an welcher etwa 30 mit Lampions geschmückte Ruderboote Theil nahmen. Später fuhren die kronprinzlichen Herrschaften um das Bassin der Binnen-Alster zur Soiree nach der Kunsthalle. Auf dem Wege dorthin wiederholten sich die freudigen Kundgebungen Der Bevölkerung.
Brüssel, 23. April. Der „Jndependance Belge" ^irb aus Paris vom heutigen Tage gemeldet, der dortige russische Botschafter, Fürst Orloff, habe das russische Cirkularichreiben heute Nachmittag erhalten und sich sogleich zu dem Herzog Decazes begeben, um ihm dasselbe mitzutheilen. Die Kriegserklärung Rußlands werde Morgen erfolgen.
London, 23. April. Unterhaus. Unterstaatssekretär Bourke erklärte auf eine Anfrage Försters, Lapard habe telegraphisch mitgetheilt, daß der russische Geschäftsträger in Konstantinopel, Nelidoff, angewiesen sei, die Beziehungen zur Pforte zu suspendiren. Ein Telegramm des englischen Generalkonsuls in Bukarest, ManSsield, melde, daß eine kleine Abtheilung russischer Truppen heute Morgen in Bukarest eingetroffen sei.
Semlin, 21. April. Russische Emissäre suchen in Serbien das Kriegsfeuer zu schären und die Bevölkerung für eine Kündigung des eben geschlossenen Friedens mit Der Pforte zu gewinnen. Gleichzeitig werden offen Freiwillige für die in Bosnien unter dem serbischen Obersten Tespotowich fechtenden Insurgenten geworben.
Wien, 21. April. Gestern fand bei Erzherzog Albrecht ein großer Marschallsrath statt, an welchem der Kriegsminister, der Chef des großen Generalstabes und sieben kommandirende Generale theilnahmen Es verlautet von guter Seite, daß in diesem Konseil Die Möglichkeit einer Mobilisirung und einer Okkupation Bosniens, sowie einer etwaigen Armee - Aufstellung auf dem Plateau von Siebenbürgen militärisch-technisch erörtert worden sei.
Petersburg, 23. April. Gestern besichtigte Kaiser Alexander die Truppen des 9. Armeekorps in Jmerläka Birsula. Der Halfst richtete hierbei an die Offiziere eine kurze Ansprache: „Falls ihr mit dem Feinde zusammenstoßt, zeiget euch brav und haltet den Ruhm eurer Regimenter aufrecht. Ich hoffe, die jungen, noch nicht im Feuer gewesenen Truppen werden den alten nicht nachstehen. Sie werden bemüht sein, sich diesen gleichzustellen." Ueberall wurde der Kaiser mit Enthusiasmus begrüßt. Derselbe verblieb die Nacht in Tiraspol, woselbst wiederum Truppenrevue, der dann weitere Revue in Ungheni folgt. Heute Nacht kehrt der Kaiser nachKische- neff zurück
Jtzkany, 23. April. In Folge der Unwegsamkeit der Straßen verzögert sich der Vormarsch der Russen; Der rechte Flügel rückt in der Richtung nach Paskany vor, der linke schiebt sich gegen Reni hin vorwärts.
Jassy, 23. April. Fürst Karl und Cogalniceanu haben heute den Czar in Ungheni begrüßt Der rumänische Kriegsminister hat dem russischen Generalstabe die Mittheilung zukommen lassen, daß alle Maßregeln getroffen seien, um Kalafat und Giurgewo, sowie die Bahn nach Galatz vor einem Handstreich der Türken zu sichern.
Konstantinopel, 21 April. Es ist noch unentschieden, ob Sultan Abdul Hamid zur Donau-Armee abreisen werde, weil man befürchtet, daß während seiner Abwesenheit die Hauptstadt leicht der Schauplatz von Ruhestörungen weiden könnte.
K o n st an tin o p e l, 23. April. Der russische Geschäftsträger und das gesammte Personal der russischen Botschaft und des russischen Konsulats werden heute Abend mit der Jacht „Heriklik" nach Odessa abreisen.