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KreisMlatt

für die

Kraft Ycrsftld und Hünfeld.

/^ SA. HerSfeld, Mittwoch den 2L März 18»»

DaSKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabend. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei <; den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

Wom Jets zum Meer!

Festgedicht zum 22. März 1877.

Vom Fels zum Meer!" so klang das Loosungswort Der tapftr'n Zollern, bereu Heldenahnen Im Lauf der Zeiten schritten fort und fort Auf zukunftsreichen hoheitsvollen Bahnen Von jenem Fels im südlich deutschen Land, Wo sie geherrscht in grauer Vorzeit Tagen, Bis da, wo an des Nordens Ufer-Strand Des Meeres sturmbewegte Wogen schlagen.

Vom Fels begann der Adler seinen Flug,

Nicht rückgehalten durch den Sturm der Zeiten, Den siegreich er durchschnitten, und er trug Sein Scepter fürder in des Landes Weiten. Was hindernd auch entgegen sich gestellt, Der Aar hat nicht gezagt im Weiterfliegen: Bald ward die Loosung kundig aller Welt, Daß er nur flog zmn Sterben oder Siegen.

Und wie die kunstreich ausgestreute Saat Kraftvoll emporsprießt auf fruchtbarem Grunde, So wuchs zu hoher Blüthe Preußens Staat, Den Stärksten ähnlich auf dem Erdenrunde. Und mit dem Staate wuchs des Volkes Kraft,

Ein reges Leben pulste aller Enden; Nicht brauchten deutsche Kunst und Wissenschaft Dem Ausland nun den Vorrang mehr zu spenden.

Doch wie ruhmwürdig auch der Anherrn Hand Des Staates Schiff in früh'rer Zeit gelenket, Den höchsten Dank doch zollt das Vaterland Dem Helden, der ihm heute ward geschenket. Ihm, dem in fremden Schlosses Fürsten-Saal Zu feines herrlichen Verdienstes Lohne, Des deutschen Bundes Fürsten allzumal Darbrachten huldigend die Kaiserkrone

Denn Er war's, der mit Königlicher Hand, Von hocherhab'ner Mission durchdrungen, Um Deutschlands Stämme schlang das feste Band, Nach dem vergeblich sie so lang gerungen. Er war's, der dann den Erbfeind niederschlug An der geeinten deutschen Stämme Spitze Und kühn des deutschen Reiches Banner trug Bis in des Feindes heimathlichste Sitze.

Er ist's der daran, was ihm Gott vertraut, An dem so ruhmvoll uuternomm'nen Werke, Auch jetzt noch unermüdet weiter baut Mt eines Jünglings Rüstigkeit und Stärke. Ihn wird, der in dem heißen Völkerstreit Erfüllt der Gottheit strafende Gerichte, Als den Begründer deutscher Einigkeit Ruhmvoll bezeichneu stets die Weltgeschichte.

D'rum wird im Lande deutscher Nation Auch heute mächtig die Begeist'rung wallen: Vieltausendstimmig wird der Jubelton

Vom Fels bis an des Meeres Ufer schallen.

2 Kein Mißton innerer Zerrissenheit

Darf solchen Einklag deutscher Brüder stören: Hoch der Begründer uns'rer Einigkeit

Von Südens Fels bis zu des Nordens Meeren." Wiesbaden, am 22. März 1877.

R. v. Boxberger.

Amtliches

Kreis Hersseld.

Den Herren OrtSvorständen der Kreises theile ich hierdurch mit, daß die Kreisstandschaft hiesigen Kreises in ihrer letzten Sitzung vom 30. Dezember v. I. aus Anlaß der Berathung über die pro 1877 aus communalständischen Fonds für Gemeinden zu beantra­genden Landwegebau-Unterstützungen beschloßen hat, daß sie, da das zunehmende übermäßige Halten kvon Hunden namentlich auf dem Lande als ein das öffentliche Wohl gefährdender Uebelstand zu er­achten sei und eine wesentliche Verminderung dieses Uebelstandes in der Erhebung von Hundesteuer Seitens der Gemeinde nach dem Kurhessischen Gesetze vom 26. Juni 1840 erblickt werden müsse, die Befürwortung der in Rede stehenden Anträge auf Unterstützungen zu Landwegebauten für die Folge unbedingt davon abhängig machen werde, daß in jeder der betreffenden Gemeinden eine solche Hunde­steuer erhoben werde.

Demzufolge veranlasse ich die Herren OrtSoorstände bei Krei­ses, mir bis zum 1. April d. J. zu berichten, ob in ihren Gemeinden Hundesteuer und in welchen Beträgen erhoben wird, sowie seit wann dies geschiehet, und, wenn noch keine solche Steuer erhoben wird, aus welchem Grunde eS bie Gemeindebehörden noch nicht für nöthig befunden haben, diesbezügliche Bestimmung zu treffen. Bemerkt wird, daß die Hundesteuer in keinen andern, als den gesetzlich vor- geschriebenen Beträgen, erhoben werden darf.

HerSfeld, am 19 März 1877.

3200. Der Königliche Landrath Freiherr von Broich

Hersfeld, am 17. März 1877.

Durch Beschluß des Königlichen KreiSgerichtS zu Lisia vom 26. Januar c. ist die vorläufige Beschlagnahme des Aufrufs des Allge­meinen Böttcher- und Küper -Vereins zur Theilnahme an dem am 31. Dezember 1876 und 1. Januar 1877 zu Leipzig stattgebabten Congreß zur Gründung eines Böttcher-Verbandes mit der Aufschrift: An alle Böttcher, Küper, Binder und Küfer Deutschlands d. d. Leip­zig im Dezember 1876," wegen Zuwiderhandlung gegen die §§. 6,