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M Kreist Hersfeld und Hünfeld.

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«S jF HH. HerAfeld, Mittwoch den 16. August 1826»

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabend. Preis desselben bei der Expedition 1 Mark pro Quartal bei ben Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit 10 Pfg. berechnet.

Amtliches

Kreis Hersfeld.

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Cassel, den 1. August 1876.

Der Aufsichts - Kommissar, Gutsbesitzer Lade zu Geisenheim, theilt uns unter'm 29. v. Mts. mit, daß zu Anfang April er. aus ' einer der bedeutendsten Rebschulen zu Erfurt bezogene Reben mit der Reblaus behaftet erkannt wurden. Eine in Folge dessen von : dem Reichskanzler-Amte veranlaßte Mitte Mai d. J. vorgenommene > vorläufige Untersuchung der betreffenden Rebschule ergab das trau- 1 rige Kefultat, daß die Reblaus innerhalb derselben Vorbreitung ge- ksunden habe, während die am 7. und 8. Juni d.J vollzogene ein« s, Wchendere Untersuchung zu dem Ergebniß führte, daß in fast allen ' Wer Rebzucht gewidmeten Abtheilungen der in Rede stehenden aus- . Igedehnten Rebschule und Gärtnerei die Reblauskrankheit vollständig ' Ausbruch gelangt sei.

' "F Mehr als die Hälfte aller untersuchten Reben, sowohl Ameri- kanische wie Europäische waren von der Krankheit befallen.

1 X Auch andere Rebschulen und Rebpflanzungen in Erfurt erwiesen ^ sich von der Reblaus inftcirt.

i Innerhalb der letzten Jahre bis in die jüngste Zeit sind nun aus den vorerwähnten inficiiten Rebschulen zahlreich Reben nach ^.Wen verschiedensten Gegenden Deutschlands versandt worden und ist ö 5 die Befürchtung begründet, daß diese Reben zum großen Theile mit ' der Reblaus behaftet waren, daß so die Reblaus nach zahlreichen Wcten verschleppt wurde und daß Angesichts besten dem deutschen . Weinbau von Orten aus die höchste Gefahr droht, an denen man kisher das Vorhandensein der Reblaus gar nicht vermuthen konnte. Unter diesen höchst mißlichen Verhältnissen erscheint es noth- . ^Wendig, seihst jedem einzelnen Rebstock eine ganz besondere Aufmerk- samkeit zu zuwenden. Ew. Hochwohlgeboren veranlassen wir die ^isvorstände Ihres Bezirks unter kürzester Frist zum Berichte da- »lLMber auszuforderu, ob in dem Gemeindebezirk Rebschulen vorhan- ^en Und, aus denen Reben käuflich abgegeben werden Bejahenden I »allt haben die Ortsvorstände die Besitzer dieser Rebschulen nam- tbo hast zu machen, die Größe der letzteren anzugeben, wie auch, ob " p den Rebschulen nur Deutsche oder auch Reben außer deutscher vstammuiig kultivirl werden, und wohin die Reben vorzugsweise idsatz finden.

Weiter sind die Ortsvorstände zu Ermittelungen darüber zu «ranlassen. ob in den Gärten ihrer Geinarkung Reben vorhanden welche in den letzten Jahren aus Erfurter Rebschulen bezogen Kurden. Ist dieses der Fall, so haben die Ortsvorstände es lieb gelegen sein zu lassen, die Namen beziehentlich Firmen der Reb- pulenbeflber zu ermitteln, von denen die betreffenden Reben bezo- sen worden sind.

L Ew. Hochwohlgeboren wollen alle Besitzer von Nebpflanzungen >Us die ;roßen Gefahren aufmerksam machen, welche aus dem Be- auswärtiger Reben drohen und dieselben auffordern auf die Anführung auswärtiger Reben so lange gänzlich zu verzichten bis F gefahren völlig verschwunden sind.

r Bon dem Ergebniß, der durch die Ortsvorstände anzustellenden Mittelungen wollen Sie uns Nachricht geben und erwarten wir gelben in den Fällen sofort, welche auf das Vorhandensein - Reblaus schließen lassen oder mindestens verdächtig erscheinen. Königliche Regierung, Abtheilung des Innern.

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[ königlichen Landräthe rc.

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W 3ubtm ich den Herren Ortsvorständen der Stadt- und £anb " '""Uden des Kreise» den vorstehenden Erlaß mittheile, veranlasse

ich dieselben, mir den geforderten Bericht bis spätestens zum 25. d Mts. zu erstatten.

Hersfeld, am 15. August 1876.

Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Obgleich ich durch Verfügung vom 10. Juli d. I. in Nr. 56 des Kreisblattes eine Anzahl von Ortspolizeiverwaltungen ange­wiesen habe, bis zum 1. August b. I. für vollständige und ord­nungsmäßige Anfuhr des diesjährigen Landwegebau - Materials zu sorgen, so sind doch immer noch die Gemeinden bezwse. Ortsver­waltungen zu

HerneS, KathuS, KerSprnhausen, Meckbach, Meisebach, Reim- boldShausen, Roßbach, Rotensee und Sorga mit Sölzerhöfen mit Anfuhr desselben ganz oder theilweise im Rückstände.

Die betreffenden Herren Ortsvorstände bezwse. Ortsverwalter erhalten deßhalb hierdurch die gemessene Weisung, schleunigst die Anfuhr Desselben bewirken zu lassen, und daß dies geschehen, mir bis spätestens zum 25. d. MtS., bei Meidung von 3 Mark Strafe, anzuzeigen.

Hersfeld, am 14. August 1876.

Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Seitdem es in immer weiteren Kreisen unseres großen Vater­landes zur schönen Sitte geworden ist, das Andenken an die ruhm­reichen Ereignisse von 1870] 71 alljährlich an dem vom deutschen Volke selbst dazu auserkorenen 2. September in festlicher Weise zum Ausdruck zu bringen, hat sich auch an vielen Orten der Ge­brauch gebildet, an diesem Tage den Schülern unserer Volksschulen aus Gemeindemitteln ein Gedenkbüchlein zu schenken, welches, eingegeben und durchweht von den Gefühlen der Liebe und Treue zum Vaterlande und zu seinem hellstrahlenden Herrscherhause, diese Gesühle auch in den Kinderherzen wach zu rufen und zu nähren geeignet ist.

Die Herren Bürgermeister mache ich darauf aufmerksam, daß zu diesem Zwecke von C. Troy folgende Büchlein (Verlag von Otto Radke in Essen) erschienen sind:

1. Wilhelm I., Deutschlands Heldenkaiser.

2. Der Franzosenkrreg.

3. Louise, Königin von Preußen.

4 Friedrich Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches und von Preußen.

Der Preis eines Exemplars dieser Büchlein beträgt 20 Psg., bei Parthieabnahme von 500 Stück gemischt oder eines einzelnen Wertes 15 Pfg., und gilt letzterer Preis schon bei Parthieabnahme des unter 1. aufgeführten Werkchens von 100 Stück an.

Hersfeld, am 14. August 1876.

Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Die Herren Bürgermeister des Kreises mache ich für die be» vorstehende Sedanseier, in Folge höheren Auftrags, außer auf die bereits empfohlenen Schriften, auch auf die neue Bearbeitung des Büchleins:

Sedanseier für Schule und HauS, von J. G. J»kraut (Ver­lag von Hugo Klein in Barmen.)"

mit dem Bemerken aufmerksam, daß der Preis pro Exemplar auf 40 Pfg., in Parchien von 25 Exemplaren an auf 30 Pfg. sich stellt.

Hersfeld, am 14. August 1876.

Der Königliche Landrath Freiherr von Broich.

Kreis Hünfeld.

Die Standesbeamten sind angewiesen, wegen des Aushanges