Einzelbild herunterladen
 

£ '£ <> /K/^ W k k - a tf 111ll I I

für die

Kreise Hersfeld und Hünfeld.

V 31.

HesSfeld, Sonnabend den 11. März

S^6.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition I Mark pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Rtium mit 10 Pig. berechnet

^mtsicöes.

Kreis Hersfeld.

Mit Bezugnahme auf den §. 12 der Jnstruction über die Ver­anlagung der Klassensteuer vom 12. Dezember 1873 (Amtsblatt von 1874 Nr. 4) werden den Herren Bürgermeistern des Kreises die gegen die Klassensteuer-Veranlagung pro 1876 erhobenen Reklama­tionen behufs Begutachtung burcb bie Klasse -steuer-Veranlagungs- Commission nebst den Einkommens-Nachweisungen zu den Klassen- steuer-Rollen pro 1876 an 9. d. Mis. zugefertigt werden.

Die Herren Bürgermeister haben dafür zu sorgen, daß die Begutachtung sofort und in einer einzigen Sitzung vorgenoinmen und daß das von s ä m m t I i ch e n Commis - sions-Mitaliebe rn zu unterschreibende Gutachten auf die Retlainationss chrift selbst oder zu jener ein» Seinen Reklamation auf einen besonderen Bogen nie» der geschrieben wird und zwar möglichst kurz, unter Beschränkung auf die rein thatsächliche Begründung desselben.

Die. pro 1876 veranlagten Steuersätze und das der Besteuerung zu Grunde liegende Sintommen ist aus der Einkommens-Nachwei» jung zu ersehen und ist auf einer jeden Reklamation die Nummer der Klassensteuer-Rolle anzugeben.

Die Rücksendung der Reklamationen und der Einkommens- Nachweisungen wird bis spätestens zum 14. n. Mts. erwartet und dabei bemerkt, daß die Herren Bürgermeister die Gutachten der betreffenden Emschätzungs-Commission mitzuunterzeichnen haben Hersfeld, am 7. März 1876.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Nach rechtskräftig gewordenem Resolute der Königlichen Regie rung zu Casiel vom 29. Januar 1876 ist die Königliche Direction der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn berechtigt, zur Erweiterung des Bahnhofs Oberhaun folgende in der Gemarkung Oberhaun belege- nen Parzellen:

a) A. Nr. 87b, | Acker 154 Nth.

b) A. 1459, - 17^

c) A. 88b, - 17|

d) A. 1459, , abgemessen von

zu a; A. 87, f Acker 4 Nth. Garten rechts der Bahn, in der Langenwiese, dem Joh. Adam Glebe zu Oberhaun gehörig;

zu b: A. 88 a, 1 Acker 17| Rth. Garten links der Bahn,

zu ci >. 88, 11 1{ Garten rechts der Bahn,

$u d: A. 92, | 1| Garten beim Hause dem Ernst

Braun und dessen Braut Anna Gela Hahn zu Oberhaun gehörig, zu enteignen.

Als Expropriations - Commissar der Königlichen Regierung zu Gaffel habe ich Termin zur Feststellung der zu gewährenden Ent­schädigungen auf

Montag, den 3. April d. I., Nachmittags 2 Uhr, rn die Wohnung des Ortsvorstands zu Oberhaun anberaumt und wer­den zu demselben alle diejenigen Betheiligten, welche nicht bereits per- sönliche Vorladung erhalten haben, in Gemäßheit des §. 25 des Gesetzes über die Enteignung von -Grundeigenthnm vom 11. Juni 1874 be­

hufs Wahrnehmung ihrer Rechte hierdurch unter der Verwarnung vorgeladen, daß ohne Zuthun des etwa Ausbleibenden die Entschä­digung festgestellt und wegen Auszahlung o^er Hinterlegung dersel­ben verfügt werden wird.

Hersfeld, am 6. März 1876.

Der Commissar der Königlichen Regierung zu Casirl. Auffarth, Landrath.

Kreis Hünfeld.

Hünfeld am 8. März 1876.

Die kath. Schulstelle zu Leimbach wird mit dem 1. Mai er. erledigt. Etwaige Bewerber um dieselbe werden aufgeforder, ihre Meldungsgesuche mit den nöthigen Zeugnissen versehen, binnen 3 Wochen bei der unterzeichneten Behörve oder bei dem Herrn Local- schulinspector Dechanten Walter zu Eiterfeld anzubringen.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 8. März 1876.

Bewerber um die vom 1. Mai d. I. erledigt werdende Schulstelle zu Michelsrombach haben ihre mit den nöthigen Zeug­nissen versehenen Meldungsgesuche binnen 3 Wochen bei der unter­zeichneten Behörde oder bei Dem Herrn Localschulmspector Pfarrer Hartmann zu Michelsrombach einzureichen.

Der Königliche Landrath Götz.

Feuilleton.

Engel.

Erzählung von I. D. H. Temme.

(Fortsetzung.)

Ich hasse Dich nicht, fürchte Dich nicht."

WaS ist es denn?"

Er rief es hastig, leidenschaftlich.

Sie blieb ruhig.

Die Liebe ist es," sagte sie.Deine Liebe, die nicht betrogen werden darf; meine Liebe, die Dicht betrügen darf."

Ihre Ruhe war so erhaben.

Engel, wer bist Du?" fragte er sie.

Eine arme, niedrige Kellnerin," sagte sie.Wie Du mich fandest, wie Dir mich siehst."

Und was warst Du?"

Was ich auch noch bin. Die Tochter eines armen Dorfschul- lehrers, die früh bei fremden Leute» dienen mußte, dann"

Sie ftodte. Eine furchtbare Blässe bedeckte plötzlich ihr Gesicht.

Sie fuhr mit der Hand darüber hin, und dann, fuhr sie fort, immer die dienende Magd blieb".

Er hatte es nicht gesehen, wie sie so blaß wurde. Ihre Worte schienen ihm das Herz zu erleichtern.

Und darum dürfen wir uns nicht angehören," rief er.

Wir dürfen nicht, Ferdinand"

Weiche mir niche aus, Engels sagte er.

Auf einen Augenblick kehrte jene entsetzliche Blässe in ihr schönes Antlitz voll Liebe und voll Trauer zurück Ein schwerrer Seufzer- rang aus ihrer Brust hervor. Damit hatte sie ihren ganzen Murh,