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Engel ergriff sie. Heiße Thränen strömten auf die abgezehrte Hand hernieder.
„Ja, ich bin es, Herr von Melville. Aber der Arzt hat Ihnen das Sprechen verboten. Sie dürfen sich nicht aufregen."
Eine Minute lag der Kranke stumm, er drückte nur die Hand, die er gefaßt hielt. Dann sprach er ruhig, mit einer fast wunderbaren Ruhe.
„Ich soll nicht sprechen, ich darf mich nicht aufregen! Aber ein paar Fragen muß ich an Dich richten, und Du mußt sie mir beantworten." > .
„Warst Du hier meine Pflegerin?"
„Ja" sagte Engel.
„Seit wann?"
„Seit dem Tage Ihrer Verwundung."
Eine Minute lang schwieg er wieder; dann hatte er eine weitere Frage.
„Was hat der Doktor gesagt? Bin'ich blind?" (F. f.)
Vermischtes.
Biedenkopf, 4. Febr. Heute Nacht zwischen 12 und 1 Uhr brach in einer Reihe von Scheunen dahier Feuer aus, welches so rasch um sich griff, daß ungeachtet der größten Anstrengungen der Feuerwehr und der übrigen Bewohner der Stadt binnen 1| Stunden 5 Scheunen in Asche lagen. Da die Gebäude ziemlich viel Stroh und Heu enthielten uno die gegenüberstehenden Wohngebäude zum Theil Holzbekleidung haben, so ist es fast zu bewundern, daß die gewaltige Gluth aus den engen Herd beschränkt blieb. Bon auswärtigen Löschmannschaften hat diejenige von dem eine halbe Stunde entfernten Dorf Eckelshausen, welche mit ihrer Feuerspritze bald nach den drei Biedenkopfer Spritzen zur Stelle war, sich besonders verdient gemacht. Ueber die Ursache des Brandes ist vorerst nichts Näheres bekannt. (0. Z.)
Lethmode, 4. Februar. (Explosion.) Heute Morgen um 10 Uhr flog das in der Nähe der Bergisch-Märkischen Eisenbahn liegende Pulvermagazin in die Luft. Es lagerten darin die Pulver- und Dyuamitvorräthe, welche zum Sprengen in den Herm'schen Steinbrüchen verwand werden. Die Lufterschütterung war derart, daß z. B. an dem Gebäude der Güter-Expedition der Bergisch-Mär-
kischen Bahn, welches einige Minuten von dem Magazin "entfernt liegt, sämmtliche Fensterscheiben zertrümmert wurden. Ein junger Mann, Arbeiter in den Steinbrüchen, wird vermißt. Sonstige Unglücksfälle sind nicht zu beklagen. Die Dynamits orräthe lagern in dem Kellerraum; diese sind zwar nicht entzündet, jedoch wird ihre Explosion jeden Augenblick erwartet. Es wurde deshalb den Arbeitern in den Steinbrüchen der Auftrag ertheilt, mit der Arbeit aufzuhören und sich aus der Nähe des gefährlichen Orts zu entfernen. In dem Magazin lagerten ca. 100 Centner Pulver.
Tost, 4. Februar. (Mord.) In dem benachbarten Dorfe Rudno hat der 20jährige Häuslersohn Pieczik seine leibliche Mutter vermittelst mehrerer Axthiebe am 23. v. M. getödtet und zwar aus dem Grunde, weil ihm die Mutter nicht das izum Tanz verlangte Geld geben wollte! Der Mörder ist verhaftet und in das Kreis- gerichtsgefängniß zu Gleiwitz gebracht woroen
Aus dem Kreise Wittgenstein, 4. Februar (Fünf Personen verbrannt) In einer der letzten Mächte brannte im Dorfe Dotzlar das Haus des Maurers I. G. Rath nieder. Das Feuer wurde so spät bemerkt, daß nur die Frau des Rath mit ihrem kranken jüngsten Kinde aus dem in Flammen stehenden Hause fliehen konnte. Der älteste Sohn, welcher seine Geschwister retten wollte, mußte aus einem, Fenstrr des 2. Stockwerkes springen, wobei er sich erheblich verletzte und schwere Brandwunden davon trug. Rath selbst, der in Folge eines im vorigen Jahre erlittenen doppelten Beinbruches noch unbehülflich war, sowie 4 Kinder von 4—13 Jahren, fanden den Tod in den Flammen; 5 schrecklich verbrannte Leichen wirrden in ein Grab gesenkt.
Hof, 3 Febr. An der im Bau begriffenen Fichtelgebirgsbahu ist eine Arbeiterhütte, während die Arbeiter frühstückten, durch Dynamit-Explosion in die Luft geflogen. Drei Personen sind gelobtet, acht verwundet.
Den letzten Nachrichten aus Südamerika zufolge wurde die Stadt Albancay in Peru in der Nacht vom 4. auf den 5. Dezember durch ein Erdbeben zerstört.
St. Etienne, 5. Febr. Durch eine gestern hier stattgehabte Gruben-Explosion sind 216 Arbeiter verschüttet worden. Davon iiin bis heute Morgen 24 lebend und 26 todt herausgezogen. Die übrigtn werden für verloren gehalten.
EekanntmaehunZ.
Nachdem der Lederhändler Samuel Oppenheim 531. früher zu Nieder- aula, jetzt dahier, angezeigt hat, daß er überschuldet und zur Befriedigung seiner andringenden Gläubiger außer Stande sei, so wird zur summarischen Anmeldung der Forderungen, zur Wahl eines Curators, sowie zum Güteversuche, behufs Abwendung des förmlichen Concurses Termin auf
den 28. Februar d. I.
Vormittags 10 Uhr C-St. hierher anberaumt, wozu sämmtliche Gläubiger unter dem Rechtsnachtheile geladen werden, daß die nicht erscheinenden einfachen Gläubiger als dem Beschlusse der Mehrheit der Erschienenen beitretend werden angesehen werden.
Hersfeld, am 28. Januar 1876.
Königliches Amtsgericht, Abthl. 11.
Schoedde.
___vt. Beck.
^ Holz-Verkauf.
Dienstag den 13* Februar d. J.
vonMorgenS9Uhran sollen in hiesiger Gemeinde- Waldung im Waldorte Linsenhauk
177 Kiefern Bau- und Werkholzstämme von 6, bis 16 Meter Länge und 13 bis 36 Zentimeter Durchmesser, M Stück Rüstreitel öffentlich auf das Meistgebot verstrichen werden.
Die Zusammenkunft findet im hiesigen
Anzeigen.
Wirthshause statt, wo auch bei ungünstiger Witterung der Verstrich abgehalten wird. Morles, am 5. Februar 1876.
Der Bürgermeister
Weber.
Oeffentlicher
Srntzholz-Berkanf.
Freitag den 18. d. MtS.
sollen in der Overförsterei Burghaun u z. im District Nr. 36 H e r r n ä ck e r Abth. a :
— 44 Stück Kiefern Nutzholz-Stämme III. Classe von 14 bis 23 Meter Länge und 25 bis 34 Centimeter Durchmesser — 51,66 Festmeter haltend, — 189 Stück bergt. IV. Classe von 8 bis 22 Meter Länge u. 19 bis 36 Zentimeter Durchmesser — 141,13 Festmeter haltend, = 34 Stück dergl. V. Classe von 6 bis 19 Meter Länge und 16 bis 32 Zentimeter Durchmesser = 14,51 Festmeter haltend, ^ 6 Stück dergl. Stangen I. Classe (Gerüst- reitel) — 0,54 Festmeter haltend, = 84 Rmtr. dergl. Klafternutzholz I. Classe (Schalholz in starken Knüppeln von 2 Meter Länge) öffentlich meistbietend unter den im Termine bekannt gemacht werdenden Bedingungen verkauft werden.
Die Versammlung der Käufer findet Vormittags 10 Uhr beim Gastwirth Herrn Carl Malkmus zu Burghann statt, woselbst auch der Verkauf abgehalten werden wird.
Burghaun, am 1. Februac 1876. V Der Königliche Oberförster Kehr-
Oeffentlicher
SkuHholj-B-kk<Mf.
Donnerstag den 24. d. Mts.
sollen in der Oberförsterei Burghaun u. z. im District Nr. 31 Winterlied, Abth. a.:_
— 2 Stück Kiefern Nutzholz-Stämme III. Classe von 6,8 und 8 Meter Länge und 43 bis 47 Zentimeter Durchmesser, 2,34 Fest- meter haltend,
64 Stück dergl. IV. Classe von 8 bis 15 Meter Länge und 21 bis 51 Zentimeter Durchmesser, 43,50 Festmeter haltend,
40 Stück dergl. V. Classe von 6 bis 14 Meter Länge und 19 bis 29 Zentimeter Durchmesser, 16,92 Festmeter haltend, -188 Rmtr. dergl Klafternutzholz I. Classe (Schalholz in starken Knüppeln von 2 Meter Länge) öffentlich meistbietend unter den im Termine bekannt gemacht werdenden Bedingungen verkamst werden.
Die Versammlung der Käufer findet Vormittags 10 Uhr beim Gastwirth Herrn Ludwig zu Steinbach statt, woselbst-aurh der Verkauf abgehalten wird.
Burghaun, am 5. Februar 1876.
Der Königliche Oberförster Kehr.
£>|Puf dem Freiherrlich von Dpiegel'schen ^^Gute zu Buchenau können ca. 120 Centner gutes Heu und ca. 60 Centner Grummet aus freier Hand abgegeben werden.
Buchenau, am 1. Februar 1876.