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Mit der Versicherung, daß ich nur gute und correkte Arbeit liefere wie Probe-Abdruck, und mit der Bitte mein Gesuch zu berücksichtigen unterzeichnet
Hochachtungsvoll Ergebenst
C. B o i g t, Berlin, den 30. Januar 1876, Hof-Graveur.
Friedrichstraße 158.
Wird hierdurch zur Kenntnisnahme für die Kirchenvorstände des Kreises veröffentlicht.
Hünfeld, am 8. Februar 1876.
Der Königliche Landrath Götz.
Uebersicht
über die in der Va'anzenliste für Militär-Anwärter (Nr. 5) enthaltenen erledigten Stellen.
1. A.-C. 11 Stellen: Christburg, Guttstadt, Station Jucha, Königsberg t Pr., Lötzen, Lhck, Wärterstation 4 und 6 bei Station Neuhäuser, Wärterstation 180 | 181 bei Ostrokollen, Pillau und Powayen.
2. A.-C. 5 Stellen: Gnesen, Konitz, Stettin und Tribsees.
3. A.-C. 22 Stellen: Küstrin, Reppen-Küstrin und Wriezen.
4. A.-C. 7 Stellen: Ariern, Benneckenstein, Diesdorf, Eisleben, Stendal, Tröglitz u. Zeitz. - - *
5. A.-C. 14 Stellen: Nikrisch, Posen, Raudten-Glogau u. Rogasen.
6. A.-C. 121 Stellen: Breslau, Glatz, Keltsch, Oels u. Ratibor.
7. A.-C. 117 Stellen: Altenberge, Düsseldorf, Freckenhorst, Hoet- mar, Hagen i. | W., Werne u. verschiedene Stationen der Bergisch-Märkischen Eisenbahn.
8. A.-C. 1 Stelle: Stromberg.
9. A.-C. 29 Stellen: Altona u. Keytum auf Sylt.
10. A.-C. 6 Stellen: Alfeld, Basteln, Emden, Freden, Hannover u. Northeim.
11. A.-C. 4 Stellen: Butzbach, Groß-Zimmern, Jena u. Niederhohne. Die Vakauzenliste ist einzusehen bei den Landraths-Aemtern und den Landwehr-Bezirks-Behörden.
Feuilleton.
Erzählung von J. D. H. Temme.
(Fortsetzung.)
Die Wirthin kam ihr entgegen.
„Ich komme als Krankenwärterin aus der Stadt," sagte Engel, „für den Verwundeten."
Der Frau fiel eine schwere Sorge vom Herzen.
Sie selbst konnte zu der Pflege des Verwundeten nichts bei« tragen; sie hatte kleine Kinder und ihre Wirthschaft und nur eine Magd, die für sie genug zu thun hatte.
So sah sie auch das hübsche, feine, junge Mädchen, die Kran- kenwärterin bei dem jungen Studenten sein wollte, nicht weiter darauf an.
Sie ging den Arzt herbeizurufen.
„Aber der Verwundete wird es wohl nicht erfahren dürfen," bat Engel.
Die Wirthin fand auch darin nichts.
Sie holte den Arzt herbei.
Er war erstaunt, als er die Kellnerin sah.
Die „Paukärzte" sind alle Studenten.
Er kannte Engel, und Alle, die sie kannten, hatten Achtung vor der stillen, sittsamen Kellnerin, die ein Leiden haben mußte, das Niemand kannte. .
Engel gab ihm einen Wink, daß er sie in Gegenwart der Wirthm nicht verrieth.
Er führte sie zu dem Verwundeten.
„Sie, Engel!" rief er unterwegs, als sie allein waren.
„Was macht der Herr von Melville? fragte Engel.
Der Arzt zuckle die Achseln.
„Hat er das Gesicht verloren?"
„Gott weiß es?"
Er erzählte:
„Das Duell war ein erbittertes gewesen. Anfangs nur auf Seite des Herrn von Melville. Der Herr von Wilde hatte sich lange nur vertheidigt. Die beiden Gegner waren bis zum gestrigen Tage die besten Freunde gewesen. Ein Wort hatte sie entzweit, ein Wort Wilde's."
Was für ein Wort es war, wußte auch der Arzt; er sprach es
zu der Kellnerin nicht aus; Engel fragte ihn nicht danach; wenn sie es nicht wußte, so ahnte sie es.
Melville hatte seinen Gegner auf Pistolen fordern wollen; Einer von ihnen Beiden sollte bleiben. Die beiderseitigen Sekundanten hatten den langjährigen Freunden erklärt, auf Pistolen würden sie ihnen nicht fekundiren. So schlugen sie sich auf krumme Säbel, aber der Kampf sollte so lange dauern, verlangte Melville, bis Einer von ihnen völlig kampfunfähig sei.
Dem wüthenden Eindringen Melville's gegenüber hatte Wilde zuletzt sein kaltes Blut nicht mehr bewahren, er hatte nicht mehr bloße Vertheidung entgegensetzen können. Er schlug nach.
Ein unglücklicher Hieb traf beide Augen Melville's.
Er stürzte nieder; das Blut flog empor. Er wollte die Augen öffnen, um zu versuchen, ob er noch sehen könne. Er vermochte es nicht. Der Arzt wollte sie ihm öffnen. DaS hervorströmende Blut aus der langen und breiten Wunde machte jeden Verbuch unmöglich. Man mußte die Wunde verbinden, damit der Verwundete sich nicht verblute."
„Haben Sie Hoffnung für sein Gesicht?" fragte Engel.
„Der Arzt darf die Hoffnung nie aufgeben."
„Bis wann können Sie Gewißheit erlangen?"
„In acht Tagen, wenn der erste Verband ab genommen wer» den darf."
„Sie werden bei ihm bleiben?"
„Ich verlasse ihn nicht'"
„Und ich werde seine Pflege mit Ihnen theilen."
Engel sprach ruhig-und entschlossen.
Der Arzt sagte nichts dagegen.
Wie er der Kellnerin ansichtig geworden war, hatte er nichts Anderes erwartet.
„Eine Bitte noch, Herr Doktor," sagte Engel. „Wenn er das Licht der Augen behält, so darf er nicht erfahren, daß ich hier war."
Der Arzt sagte es ihr zu.
Wenn er erblindet ist — sie sprach nicht davon.
Sie gingen zu dem Verwundeten.
Er lag in demselben hohen alten Nittersaale, in dem das Duell stattgefunden hatte.
Es war das geräumigste, luftigste und ruhigste Gemach des Hauses.
Der Verwundete schlief, oder vielmehr er lag in jenem Zustande des halben Schlummers, des halben Wachens-, der Aufregung Ind der Erschlaffung des^Nervensystems, der ihn unempfänglich machte für das, was um ihn vorging.
Er hatte es nicht gehört, wie der Arzt sich entfernte, er hörte nicht dessen Rückkehr, nicht den Schritt Engels.
Sie stellte sich an sein Lager. Sie schaute stumm auf die blutigen Binden, die ihm den Kopf, die Augen bedeckten, auf den bleichen Nest des Gesichtes.
„Für mich!" sprach eS in ihrem Innern. „Für mich ist er so elend geworden! Wird er ein armer blinder Mann sein?"
Sie trat zu dem Arzt.
„Bestimmen Sie über mich. Ich bin seine Magd, ich bin Ihre Magd."
Sie war von dem Augenblick an die Pflegerin des Verwundeten, mit der Treue und Hingebung der Liebe, und über die Treue und Hingebung der Liebe geht keine andere.
Der Verlauf der Krankheit war ein regelmäßiger. Der Verwundete war in den ersten Tagen völlig von klarem Bewußtsein; das Wundfieber stellte sich mit großer Gewalt ein. Dann kehrte die Besinnung ihm nur langsam und nur schwach und unklar zurück. Er war geschwächt durch den Blutverlust, die Schmerzen; gerade die Kopfnerven waren ihm angegriffen.
Der Arzt hatte den berühmtesten Chirurgen der Universität zu»
gezogen.
Der Profeffor war mit dem „Paukarzt" einverstanden, auch darüber, daß erst am achten Tage der Verband ab genommen werden dürfe.
Er versprach, dazu zurück zu kehren.
Der achte Tag erschien.
Der Morgen des Tages war schön.
Der Arzt hatte die Fenster des hohen Rittersaales, in dem der Kranke lag, öffnen lassen. Die warme Frühlingsluft, der Duft von Blüthen und Blumen aus Wald und Garten zog in das Gemach ein, mit ihnen der fröhliche Gesang der Vögel.
Der Kranke war aus seinem Schlafe erwacht.
Engel trat leise auf das Bett zu, leise, zärtlich und besorgt.
Er horchte hoch auf, eine jähe Rothe überflog sein Antlitz.
„Engel!" rief er. Er hatte ihren Schritt vernommen und er= sannt Sie drückte die Hand auf das Herz.
„Engel!" rief er. „Bist Du es?" Und er streckte die Hand qus