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8. A.-C. 35 Stellen: Aachen, Coblenz, Cöln, Effeld, Elmpt, Heins­berg, Maldingen, Merkstein, Saarbrücken, verschiedene Stationen der Saarbrücker und Rhein-Nahe-Eisenbahn, Trier, Türkismühle und Wittlich.

9. A.-C. 7 Stellen: Bremervörde, Mölln und WandSbeck.

10. A.-C. 6 Stellen: Aurich, Hannover, Münden und Norderney.

11. A.-C. 11 Stellen: Altena, Cassel, Diez, Geisweid, Limburg,

Siegen, Villmar, Waldkappel, Wetzlar und Wiesbaden.

Die Vakanzenliste ist einzusehen bei den Landraths-Aemtern und den Landwehr-Bezirks-Behörden.

Tagesbegebenheiten.

Berlin, 24. Jan. DieKreiszeitung""meldet: Der Kron­prinz begibt sich am 26. d. von hier nach Cassel, um dort am 27. d. den Geburtstag seines ältesten Sohnes, des Prinzen Friedrich Wil­helm, zu feiern. Noch an demselben Tage kehrt der Kronprinz nach Berlin zurück. Am 5. Februar reisen der Kronprinz und die Frau Kronprinzessin von hier nach Weimar, um am 6 k. Mts. da­selbst der Vermählung der Prinzessin Marie von Sachsen-Weimar mit dem bisherigen deutschen Botschafter in Petersburg, Prinzen Heinrich VII. Neuß, beizuwohnen. Noch am 6. Februar gedenken die kronprinzlichen Herrschaften sich nach Gotha zu begeben.

Zur einmaligen Unterstützung für emiritirte Elementarlehrer und Lehrerinnen hat der Kultusminister aus dem vom Jahre 1875 verbliebenen Dispositions - Quantum jeder Regierung in den alten Provinzen eine Summe zur Verfügung gestellt.

Die für die Postbeamten seit 1872 bestehende Kaiser-Wilhelms­stiftung soll nach einer vom Reichskanzler dem Bundesrath gemach­ten Vorlage auch auf die Telegraphen-Beamten auspedehnt werden. Diese Stiftung wurde aus den Ueberschüssen gegründet, welche die Postverwaltung durch die Führung der Post in den während der Kriegszeit und deren Folgezeit besetzten französischen Landestheilen erworben hat.

Feldmarschall Graf Wrangel wird in diesem Jahre, nachdem er sein 92. Lebensjahr überschritten haben wird, sein acht­zigjähriges Tienstjubiläum im königlich preußischen Heere feiern. Es ist dies ein Fall, der bisher noch nicht vorgekommen sein dürfte.

(Schicksale deutsch er 'Einwanderer in Australien.) Ungewöhn­liche Enthüllungen sind zu Tage gekommen über das Leben eines Häufleins deutscher Einwanderer, welche im April v. I. nach der Kolonie in Somersetshire kamen. Dieselben wurden in Folge der Prophezeiungen einer epileptischen Frau, Namens Maria Heller, welche einen furchtbaren Krieg in Europa vorhersagte und Australien für den einzigen sichern O t in der Welt erklärte, bewogen, ihren Geburtsort Hainau in Schlesien zu verlassen. In der Kolonie an­gekommen, kauften sie sich Land in den Ebenen des Gebirges im nordöstlichen Distrikt, lebten zusammen und verwalteten ihr Eigen­thum gemeinschaftlich. Ihr kleines Kapital war aber bald veraus­gabt, und sie geriethen in den größten Nothstand. Ein Zeitlang unterstützte sie ein Ansiedler in dem Distrikt, ein LandSmann, mit Lebensmitteln, aber sie entzweiten sich mit ihrem Wohlthäter, weil er wollte, daß sie ihr Lager verlassen und sich Arbeit suchen sollten. Die Frau Heller, der unbedingter Gehorsam geleistet wurde, verbot irgend etwas derartiges, und die Unglücklichen kämpften mit dem furchtbarsten Hunger, da sie außer Mehl und etwas Gemüse nichts zu essen hatten. Um die Gemeinde zusammen zu halten, wollte die Frau Heller nicht erlauben, daß irgend welche Hilfe nachgesucht wurde; das Resultat war, daß viele der armen Geschöpfe buchstäb­lich verhungerten. Acht starken am Hungertyphus und wurden auf der Ebene begraben; ein Knabe sowie ein junger Mann befinden sich noch in einem jämmerlichen Zustande durch den Scorbut. Da das Lager dieser unglücklichen Geschöpfe weit von jeder Stadt ent­fernt ist, wurde ihre schreckliche Lage erst vor wenigen Tagen be­kannt. Als die australische Regierung zu Melbourne davon Kunde bekam, erhielt Inspektor Brook Smith sofort Befehl, den Ort zu be­suchen und den nothwendigsten Beistand zu leisten. Er kam diesem Befehle nach und ließ sofort Lebensmittel und einen Arzt nach Ort und Stelle schaffen, um Beistand zu leisten.

Ferch bei Werder. Die Frau des Arbeiters Stoof ging am Sonnabend den 22. d. Mts. Vormittags nach dem Hofe, um Holz klein zu spalten, und ließ ihr fünfjähriges Töcbterchen allein in der Stube zurück. Bald darauf vernahm die Frau von der Stube her ein Geschrei und eilte sofort mit einigen Nachbarinnen zur Stelle. Dort bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick dar. Das ohne Aufsicht zurückgelassene Kind hatte, während die Frau Holz auf dem Hofe spaltete, sich dem Kamine, in welchem Holz brannte,. genähert und aus demselben 'in brennendes Stück Holz gezogen, wodurch die Klei­

der des Kindes in Flammen geriethen. Trotzdem man sofort die Flammen erstickte, hatte das Kind doch derartige Brandwunden er­halten, daß es bereits nach einer Stunde unter den schrecklichsten Schmerzen seinen Geist aufgab.

Die Türken sollen durch ihr jüngstes Mißgeschick sehr depri- mirt sein und beeilen sich, von allen Seiten Verstärkungen nach Trebinje zv ziehen, um die Straße von Trebinje nach Ragusa frei­zumachen, wozu übrigens mindestens 6000 Mann erforderlich sein dürften. Ueber die militainscheu Operationen der letzten Tage ver­lautet jetzt Näheres: Die Insurgenten haben in wiederholten Ge- fechteen alle türkischen Verschanzungen bei Radoxan Zdrelj genom­men und halten nunmehr die Strecke der Straße von Ragusa nach Trebinje zwischen dem Fort Drieno und dem Blockhaus Duze voll, kommen besetzt. Die Kämpfe, welche vom 18. bis zum 21. d. fast ununterbrochen einander folgten, sollen den Türken 500 Todte und zahlreiche Verwundete gekostet haben. Aber auch der Verlust der Insurgenten wird auf über 100 Todte und Schwerverwundete an* gegeben. Nach den Berichten von Augenzeugen wurde von beiden Seiten mit wahrem Löwenmuthe gesümpft und weder Pardon gege­ben noch genommen. Bei dem Sturme auf die türkischen Schanzen wurden insbesondere viele Montenegriner durch Steinwürfe ver­wundet. Unter den auf Seite der Insurgenten Gefallenen befindet sich auch einer ihrer hervorragendsten Führer, Maxim Bacewich, welcher l4 Gefechte mitgemacht hat und dessen Verlust in den Reihen seiner Kampfgenossen schwer empfunden wird. Derselbe ist mit dem Fürsten Nckitta verwandt und war der bedeutendste Anführer der Insurrektion. Seine Leiche wurde nach Ragusa gebracht und auf Verlangen aus Cettinje nach Grahovo gebracht. Es ist noch uner- gründet, warum die Garnison von Trebinje keine Hilfe gebracht hat. Ein kleiner Theil der geschlagenen Türken rettete sich nach dem Fort Drieno, nachdem die tödtlich verwundeten Offiziere die übrig geblie­bene Mannschaft zum Entweichen aufgefordert Um die Scharte auszuweßen, ist Achmet Mukhbar Pascha mit bedeutenden Streitkräf­ten im Anmärsche auf Trebinje.

Ljubobratic hat seine Führerschaft im Aufstande der Herze­gowina aufgeben müssen, weil er in Montenegro mißliebig geworden war. Man traute ihm doch^ nicht recht, weil er es lieber mit Ser­bien htelt und nicht allen aus Cettinje ergangenen Befehlen gehor­chen wollte. Jetzt hat Montenegro, wie dirPolit. Korr." schreibt, die militärische und politische Leitung des Aufstandes vollständig an sich genommen. Man beschäftigt sich r-kin Cettinje, die Jnsur- rektions-Streitkräfte in der Herzegowina Legionen zu theilen, von welchen jede zur Hälfte aus Montenegrinern bestehen und von einem montenegrinischen Serdar befehligt sein wird. Der oberste Kriegsrath, von welchem alle Operationen geleitet sein werden, soll nach wie vor am Hofe des. Fürsten Nikita seinen Sitz haben, Lju» bobratic begiebt sich demnächst mit seiner Familie nach Belgrad.

Feuilleton.

Engel.

Erzählung von I. D. H. Temme.

(Aus derBerliner Gartenlaube". Gratis Beilage zumNeuen Berliner Tageblatt".)

Guten Morgen, Engel, haben Sie schon Kaffee?"

Ja, Herr Werner."

Bringen Sie mir eine Taffe bringen Sie mir gleich drei."

Die Kellnerin Engel ging.

Der Student ging in dem geräumigen Zimmer des Kaffehauses auf und ab.

Er war ungeduldig: er trat an das Fenster, schaute auf den Marktplatz, an dem das Haus lag.

Er erwartete noch Jemanden, wohl zwei Personen, da er drei Tassen bestellt hatte.

Es war noch früher Morgen..

Er war allein in dem Zunmer.

Die Kellnerin kam zurück mit den drei Tassen.

Wohin wollen Sie schon so früh, Herr Werner?" fragte sie den Studenten.

Sie fragte mit einer gewissen Befangenheit.

Es war noch vor der Stunde der ersten Kollegien.

Vor den Frühcollegien tranken viele Studenten ihren Kasse in

dem Kaffehause, das in der Nähe des Universitätsgebäudes lag.

Verreisen", antwortete der Student Werner der Kellnerin.

Die Antwort zerstreute ihre Befangenheit nicht, sie sah den Studenten besorgt an.