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sehen in den heiligen Krieg gegen den Halbmond gezogen sind. Einer aber hat mit dem Sultan bereits feinen Separatfrieden ge­schlossen und ist heimgekehrt; es war ihm zu kalt.

Nur Riesen bürg, 16. Jan, meldet dieVost. Ztg.":Gestern Abend drang hierselbst ein Ulan, der mit einem Arbeiter in Streit gerathen war, mit Gewalt in dessen Wohnung ein. Der Arbeiter und seine Frau flüchteten, worauf der Soldat auf die zurückgelassenen kleinen Kinder einhieb, derart, daß eins derselben nach wenigen Stunden starb, das andere dem Tode nahe ist."

Rußland rüstet, wie man wissen will. Jedenfalls dürsten die von dort gemeldeten militärischen Maßregeln mit der Lösung der orientalischen Frage in Verbindung stehen.

Eine aus Wien kommende Sensationsnachricht meldet, daß die Eisenbahn von Orenburg und ebenso die Bahnen aus dem Innern nach den Westgrenzen sich auf große militärische Transporte vorbe­reiten, die im Frühling stattfinden sollen. An der Fertigstellung der im Bau begriffenen Linie werde Tag und Nacht gearbeitet.

Was über den Zustand eines Theiles der türkischen Mannschaften erwähnt worden, wird in würdiger Weise durch die Mittheilung er­gänzt, daß den Subaltern-Osfizieren der in der Herzegowina ope- rirenden Truppen seit 22 Monaten kein Gehalt aushezahlt wurde, was viele derselben veranlaßt, ihre Entlassung zu nehmen. Da auch die Mannschaften über unzureichende Verköstigung murren, so er­schein tes nicht unglaubwürdig, wenn wie berichtet wird, daß Mouchtar Pascha bereits an dem Erfolge seiner Aufgabe zweifeln und den Seraskier um seine Abberufung gebeten haben soll, da er mit solchen Truppen derheiligen Sache" keine wesentlichen Dienste leisten könne. Wie des Weiteren gemeldet wird, hat Ali Pascha telegraphisch alle Vorkehrungen getroffen, um gleich nach seiner Ausschiffung alle Distrikte seines PaschalikS bereisen zu können. Man versichert, daß sich in seinem Gefolge auch der Metropolit der Herzegowina befin­den werde.

Turiner Zeitungen wird aus Ragusa gemeldet, daß der Her­zog von Rasqua aus Genua, welcher im letzten deutsch-französischen Kriege Major in der Vogesen-Armee war, auf der montenegrinischen Grenze eine italienische Legion bUdet.

Nach einer der spanischen Regierung zugegangenen offiziellen De­pesche hat der Karlistenchef Tristani dem spanischen Konsul in Bayonne die Erklärung abgegeben, daß er sich der Regierung deS Königs Alfons bedingungslos unterwerfe. Wie derTiempo" meldet, sind auch die Vorposten der in Navarra stehenden karlistischen Truppen zünden Regierungstruppen übergegangen. General Marlinez Campos hat mit seinen Truppen zwischen Pampelona und Lerm Ostoa Stel­lung genommen; seine Armee ist hinlänglich mit Lebensmitteln ver­sehen.

Don Carlos hat kürzlich eine Thronrede gehalten, in welcher er u. A. die Möglichkeit einer Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten und an Deutschland hervorhob und seinen Freiwilligen er­

zählte, daß er mit wenigen Bataillonen nicht allein Madrid erobern und ganz Spanien unterwerfen, sondern zu gleicher Zeit auch die Vereinigten Staaten und Deutschland bis zur Vernichtung schlagen werde. Diese fröhliche Ansprache des Prinzen Carneval, wollte sagen, diese Narrethei desKönigs Karls" ist unbeanstandet im Cuartel Real" vom 4. d. M. veröffentlicht worden, wodurch die verständigen Carlisten sich in der längst gefaßten Meinung bestärkt sehen, daß der Knabe Don Carl anfangs ihnen fürchterlich zu werden

Fastnacht fällt im laufenden Jahre gerade auf den Schalttag, den 29. Februar. Dieser Fall wiederholt sich erst in ziemlich langen Zeitabschnitten, da er außer der Eigenschaft des Jahres als Schaltjahr noch von zwei weiteren Bedingungen abhängig ist; der 16." April des betreffenden Jahres muß als der Ostertag auf einen Sonntag fallen und der erste Sonntag nach dem Vollmond nach Frühlings-Tag- und Nachtgleiche sein- Demgemäß hat Fast­nacht dieselbe merkwürdige Lage im Durchschnitt etwa alle 116 Jahre; zuletz traf es sich so im Jahre 1724 und wird von jetzt au erst wieder 1944 der Fall sein.

Daß die Ansprüchs der weiblichen Dienstboten sich von Jahr zu Jahr steigern,'.ist eine stehende Klage der Hausfrauen. DaS Neueste in dieser Beziehung ist, daß in diesen Tagen bei Annahme eines Zimmermädchens sich dasselbe ausbedang, sobald Eisbahn vor­handen wäre, ihr jeden Nachmittag zwei Stunden zum Schlittschuh­laufen zu gewähren.

AuS Heffeu.

Hersfeld, 20. Jan. Der heutigeStaats-Änzeiger" publicirt die Ernennung des Regierungs-Präsidenten Freiherrn von Ende zu Düsseldorf zum Oberpräsidenten der Provinz Hessen- Nassau.

Cassel, 19 Jan. In derNacht zum 16. d. M. entstand in dem Hause des Honigkuchenhändlers Bierwirth, Kastenalsgaffe Nr. 9, Feuer, was glücklicherweise rechtzeitig entdeckt und von den Haus­bewohnern gelöscht wurde. Dasselbe soll den ermittelten Umständen nach unzweifelhaft böswillig angelegt sein und sind dieser Handlung verdächtig zwei Bewohner-des fraglichen Hauses in Haft genommen und zwar eine Frau L und deren Schläfer Messerschmidt.

Fulda, 18.Jan. Der Oberpräsident von Esaß-Lothringen, Herr v. Möller, hat dem Domorganisten und Musiklehrer Herrn Oden­wald als Lehrer der Musik an das neu zu errichtende Semmar in Pfalzburg berufen. Spätestens am 21. April wird Herr Odenwald seine neue Stelle antreten. (H. B.)

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Nachdem sich die Neberschuldung des Maurers JuftuS Nuppel von hier und dessen Ehefrau Christine geb. Braun heraus­gestellt, wiro Termin zur summarischen An­meldung der Forderungen gegen dieselben, zur Wahl eines Curators und zum Güte, versuch auf

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anberaumt. Bezüglich der nicht erscheinen­den Gläubiger wird angenommen, daß sie dem Beschluste der Mehrheit der erscheinen­den beigetreten. Zahlungen können in rechtsgültiger Weise nur an den vorläufig bestellten Curator Canzlisten Pfaff zu Hersfeld geleistet werden.

Niederaula, am 18. Januar 1876.

Königliches Amtsgericht.

Burchardi.

Beglaubigt

Floret

Secr.