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Mittwoch den 12. April d. I. Vormittags 9 Uhr für die Mannschaften auS den Gemeinden Bengendors, Friedewald, Gethsemane, Harnrode, Heimboldshausen, Herfa, Heringen, Kleinensee, Lautenhausen, Leimbach, Lengers, Röhrigshof mit Nippe, Philippsthal, Widdershausen, Wölfershauses und Unterneuerode
6. zu Oberlengsfeld
Mittwoch den 12. April d. J. Nachmittags 3 Uhr
für die Mannschaften aus den Gemeinden Ausbach, Conrode, Dün- kelrode, Hillartshausen, Hilmes, Lampertsfeld, Landershausen, Mal- komes, Motzfeld, Obeclengsfeld, Ransbach, Schenklengsfeld, Schenk- solz, Unterweißenborn, Wehrshausen und Wüstfeld. -
Zu strenger Nachachtung für die betheiligten Mannschaften fügt daS Bezirkskommando folgende Bemerkungen hinzu:
1. Zu den Frübjahrs - Controll-Versammlungen haben sich außer den Wehrleuten, welche sich als felddienstunfähig oder dienstuntauglich zu melden beabsichtigen rc. nur diejenigen Mannschaften des Beurlaubtenstandes, welche zu den Reserven und Dispositionsurlauben gehören, sowie die zur Disposition der Ersatz-Behörden Entlassenen einznfinden.
2. Wie den Mannschaften schon früher mitgetheilt ist, werden Ordres nicht ausgegeben, sondern es findet die Beorderung lediglich durch diese Bekanntmachung und durch Ausrufen in den verschiedenen Ortschaften statt. Die Betheiligten werden noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß nach dieser Art der Beorderung die Fehlenden ebenso strafbar sind, als wenn sie wie früher persönliche Ordres erhalten hätten.
3. Die Mannschaften aus einzelnen hier nicht genannten Höfen, Mühlen rc. werden zu den Ortschaften gerechnet zu deren Gemeinde sie gehören.
4. Die Mannschaften haben ihre sämmtlichen Militärpapiere mit zur Stelle zu bringen.
5. Etwaige Dispeusationsgesuche sind rechtzeitig an den betreffenden Dezirksfeldwebel zusrichten und können nur durch daS Bezirks- Commando genehmigt werden. Ist bis zum Tage der Controll- Versammlung die Entscheidung auf ein Gesuch noch nicht er- folgt, so muß der Betreffende unfehlbar bei derselben erscheinen.
6. Etwaige plötzliche Krankheits- oder sonstige Verhinderungsfälle müssen durch ärztliche oder ortspolizeiliche Atteste, welche spätestens auf dem Controllplatz abzugeben sind, bescheinigt werden. In allen ärztlichen Attesten ist die Krankheit anzugeben. Atteste, welche nur die Bemerkung enthalten, daß ein Mann am Erscheinen zur Controll-Versammlung gehindert ist, ohne Angabe des Grundes werden nicht angenommen.
Rotenburg, den 20. Januar 1876.
Königliches Landwehr-Bezirks-Commando
v. Hofe,
Major und Commandeur.
Vorstehende^Bekanntmachung haben die Herren Ortsvorstände der Stadt- und Landgemeinden des Kreises, einschließlich der Ortsverwalter und Nebenbürgermeister, alsbald auf ortsübliche Weise zu veröffentlichen und namentlich dafür Sorge zu tragen, daß die betreffenden Termine zur Kenntniß der betheiligten Mannschaften ihrer Gemeinden gelangen, wofür die Herren Ortsvorstände rc. persönlich verantwortlich sind.
Hersfeld, am 21. Januar 1876.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Bekanntmachung
des Resultates der in diesem Jahre im Bereiche des land- wirthschaftlichen Central-Vereins Cassel abgehaltenen Prämienschauen für Pferdezuchtmaterial.
9. Schaubezirk Rodenberg.
I. In der Abtheilung der einjährigen Stutfüllen:
a) des Friedrich Grupe aus Wiersen, Kreis Rinteln, Schimmelfüllen vom Alamo 25 Mark.
b) des Wente Nr. 2 aus Reinsdorf, Kreis Rinteln, Rappfüllen vom Rusticus 20 Mark.
2. In der Abtheilung der zweijährigen Stutfüllen:
a) des Requardt Nr. 5 aus Wendencamp, Kreis Rinteln, Schimmelfullen vom Alamo 30 Mark.
b) des Wente Nr. 2 aus Reinsdorf, Kreis Rinteln, Schimmelsüllen vom Alamo 25 Mark.
3. In der Abtheilung der dreijährigen Stutfüllen wurde preisgeeignetes Zuchtmaterial nicht vorgeführt.
4. In der Abtheilung der Mutterstuten:
a) des Rosemeier Nr. 2 aus Langenfeld, Kreis Rinteln, Rappstute vom Baas, dem stanken Neitschlage angehörig, mit Füllen vom Malton und bedeckt vom Wildfang 40 Mark.
b) des Domänenpächter Brandt aus Rodenberg, Kreis Rinteln, Rappstute von unbekannter Abkunft, dem leichten Neitschlage angehörig und bisher noch nicht'bedeckt 40 Mark.
c) des Stumm eier Nr. 2 aus Rieben, Kreis Rinteln, braune Stute von unbekannnter Abkunft, dem Ackerschlage angehörig, bedeckt vom Mohr 30 Mark.
d) des Bredemeier Nr. 1 aus Westerwald, Kreis Rinteln, braune Stute von unbekannter Abkunft, dem Ackerschlage ungehörig, mit Füllen vom Malton und bedeckt vom Alamo 30 Mark.
e) des Heinrich Lübke Nr. 19 aus Rihe, Kreis Rinteln, braune Stute von unbekannter Abkunft, dem Ackerschlage angehörig, mit Füllen vom Mohr und bedeckt vom Mohr 30 Mark.
f) des Wüstenfeld Nr. 3 aus Horsten, Kreis Rinteln, braune Stute von unbekannter Abkunft. dem Ackerschlage angehörig, mit Füllen vom Rusticus und bedeckt vom Rusticus 30 Mark.
Cassel und Dillenburg im October 1875.
Der Vorsitzende des landwirthschastlichen Central-Vereins gez.: Wendelstadt.
Der Gestüt-Director gez.: von der Marwitz.
Berlin Wv den 1. Januar 1876. Bekanntmachung.
Die Verwaltung des Post- und Telegraphenwesens.
Zufolge der Allerhöchsten Verordnung vom 22. December 1875 (Reichs-Gesetzbl. S. 379) geht die Verwaltung des Post- und Telegraphenwesens des Reiches mit dem heutigen Tage auf den General- Postmeister über. Unter der Leitung desselben werden die Angelegenheiten der Postverwaltung von dem General-Postamt, die Angelegenheiten der Telepraphenverwaltung von dem General-Telepraphen- amt bearbeitet.
In den einzelnen Bezirken wird die Verwaltung des Post- und TelepraphenwesenS durch Reichsbehörden wahrgenommen, welche die Bezeichnung „Ober-Postdirektionen" führen und in folgenden Orten errichtet sind:
Aachen, Arnsberg, Berlin, Braunschweig, Bremen, Breslau, Bromberg, Carlsruhe in Baden, Kaffel, Coblenz, Cöln am Rhein, Cöslin, Constanz, Danzig, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt am Main, Frankfurt an der Oder, Gumbinnen, Halle an der Saale, Hamburg, Hannover, Kiel, Königsberg in Preußen, Leipzig, Liegnitz, Magdeburg, Metz, Minden in Westfalen, Münster in Westfalen, Oldenburg, Oppeln, Posen, Potsdam, Schwerin in Mecklenburg, Stettin, Straßburg im Elsaß und Trier.
Der Reichskanzler.
Fürst von Bismark.
Tagesbegebenheiten.
Berlin. Am 18. Januar, dem Tage der Wiederaufrichtung des deutschen Kaiserreichs, sind den Regimentern und Truppentheilen auf Befehl des Kaisers die Bildnisse und Büsten der vor dem Feinde im letzten Kriege gefallenen Kommandeure übergeben worden, welche der Kaiser ihnen bereits bestimmt und angewiesen hat. Die Ueber» gäbe hatte mit besonders vorgeschriebenen militärischen Feierlichkeiten zu erfolgen. Bei hiesigen Regimentern und Truppentheilen haben solche Feierlichkeiten nicht stattgefunden.
Dresden, 16.Jan. Der Lieutenant v. S., welcher neulich einen Säbelexzeß in dem Laden des Fleischeimeisters Lehmann herbeigeführt hatte, hat den Abschied aus der königlich sächsischen Armee erhalten.
Münch en, 17. Jan. Von dem Bezirksgerichte Passau wurde am 12. Januar der vormalige Hauptmann Ferd. Frhr. v. Linden- fels wegen unsittlicher Handlungen an Mädchen zu 4 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurtheilt.
Bezüglich der amerikanischen Handels- und Jndustrie-Verhält- nrsse erhalten wir keine erfreuliche Kunde. — Nach Mittheilung der Newyorker Blätter sind die Arbeiten in den großen Eisenwerken von Thedegar in Richmond sogar eingestellt worden. Der Besuch von Vergnügungslocalitäten und Theatern soll in letzter Zeit so abge- genommen haben, daß viele europäische Künstler, welche nach Amerika gegangen sind, um mit Schätzen beladen von dort heimzukehren, ihre Gastspielreisen eingestellt haben. Unter diesen ist unter Anderen auch Th. Wachtel. — In aller Welt empfindet man eben die Nach- wehen der Krachperiode und der ungesunden UeberspeculatioN und man erkennt immer mehr die Nothwendigkeit zu den früheren genügsamen Ideen und Bestrebungen zurückzukehren. (C. Tgp.)
Aus Baden, 17. Jan. Seit dem Augenblicke, wo die neue Umwallung der Festung Straßburg ihrer Vollendung entgegengeht, wird die Nothwendigkeit einer unmittelbaren Verbindung der größten Waffenplätze im Süden Deutschland-, Straßburg und Ulms, sich sofort praktisch geltend machen. Wie die „Bad. Landes-Ztg." hört, ist bie Bahn zwischen den beiden Festungen in bestimmte Aussicht genommen.
In Würzburg werden vier Knaben im Alter von 12 Jahren vermißt, die nach Aussage ihrer Kameraden mit Waffen wohl ver-
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