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Hünfeld, am 4. Januar 1876.
Die Herren Bürgermeister zu
Dammersbach, Giesenhain, Gruben A. H., Mahlerts, Mansbach, Meisenbach, Neukirchen, Rüst, Oberufhausen, Reckrod, Soislieden, Wehrda und der Herr Ortsverwalter zu Wehrda
werden an Einsendung der Bescheinigung über die geschehene Offen- legung .her Klassensteuerrolle in ihren resp. Gemeinden binnen 3 Tagen bei 3 Mark Strafe erinnert.
Der Königliche Landrath
J. V.
Wagner, Kr.-Secr.
Bekanntmach rmg
des Resultates der in diesem Jahre im Bereiche des land- wirthschaftlichen Central-Vereins Gaffel abgehaltenen Prämienschauen für Pferdezuchtmaterial.
(Fortsetzung.)
In den verschiedenen Schaubezirken erhielten folgende Pferde Prämien:
1. Bei Gelegenheit des landwirthschaftlichen Festes in Rotenburg.
1. In der Abtheilung der einjährigen Stutfüllen,
a) des Stückrath aus Baumbach, Kreis Rotenburg, braunes Füllen von unbekannter Abkunft 30 Mark.
b) des Bürgermeister Blum aus Beisesörth, Kreis Melsungen, hellbraunes Füllen von Onus 20 Mark.
c) des- Adam George aus Braunhausen, Kreis Rotenburg, Fuchs-Füllen vom Saklavy 20 Mark.
2. In der Abtheilung der zweijährigen Stutfüllen.
a) des Adam Hüdebrand Wittwe aus Erkshausen, Kreis Rotenburg, Fuchs Füllen von Saklavy 30 Mark.
bj des Carl Justus Großcurth aus Niederellenbach Kreis Roten- burg, Fuchssüllen vom Saklavy 20 Mark.
c) des Hermann Habe aus Obergude, Kreis Rotenburg, Fuchs- Füllen vom Saklavy 20 Mark
3. In der Abtheilung der dreijährigen Stutfüllen,
a) des Pächter Kümmel aus Aue, Kreis Eschwege, braunes Füllen vom Rusticus 40 Mark.
b) des Martin Berge aus Erkshausen, Kreis Rotenburg, braunes Füllen mit Mäße, Abst. unbekannt 30 Mark.
c) des Martin Beige aus Erkshausen, Kreis Rotenburg, braunes Füllen, Abst. unbekannt 30 Mark.
4 In der Abtheilung der Mutterstuten.
a) des Pächter Kümmel aus Aue, Kreis Eschwege, braune Stute, Abst. unbekannt, war jüst geblieben und wieverbeveckt von Schidam, starker Reitschlag 30 Mark.
b) des Bürgermeister Blum aus Beisesörth, Kreis Melsungen, braune Stute vom Constantin, Füllen vom Pax, bedeckt mit Dragoner, Ackersch. 30 Mark. (Forts, f)
Tagesbegebenheiten.
Berlin, 2. Jan Eine Deputation der Salzwirker-Brüderschaft im Thale zu Halle ist am 31. Dec. in Berlin eingetroffen, um den Majestäten, den königlichen Prinzen und Prinzessinen und den Ministern ihre Gratulation, sowie die üblichen Geschenke, bestehend in Schinken, Wurst, Kuchen und Eiern rc. darzubringen.
Berlin, 3. Jan. Die Angabe von einer neuerlichen Erkrankung des Fürsten Bismarck und einer deshalb erfolgten Ausgebung einer beabsichtigten Reise nach Lauenburg ist unrichtig. Der Fürst befindet sich im Gegentheil wohler, als seit langer Zeit und bethei- ugte sich in den letzten Tagen mehrfach an den Sitzungen des preußischen Staatsministeriums.
Berlin, 4. Januar. Beurlaubten Unteroffiziere u. Mannschaften, welche kapitulirt haben, darf einer kaiserlichen Verordnung vom 9. v. M. zufolge die Löhnung für die im §. 92 des Reglements über die Geldverpflegung der Truppen im Frieden begrenzte Dauer auch dann gezahlt werden, wenn dieselben ihrer aktiven Dienstpflicht noch nicht genügt haben.
— Mit Legung unterirdischer Telegraphenleitungen wird bekanntlich in nächster Zeit begonnen werden. Die jetzige Telegraphenverwaltung hat die Absicht, die unterirdischen Leitungen mit der Zeit überall an Stelle der jetzigen treten zu lassen und damit einen Plan zu realisiren, der bereits vor Jahren, als der General v. Chauvin noch an der Spitze der Telegraphenverwaltung stand, in Anregung
gebracht, jedoch aufgegeben war, weil man die Schwierigkeiten der Durchführung, namentlich den Kostenpunkt, nicht, überwinden zu können glaubte.
München, 31. Dezember. Der König hat dem Minister des Innern, von Pfeufer, das Komthurkreuz des Kronenordens und dem bayerschen Militärbevollmächtigten in Berlin, General Fries, das Ritterkreuz dieses Ordens verliehen.
Barmen, 31. Dezember. (Dynamit - Explosion.) GefterTk ’ a Morgen nach 9 Uhr explodirte in einem Hause in der Kuhlerdach-^>. . straße eine Dynamitpatrone. Die sehr heftige Detonation war weit > hörbar und die Erschütterung nicht unbeveutend, so daß in der betreffenden Stube das Mobiliar zerstört und die Fenster zerschmettert wurden. Auch erlitten eine Frau und ein Kind unbedeutende Verletzungen. Der Mann, in dessen Wohnung sich der Unfall zutrug, ist ein Steinbrecher. Ev behauptet, keine Sprengstoffe in seiner Wohnung gehabt zu haben, vielleicht habe eines seiner Kinder die Patrone draußen gefunden. ,
Stallupönen, 27. Dezember. (Unbeaufsichtigte Kinder.) Ein Arbeitsmann, der in der hiesigen Sch.'schen Brauerei beschäftigt ist und in dem benachbarten Dorfe P wohnt, bekommt sein Mittagbrod von seiner Frau zugetragen; da diese aber Keinen hat, der bei ihren kleinen Kindern bleibt, so schließt sie dieselben — wie es leider bei den Leuten oft geschieht und vielleicht geschehen muß — ein. Das kleinste der Kinder wollte nicht ruhig sein und um es zu beruhigen, setzt es das größere auf den großen eisernen Ofen, der in der Stube ist. Als die Mutter bald nach Hause kommt, findet sie, daß das Kind halb verbrand ist. Nach wenigen Minuten gab es seinen Geist auf.
Wien, 2. Januar. Erzherzog Johann Salvator vonToskana, welcher vor kurzem wegen Veröffentlichung einer Brochüre gegen unsere Artillerie strafweise von letzterer Waffe zur Infanterie versetzt wurde, ist vor einigen Tagen wieder zur Artillerie zurückversetzt worden. ' h
— Aus Cattaro wird der „Pol. Corr." geschrieben: „Die Führer des Ausstandes in der Herzegowina haben auf die Nachricht, daß sich in Newyork ein slawisches, meist aus Czechen, Croaten und Russen bestehendes Comite gebildet und Sammlungen zu Gunsten der Jnsurrection mit großem Erfolg dort veranstaltet habe, einen Agenten nach Newyork abgesandt Derselbe soll für den gesammelten Betrag an Ort und Stelle Kanonen ankaufen uud dieselben sicher nach der Herzegowina geleiten. Die Insurgenten hoffen, auf diesem Wege bis zum nächsten März mindestens über 30 Kanonen verfügen und damit die Türken gründlich aus dem Land hinausfegen zü können."
Aus Nagusa wird der „Times" gemeldet,daß die Nachrichten von dem Abschluß einer Anleihe mit Montenegro unrichtig sind. Auch will man wissen, daß dem Fürsten von Montenegro von Pe- tersburg aus der Rath ertheilt sei, unter keinem Vorwande seine bisherige neutrale Haltung aufzugeben, da ein aktives Eingreifen des Fürsten durchaus unmöglich erscheine. Der Fürst habe versprochen, diesen Rathschlägen Folge zu leisten.
Nach slavischen Quellen sollen die Insurgenten wieder einmal einen Sieg erfochten f)abeifr~^i^^(d)aft die jedenfalls nicht für untrüglich ausgegeben werden d^f, tautet wie folgt: „Rauf Pascha ist mit seiner ganzen Macht und einem Proviantzuge für die Kulas in Dugo von Socsitza total geschlagen worden. 500 Türken sind gefallen. Peko Pavalovis hat bei Piano 3600 Schafe, 600 Stück Hornvieh und 100 Pferde dem Feinde abgejagt."
Die „Pol. Corr." meldet aus Cattaro: Die Aufständischen in der benachbarten Herzegowina werden im Großen und Ganzen von den Türken nicht allzu sehr behelligt. — Wie hier verlautet, soll sich der Wojwode Ljubobratic, begleitet von einigen tüchtigen Leuten seines Stabes, nach der serbisch-bosnischen Grenze be- geben haben, um sich von dem dortigen Stande der Dinge durch Augenschein zu überzeugen und eventuell dem Aufstande dort durch t Neuorganisirungen einen frischen Impuls zu geben. Es soll nämlich im Plane liegen, den Aufstand in Bosnien nach vier Richtung hin zu organisiren, und zwar von der Drina, von Kostainitza, von Vischegrad und von Rataschka aus.
Krakau, 31. Deck. In dem 250 Klafter tiefen Schachte der Bochniar Saline kam ein Brand zum Ausbruch, wobei drei Bergleute den Tod durch Erstickung fanden Ein Vierter wird vermißt.
In Bordeaux ist ein großes Feuer ausgebrochen. Der Brand währte vier Stunden. Der Berathungssaal des Gemeinderaths verbrannte vollständig und die Empfangssäle wurden stark beschädigt. Der Schaden wird auf 400,000 Frcs. geschätzt. Das Ci- vilstands-Register, die Wahllisten und andere Papiere, die Gemeinde - kasse und die Kunstwerke wurden gerettet. Niemand kam dabei ums Leben.