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matie eingerichtet, die ganz außerordentlich und großartig organisirt ist. Sie haben nämlich eine beträchtliche Anzahl von Fischer- und Pilotenbooten im Solde, die die Küsten umschwärmen, nach Kriegs­schiffen fpioniren und diesen dann fälschlich Sklavenschiffe denunci- ren müssen, um sie dadurch irre und letztere durch geheime Signale in Sicherheit zu führen.

Die Leute lösen sich von zehn zu zehn Tagen ab und erstatten sich gegenseitig immer sorgfältig Bericht Gar oft muß nun so ein Schist mit lebendiger Fracht, wenn es schon den Hafen sicher erreicht zu haben glaubt, wieder küstenabwärts oder seewärts segeln und sich noch tagelang auf dem Meere herumschaukeln, ehe es seine Fracht an den Mann bringen kann. Manche, die Eile haben, oder die von einem Kriegsschiffe scharf auf's Korn genommen sind, suchen dann auch wohl in einer der vielen Buchten Cubas zu ankern und die Sklaven san's Land zu schaffen, wodurch sie sich wenigstens Straflosigkeit sichern, denn die Verurtheilung oder Konfiskation ei­nes Sklavenschiffes ist gesetzlich eben nur möglich, wenn Sklaven in demselben gesunden werden.

Wird denn der Sklavenhandel noch immer betrieben?" unter­brach ich den Erzähler.Ich und gewiß Viele mit mir waren stets der Ansicht, daß nach dem blutigen Bürgerkriege drüben jenseits des Oceans dieser Schandfleck der Menschheit völlig vertilgt wäre."

(Fortsetzung folgt)

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Vermischtes.

Koblenz, 22. Februar. (Eine edle That eines preußischen Soldaten.) In dem benachbarten Moselweiß waren gestern Nach­mittag 5 Mädchen aus gedachtem Orte auf das am Ufer der Mosel gebildete Eis gegangen, um dort Schlittschuh zu laufen. Plötzlich brachen dieselben sämmtlich an einer Stelle ein, nnd es gelang nur 3 von ihnen, mit Hülfe einzelner herbeigeeilter Leute ungefährdet das Ufer zu gewinnen. Zwei dieser Mädchen aber sanken an der ge­dachten Stelle, an welcher das Waffer gerade sehr tief war, unter und wären unrettbar verloren gewesen, wenn nicht ein Sergeant von der 9. Kompagnie des hier garnisonirenden 4. Garde-Grenadier-Ne- giments Königin, welcher sich in der Nähe befand und auf den Hülferuf herbeieilte, mit seinen Kleidern in die Mosel gesprungen und schwimmend, mit eigener Lebensgefahr, die beiden Kinder, welche schon ganz erstarrt waren, vom Tode des Ertrinkens gerettet hätte. Für diese brave That wird dem unerschrockenen Lebensretter auch dje öffentliche Belohnung nicht fehlen.

Aus vein bayrischen Walde wird geschrieben, daß dort ein gewaltiger Ostwind die Schneemassen an manchen Orten derart gehäuft hat, daß er in einer Höhe von 8 bis 12 Fuß liegt. Wie erzählt wird, muß man bei Wollaberg eine kleine Strecke weit durch ein Schneegewölbe zur Kirche gehen. ' Die ganze Gegend schaut aus wie ein hochwogender See. Solche Vertiefungen und Erhöhungen haben sich in Folge der Schneestürme gebildet.

Allerneueste Markrechnung. Bei einem kürzlich in Pützen Kreis Schaumburg abgehaltenen Holzverkauf macht der Oberförster v. S. bekannt, daß die Gebote nunmehr nach der Markwährung ab- zugeben seien. Nachdem die weiteren Verkaufs-Bedingungen -verle­

sen find, tritt ein aus dem nahen hannoversschen Orte W. anwesen­des Bäuerlein mit der Frage vor: Erlauben Sie Herr Oberförster, eine Mark, ist das eine halbe HD er eine ganze Klafter Brennholz?

Feuer in einer schwedischen Zündholzfabrik. Ueber das Feuer in der ZündholzfabrikVulcan" (bei Gothenburg) schreibt dieGö­teborg Handels och Sjöfarts-Tidning" vom 19. d. Mts.:Das Feuer in der ZündholzfabrikVulcan" gehört jedenfalls zu den schwersten und traurigsten Unglücksfällen seiner Art, die sich seit Langem in unserem Lande ereignet haben Nach einem uns soeben zugegangenen Telegramm sind dabei nicht weniger als 44 Menschen ums Leben gekommen und 9 sind lebensgefährlich beschädigt. Das Unglück ereignete sich gestern Früh, gleich nachdem die Arbeit begon­nen, in der Stube, in welcher die Füllung der Schachteln vor sich ging, wobei das Feuer durch Selbstentzündung der Hölzer um sich griff, mit deren Verpackung eine der Arbeiterinnen beschäftigt war und sich binnen wenigen Secunden über den ganzen Tisch verbreitete, auf welchen die Hölzer zur Verpackung gelegt waren. Man nimmt an, daß die bei diesem Unglücksfalle Umgekommenen augenblicklich erstickc und dadurch verhindert worden sind, sich aus den sie umge­benden Flammen zu retten. Es ist dies um so glaublicher, als die Stube zu ebener Erde (Parterre) belegen war und drei verschiedene Ausgänge hatte."

Ein schreckliches Familiendrama hat sich in der Nacht vom 23. auf den 24. v. M. auf dem zur Gemeinde Dodenau gehörigen und 2 Stunden von da entfernten GehöfteBurghelle" abgespielt. In der Wohnung des dasigen Einwohners G. P. wurden am 24. früh Morgens dessen Frau und verwittwete Schwiegertochter ermordet und er selbst an einer Schnittwunde an dem Halse und an einen Stich in den Leib tödtlich verwundet gefunden. Nach wenigen Stun­den, noch ehe das Gericht an Ort und Stelle war, war er an den schweren Verletzungen erlegen. Nach Aussage des ältesten sieben­jährigen Kindes der jungen Frau, das mit derselben in einem Bette lag, liegt hier ein Doppel- und Selbstmord vor. Dasselbe kam nämlich bei anbrechendem Tag in das Nachbarhaus gelaufen und sagte:In unserm Haus sind sie Alle todt.» Es erzählte auf Be­fragen dann weiter, daß sein Großvater in der Nacht in ihre Stube gekommen und feiner Mutter mit einem großen Messer in den Hals geschnitten habe, worauf diese ausgerufen:Mit mir ist es vorbei." Da es noch Nacht gewesen sei und es sich gefürchtet habe, sei es unter die Decke gekrochen und wieder eingeschlafen. Des Morgens wäre seine Mutter todt gewesen und in der Wohnstube habe es seine Großmutter und seinen Großvater in ihrM^ Blulc.ltcgeud gefun­den. Zwistigkeiten über Vermögenstheilung sollen die Motive zu dieser schrecklichen That sein.

Eine schwere Verbrecherin wurde am Sonntag Abend unter Escorte von drei Panduren durch Ofen nach Pest zur Eisen­bahn gebracht, um von dort nach Maria-Nostra in die Strafanstalt transportirt zu werden. Wie dieL.-K." vernimmt, hat diese Me­gäre mit Hülfe ihres Geliebten, welcher ebenfalls verurtheilt wurde, ihrem schlafenden Manne mit einem glühenden Eisen beide Augen ausgebrannt. Die beiden Verbrecher wurden zwar nach der That flüchtig, jedoch wieder eingefangen.

Anzeigen.

Dritter und letzter Termin zum Verkauf des dem Unterzeichneten gehörigen, am Johannesthor (Ecke) gelegenen Wohn­hauses nebst Scheuer, Stallung und Gärtchen sowie l; Acker Land am Gal­gengraben und f Acker 3 Ruthen im Schlip- penthal, ist auf Donnerstag den L» März d. J.

Nachmittags 2 Uhr in die Wohnung des Herrnkleidermachers M. Gute in der Webergasse anberaumt und werden Kaufliebhaber hiermit eingeladen. Hersfeld, am 1. März 1875 ^i^: Friedr. Deran.

DWin Hinteraebäude in hiesiger Stadt steht auf Abbruch zu verkaufen. Das Nähere ist bei mir zu erfahren.

Miinstermauii.

Gesucht

ein ordentlicher Junge welcher Lust hat Hausknecht oder Kellner zu werden, für ein gutes Gasthaus einer Stadt in der Nähe Frankfurt a. M. Von wem? sagt die Expedition dieses Blattes.

Finder, welche die hiesige Töchter- schule besuchen sollen finden unter angenehmen Bedingungen Kost u. Logis» Das Nähere ist zu erfahren in der Expe­dition dieses Blattes.

NAachdem in der General-Versammlung vom 22. d. Mts. die Dividende für das Jahr 1874 auf 10 Mark für den vollen Stammantheil von 50 Thaler festgesetzt worden ist, werden die Mitglieder

des Vorschuß-Vereins hierdurch benachrich­tigt, daß die Auszahlung vom 1. k. M. an täglich statt findet.'

Hersfeld, am 23. Februar 1875.

Der Vorstand des Vorschuss- Vereins

Sunkel. Goepel. Er.

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