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Ein etwa demnächst hervortretender Mehrbedarf ist bei mir zu liquidiren.

Die Ausfüllung der Zählkarten und deren Aufbewahrung bat in richtiger und zuverlässiger Weise zu geschehen und die Absendun- gen an das statistische Büreau Seitens der Standesbeamten muß vollständig und rechtzeitig bewirkt werden.

Hersfeld, am 18. Dezember 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Unter Bezugnahme auf die im Amtsblatt Nr. 51, Seite 300 abgedruckte Bekanntmachung Königlicher Regierung zu Cafsel vom 4. d. M., betreffend den Vertrieb von Loosen zum Besten des Wie­deraufbaues des abgetragenen Augustiner-Klosters in Nürnberg, werden die Herren Ortsvorstände des hiesigen Kreises in Gemäßheit höherer Verfügung angewiesen, dafür zu sorgen, daß dem Vertrieb der qu. Loose, deren im Ganzen 20,000 Stück a 3 Mark ausgegeben werden sollen, überall kein Hinderniß entgegengestellt werde.

Hersfeld, am 19. Dezember 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Vacanzeu-Liste

der bei den Behörden in den Provinzen Brandenburg und Pommern durch Militär-Anwärter zu besetzenden Stellen.

Nr. 11. Berlin, den 15. December 1874.

Die Vacanzen-Listen werden den Truppentheilen des Garde-, II. und ltl. Armee-Corps mitgetheilt und liegen sowohl in den hiesigen wie auswärtigen Bureaus der Annoncen-Expeditionen des Jnvaliden-Tanks, von Rudolph Messe und Haasenstein u. Vogler zur unentgeltlichen Einsicht aus; auch sind dieselben zu dem Preise von 1 Sgr. pro Stück bei der Expedition des Deutschen Reichs- Anzeigers, Berlin, S. W., Wilhelmstraße 32. (nach außerhalb gegen Einsendung von 1| Sgr. in Briesmarken) zu haben.

(Die Liste enthält der Reihe nach solgende Mittheilungen: 1) £rt und Behörde, bei welcher die Stelle vacant ist. 8) Nähere Bezeichnung der Stelle 3) Einkommen der Stelle. 4) Ob die Anstellung auf Lebenszeit oder auf Kündigung erfolgt. 5) Betrag der zu stellenden Kaution und ob dieselbe gurch Gehaltsabzug gedeckt werden kann. 6) Ob Aussicht auf Verbesserung vorhanden ist. 7) Ansprüche, welche an die Bewerber gestellt werden. 8) Wohin die Bewerbungen einzureichen sind. 9) Bemerkungen.

Provinz Brandenburg.

1) Berlin, Ober-Pofldirektion, 2) Hülfsschreiber, 3) zunächst Diäten ä 20 Gr. pro Tag, 4) Anstellung erfolgt in diesen Stellen überhaupt nicht, die Be- Beschäftigung erfolgt nur gegen Tagegeld und nach Bedürfniß, 5) keine, 6) geringe, 7) gut und orthographisch schreiben, 8) Kaiserliche Ober-Post- direktiou in Berlin.

1) Leitersdorf, Postexpedition, 2) Landbriesträger, 3) jährlich 160 Thlr. Gehalt und 20 Thlr. Wohnungsgeldzuschuß 4) auf Kündigung 5) 100 Thlr., kann auch durch Gehaltsabzüge gebildet werden, 6) ja, 7) Lesen, Schreiben und Rechnen, 8) Kaiserliche Ober-Postdirektion in Frankfurt a. O., 9) zum 1. März 1875 zu besetzen.

1) Letschm, Postexpedition, 2) Landbriesträger, 3) 156 Thlr. Gehalt und 20 Thlr. Wohnungsgeldzuschuß jährlich, 4) auf Kündigung, 5) 100 Thlr., kann auch durch Gehaltsabzüge gebildet werden, 6) ja, 7) Lesen, Schreiben und Rechnen, 8) Kaiserliche ObeLKostdierektion in Frankfurt a. O., 9) zum 1. März 1875 zu besetzen.

1) Sorau, Polizei-Verwaltung, 2) Nachtwächter, 3) 270 Mark, 4) auf 3 monat­liche Kündigung, jedoch zunächst auf 6 Monat Probe, 5) keine, 6) steigt von 5 zu 5 Jahren um 30 Mark jährlich bis auf 390 Mark, 8) Polizei- Verwaltung in Sorau.

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Tagesbegebenheiteii.

Deutsches Reich.

Berlin, 14. December. Der Kaiser ist in bestem Wohlsein von dem Jagdbesuche am Hofe zu Desiau nach Berlin zurückgekebrt. Die Bewegung in freier, frischer Luft hat auf das Befinden Sr. Majestät den allergünstigsten Einfluß gehabt, und während man von Seiten seiner Umgebung dem Monat November in Erinnerung an frühere Krankheitsfälle mit einer gewissen Besorgniß entgegensah, ist diese in ihr Gegentheil umgewandelt durch die frische Rüstigkeit und heitere Stimmung, welche sich im Befinden des hohen Herrn kund- gibt. Einen wesentlichen Antheil an dieser guten Laune hat aller­dings auch das Resultat der Berathung des Militäretats. Wenn auch, wie man hört, der Kaiser nicht zweifelte, daß der Reichstag dem Kriegsminister v. Kameke die erhöhte Position von 15 Millionen genehmigen würde, so hat diese Voraussicht den entgültigen Beschluß in seiner Wirkung auf den obersten Kriegsherrn nicht beeinträchtigt. Die höheren Gehälter der Garde sind eine Tradition seit dem Re­gierungsantritt Friedrichs des Großen, eine Tradition, die auch in

den allerschwierigsten Zeiten Preußens unter dem hochseligen Vater des Kaisers und Königs aufrecht erhalten wnrde und die der Kaiser nicht ohne schmerzliche Empfindung hätte sollen sehen. Um so leb­hafter ist die Anerkennung, die, wie man vernimmt, der Kaiser über das Ergebniß der Berathung des Reichstages zu erkennen gegeben hat. („K. Z ")

— Wir machen darauf aufmerksam, daß zur Zeit falsche preußische 25 Thaler Banknoten des Jahrgangs 1868 in Curs sind. In Dortmund wurde am Sonnabend (wie die „Wests. Ztg." berichtet) bei der Polizeiverwaltung eine solche mit der Nr. 481,608 Lit. C. eingeliefert. Die Falsisieate sind sehr leicht daran zu erkennen, daß sich in denselben kein Wasserzeichen befindet, ferner daran, daß sie von blaß-blauer Farbe und die auf der Rückseite be« findlichen Strafbestimmungen fett und verschmiert gedruckt sind.

Cassel, 17. Dezember. Ueber das Befinden des Kurfürsten wird der „R. Fr.Pr." gemeldet: Die Eßlust bleibt anhaltend gleich 9lull, was bei dem hohen Alter des Kranken sehr bedenklich erscheint, da der Körper dadurch jede Widerstandsfähigkeit gegen den über- handnehmenden Marasmus verliert.

«frankreich.

Paris, 14. Dezember. Der Proceß Arnim und die in demselben veröffentlichten Aktenstücke nehmen fast einzig und allein das Interesse der hiesigen Politiker in Anspruch. Selbst in der Na­tionalversammlung unterhält man sich mehr davon, als von den Gegenständen der Tagesordnung. Wie sich von selbst versteht, deu­ten die Conservativen dasjenige, was Fürst Bismarck zu Gunsten der Republik in Frankreich sagt, nach Kräften gegen dieselbe aus; die Republikaner aber sagen: „3iun wohl, die Republik ist der Friede, also bleiben wir dabei!" Ueber das Wichtigste, was aus den verlesenen Depeschen hervorgeht, über die klare, von allen Hin­tergedanken freie Haltung Deutschlands gegen Frankreich, über die Abwesenheit aller Kriegs gelüste, die sich so unzweideutig aus den vertraulichen Erlaffen des Reichskanzlers ergibt, sagen die Blätter bis jetzt nichts; ich glaube aber bemerkt zu haben, daß dieser Theil der Enthüllungen, der alle früheren Gerüchte über schlechte Absichten Bjsmarck's so glänzend Lügen straft, mcht verfehlt hat, Eindruck in den hiesigen politischen Kreisen zu machen.

Vermischtes.

Magdeburg, 13.Dezember. (Räuberischer Ueberfall.) Am Sonnabend Nachmittag zwischen 4 bis 6 Uhr war der Große Werder der Schauplatz einer schauderhaften That. Die verehelichte Maurer Beckmann, in der Friedrichsstadt wohnhaft, trat zu der ge­nannten Stunde zu der unverehelichten Aron aus Berlin, welche krank zu Bette lag, ins Zimmer, um eine Geldanleihe zu machen. Diese schlug das Ansuchen der Beckmann ab und forderte sie auf, das Zimmer zu verlassen. Die Beckmann aber ergriff ein Beil, schlug die Aron auf den Kopf und suchte ihr eine Schlinge um den Hals zu legen, um sie zu erdrosseln. Da die A. jedoch sich von dem Schlage wieder erholte und sich der Schlinge zu entledigen sucht',, versetzte ihr das unmenschliche Weib noch einen zweiten Schlag m t dem Beile, zog sie an der nunmehr umgelegten Schlinge an den Bettpfosten und hieb noch sieben Mal mit dem Beile auf ihr Opfer ein. Dann entfernte sie sich unter Mitnahme einer Kiepe Wäsche. Trotz der vielfachen Verletzungen erwachte die A. aus ihrer Betäu­bung, und es gelang den auf ihren Hülferuf Herbeigeeilten, die Raubmörderin festzunehmen und den Armen der Gerechtigkeit zu überliefern. (Magdeb. Ztg.)

Aus Thüringen. Der Wassermangel tritt auch jetzt in Thüringen merklich auf und sind überall bereits Folgen desselben zu spüren. So sind in einem kleineren Dorfe bereits in Zeit von einem Monate 13 Stück Rindvieh gefallen und steht zu befürchten, daß weitere Fälle vorkommen, da die Einwohner genöthigt sind, ihr sämmtliches Wasser aus dem durch Gerbereien und Wollwäschereien fließenden an dem Orte vorübergehenden Bache zu schöpfen und zum Füttern zu verbrauchen. Andere Ortschaften müssen in Nachbardör- fern circa 1 Stunde weit entfernt das Wasser holen. Es sieht da­her jetzt auch sehr schlecht in dem lieben Thüringen aus, zumal da noch überdies in Folge Wassermangels die ganze Herbstbestellung liegen geblieben ist. Die Landleute sehen daher mit Zagen dem nächsten Jahre entgegen.

London, 10. Dezember. Der Winter tritt diesmal hier zu Lande mit großem Schreckrn auf. Nicht sowohl anhaltende Kälte, als wiederholt heftige Umspränge der Temperatur haben die Sterb-