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Es war eins der früheren Nuderkanoenboote der Marine und beherbergte den zu den Arbeiten des Detachements nöthigen Pulver- vorrath, an jenem Wlorgen circa achttausend Pfund.

„Stopp!" erscholl das Kommando.

Augenblicklich stellte die Schraube ihre Umdrehungen ein und die „Elbe" glitt lautlos dahin, langsamer, immer langsamer, bis sie an der Steuerbordseite des Pulverprahms zum Stehen gebracht wurde. —

Die Barkasse kam ebenfabs heran und legte sich an der Back­bordseite desselben fest.

An Deck des Prahms lagen zwölf geladene Contakt-Torpedos, aus Eisenplatten zufammengeniete Kessel von konischer Gestalt, glän­zend schwarz lackirt, und jeder ungefähr 80 Pfund Pulver enthal­tend. Die Zünder waren aufgeschraubt- und mit Sicherheitskappen versehen. Die eisernen, schirmähnlichen Anker resp, die schweren Verankerungssteine lagen nebst den Ketten bereit.

Ein großes T schimmerte in weißer Farbe auf jedem Torpedo. „Das heißt Tod", sagte ich zu mir; der Gedanke kam mir plötzlich und ich erschrack davor.

Es ist seltsam, aber ich erinnere mich eines jeden Wortes, das ich an jenem Morgen sprach, jedes Gedankens, den ich hatte, jedes Gegenstandes, den ich an Boro der „Elbe" berührte; ich weiß ge­nau, wie die See aussah, und ich könnte die Minute angeben, in welcher der Wind von Nordwest nach Süden herumsprang. Der Regen hörte auf, und als die Bemannung der Barkasse an Deck des Pulverprahms sprang, fiel ein warmer Sonneublick auf die kräfti­gen, rührigen Gestalten der bärtigen Seeleute.

Auch der Kapitainlieutenant ging auf den Prahm hinüber. Zwei der Männer trugen einen Torpedo über das Deck und ließen ihn mit äuherstsr Borsicht in die Barkasse hinab, wo die Kameraden ihn jin Empfang nahmen; zwei Andere folgten mit dem schweren Anker. Wieder ergriffen zwei Hünenkrästige Leute eine der unheim­lichen Maschinen; der Eine, ein junger Hamburger Kapitän mit ginnten Heyvorn- ein rothbärtiger Pommer der Andere. — Hell blinkte das weiße T, als sie den Torpedo in die Barkasse hinab- reichien. Dann sprangen sie selbst hinab.

Wie soll ich nun das Entsetzliche erzählen?

Ich stand an Deck der „Elbe" und sprach mit einem der Be­mannung — da geschah ein dumpfer, fürchterlicher Schlag — ich vernahm ihn weniger mit dem Gehör, als mit meinem ganzen System — zugleich fprühte mir's heiß in's Gesicht und ich erhielt einen heftigen Stoß gegen meine linte Schulter. Einige Sekunden stand ich betäubt, dann kam mir das Bewußtsein der schrecklichen Wahrheit: Ein Torpedo ist explodirt!

Ich befühlte die schmerzende linke Hälfte meines Gesichtes, sie war bedeckt mit einer Schicht gleichsam ferngehackten Fleisches, ebenso die ganze linke Seite meiner Kleidung! — Und jetzt — was ist das? Ein Regen harter Gegenstände stürzt hoch aus der Luft herab auf das Deck des Dampfers, des Pulverprahms und rings umher in's Wasser! Eisenstücke, Holzsplitter, glimmende Tuch- und.Wollenfetzen, Fleisch und Knochenstücke! Barmherziger Gott! —

(Schluß folgt)

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Vermischtes.

Dortmund, 2. Dezember. (Ein unglückliches Versehen.) Bei Gelegenheit einer Treibjagd in der Bauerschaft Amtshausen (Kreis Minden) ist am 28. v. M. ein achtjähriger Knabe, welcher gegen Abend im Busche Holz sammelte, erschossen worden- Einer der Jäger glaubte in dem Knaben einen kurz vorher angeschosienen Fuchs zu erblicken und schießt auf denselben, erkennt aber durch das Geschrei des Knaben sogleich seinen Irrthum. Der Knabe war in den Oberschenkel und den Unterleib getroffen. Von dem Thäter selbst zu seinen Eltern getragen, starb der Meine nach wenigen Minuten und meldete sich Ersterer sofort der Polizeibehörde, wurde jedoch am folgenden Tage auf Antrag der Staatsanwaltschaft auf freien Fuß gesetzt. Die Obduktion der Leiche ist ungeordnet und wird die Untersuchung wegen fahrlässiger Tödtung seinen Fortgang nehmen. Der Thäter ist der als ein ordentlicher Mensch bekannte Sohn eines Kolonen in Amtshausen.

Jena, 5. Dezember. (Schadenfeuer.) Heute Abend 9 Uhr entstand laus bis jetzt noch unbekannten Ursachen) in der Dampf- schneidemüble des Herrn Wartung plötzlich Feuer; trotz der ange­strengtesten Mühe seitens der Feuerwehr bräunte dieselbe bis auf den Grund nieder.

Braun schweig, 7. Dezember. (Mord.) Einem uns zuge- gangenen Privattelegramme zufolge ist in der Nacht vom Sonntag zum Montag zwischen 2 und 3 Uhr in der Nähe der Stadt dex

Hausirhändler Winckelmann trotz der Anwesenheit seiner Haus­hälterin beraubt und ermordet worden. Man fand den Unglücklichen mit eingeschlagenem Hirnschädel.

Furchtbares Schiffs Unglück. Der „Antenor" überbringt die Nachricht, daß der Dampfer „La Plata" (von der Liverpool- Brasilianiichen Linie), der sich mit einem Telegraphenkabel an Bord auf der Fahrt nach Südamerika befand, am 30. v. Mts. unweit der Insel Ouessant gescheitert ist. Fünfzehn Mann von der Schiffs­besatzung gelang es, sich, wenn auch ohne alle Vorräthe, auf eine Schaluppe zu retten, aus der sie nach 24stündigem Umhertreiben auf den Auswanderer-Dampfer „Gareloch" ausgenommen und später beut „Antenor" übergeben wurden. Der Schiffskapitän und die übrigen 60 Mann der Schiffsmannschaft sollen in den Wellen um« gekommen sein.

Interessant

ist die in der heutigen Nummer unserer Zeitung sich befindende Glücks-An­zeige von Samuel Heckscher senr. in Hamburg. Dieses Haus hat sich durch seine promteund verschwiegene Auszahlung der hier und in der Umgegend gew o nnenen Beträge einen dermassen guten Ruf erworben, daß wirJedern auf dessen heutiges Inserat schon an dieser Stelle aufmerksam machen.

Standesamts- Bezirk Hersfeld.

Monat November 18 74.

Geburtsanzeigen.

1. Friedrich Wilhelm, des Gymnasial-Rendanten Valentin Miinstermann S-

2. Eine Tochter des Handelsmanns Joseph Katzenstein.

3. Constantin, des Fabrikarbeiters Georg Hermann Bolz S.

4. Calharine. des Schuhmachermstrs. Georg Göbel T.

5. Elisc, des Weißbinders Marti» Gutberlet T.

6. Johanne Catharine Getrude, des Sergeanten im 32. Infanterie-Regiment Johannes Jost T.

7. Marie, des Schuhmachers Wilhelm Lüdemann T.

8. Carl, des Schuhmachers Friedrich Caselitz S.

9. Valentin August, des Schuhmachers Johannes Gebauer S.

10. Eine Tochter des Bierbrauereibefitzers Peter Hch. Steinweg.

11. Eine Tochter des Schreiners Johannes Wilhelm Schott.

12. Heinrich, des Schäfers Peter Diebener S,

13. Jean Oskar, des Tuchfabrikanten Christian Sauer S.

14. Hieronymus Hermann, deS DachdeckermstrS. Conrad Wilhelm Ritzel S.

15. Eine Tochter des Stat.-Assistenten Carl August Ferdinand Achterberg.

16. Wilhelm, des Schuhmachermstrs Daniel Engelhard S.

17. Friedrich, des Tuchfabrikanten Conrad Koch S.

18. Ein Sohn des Schncidcrmstrs. Christian Kühn.

19. Marie Magdalenc, des Lohgerbereibesitzers Christian Friedrich Oesterheld T.

Eheschließungen.

1. Daniel Theodor Friedrich Schröder, Kutscher zu Frankfurt a. M., mit Margaretha Gebauer.

2. Heinrich Nennstiel genannt Sauer, Schneidermeister, mit Elise Koch Wittwe von Sebastian Koch.

3. Christian Engel, Schuhmacher, mit Elise Schmidt.

Sterbeanzeigen.

1. Peter des WeißbinderS Martin Gutberlet Sohn. 2 I. alt.

2. Marie, des Arbeiters Heinrich Rieding Ehefrau, 35 I. alt.

3. Eine Tochter des Maurers Heinrich Bock, todtgeboren.!

4. Carl Philipp, des Tuchsabrikanten Heinrich Rehn S., 7 I. alt.

5. Elise, des verstorbenen Lohgerbers Jakob Hild T., 3 I. alt.

6. Jakob Muhl, Schäfer von Allmershausen, 58 I. alt.

7. Ein Sohn des Schuhmachers Carl Heinrich Gebauer, todtgeboren.

8. Barbara, des AmtsactuaeS Christian Spohr Wittwe, 75 J. alt.

9. Eine Tochter des Tagelöhners Johannes Mann, todtgeboren.

10, Anna Catharina, des Lohgerbers Peter Kammerzell T., 41 T alt.

11, Ein Sohn des Feldwebels im 32. Infanterie-Regiment Gustav Kolditz, todtgeboren.

12. Cristian, des Tuchmachers Nicolaus Lotz S., 2 I. alt.

13. Jakob Schweinsberg, Lehrer a. D., 64 I. alt.

14. Adam Robrbach, Wirth von Rhina, 41 I. alt

15. Elisabeth Ulrich, ledig, von Heenes, 22 I. alt.

16. Constantin Münscher, Knopfmacher, 63 I. alt.

17. Ein Sohn des Bahnmeisters Jacob Paul, todtgeboren.

18. Johannes Pfeifferling, Fabrikarbeiter, 65 I. alt.

19. Conrad, deS Sandträgers Johaunes Luckhardt S., 10 I. alt.

20. Emma, des Lohgerbers Abraham Repputh T, 8 J. alt.

21. Peter Sunkel, Tuchfabrikant, 52 I. alt.

22. Anna Catharina, des Sattlcrmciftcrü Heinrich Fischer T., 5 I 2 M, alt

23. Heinrich Wilhelm Otto, Tuchfabrikant, 53 I. alt.

24. Agnes, des Arbeiters Conrad Gutberlet T., 2 I. 9 M. alt.