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Bei der dem Plane gemäß, heute vor Notar und Zeugen statt- gefundenen, 59sten Serien-Ziehung des vormals kurhessischen, bei dem Bankhause M. A. v. Rothschild und Söhne zu Frankfurt a. M. aufgenomnrenen Staats-Lotterie-Anlehens vom Jahre 1845 sind folgende
60 Senen-Nummern gezogen worden:
17
113 487 749
885
894
1087
1370
1416
1484
1499
1513
1647
1650
1809
1825
1949
2061
2133
2180
2499
2538
2553
2683
2723
2797
2977
2994
3029
3143
3421
4026
4038
4076
4145
4329
4378
5000
5004
5234
5301
5422
5499
5578
5645
5672
5690
6463
5756
6566
5900
6573
6005
6698
6128 6701.
6230
6256
6295
6406
Wir bringen solches hierdurch zur öffentlichen Kenntniß.
Caßel, den 1. Dezember 1874.
Königliches Regierungs - Präsidium, v. Hardenberg.
Kreis Hünfeld.
Die Herren Ortsvorstände der Gemeinden und Gutsbezirke des Kreises werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Klaffensteuer- Zu- und Abgangslisten pro II. Semester er. nebst den dazu gehörigen Belegen und Emkommensnachweisungen bis spätestens den
15. Dezember er. an die betreffenden Steuerkaffen eingereicht wer- müßen.
den
Hünfeld, am 30. November 1874.
Der Königliche Landrath Götz.
Vacanzen-Liste
der bei den Behörden in den Provinzen Brandenburg und Pommern durch Militär-Anwärter zu besetzenden Stellen.
Nr. 9.
Berlin, den 1. December
1874.
Die Vacanzen-Listen werden den Truppentheilen des Garde-, II. und III Armee-Corps mitgetheilt und liegen sowohl in den hiesigen wie auswärtigen Bureaus der Annoncen-Expcditioncn des Juvaliden-Dants, von Rudolph Mosse und Haasenstein u. Vogler zur unentgeltlichen Einsicht aus; auch sind dieselben zu dem Preise von 1 Sgr. pro Stück bei der Expedition des Deutschen Reichs, Anzeigers," Berlin, 8. W., Wilhelmstraße 32. (nach außerhalb gegen Einsendung von Sgr in Briefmarken) zu haben.
(Die Lifte enthält der Reihe nach folgende Mittheilungen: 1) Ort und Behörde, bei welcher die Stelle vacant ist. 3) Nähere Bezeichnung der Stelle. 3) Einkommen der Stelle. 4) Ob die Anstellung auf Lebenszeit oder auf Kündigung erfolgt. 5) Betrag der w stellenden Kaution und ob dieselbe durch Gehaltsabzug gedeckt werden kann. 6) Ob Aussicht aus Verbesserung vorhanden ist. 8) Ansprüche, welche an die Bewerber gestellt werden. 8) Wohin die Bewerbungen einzureichen finb. 9) Bemerkungen.
Provinz Brandenburg.
1) Cüstrin, Fortifikation, 2) Kanzlei-Diätar, 3) gegen tägliche Diäten von 15 Szr. bis 1 Thlr. 10 Sgr., 4) auf unbestimmte Zeit ohne Kündigung, 5) keine, 6) nein, 7) schöne Handschrift, sowie Gewandheit und Sicherheit im Rechnen, 8) Königliche Fortifikation zu Cüstrin.
1) Driesen, Magistrat, 2) Feld- und Forstaufseher, 3) a. Baargehalt 144 Thlr., b. frei Wohnung, c. 4 Klaftern Ast-Brennholz, d. Nutzung eines Morgen Landes, 4) auf dreimonatliche Kündigung, 5) keine, 6) nein, 7) den Schutz der Feldmark und der städtischen Forst, wozu der Bewerber eine gesunde und kräftige Körper-Konstitution besitzen muß, 8) Magistrat Driesen.
1) Luckenwalde, Magistrat, 2) Polizei-Sergant, 3) 250 Thlr., 4) auf Lebenszeit, 5) keine, 6) ja, 7) Schreiben, Lesen, Rechnen und Energie, 8) Magistrat Luckenwalde.
1) Potsdam, Proviant-Amt, 2) Magazin-Wächter, 3) 250 Thlr. Löhnung und nach erfolgter Bestätigung entweder frei Dienstwohnung oder Wohnungsgeld-Zuschuß, 4) auf dreimonatliche Kündigung nach sechsmonatlichem Probedienst, 5) keine, 6) nein, 7) körperlich so rüstig, um namentlich den Witterungs-Einflüssen auch während der Wintermonate dauernd widerstehen zu können, 8) Proviant-Amt Potsdam, 9) sofort zu besetzen.
1) Strausberg, Inspektion des Landarmenhauses, 2) Hülfsschreiber, 3) 5 Thlr. Diäten pro Monat, 4) auf Kündigung, 5) keine, 6) nein, 7) fchöne Hand- schrist, 8) Inspektion des Landarmenhauses zu Strausberg.
I) Templin, Gemeinde-Kirchenrath, 2) Kirchendiener, 3) 60 Thlr., 4) auf drei- minatliche Kündigung, 5) keine, 6) nein, 7) Schreiben und Lesen, 8) Gemeinde-Kirchenrath zu Templin.
Provinz Pommern.
1) Cöslin, Magistrat, 2) Thurm-(Nacht-)Wüchter, 3) 100 Thlr. jährlich, 4) auf 4 Wochen Kündigung, 5) keiue, 6) unbestimmt, 7) Pflichttreue, 8) Magistrat in Cöslin.
"l) Franzburg, Kreis-Ausschuß, 2) Sekretär, (3) 400 Thlr. jährlich, 4) auf 1 Monat Kündigung, 5) keine, 6) bis 500 Thlr., 7) genaue Kenntniß der Bureau- und Registraturverwaltung und Fähigkeit zur selbständigen Abfassung von Verfügungen in allen zur Kreis-Ausschuß-Verwaltung gehörigen Materien, 8) Landraths-Amt zu Franzburg.
1) Pustamin, Kaiserliche Post-Expedition, 2) Landbriefträger, 3) 120 Thlr. jährlich, 4) auf 4 Wochen Kündigung, 5) 100 Thlr. ev. durch Gehaltsabzüge, 6) ja, 7) kräftige Körperkonstitution, 8) Kaiserliche Ober-Post-Direktion zu Cöslin.
1. Pyritz, Magistrat, 2) Nachtwächter und Laternenanzünder, 3. 120 Thlr. jährlich, 4. auf Lebenszeit nach befriedigender sechsmonatlicher Probedienstzeit, 5. keine, 6, nein, 7. Nüchternheit, Rüstigkeit und Energie, 8. Magistrat zu Pyritz.
1. Stolpmünde, Königliche Wasserbau - Inspektion zu Nügenwaldcrmünde, 2. Hasenbauschreiber, 3. 475 Thlr. Gehalt, ,60 Thlr. Wohnungsgeldzuschuß, 4. auf Lebenszeit, 5. keine, 6. öis zn 525 Thlr., 7) Uebungen im architektonischen Zeichnen und Terrain-Aufnehmen, sowie gute Handschrift, 8. Königliche Wasserbau-Inspektion zu Rügenwaldermünde,
Feuilleton.
Erinnerungen eines Seewehrmannes ans dem letzten Kriege.
Von F. Meister.
m (Fortsetzung)
Das Torpeto-Detachement bestand aus circa hundert für diesen gefährlichen Dienst besonders ausgewühlten Seeleuten, unter dem Kommando des Kapilänlieutenants H. . . Dieser Offizier war eiue jener typischen Seemannsgestalten, die Kapitän Marryat so meisterhaft schilderte, denen die Gluth der Tropen, der Frost der Polarkreise, der Theerdunst ihrer Kajüte und das Salz des Oceans gleichsam bis ins innerste Mark drang und ihren äußeren Menschen so stahlhart und zähe machte, daß derselbe vom fünfunddreißigsten bis zum fünfundsechzigsten Jahre durchaus keiner merklichen Veränderung mehr unterworfen scheint, und auch ihr Gemüth so konservirle, daß dasselbe für alle Zeiten die Schwungkraft, die Harmlosigkeit und die kindliche Güte der Jugendjahre behielt.
Kapitänlieutenant H . . . hatte sein Hauptquartier im Hause des Bauern Lüttjohann aufgeschlagen, des wohlhabendsten Bauern im Dorfe. Eine mannshohe Mauer von jenen mächtigen Steinen, wie man sie im Hasen zu diesem Zwecke auffischt, begrenzte das Grundstück nach der Dorfstraße zu; ich trat durch die Pforte und gelangte auf einen weiten, ungepflasterten Hof, aufgeweicht von dem letzten Regen, durchfurcht von tiefen Wagenspuren, bedeckt mit dem Koth der verschiedensten Hausthiere, und unter anderen Verhältnißen für mich entschieden unpassirbar. Die sprichwörtliche schleswig-hol- steinische Reinlichkeit ist also doch auch nicht ausnahmslos, dachte ich, und schritt, den Kleidersack auf dem Rücken, wie ein Storch durch diesen poutinischen Sumpf. Im Thorweg des, wie gebräuchlich, mit der Giebelseite gegen die Straße gerichteten Gebäudes gewann ich wieder festen Boden. Ich befand mich auf der Diele, der charakteristischen Eigenthümlichkeit eines jeden Bauernhauses jener Gegenden. Der weite Raum empfängt sein Licht durch die Thür und ist daher stets mit grauer Dämmerung gefüllt, der Fußboden besteht aus festgeschlagenem Lehm und dient als Tenne, auf derdas in dem mächtigen Bodenräume des Hauses untergebrachte Getreide ausgedroschen wird, auch dieser Boden mit seinem kolossalen Strohdach ist charakteristisch, seine Höhe bis zum First ist mindestens zweimal die des Untergebäudes. Rechts und links auf der Diele sieht man die niedrigen Thüren, die in die Räume der Knechte und Mägde, in den Kuh- und Pferdestall führen. Dem Eingang gegenüber ging's in die Küche. Links in dem großen Herdkamin hing an einer Kette ein eiserner Keffel über dem Feuer, rechts saßen um einen langen Tisch ein halbes Dutzend Männer und Weiber beim Mittagsmahl.
„Guten Tag", sagte ich, nachdem ich eingetreten war. Keine Antwort. Zwölf hellblaue Augen stierten mich an und sechs Arme erstarrten in der Bewegung, die sie eben nach dem großen, gemeinschaftlichen Eßnapfe auszuführen im Begriffe waren.
„Sün Se deBuur?" fragte ich den am oberen Ende des Tisches Sitzenden.
„Nä", sagte das Individuum, tauchte seinen Löffel in den Brei und aß weiter.
„Sün Se de Bur?" wandte ich mich an den Zweiten.
„Nä", erwiderte der Mensch und nahm ebenfalls die unterbrochene Beschäftigung wieder auf.
„Wokeen is denn de Buur?" fragte ich den Dritten, einen jungen Krauskopf.
„De bün ick." Sprach's und führte trotzig den Löffel mit dickem Brei zum Munde.
Ich bat ihn um Auskunft, ob der Kapitainlieutenant zu Hause sei.
„Dat weet ick nich."
„Wokeen is de Huusfru?" fragte ich nun weiter und blickte die drei jungen Frauenzimmer an.
„De bün ick," erwiderte eine große, lächelnde Blondine, und viel freundlicher, als ihr mürrischer Eheherr, sagte sie mir, daß „uns' Kapitain" anwesend sei.
„Goan Se man doa Herrin." (F. f.)
Kassel-, 28. November. Das Comit^ für den hier ins Leben zu rufenden Pferdemarkt, verbunden mit Prämiirung uud Ver- loosung, hat sich nunmehr fest constituirt und besteht aus den fol-