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Feuilleton.

Aus König Friedrichs Zeit.

Historische Skizze von L. Schubar.

(Fortsetzung.)

Diese letztere Erklärung des Pächters imponirte bem Obersten. Er sann nun über den ganz ungewöhnlichen Fall eine Weile nach und sagte bann;

„Lieber Freund, gehen Sie jetzt nach Hause und schweigen Sie über das, was Sie mir mitgetheilt haben . . . Oder haben Sie sich sonst schon gegen Jemand darüber ausgesprochen?"

„Gegen Niemand."

„Gut. Ich werde meine Maßregeln nehmen, um der Sache auf den Grund zu kommen, und Sie sollen bald von mir hören. Also gehen Sie jetzt."

Der junge Mann entfernte sich, nachdem er Herrn von Prittwitz noch gesagt, wo er nöthigenfalls anzutreffen sei.

Der Oberst von Prittwitz war ein Mann von durchdringendem Verstand, Energie und Tapferkeit. Lein Muth im Felde konnte jedem Offizier als Muster dienen. In der unglücklichen Schlacht bei Kunersdorf hatte er Friedrich aus der augenscheinlichsten Ge­fahr befreit, gefangen genommen zu werden, indem er dem Könige, der von dreitausend Russen umringt war, mit nur hundert Mann zu Hilfe eilte und mit unglaublicher Kühnheit ihn mitten durch den Feind hindurch in Sicherheit brächte. *)

Mit dieser Klugheit und Energie handelte Herr von Prittwitz auch jetzt. Nachdem er sofort beim Bürgermeister des Städtchens über die Braut des jungen Pächters Erkundigungen eingezogen hatte, ließ er im Geheimen den Vater derselben zu sich rufen und redete ihn folgendermaßen am:

„Herr Gebhardt, Sie sind mir als ein rechtschaffener Mann und gutgesinnter Bürger geschildert worden. Wohlan, ich richte in einer Sache von großer Wichtigkeit die Bitte an Sie, mir einen Beweis Ihrer Loyalität zu geben."

Der biedere Schmiedemeister weiß sich die Anrede des Obersten nicht zu erklären und bittet um nähern Ausschluß.

„Ich werde Ihnen sagen, um was es sich handelt", versetzt Herr von Prittwitz mit Vertrauen erweckendem Tone. „Ich vermuthe in meinem Regiment ein Complot, dessen Theilnehmer ein Sergeant Namens Woithuber ist. Dieser Mann, sagt man mir, unterhalte mit Ihrer Tochter Magdalene ein zärtliches Verhältniß ... Ist das gegründet? Antworten Sie mir offen und ehrlich."

„Es ist leider wahr, Herr Oberst. Dieses unglückliche Verhält­niß -ist auch der Grund, weshalb ich auf die baldige Verheirathung meiner Tochter dringe."

„Ich kenne den jungen Mann, den Sie ihr bestimmt haben; er verdient meine ganze Achtung."

Meister Gebhardt verneigt sich schweigend und ist erfreut von dem seinem künftigen Schwiegersöhne ertheilten Lobe; aber er ist auch begierig zu hören, was nun folgen wird; denn noch kann er sich nicht denken, worauf der Oberst hinaus will.

„Ihre Tochter," nimmt Letzterer wieder das Wort, „foll durch Woithuber von dem Complot, dessen Existenz ich vermuthe, wenn auch nur andeutungsweise, unterrichtet worden sein. Wie weit ihre Wissenschaft davon reicht, weiß ich nicht. Aber ich habe mir einen Plan entworfen, um der Sache auf den Grund zu kommen, und ich hoffe von Woithuber ein Geständniß zu erlangen, wenn ich dabei aus Ihren Beistand, Meister Gebhardt, rechnen dürfte."

„Sie dürfen es, Herr Oberst, verlassen Sie sich darauf. In solchen Angelegenheiten ist es die Pflicht jedes guten Bürgers, Sie zu unterstützen. Was verlangen Sie von mir? Was ich dabei thun kann, soll gewiß geschehen."

„Diese Gesinnung, lieber Herr Gebhardt, macht Ihnen Ehre. Leider findet man sie in jetziger Zeit nicht überall . . . Doch was ich nun von Ihnen verlange, ist dieses: Ich werde den Woithuber sogleich rufen laffen. Sie werden sich unterdessen in dieses Neben­

*) Archenholtz beschreibt diesen Vorfall in seiner „Geschichte des siebenjäh­rigen Krieges" mit den Worten: Der König selbst war dem Augenblick nahe, gefangen zu werden, da er sich unter den Letzten auf dem Schlachtfelde befand und einen Hohlweg zu passten hatte. Nur allein der außerordentliche Muth und die Geistesgegenwart des Rittmeisters Prittwitz retteten ihn von diesem großen Unglück. Friedrich hielt es schon für unvermeidlich, daher er auch wie­derholt ausrief: „Prittwitz, ich bin verloren!" Dieser heldenmüthige Offizier aber, der nur 100 Husaren hatte, um den Tausenden ihn umringender Feinde die Spitze zu bieten, antwortete: „Nein, Majestät, das soll nicht geschehen, so lange noch ein Athem in uns ist." Anstatt sich blos zu vertheidigen, griff er immer selbst an, scharmutzirte und hielt dadurch die Feinde ab, einen regel­mäßigen Angriff zu wagen.

zimmer begehen, wo Sie Ihre Tochter finbeu werden. Ich habe sie Herbescheiden lassen, damit sie bei der Hand sei, im Falle ich bei meinem Plane ihrer bedürfen sollte. ^lieber den Zweck Ihrer beider­seitigen Anwesenheit bei mir sagen Sie Ihrer Tochter, daß ich mich für Woithuber lebhaft interessire und daher wünsche, ihn glücklich zu machen. Können Sie es über sich gewinnen, Meister, so geben Sie sich Ihrer Tochter gegenüber den Anschein, als wären Sie geneigt, aus Rücksicht für mich ihren Wünschen in der Heiraths-Angelegen- Heit sich zu fügen. Sobald ich mit Woithuber das Nöthige verhandelt habe, werde ich Sie rufen, und bitte ich Sie, alsdann Allem, was ich in dieser Sache thun werde, Ihre Zustimmung zu geben. Da­gegen nehmen Sie jetzt mein Ehrenwort darauf, daß Sie an Nichts gebunden sein sollen, was Ihr Interesse benachtheiligen oder Ihre freie Selbstbestimmung über die Hand Ihrer Tochter beschränken könnte. Vertrauen Sie meiner Ehre, wie sich Threr Loyalität ver­traue; dann wird es uns gelingen, ein Unglück zu verhüten, von welchem nicht blos die Armee des Königs bedroht wird, sondern welches in seinen Folgen auch Ihrer Stadt zu großem Schaden ge­reichen würde."

Der rechtschaffene Schmiedemeister glaubte aus dem Plane des Herrn von Prittwitz entnehmen zu können, daß es sich seitens des Letztern um etwas mehr als um die bloße Vermuthung eines gefährlichen Complots in seinem Regiments handle. Vielmehr schien es ihm, als ob der Oberst schon die Gewißheit erlangt habe, daß ein solches Complot wirklich bestehe. Aus diesem Grunde hielt es der gut preußisch gesinnte Meister für seine Pflicht, den ihm darge­legten Plan zu unterstützen, und so erklärte er sich denn bereit, dem Verlangen des Herrn von Prittwitz entsprechen zu wollen.

(Fortsetzung folgt.)

Landwirthschaftliches.

Dreschmaschinen» — Wie sehr eine gute Dreschmaschine für den kleineren und kleinsten Landwirth ein Bedürfniß geworden ist und welch' allgemeinen Anklang eine als zweckmäßig erprobte Maschine dieser Gattung findet, dafür mag Folgendes als Beweis dienen —

Die Firma Moritz Weil jnn» in Frankfurt a. M., Srilrr- straße Nr. 2 lieferte im vorigen Jahre

Achtzehnhundert Weil'sche Handdresch- Maschinen,

Fünfhundertvierzig zweipserdige Göpel- dresch-Maschinen

Hundertzehn einpferdige Göpeldresch- Maschrnen;

das sind zusammen nahezu zwei und ein halb Tausend Exemplare oder fünfzig Stück wöchentlich. — Land- wirthe, welche sich für diese Maschinen interessiren, belieben sich an obige Firma direkt zu wenden.

(Dresch-Maschinen.) Es scheinen sich die neuen Dresch-Maschi- nen der Firma: Ph. Mayfarth & Co. in Franksnrt a. M. gut bewährt zu haben, denn die Besitzer dieser Maschi­nen sprechen sich nur lobend hierüber aus.

Die rasche und große Verbreitung liefert übrigens schon das beste Zeugniß für deren Güte und Nützlichkeit, denn wie wir hören hat obige Firma im Jahre 1873 über Bier Tausend und Fünf Hundert Hand-Dreschmaschinen ein- und zweipserdige Göpeldresch- Maschinen abgesetzt.

Der Preis sei nur Thlr. 55. — Franco Bahnstation. Weitere Anfragen beliebe man direct an obige Firma zu wenden, oder an deren Agenten.