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ist vorzüglich ausgeführt worden mit der Absicht, Jrun zu entsetzen und dann eine combinirte Action mit Moriones von Tasalla aus zur Befreiung Pamplona's vor Anbruch des Winters zu unterneh­men. Das Wetter ist unverhofft günstig, die Truppen sind kampf­lustig.

Feuilleton.

Aus König Friedrichs Zeit. *)

Historische Skizze von L. Schubar.

Noch nie zuvor hatte ein Krieg in Europa die Aufmerksamkeit und Theilnahme entfernter Rationen in solchem hohen Grade auf sich gezogen, wie der „Siebenjährige". Das Bemerkenswerthe dabei war, daß theils die Bewunderung der glänzenden Thaten des Heldenkonigs Friedrich, theils die natürliche Neigung der Menschen, bei einem ungleichen Kampfe sich für den Schwächern zu interessiren, Preußen überall Sympathien erwarben und namentlich dort, wo man sich bis dahin Um diese Monarchie fast gar nicht bekümmert hatte oder wo man deren Existenz nur aus der Geographie kannte.

Und dies zeigte sich in einigen Ländern auf eine höchst charak­teristische Art. Die Spanier, die mit allen Kräften ihres weiten Reichs kaum die Hälfte der Truppen ins Feld zu stellen vermochten, die der durch den kleinen Umfang und geringen Wohlstand seiner Staaten sehr beschränkte König Friedrich seinen Feinden entgegen- führte, bewiesen nie mehr Theilnahme an Dentschlanos Fehden, wie eben in diesem Kriege.

In Holland prägte man auf Friedrichs Feinde satyrische Denkmünzen. In Neapel war man von dem unerwarteten Aus­gange eines jeden Feldzugs, ja fast von jeder Unternehmung gegen Preußen so betäubt, daß die Neapolitaner es nach allen in den bei­den ersten Jahren dieses denkwürdigen Krieges erlebten militärischen Wunder nicht für unmöglich hielten, eines schönen Tages die Preußen in der Nähe des Vesuvs zu sehen. Thatsache ist, daß die Truppen in Neapel vermehrt und die Wachtposten in der Hauptstadt ver­stärkt wurden.

In Rom hatte man zwar wegen der Annäherung der ausge­dehnten Kriegsoperationen keine Besorgnisse. Dennoch war die Theilnahme der Römer an dem Glück oder Unglück so vieler Schlach­ten auf Friedrichs Seite, des Königs von Preußen, der im Staats- kalender des Vatikans noch immer als „Marquis von Bran­denburg" aufgeführt stand. Die Römer wünschten den Waffen Friedrichs Glück zu eben der Zeit, wo der Papst deren Macht durch prunkende Messen und geweihte Degen, mit welchen er österreichische Feldherren beschenkte, zu entkräften suchte.

In Venedig war die ganze Stadt in zwei Lager getheilt, die einander tödtlich haßten und bei jeder Gelegenheit bekämpften. Dieser unverträgliche Parteigeist hatte sogar die Mönche ergriffen und brach eines Tags, im Jahre 1759, im Kloster St. Giovanni in Wuth aus. Die frommen Väter schlugen sich im Refectorio zur Ehre der Maria Theresia und Friedrichs so wacker herum, daß es von den Weinkrügen, Tellern, Schüsseln und Bechern, die ihnen als Waffen dienten, blutige Köpfe setzte. Doch blieb die Partei des Königs immer die stärkere, und in aller Munde hieß es: „Chi non e buen Prussiano, non e baon Veneziano !**) Ein Pelzhändler hatte das Bild des großen Königs in seinem Laden aufgestellt, und um demselben in recht auffälliger Weise seine Ehrfurcht zu bezeigen, hing er vor das Bild eine brennende Ampel, — eine Art der Ver­ehrung, die in katholischen Ländern nur den Heiligen ersten Ranges widerfährt.

In der Schweiz jauchzte man über die preußischen Siege, als ob sie von den Schweizern selbst erfochten worden wären. Jede von den Preußen gewonnene Schlacht wurde wie ein Festtag gefeiert.

In Deutschland wünschten nicht allein die wider Friedrich ins Feld geführten protestantischen Würtemberger seinen Waffen das beste Glück, sondern diese Parteilichkeit für ihn ging so weit, daß auch die katholischen Baiern, die Pfälzer, die Mainzer und andere Reichssoldaten, mit dem Rosenkranz in der Tasche und das Scapu- lier über die Schulter gehängt, nur sehr widerwillig fochten.

Selbst in dem gegen Preußen kämpfenden Frankreich wurde Friedrich eben so sehr wie in irgend einem andern Lande bewundert und gefeiert. Diese Würdigung der großen Eigenschaften des Kö­nigs drang selbst bis in die Gemächer Ludwigs des Fünfzehnten. Daher schreibt sich auch die charakteristische Antwort der Marquise

*) Aus dem Sonntagsblatt des Berliner Tageblatts.

**) „Wer kein gut preußisch Gesinnter ist, ist auch kein guter Venetianer."

von Pompadour, als ihr der Herzog von Velle-Jsle einst halb im Scherz, halb im Ernst sagte, man müsse den Krieg mit größerem Nachdruck führen, sonst könnte es sich ereignen, daß Friedrich mit seinen Preußen nächstens nach Paris komme. Die ihrer eigenen schmählichen Macht bei dem schwachen Ludwig sich nur zu wohl be­wußte Pompadour erwiederte dem Herzog: „Gut! Wenn er kommt, so werde ich doch einen König sehen!"'

eo sehr aber auch die unsterblichen Thaten Friedrichs und seine Standhaftrgkeit im Unglück ihm überall Anhänger und Bewunderer erwarben, so fehlte es ihm doch auch nicht an einer Menge Privat- seinde in allen Ländern, die ihm Hindernisse schulen und zu schaden suchten. Die preußischen Provinzen und vollends Sachsen waren voll von allerhand Leuten, die gegen ihn conspirirten. Man ließ derartige Subjecte, in der kursächsischen Hoflivree gekleidet nach Dresden kommen, hier wurden sie von vornehmen Personen unter­richtet und dann wieder fortgeschickt, um nach der erhaltenen Jn- struction thätig zu sein.

Größtenteils entdeckte der Zufall die wichtigsten der diesen Leuten anvertrauten Anschläge. So unterhielt auch der sächsische Fünfter Graf Wackerbart ein Verständniß mit Friedrichs Feinden, das entdeckt wurde. Man brächte diesen Minister auf die Festung Cüstrin, setzte ihn aber nach einigen Monaten wieder in Freiheit, unter der Bedingung, in Polen seinen Aufenthalt zu nehmen und während der Dauer des Krieges sich von dort nicht zu entfernen.

In Zerbst befand sich ein vornehmer französischer Kundschafter, der Marquis von Fraigne. Er wohnte als Grandseigneur im fürst­lichen Schlöffe, und der Hof beschützte ihn. Friedrich aber beugte diesem Schutze wenig Respect; er ließ den Herrn Marquis vom Schlöffe abholen und nach Magdeburg transportiren.

Sogar der durch seine unglücklichen Feldzüge seiner Zeit be­kannte Feldmarschall Seckendorff, ein Greis von neunzig Jahren, gab sich dazu her, die Rolle eines Spions zu spielen. Er lebte in Sachsen aus seinem mit einer preußischen Schutzwache versehenen Gute Meuselwitz, wo ihm auf Befehl des Königs große Achtung bewiesen wurde. Gleichwohl fing er einen verrätherischen Briefwech­sel mit Friedrichs Feinden an. Der durch diese Entdeckung aufge­brachte Monarch ließ ihn durch ein Detachement Husaren in dem Augenblicke in der Kirche festnehmen, als er dort während des Gor- tesoienstes einem seiner Helfershelfer Jnstruction zur Ausführung eines gegen die in der Nähe cantonnirenden preußischen Truppen gerichteten Anschlages ertheilte. Er wurde nach Magdeburg gebracht, doch kam auch er balbwieder frei.

Um dieselbe Zeit hatte ein anderer Spion den kecken Plan ent­worfen, ein ganzes Regiment preußischer Husaren zur Desertion zu bringen und es den Oesterreichern zuzuführen. Dieser kühne, durch eine romantische Intrigue zur Entdeckung gekommene Plan würoe ohne Zweifel gelungen sein, wenn er nicht einen Tag vor seiner Ausführung durch die Klugheit und Energie des Regiments-Com- mandeurs, eines Obersten von Prittwitz, vereitelt worden wäre.

Mit diesem wenig bekannt gewordenen interessanten Vorfalls verhielt es sich folgendermaßen:

Ein Regiment Husaren hatte in einer kleinen schlesischen Stadt die Winterquartiere bezogen. In dem gut preußisch gesinnten Orte hielt sich seit einigen Wochen ein Mann, Namens Weinrich, auf, einer der vielen ehemaligen kursächsischen Beamten, welche nach der einstweiligen Besitzergreifung Sachsens durch Friedrich aus ihren Stellungen entlassen worden waren.

Weinrich machte die Bekanntschaft des Husaren-Unteroffiziers Reinhardt, eines etwas leichtsinnigen und einem flotten Leben erge­benen Menschen. Die Freigebigkeit Weinrich's und die bei seinem schmalen Tractament sich häufig fühlbar machenden Geldverlegen­heiten des Unteroffiziers stellten zwischen Beiden alsbald ein sehr intimes Verhältniß her, solchergestalt, daß Ersterer es endlich wagte, Dieinbarbt erst zum Vertrauten, dann zum Werkzeuge seiner gehei­men Absichten zu machen, die nichts Geringeres als die Entweichung des im Orte cantonnirenden Husaren-RegimentS zum Zwecke hatten. Und es gelang ihm über Erwarten. Durch ein ansehnliches Geld­geschenk sowie durch die ihm eröffnete Aussicht auf eine künftige Anstellung im österreichischen Dienste, verstand der Unteroffizier sich zudem ihm angesonnenen unerhörten Unternehmen. (Forts. f.)

Vermischtes.

— Der Fürst von Rudolstadt hat dem Kaiser Wilhelm einen kunstvoll gearbeiteten Tisch zum Geschenk gemacht, welcher aus dem Stamm der Linde verfertigt ist, unter welcher der Prinz Louis Fer­dinand in dem Treffen bei Saalfeld 1806 tödtlich verwundet wor-