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die einzelnen Standesämter gehören. Auch ist es erforderlich, daß von eintretender Veränderung in der Zahl der Standesämter und in der Person der Standesbeamten diesen Behörden ungesäumt Mittheilung gemacht rvirv.
Ew. Excellenz ersuchen wir ergebenst hiernach das Weitere gefälligst anordnen zu wollen.
Der Finanz-Minister Der Minister des Innern
Im Auftrage Im Auftrage gez. Hasselbach. gez. v. Klützow.
An den Königlichen Ober-Präsidenten, Wirklichen Geheimen Rath Herrn von Bodel- schwingh, Excellenz zu Cassel.
Cassel, den 24. August 1874.
Abschrift mit der Veranlassung, den Standesbeamten die genaue Beachtung des Erlasses der Herren Minister der Finanzen, des Innern und der geistlichen, Unterrichts- und Medinal-Angelegenheiten vom 3. Dezember v. I (abgedruckt im Amtsblatt pro 1873 Seite 222 und 223) zur Pflicht zu machen.
Die Standesamtsbezirke des dortigen Kreises gehören nach dem Erlaß des Herrn Finanz-Ministers vom 2. Dezember v. J. (abgedruckt im Amtsblatt pro 1873 Seite 219 und 220) zum Erbschaftssteueramt zu Casiel.
Ich habe die Königliche Regierung ersucht die Formulare zu den Todtenlisten Ew. Hoch- wohlgeboren Behufs Vertheilung an" die Standesbeamten zu überweisen und ersuche Sie deshalb den Bedarf bei der Königlichen Regierung alsbald anzumelden.
Den Provinzial-Steuerbehörden werde ich das Verzeichnis der Standesämter übersenden und ebenso werden von hier aus die eintretenden Veränderungen in der Zahl der Standesämter und in der Person der Standesbeamten den genannten Behörden mitgetheilt werden.
Der Ober-Präsident.
v. Bodelschwingh.
An den Königlichen Landrath Herrn Götz. Hochwohlgeboren zu Hünfeld.
Wird zur strengsten Nachachtung für die Herrn Standesbeamten des Kreises Hünfeld veröffentlicht.
Hünfeld, am 29. August 1874.
Der Königliche Landrath Götz.
Hünfeld, am 26. August 1874.
Der Landwirth Adam Gens!er von Oberbreitzbach ist heute als Bürgermeister der dasigen Gemeinde bestätigt und eidlich verpflichtet worden, was hierdurch veröffentlicht wird.
Der Königliche Landrath Götz.
Hünfeld, am 29. August 1874.
Gefunden: Zwei Ketten. Meldung des Eigenthümers bei dem Ortsvorstande zu Buchenau.
Der Königliche Landrath Götz.
Tagesbegebenheiten.
Deutsches Reich.
Berlin, den 30. August. Von unserer Münzverwaltung werden jetzt täglich bedeutende Quantitäten derneuenReichs- münze in die Provinzen und in die Einzelstaaten an die betreffenden Regierungs- Lassen versendet, um dieselben in den Stand
zu setzen, die Durchführung des neuen Münzsystems vom 1. Januar 1875 ab nach allen Seiten hin zu ermöglichen. Namentlich sind es die kleineren Münzsorten, die Kupfermünzen besonders, welche hierbei zur Ausgabe gelangen, und es ist anzunehmen, daß bei diesen zunächst mit der Einziehung der älteren Münzen begonnen wird. Ganz besonders sollen aber die Silbergroschenstücke zur Einziehung gelangen!, bei denen allerdings zum großen Theil gegenwärtig nur noch ein ideeller Werth vorhanden ist und unter denen viele durch das lange Cour- firen im Verkehr mehr als die Hälfte ihres materiellen Werths eingebüßt haben.
— Der „Kieler Ztg." wird ihre frühere Mittheilung, daß der Stapellauf des Panzerschiffes „Friedrich der Große" am Sonntag den 20. September stattfinden werde, aus guter Quelle mit dem Bemerken bestätigt, daß Se. Maj. der Kaiser am Sonnabend, den 19. September in Kiel eintreffen wird. Ob die Nachricht, daß I. K. H. die Frau Kronprinzessin die sog. Taufe des Schiffes vollziehen wird, sich bestätigt, vermag das Blatt noch nicht zu sagen.
— In Kiel ist der General-Feldmarschall Gras Moltke, der sich mit einem Theile des großen Generalstabes auf einer Reise im östlichen Holstein befindet, Gegenstand einer glänzenden Ovation gewesen. Der Fackelzug, welcher ihm am Abend des 26. August gebracht wurde, zählte wohl gegen 1000 Fackeln. Vor der Wohnung des Grafen Moltke im „Hotel Germania" sagte Stadtverordneter Wichman: Mitbürger! Laßt uns den Gefühlen und Wünschen, die uns Alle heute beseelen, da wir den großen Mann in unserer Stadt beherbergen, der 1870 und 71 die Augen der Welt auf sich lenkte, laßt uns diesen Gefühlen Ausdruck verleihen, indem wir Se. Excellenz Herrn Feldmarschall Grafen v. Moltke hoch leben lassen." Nach einem begeisterten Hoch von Tausenden dankte Graf Moltke mit der folgenden längeren Rede: „Ich danke Ihnen für die Freundlichkeit, die Sie mir erweisen. Es sind hier Männer aus allen Ständen versammelt, und das Gefühl der Gemeinschaft hat Sie vereinigt. Ich danke Ihnen herzlich für alle Freundlichkeit, die Sie mir erzeigt haben. Guten Abend.
Aanäretcfj.
Paris, 1. September. Der Kapitain Bidoget, Ordonnanzoffizier im Kriegsministerium, ist heute von hier abgereist, um den Herbstmanövern in Deutschland beizu- wohnen. — Gutem Vernehmen zufolge wird der spanische Gesandte, Marquis de la Vega de Armijo am Donnerstag dem Marschall Mac Mahon seine Kreditive überreichen.
Spanien.
Bayonne, 28. August. Nach aus kar- listischer Quelle stammenden Nachrichten haben die Karlistett den Flecken Haro und die Stadt Calahorra (Provinz Logrono), sowie die Stadt Alcocer (Provinz Guadal- jara) besetzt. Die dort befindlichen Besatzungen wurden gefangen genommen. Der Bruder des Prätendenten, Don Alfonso, ist in die Stadt Alcaniz (Provinz Teruel eingerückt.
Perpignan, 28. August. Nach von
Puycerda hier eingegangenen Nachrichten waren am gestrigen Tage die Sturmangriffe der Karlisten, wie die Vertheidigung der Belagerten gleich heftig und erbittert. Die in Bresche geschossenen Mauertheile wurden von den Frauen Puycerda's mitten im heftigsten Feuer mit Erdsäcken ausgefüllt. Die Nacht verlief ruhig. Heute Morgen sah man die Frauen abermals mit Ausbesserung der Wälle beschäftigt.
Madrid, 28. August. Nach hier eingegangenen amtlichen Mittheilungen haben die Karlisten die von Ihnen vor Kurzem okkupirte Stadt Calahorra bereits wieder verlassen und ihre Truppen aus der Umgebung der Stadt zurückgezogen.
Perpignan, 29. August. Puycerda erhielt während der letzten Nacht Zufuhr und Munition. Die Kailisten verloren bei der Belagerung 600 Mann. Sie haben sich in 4 Divisionen formirt und erwarten das Eintreffen einer neuen Kalonne.
— 30. August. Nachrichten aus Puycerda zufolge haben die Karlisten die Eisenbahnverbindung zwischen Puycerda und Nipoll unterbrochen. Zwischen Nipoll und 3liba3 sollen dieselben in einem Gefechte mit den heranrückenden Entsetzungstruppen.sehr große Verluste erlitten haben. Die vor Puycerda liegenden Abtheilungen trafen augenscheinlich Vorbereitungen zum Abzug; man hielt dies aber nur für ein Scheinmanöoer und besorgte, daß die Karlisten in der Nucht um- kehren und einen nochmaligen Sturmversuch unternehmen könnten.
Madrid, 29. August. Die amtliche „Gaceta" veröffentlicht eine Depesche des General Zabala, wonach derselbe 6 Bataillone Karlisten bei Tuyo, unweit Miranda, angegriffen und in die Flucht geschlagen hat, Der Verlust ^der Karlisten an Todten und Verwundeten war sehr erheblich.
Santander, 30.August. Die deutschen Kanonenboote „Nautilus" und „Albatros" sind erst heute früh nach der Mündung des Bilbao, wo dieselben kreuzen werden, ab- gegangen.
Ueber die grausige Nievermetzelung der befangenen von Olot, die schon mehrfach erwähnt und von allen ultramontanen, der karlistischen Sache ergebenen Blättern ebenso oft geleugnet ward, liegt jetzt ein authentischer Bericht in den Madrider Blättern vor. Er lautet im Wesentlichen wie folgt:
„Die Gefangenen von der Kolonne Nou- vilas befanden sich in Olot, als sich der (erste) Angriff auf Puycerda vorbereitete. Um dieser Stadt zu Hülfe zu kommen, richteten die Truppen, speziell jene der Provinz, ihren Marsch auf Olot. Die Karlisten schafften daher die Gefangenen nach Vallfo- gona. Als sie dort angelangt waren, befahl Saballs, Alle zu erschießen. Aber das mochte ihm bei einigem Bedenken zu viel Arbeit scheinen, und er änderte seinen Befehl dahin, daß alle Carabinieri, 75 an der Zahl, von den gefangenen Offizieren und Soldaten des Heeres aber der fünfte Mann erschossen werden sollte. Er ließ sich die Liste geben und machte bei jedem fünften Namen ein Kreuz. Hundertundvierzehn Todesopfer wurden auf diese Weise bezeichnet und marschirten mit den Carabinieri zusammen unter Escorte gegen Ripoll zu. Aus halbem Wege trennte sich die Kolonne, die Carabinieri wurden links, die Soldaten rechts abgeführt. Als die Ersteren in die Nähe des Kirchhofs von Llayes, eines zum