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Durch Beschluß des Königlichen Kreisge­richts zu Neiße vom 3. d. Mts. ist der in Neiße von F. I. Neise herausgegebene und im Verlag von F. Huchs Buchhandlung daselbst erschieneneSt. Hedwigs-Kalender für das katholische Volk, 1875" wegen der darin Blatt 122 bis 152 enthaltenen Auf­sätze:Pon 1870 bis 1874. Ein Rückblick." undDie Civil-Ehe." auf Grund des §. 131 des Reichsstrafgesetzbuches mit Beschlag belegt worden, was hierdurch veröffentlicht wird.

Hersfeld, am 27. August 1874. _

Der Königliche Landrath Auffarth.

Kreis Hünfeld.

Caßel, den 27. August 1874.

Nach den Kundgebungen in öffentlichen Blättern wird beabsichtigt, am 2. Septem- tember lfdn. I. und ferner alljährlich am nämlichen Tage ein Nationalfest zum An­denken an die glorreichen Erfolge des Krie­ges von 187OJ 71 und an die Wiederauf- richtung des deutschen Reiches zu feiern.

An denjenigen Orten, wo eine solche Feier veranstaltet wird, darf der Schulunterricht an dem genannten Tage ausfallen und ist die Feier durch geeignete Behandlung des historischen Stoffes in den Schulen vorzu- bereiten.

Die Betheiligung der Schulen an dem Feste und die Veranstaltung von Schulfeier- lichkeiten wird dem Ermessen der Localschul- behörden überlassen.

Hiernach ist das Erforderliche zu ver­anlassen.

Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen.

gez. Mittler.

An die Königlichen Landräthe rc.

' Wird''mU^dein Ersuchen an die Herrn Loealschulinspectoren des Kreises veröffent­licht, gefälligst am 2. September d. I. den Schulunterricht ausfallen und durch die Herrn Lehrer den Kindern in der Schule die Bedeutung des Tages erklären zu lassen.

2. Nachricht hiervon den Herrn Bürger­meistern des Kreises, um in geeignet schei­nender Weise eine Feier dieses bedeutungs­vollen Tages zu veranstalten und Gestat- tungen zu öffentlichen Vergnügungen wie Tanz 20. zu ertheilen.

Hünfelo, am 28. August 1874.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, den 27. August 1874.

Den Herrn Bürgermeistern und Ortsver­waltern des Kreises werde ich in Kürze die nach den revidirten und festgesetzten Origi- nal-Klaßensteuer Zu- und Abgangslisten pro I. Semester 1874 gleichgestellten Duplikate zusenden. Es sind nach denselben die Ab­gänge einschlieslich der durch die Recla- matronsentscheidungen erfolgten Ermäßig­ungen nach Zeit und Betrag in den Rollen pro 1874 zu notiren.

Die Zugänge sind ebenwohl in den 1874er Rollen bei der betreffenden Hausnummer mit Bleistift anzumerken, damit für die Ver­anlagung pro 1875 eine feste Grundlage genommen wird.

Den Herrn Ortsvorständen der Gemein­den und Gutsbezirke schärfe ich hierbei die genaue Führung der Zu- und Abgangslisten wiederholt ein.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 14. August 1874.

Der Halbbauer Hilarms Klüber von Dammersbach ist heute als Bürgermeister

der dasigen Gemeinde bestätigt und eidlich verpflichtet worden, was hierdurch veröffent­licht wird.

Der Königliche Landrath Götz.

Tagesbegebenheiten.

Deutsches Reich.

Berlin, 25. August. (Prov. Korrespond.) Unser Kaiser hat auch im Laufe der verflossenen Woche mehrere Truppenbesich- tigungen abgehalten. Der Gesundheitszu­stand des Monarchen ist vollkommen befrie­digend. Die Gerüchte, welche von Vorbe­reitungen für eine Reise des hohen Herrn nach Italien sprechen, sind unbegründet.

Der GeheimeLegations-Rath Bücher hat sich heut früh über Stettin zum Reichs­kanzler Fürsten Bismarck nachVarzin be- geben. Unterrichtete Kreise nehmen an, daß mit der Ankunft des Herrn Bücher der Reichskanzler wieder einen Theil seiner amt­lichen Thätigkeit aufnehmen wird.

Wiesbaden, Donnerstag 27. August, Mittags. Der kürzlich auf einem Rhein- dampsboote wegen Majestätsbeleidigung ver­haftete französische Pfarrer Augustin ist heute von der Strafkammer des hiesigen Kreisge- richts für schuldig erklärt und zu zweimo­natlichem Gefängniß verurtheilt worden.

Darmstadt, 24. August. (Heule früh rückten Truppen der hiesigen Garnison) zu den Divisionsübungen und Manövern des 11. Armeekorps in Oberhessen ab. Dem Vernehmen nach wird S e. Majestät der Kaiser am 12. September das ganze Ar­meekorps bei Friedberg Revue passiren las­sen. Derselbe wird in Hanau Quartier nehmen. (Main-Z)

Kissingen, 25. August. (Votivtafel.) Die Gemernoevertretung hat, wie man der N. Z." von hier schreibt,, beschlossen, an dem Hause des Dr. Diruf, wo Fürst Bis­marck gewohnt hat, eine Votivtafel von Marmor anzubringen, welche die Inschrift trägt:Am 13. Juli 1874 wurde an dieser Stelle durch Gottes gnädige Fügung Seine Durchlaucht Fürst Bismarck, Kanzler des Deutschen Reiches, aus Meuchlerhand erret­tet. Diese Gedenktafel widmet dem deutschen Volke die Sladtgemeinde Kissingen."

Straßburg, Freitag28. August, Mor­gens. Der König von Bajern traf heute früh 8^ Uhr hier ein und reiste nach einem Aufenthalte von nur 20 Minuten über Kehl nach München weiter.

Aus dem Ober-Elsaß, 24. August, schreibt ein Korrespondent derKöln. Ztg.": Der Bezirkstag des Ober-Elsasses ist, wie schon bekannt, heute vor acht Tagen in Kalmar, und zwar mit zwanzig Mitgliedern eröffnet worden. Die erste Sitzung war besonders dadurch merkwürdig, daß in der­selben die beiden Bürgermeister von Kolmar und Mülhausen, die Herren v. Peyer-Jmhof und Mieg-Köchlin, den gesetzlich vorgeschrie­benen Eid auf Kaiser und Verfassung leiste­ten, was, wenigstens mit Bezug auf letzte­ren, vorher einigermaßen bezweifelt worden war. In den vier folgenden Sitzungen han­delte es sich um Dinge, die nicht den min- desten politischen Beigeschmack haben, so daß es nicht gerade sehr zu verwundern ist, wenn die Berathungen mit Ruhe gepflogen werden.

England.

London, Freitag 28. August, Morgens. Den Vorsitzenden des hiesigen Protestanten-

komites, Sir John Murray und Reverend Mr. Badenoch, ist vom Fürsten Bismarck ein Schreiben zugestellt worden, das den Dank des Reichskanzlers für das ihm anläß­lich des protestantischen Sympathiemeetings überreichte Gedenkalbum ausspricht. Der Fürst erklärt darin, das Album sei in seine Hände gelangt, kurz bevor der verbrecherische Versuch gemacht worden sei, seiner Wirksam­keit durch eine Gewaltthat ein Ziel zu setzen. Durch Gottes Willen sei diese Absicht vereitelt worden und hoffe er mit Gottes Hilfe, den für das Vaterland begonnenen Kampf glücklich zu beendigen. Er habe in den ihm kundgegebenen Sympathien des englischen Volkes eine Ermuthigung zur Durchführung seiner Aufgabe gefunden und spreche er sämmtlichen Mitgliedern des Ko- miteS für die Uebersendung des Albums seinen Dank aus.

tfranfireicfj.

Paris, 24. August. Nachrichten aus Spaa zufolge beobachten die Einwohner der Stadt dem Exmarschall Bazaine gegenüber eine nichts weniger denn sympathische Hal­tung. Um unliebsamen Kundgebungen zu- vorzukommen, hat letzterer sein zeitweiliges Domizil nach Bois de Breux bei Lüttich verlegt, von wo er sich schon in nächster Zeit nach England begeben wird.

DasAvenir militaire" ist von den Resultaten, welche die Institution des Ein­jährig-Freiwilligen-Dienstes bis jetzt gelie­fert, sehr wenig erbaut. Die Durchschnitts­bildung der als Einjährige eingestellten jungen Leute muß in der That eine höchst geringe sein, wenn, demAvenir" zufolge, 55 pCt. derselben kaum des Lesens und Schreibens mächtig sind, weitere 38 pCt. lediglich eine Elementarbildung genossen ha­ll erkund nur 7 pCt. sich im Besitze eines Baccalaureatsdiploms befinden. Darnach scheint es denn auch begreiflich, daß die nach Absolvirung ihres Dienstjahres im Lager von Avor behufs fernerer Ausbildung zu Unterlieutenants der Reserve versammelten jungen Leute den von ihrer Dienstkenntniß und ihrem soldatischen Geist gehegten Er­wartungen nicht einmal annähernd ent­sprochen haben.

Spanien.

Aus Madrid, 18. August, schreibt ein Korrespondent derN. Fr. Presse":

Das heutige offizielle Journal bringt ein Telegramm des Militairkommandanten von Alcaniz (Provinz Aragon), nach welchem dieser Platz in der Nacht des 13. d. M. von den vereinigten karlistischen Faktionen unter den Cabecillas Palles, Gamundi, Pfarrer von Flix, Cucala und Jnfantos angegriffen wurde. Der Sturm begann um Mitternacht, das Feuer dauerte bis 7 Uhr Morgens. Die Garnison, aus einem Reservebataillon und den Voluntarios der Ortschaft bestehend, warf den Feind zurück. Am 14. zeigten sich auf den zunächst liegenden Höhen ab und zu karlistische Haufen, während das Gros der Faktionen in den zunächst liegenden Dörfern hauste. Mit der einbrechenden Nacht wurde der Sturm erneuert; der Kampf, der bis 2 Uhr Morgens währte, endete wieder mit dem besten Erfolge für die kleine, aber wackere Garnison. Den 15. hindurch ver­suchte der Feind allerlei Angriffe von den Höhen aus auf die rekognoszirenden libe­ralen Detachements, bis endlich um 10 Uhr Abends ein dritter Sturm versucht wurde, welcher anderthalb Stunden dauerte und in dem die angreifenden Kreuzfahrer und Gal-