KreisWblatt
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Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 10 Sgr. pro Quartal bei «n Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen äller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Zeile oder deren Raum mit Sgr. berechnet.
Amtliches.
Kreis Hersfeld.
Nach einer Mittheilung des Königlichen Landrathsamts zu Homberg vom 19. d. M. ist die unter dem Rindvieh zu Mühlbach auSgebrochene Maul- und Klauenseuche erloschen, was hierdurch veröffentlicht wird.
Hersfeld, am 21. August 1874.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Gefunden: im Orte Asbach eine schwarz ffeidene Herrenmütze und ein schwarzer baumwollener Regenschirm. — Meldung des Gigenthümers bei dem Ortsvorstand zu Asbach»
Kreis Hünfeld.
Hünfeld, am 20. August 1874.
Da bis heute erst eine unbedeutende Anzahl von Klassensteuerrollen und zugehörigen Einkommensnachweisungen dahier ein- gegangen ist, so mache ich die Herrn Bürgermeister und Ortsverwalter darauf ausdrücklich aufmerksam, daß ich sämmtliche Rollen und Nachweisungen, welche bis zum 26. August d. I. dahier nicht vorgelegt sind, am 28. desselben Monats durch War- ieboten werde abholen lassen.
Der Königliche Landrath Götz.
Hünfeld, am 20. August 1874.
Sämmtliche Herrn Lehrer des Kreises haben binnen 3 Tagen nach Empfang dieser Verfügung anher zu berichten, wie viel Schüler dermalen ihre betreffenden Schulen besuchen, was jedes Kind an Schulgeld zahlt und den Gesammtbetrag des Einkommens aus dem Schulgelde in Thalerwährung festzustellen, sowie anzugeben, ob iM Lehrergehalte Einkünfte aus Nebenämtern, Küster-, Organisten- rc. Dienst enthalten sind.
Die Herrn Ortsvorstände haben dieses Ausschreiben sofort den betreffenden Herrn Lehrern mitzutheilen.
Der Königliche Landrath Götz.
Hünfeld, am 20. August 1874. Sonnabend den 29. d. Mts.
Vormittags 10 Uhr sollen im Locale des Landrathsamtes die Waagen des früheren Staats - Eichamtes öffentlich aufs Meistgebot verkauft werden, wozu Kaufliebhaber wiederholt eingeladen werden.
Der Königliche Landrath Götz.
Hünfeld, am 18. Aagust 1874.
Der unter dem IL d. Mts. gegen die Elisabeths Gewalt von Burghaun erlassene Steckbrief wird hierdurch zurückgezogen.
Der Königliche Landrath Götz.
Berlin Wv den 19. August 1874.
Bekanntmachung.
Am I. Januar 1875 wird bei der Reichs- Postverwaltung die Markrechnung eingeführt. An diesem Tage werden daher, an die Stelle der bisherigen, im Allgemeinen neue, in der Reichsmarkwährung lautende Postwerthzeichen (Freimarken, Franco-Cou- verts, Postkarten, gestempelte Streifbänder) und Formulare zu Postanweisungen treten. Die Bestimmung über die Einzelheiten bleibt vorbehalten. Um jedoch das Publicum in Stand zu setzen, bei Anschaffung von Vor- räthen auf die bevorstehenden Aenderungen bei Zeiten Rücksicht zu nehmen, wird schon jetzt bekannt gegeben, daß sämmtliche Post- wert Hzeichen (Freimarken u. s. w.) in der Guldenwährung, ferner diejenigen zu | und | Groschen der Thalerwährung am 1. Januar 1875 ihre Gültigkeit zur Frankirung verlieren, und^vurch die neuen ersetzt werden; daß dagegen die Vorräthe an Post- werlhzeichen zu z, 1, 2, 2* und 5 Silbergroschen auch nach dem 1. Januar 1875 noch verwendet werden dürfen, bis der vorhandene Vorrath der Postanstalten aufgebraucht sein wird, worüber seiner Zeit weitere Benachrichtigung ergehen wird.
Kaiserliches General-Postamt.
Tagesbegebenheiten.
Deutsches Reich.
Berlin, 20. August. Die Dampfkanonenboote „Nautilus" und „Albatros" haben am 16. d. M. nach einer sehr stürmischen Reise Dover paffirt. An Bord Alles wohl.
Kiel, 18.August. Der „KielerZeitung" zufolge wird Se. Majestät der Kaiser am 16. September in Kiel eintreffen, um dem Ablaufen des Panzerschiffes „Friedrich der Große" vom Stapel beizuwohnen.
— In einer Correspondenz des Londoner Blattes „Echo" aus Reykiavik (Island) vom 26. Juli heißt es: „Die nördlichen Nationen Norwegen, Schweden und Dänemark sind hier im Hafen durch Kriegsschiffe vertrete«, und die deutsche Fregatte „Niobe" scheint die Eingeborenen mit ihrem Schei
benschießen in Erstaunen zu setzen. Nie vorher haben die Isländer einen solchen Kanonendonner gehört. Die „Niobe" ist glänzend (splendid) ausgerüstet. Diese Deutschen lassen die Zeit offenbar nicht müßig vorübergehen. Alle Officiere, vom Kapitän bis zum jüngsten Kadetten, sprechen Englisch, und fließendes Englisch. Niemals war die deutsche Marine in besserer Verfassung."
— Aus Köln ist Bazaine gestern Mittag nach Spaa abgereist. Wie es heißt, wird derselbe jedoch nicht in Belgien, sondern wahrscheinlich in England seinen bleibenden Aufenthalt nehmen.
— In München ist der Kaiser von Oesterreich mit dem Kronprinzen Rudolph zu einem zweitägigen Besuche bei der Prinzessin Gisela eingetroffen.
München, 20. August. Der Kaiser von Oesterreich hat sich heute Vormittag zum Besuche des Königs nach Schloß Berg be- geben.
— In Straßburg schreiten die Restaurationsarbeiten an dem durch das Bombardement vielfach beschädigten Münster, im Verhältniß zur Schwierigkeit der Arbeiten rüstig voran. Es werben noch mehrere Jahre vergehen, bis die Arbeiten vollendet sein werden. — Die Tabakernte hat begonnen. Nach übereinstimmenden Berichten liefert sie einen gewöhnlich reichen Ertrag.
— Aus Metz sind in den letzten Tagen amtlichen Berichte eingetroffen, welche die volle Befriedigung der militairischen Behörden über die Ausführungen derjenigen Arbeiten bekunden, die neuerdings zur Erweiterung und Verstärkung der Vertheidigungswerke unternommen worden sind. In den letzten Tagen stattgehabte militai- rische Uebungen haben zur Evidenz klar gestellt, daß die Erweiterungen der Forts, namentlich derjenigen, welche nach der französischen Seite belegen, eine für ihre Vertheidigungsfähigkeit so wirksam gewesen, daß dieselbe jetzt als vollständig uneinnehmbar bezeichnet werden können. Die Stärke der Forts ist gegen früher jetzt nahezu verdop- delt worden, und wenn man erwägt, daß ihre Frontlage derartig ist, daß sie das ge- sammte Terrain nach allen Seiten hin bestreichen können, daß aber bei der neuen Konstruktion unserer Geschütze die Treff- fähigkeit viel mehr erweitert ist, so ist ein Erreichen der Stadt Metz durch die Geschütze etwaiger Belagerer nunmehr ganz undenkbar.
Desickl-eich.
Wien, 20. August. Der Wasserstand der Donau war in Folge mehrtägigen Hef-