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für die

Arme Hersfeld und Hümcld.

^ 61. ^LLS^sLL, Sonnabend Den 1. August 1824.

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal- Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 10 Sgr. pro Quartal bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die dreispaltige Petit-Zeile oder deren Raum mit 1 Sgr. berechnet.

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Amtliches.

Kreis Hersfeld.

Die Herrn Ortspolizeiverwalter wie die Königlichen Gendarmen des Kreises werden davon in Kenntniß gesetzt, daß nachstehende Personen die Gewerbe- resp. Legitimations­scheine zum Gewerbebetrieb im Umherziehen pro 1874 bis jetzt noch nicht eingelöst haben:

1) Christian Heinz zu Heringen zu 2Thlr.

2) Heinrich Koch's Witwe zu Levgers, zu 2 Thlr.

3) Johannes Brandau zu Wölfershausen, zu 2 Thlr.

4) Jesaias Löwenberg zu Schenklengsfeld, zu 16 Thlr.

5) Wendel Löwenberg daselbst zu 16 Thlr.

6) Moses Nathan daselbst, zu 16 Thlr.

7) Leiser Nußbaum daselbst, zu 16 Thlr.

8) Sandel Strauß daselbst, zu 16 Thlr.

9) Jsaak Weil daselbst, zu 16 Thlr.

10) Hirsch Plaut daselbst, jetzt in Hersfeld, zu 16 Thlr.

Die Herren Bürgermeister der Wohnorte haben festzustellen, ob die genannten bezüg­lichen Personen im Jahre 1874 nicht den­noch Hmtsirhandel betrieben haben und darüber zu berichten; außerdem sind die genannten Personen von sämmtlichen Orts- polizeiverwaltern und den Königlichen Gen­darmen streng zu überwachen resp, über­wachen zu lassen und etwaige Contraventio- nen durch die darüber auszunehmenden Pro­tokolle bei mir zum Zweck der Einleitung des Strafverfahrens zur Anzeige zu bringen.

Hersfeld, am 1. August 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Durch Beschluß der Straf-Rathskammer beg Königlichen Landgerichts zu Trier vom 26. Juni d. J. ist die Fortdauer der vor- läustgen Beschlagnahme der zu Luxemburg in Druck und Verlag von Peter Brück 1874 erschienenen Druckschrift, betitelt:

Vertheidigung einesGesperrten" und Beleuchtung des Verbannungsgesetzes von I. Fröhlich" angeordnet worden, was hierdurch veröffent­licht wird.

Hersfeld, am 29. Juli 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Kreis Hünfeld.

Hünfeld, am 29. Juli 1874.

Die Herrn Bürgermeister, welchen die Ersatz-Resevre- beziehungsweise Ausmuste­

rungsscheine nach dem letzten Departements- Ersatz-Geschäft übersandt worden sind, ha­ben über den Empfang und die stattgehabte Aushändigung derselben an die betreffen­den Leute sofort Bericht anher zu erstatten.

Der Königliche Landrath Götz.

Steckbrief.

Um Zuschiebung der Geschwister Bachus und Anton Spruck aus Wölf, welche von da entlaufen und sich vagabundirend und bettelnd umhertreiben, wird im Betretungs- falle ersucht.

Hünfeld, am 28. Juli 1874.

Der Königliche Landrath Götz.

Tagesbegebenheiten.

Deutsche Reich.

Gaste in, 28. Juli. Se. Majestät der deutsche Kaiser setzt den Gebrauch der Bä­der im besten Wohlsein fort. Derselbe macht täglich eine Promenade oder eine Ausfahrt und nimmt die regelmäßigen Vorträge des Geheimen Legationsraths v. Bülow und des Geh. Hofraths Bork entgegen.

Berlin, 28. Juli. Ueber die an den Fürsten Bismarck eingegangenen Be- glückwünschungs-Adressen bringt die Nordd. Allg. Ztg." einige Einzelheiten. Ab­gesehen von den Telegrammen, deren mehr als tausend eingegangen sind, und zahllosen Privatschreiben, sind von deutschen Städten, städtischen Behörden u. Vereinen 132 Adres­sen an den Reichskanzler gerichtet worden. Hierunter sind fast sämmtliche deutsche Staa­ten und deren namhafteste Städte vertreten. Der Zahl nach steht die Rheinprovinz voran, es sind von dort 24, aus der Provinz Sach­sen 18, aus Westphalen 10, aus Schlesien 20 Adressen eingegangen. Das Königreich Baiern ist durch die Städte München, Re­gensburg, Jngolstadt, Memmingen, Trost­berg (Altbaiern) und Landau vertreten; das Königreich Sachsen durch Leipzig, Döbeln, Bernstadt, Schöneck. Das Großherzogthum Baden durch Offenburg, Bruchsal, Kehl und Waldkirch. Das Großherzogthum Hessen durch Darnistadt, Worms, Mzev und Pfed- dersheim.

Dem Vernehmen nach hat sich das deutsche Uebungsgeschwader nicht,wie hier beabsichtigt wurde, sofort von der Jn- fel Wight aus nach den spanischen Gewäs­sern begeben, sondern ist, seiner ursprüng­lichen Segelordnung folgend, direkt nach Kiel zurückgedampft, da der betreffende Be­fehl den Contre-Admiral Henk nicht mehr

erreichte. Es werden nunmehr einige zu dem beabsichtigten Zweck geeignete Schiffe bereit gestellt und voraussichtlich in den er­sten Tagen des August nach der spanischen Küste abgehen. (N. A. Ztg.)

Wilhelmshaven, 27.Juli. Die von der kaiserl. Admiralität zu Berlin eingetrof­fene Nachricht von der Entsendung des Pan-' zergeschwaders in die spanischen Gewässer als deutsche Antwort auf die Ermordung des Artilleriehauptmanns Schmidt durch die Carlisten hat hierorts allgemeine Freude hervorgerufen. Wie es heißt foll das Ge­schwader durch denKönig Wilhelm" und die Glattdecks-CorvetteNymphe", die ge­genwärtig mit demPrinzen Friedrich Carl" in den schwedischen und norwegischen Ge­wässern ist, verstärkt werden. Große Vor- räthe an Munition rc. werden schleunigst in den Artillerie-Depots zu Wilhelmshaven und Kiel für diese beiden Schiffe in Bereit­schaft gestellt. Ueber den Auftrag, welchen der Befehlshaber des Geschwaders Contre- Admiral Henk, erhalten hat, verlautet noch nichts Bestimmtes, da die Ordres erst, wenn sich das Geschwader auf hoher See befin­det, zu öffnen sind; es verlautet jedoch, daß die Schiffe vorerst die karlistischen Häfen, namentlich in der Nähe der französich-spa- nischen Grenze, blockiren nnd selbstredend auf jedes karlistische Schiff oder auf dieje­nigen, welche unter fremder Flagge den KarUsten Waffen und Munition zuführen wollen, Jagd zu machen haben. Dank der Energie des Chefs der Admiralität, des Generals v. Stosch, durch dessen unermüd­liche Thätigkeit und Umsicht die kaiserlichen Kriegsschiffe zur höchsten artilleristischen Voll­kommenheit auf dem Meere gelangt sind, wird es dem Geschwader-Commandanten uch seinen Offizieren ein Leichter sein, der kaiserlichen Marine Gelegenheit zu geben, sich Dank und Auszeichnung des deutschen Volkes zu verdienen.

In der Reichspostverwaltung hat sich im ersten Quartal dieses Jahres gegen das Vorjahr ein Ueberschuß von mehr als 500,000 Thlr. herausgestellt, so daß man einen Jahresüberschuß von etwa 2,000,000 Thlr. erwarten darf. Es sind daher folgende Anträge an das Reichspost« amt gerichtet worden, welche früher schon gestellt, aber nicht berücksichtigt wurden: Es solle 1. die erste Zone, in welcher Packele bis zu 10 Pfund für 2| Sgr. be­fördert wurden, von 10 auf 15 Meilen er­weitert, 2. die Versicherungsgebühr bei Wertsendungen für Entfernungen bis zu 15 Meilen von 6 auf 4 Pf. pro 100 Thlr. und das Porto von Briesen mit deklarir- tem Werthe auf Entfernung von 10 bis 15