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alle Familienglieder, auf deren Arbeits­oder Nichtarbeitsfähigkeit es bei der Beurtheilung der Reklamation ankommt, im Termine mit zu erscheinen haben widrigenfalls eine Berücksichtigung der Reklamation nicht stattfinden kann.

Die Ortsvorstände haben Vorstehendes in ihren Gemeinden wiederholt zu ver- öffentlichen und namentlich zur Kenntniß der betreffenden Militairpflichtigen und deren Angehörigen zu bringen, auch denMilitair- pflichtigen noch besonders einzuschärfen, daß sie mit vollständig reinem Kör­per und reinem Hemde zu erscheinen haben.

Hersfeld, am 15. Mai 1874.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Mittwoch, den 5. August d. I. von 9 Uhr Vormittags ab sollen hierselbst circa 100 Gestütpferde, bestehend aus Landbeschälern, Mutterstuten (meistens be­deckt), vierjährigen Hengsten, Wallachen und Stuten und jüngeren Fohlen meist- bietend gegen Baarznhlung verkauft werden.

Sämmtliche 4jährigen und älteren Pferde sind mehr'oder weniger geritten. Die zu verkaufenden Pferde werden am 3. und 4. August von 7 bis 10 Uhr Morgens gerit­ten und Nachmittags von 3 bis 6 Uhr auf Wunsch an der Hand gezeigt.

Hür Personenbeförderung zu den bezügli­chen Zügen vom und zum Bahnhöfe wird am 3t, 4. und 5 August gesorgt sein.

Trahkenen, den 27. April 1874.

Der Landstallmeister (gez.) von Dassel.

Kreis Hünfeld.

Hünfeld, am 30. Juni 1874.

Die Herrn Lehrer des Kreises haben alsbald davon Anzeige anher zu erstat­ten, was Äon Ihnen oder ihren Herrn Lo- calschulinspectoren in Betreff der Eintrag­ung des Grundeigenthums re. Ihrer Schul- stellen in die gerichtlichen Bücher geschehen ist, bezw. ob die nothwendigen Einträge in solche geschehen oder aus welchem Grunde nicht bewirkt sind.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 1. Juli 1874.

Indem ich die Herrn Bürgermeister und ; Ortsverwalter des Kreises darauf aufmerk- J sam mache, daß mit dem 15. Juli d. I. ■ die Klassensteuer > Veranlagungsarbeiten zu : beginnen haben, bemerke ich zugleich, daß > Formularpapier dahier bereits vorhanden : und zur Abgabe bereit gelegt ist.

Denjenigen, welche bis zum 12. d. Mts. das Formular, sowie die Einkommensnach- weisung nicht abgeholt haben werden, werde ich dieselben zusenden.

Ueber die Art und Weise der Ausfüllung der Einkommensnachweisung werde ich noch weitere Jnstruction ertheilen.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 27. Juni 1874.

Der gegen den Schulkunden Anton Spruck aus Wölf erlassene Steckbrief wird hierdurch zurückgezogen.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 27. Juni 1874.

Den Herrn Bürgermeistern und Orts­verwaltern wird zur Kenntnisnahme mit5 gelheilt, daß bei dem am 26. d. Mts. ab­gehaltenen Remonte- Markt nur 3 Hferoe vorgestellt wurden, von denen keines gekauft werden konnte.

Der Königliche Landrath Götz.

Hünfeld, am 26. Juni 1874.

Die vorläufig gewählten Herrn Standes­beamten des Kreises Hünfeld werden hier­durch benachrichtigt, daß nach Verfügung Königlicher Regierung, die demnächst in

Kraft tretenden Standesamtsbezirke als Dienstsiegel den Preußischen Adler mit der Umschrift

K. Pr. Standesamt X.

Kreis X.

zu führen haben.

Dieselben können bei Hofgraveur C. Voigt, Friedrichsstraße 158 zu Berlin und Graveur A. Liebmann, Friedrichsstraße 75 daselbst in folgenden Qualitäten und Prei­sen bestellt werden:

1 Siegel in Messing mit Adler und Um­schrift für 1 Thlr^

1 Siegel in Stahl mit Adler und Umschrift für 1 Thlr. 20 Sgr.

1 Stempel in Messing zum Farbendruck für

1 Thlr. 20 Sgr.

1 Stempel in Stahl zum Farbendruck für 2 Thlr. 20 Sgr.

1 Stempelkasten nebst Farbe für 22 Sgr. 6 Hlr.

1000 Siegeloblaten incl. Stempel für 3 Thlr.

2000 „ „ „ „ 4 Thlr.

3000 „ „ „ „ 4 Thlr. 25 Sgr.

5000 Siegeloblaten „ „ „ 6 Thlr. 20 Sgr.

Sie werden aufgefordert, binnen 4 Tagen hierher zu berichten, in welcher Qualität resp, zu welchem Preise Sie die Siegel ge­wählt haben.

Der Königliche Landrath Götz.

TageSbegebenheiten.

Berlin, 2. Juli. Neuerlichen Dispo­sitionen zu Folge wird der Kaiser am 9. d. von Koblenz nach der Insel Mainau ab­reisen, am 12. die Steife von da über Mün­chen, wo das Diner eingenommen werden soll, nach Salzburg fortsetzen, von Salzburg aus am 14. der österreichischen Kaiserin ei­nen Besuch in Jschl abstatten und am 15. Juli nach Salzburg zurückkehren, von wo am 16. d. die Weiterreise nach Gastein er­folgt. Die Dauer des Aufenthalts in Gastein ist vorläufig bis zum 6. August projectirt.

— Fürst Bismarck ist nun endlich am 1. d. Abends hier eingetroffen, und zwar sehr gestärkt und in bester Stimmung, hat auch gleich noch einige ihm näher stehende Personen empfangen, u. A. den Staatsse- cretär v. Bülow und den Minister Eulen- burg, der auf die Meldung von des Fürsten Ankunft feine Abreise auf heute Abend ver­schoben hat. Fürst Bismarck wird aber heute und auch morgen noch einige Besprechungen mit dem Vicepräsidenten des Staatsmini­steriums, Herrn Camphausen, halten und dann nach Kissingen gehen.

Straßburg, 1. Juli. An die Unter­zeichner der Petition betreffs Beschleunigung der Stadterweiterung ist ein weiteres Schrei­ben des Herrn Oberpräsidenten unter vor­gestrigem Datum ergangen. Dasselbe lautet: Im Verfolg meiner Mittheilung vom 28. v. Mts. beehre ich mich, im Auftrage des Hrn. Reichskanzlers die Herren Unterzeich­ner der Petition vom 12. v. Mts. weiter ergebenst zu benachrichtigen, daß Se. Majestät der Kaiser von der Petition Kennt­niß zu nehmen und Allerhöchst Ihr Inte­

resse für die gestellten Anträge aUszusprechen geruht haben. Der Herr Kriegsminister hat sich bereit erklärt, die baldige Ausfüh­rung der Stadterweiterung thunlichst zu fördern. Es liegt in der Absicht, die Be­willigung der Geldmittel, welche zur Deckung der Kosten der Porschiebung der Enceinte noch erforderlich sind, bei dem Reichstage in der diesjährigen Herbstsesfion zu bean­tragen. Sobald diese Geldmittel bereit ge­stellt sein werden, soll schon vor Fertigstel­lung der neuen Stadtumwallung, für die­jenigen Grundstücke, welche jetzt den Rayon­beschränkungen unterliegen und demnächst in die Stadt eintreten werden, Baufreiheit gewährt werden. Die alte Enceinte wird in ihrem jetzigen Zustande so lange beibe­halten werden, bis die neuen Fronten einen geeigneten Ersatz für dieselben geben. Der Ober-Präsident von Elsaß-Lothringen: von Möller."

London, Dienstag 30. Juni, Abends. Von den Koylengrubenarbeitern in Barnsley sind die der Home-Rule-Partei angehörigen Arbeiter Galway und Ward zu Delegirten gewühlt worden. Dieselben haben sich gegen die beabsichtigte Herabsetzung der Löhne um 10pEt erklärt und befürchtet man, daß ein allgemeiner Strike, an welchem sich 20,000 Arbeiter beth eiligen dürfen, ausbrechen wird.

Die über die Kämpfe in Spanien ein­gelaufenen Nachrichten bestätigen zwar die "Niederlage der Nordarmee, lassen jedoch zu­gleich auch die lügenhaften Uebertreibungen erkennen, deren die karlistischen Meldungen sich schuldig gemacht haben. Dem Spezial- korrespondenten der „Jndependance" zufolge hatte Concha sich am Freitag der Posi­tionen von Abazurza, Valetuerta und Muro bemächtigt. Am Sonnabend begann der Sturmangriff auf der ganzen Linie gegen die Estella beherrschenden Höhen unb man drang anfangs siegreich vorwärts, vor dem furchtbaren Feuer der Karlisten gerieth aber die Division Campos nahe bei Estella in Unordnung und ging aufgelöst zurück. Concha führte persönlich die Brigaden Echague und Blanco zur Unterstützung der Division Cam­pos gegen die Flanken des Feindes, aber die Karlisten durchkreuzten seinen Angriff durch eine schnelle Frontveränderung und eine Attake der navarresischen Bataillone. In diesem Augenblick fiel Concha tödlich ver­wundet und sein Fall hatte eine allgemeine Panik zur Folge. Die Brigade Blanco und die Kavallerie deckten mit großer Aufopfe­rung den Rückzug des Heeres, welchem die Karlisten nachdringend Abazurza und Muro entrissen, dennoch gelang es der Armee, die bis Tafalla und Larraga zurückging, alle Lebensmittel, Geschütze und Munition zu retten, der größte Theil der Verwundeten blieb dagegen in Feindeshand zurück. Außer Concha wurde noch ein Brigadier verwundet und büßte die Armee außerdem beinahe 300 Offiziere und 4000 Mann (?) ein. Die­ser hohe Prozentsatz des Offizierverlustes be­weist, daß die Führer der Truppen in vol­lem Maße ihre Schuldigkeit gethan haben. Aus Madrid, wo man am Sonnabend früh bereits von der erfolgten Einnahme Estella's wissen wollte, wird der Verlust wohl nicht ganz zutreffend auf 800 Mann an Todten und Verwundeten angegeben. General Za- bala gedenkt die Operationen genau nach dem Plane Concha's mit größter Energie fortzuführen. Dem rühmlich gefallenen Feld­herrn soll ein feierliches Begräbniß zu Theil und ein Denkmal errichtet werden.