AssVS-sseLd, Mittwoch Den 13. Mai
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Da» „SretBSlatt" erlas etnt mMenthO) zweimal. Mittwochs und Sonnabends. Stets desselben bei der Expcvinon 84 Sgi. »ro Quartal. bei den Softanftalten kommt der Boftaufichiag Vinzn. Betanntmacoungen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Kaum mit 1 Sgr. berechnet
für Die
Amtlicher Theil.
Landrathsamt Hersfeld.
Gaffel, den 6. Mai 1874.
Es ist nicht zu verkennen und wird mit Recht als ein drückender Mangel empfunden, daß die in der Volksschule erworbene Bildung den Anforderungen des Lebens, und täglichen Verkehrs vielfach nicht gewachsen TW ist. Die Volksschule selber kann im Allgemeinen hierfür nicht verantwortlich gemacht werden,; — denn auch die tüchtigsten Schüler werden in ihrem in der Schule gewonnenen Wissen und Können zurückgehen müssen, wenn beides nach ihrem Abgang von der Schule nicht weiter oder nur unvollkommen geübt wird.
In den Städten ist man daher schon seit längerer Zeit bemüht gewesen, durch Errichtung von gewerblichen oder Handwerker-Fortbildungsschulen die in der 1 Volksschule gewonnenen Kenntnisse und Fertigkeiten zu erhalten und weiter zu führen. Aber auch in den ländlichen Gemeinden thut es — zumal den gesteigerten Anforderungen der neueren Zeit gegenüber — je länger je mehr noth, ebenfalls durch Errichtung entsprechender Fortbildungsschulen hierfür Sorge zu tragen, damit die unter vieler Arbeit und mit oft großen Kosten erlangte Schulbildung nicht im Laufe der Zeit mehr oder weniger verloren geht.
Die nächste Sorge und Hauptaufgabe solcher Fortbildungsschulen wird sein, der männlichen Jugend in den nächsten Jahren nach ihrem Austritt aus der Volksschule den erworbenen Besitz von Kenntnissen und Fertigkeiten zu befestigen und zu erhalten, die vorhandenen Lücken auszufüllen und die Zöglinge durch ' sachgemäße Uebungen immer mehr zu sicherem und freiem Gebrauch des Erlernten hinüber zu leiten. Lesen, Schreiben (mit Zeichnen) und Rechnen (mit Raumlehre) werden die Hauptgegenstände des Unterrichts zu sein haben, und zwar so, daß (wir dies auch schon der Volksschule als Aufgabe und Ziel vorgezeichnet ist) die Aneignung des Inhalts des Gelesenen, die Uebung der Sprache und die Beziehungen auf das
praetische (geschäftliche) Leben maßgebend für die " thode des Unterrichts bleiben. Inwiefern sich hie.an Wtittheilungen aus der Geographie, der Geschichte und der Naturkunde anschließen sollen, muß (nach der Beschaffenheit der örtlichen und persönlichen Verhältnisse) im jedesmaligen Einzelfall dem prüfenden Ermessen anhermgestellt bleiben.
Ob und wo solche Fortbildungsschulen eingerichtet werden, wird hauptsächlich von der Persönlichkeit des Ortsschullehrers abhängen. Wo es einem Lehrer, welcher Liebe zu der ihm anvertrauten Jugend und ebenso zu der Gemeinde hat, der er angehört, gelingt, die Heranwachsenden Jünglinge zu einem fleißigen Weiterarbeiten anzutreiben — und welcher es nach der ihm innewohnenden Tüchtigkeit versteht, durch seinen Unterricht das Interesse der jungen Leute anzuregen und, zu fesseln,— da wird die Fortbildungsschule alsbald ins Leben treten und in erfolgreicher Wirksamkeit verbleiben.
Daß einsichtige Männer in der Gemeinde, insonderheit die Ortsvorstände den Lehrer in seinem dem Wohl der Gesammtgemeinde gewidmeten Streben mit Wort und That unterstützen, ist dabei von der größten Wichtigkeit.
Das Winterhalbjahr wird für die gedachte Arbeit die geeignetste Zeit fein. — Selbstverständlich muß dem Lehrer für seine Mühewaltung eine angemessene Vergütung gewährt werden. Ob dieselbe durch die Beisteuern der an dem Unterricht freiwillig theilnehmenden Jünglinge ausgebracht ober etwa als Fixum von der Gemeinde in dem Falle gewährleistet werden soll, daß die Theilnahme an dem Unterricht Jedermann freigestellt wird, wird in jedem Einzelfalle durch'Vereinbarung festgestellt werden müssen.
Solchen Lehrern, welche in der vorgedachten Weite mit Erfolg thätig sind, werden wir, namentlich für den Anfang, gern bereit sein, nach dem Maß der uns zu Gebote stehenden, allerdings nur beschränkten, Mittel, soweit erforderlich, auf deßfallsigen Antrag Remunerationen zu gewähren. .
Wir nehmen für die wichtige Angelegenheit Ew. Hochwürden rc. volle Fürsorge uut) Mitwirkung in Anspruch. Bei den periodischen Schulvisitationen, iu den