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«GesA-feLD, Mittwoch den 8. April
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Das „ÄretBblatt" etfmeint wocdymlich smeimal. Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Exoevition 84 Sgr pro DuarteL bei den Bostanaatlen tominr der Voitaufschtag bin-u. Betannrmachunpen aller Art werden ausgenommen und die LarnionviZeile oder deren Saum mit 1 Sgr. kerechnN. ,
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Amtlicher Theil.
Landrathsamt Hersfeld.
Mit Bezugnahme auf §. 12 der Justruction über Sie Veranlagung der Klassensteuer vom 12. Dezember 1873 (Amtsblatt de 1874 Nr. 4) werden den Herren Ortsvorständen der Stadt- und Landgemeinden des Kreises die gegen die Klassensteuer-Veranlagung pro 1874 erhobenen Reklamationen behufs Begutachtung durch die Einschätzungs-Commission am 7. d. Mts. zugefertigt werden.
Die Herren Ortsvorstände haben dafür Sorge zu tragen, daß die Begutachtung sofort und in einer einzigen Sitzung vorgenommen und daß das von den Commissionsmitgliedern zu unterschreibende Gutachten auf die Reklamationsschrift selbst oder zu jeder einzelnen Reklamation auf einen besonderen Bogen niedergeschrieben wird, und zwarmög- lichst kurz, wobei sich auf die rein thatsächliche Begründung desselben zu beschränken ist.
Die pro 1874 veranlagten Steuersätze und Besteuerungsmerkmale sind den einzelnen Reklamationen ungeschrieben.
Die Rücksendung der Reklamationen wird bis spätestens zum 13» d. M. erwartet, wobei ich bemerke, daß die Herrn Bürgermeister die Gutachten als Mitglieder der betreffenden Commissionen auch mit zu unterzeichnen haben.
Hersseld, am 2. April 1874.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Im Kreisgerichts - Gefängniß zu Marburg ist eine Frauensperson inhaftirt, welche beschuldigt ist, in der Kirche zu Borgholz Leuchter mit Lichtern gestohlen zu haben. Diese Person ist taubstumm und soll nach einem bei ihr gefundenen Schriftstück Bertha R o s e u l h a l heißen. Es ist nicht gelungen, ihren Heimathsort zu ermitteln, ebenso wenig konnten ihre persönlichen Verhältnisse festgestellt werden. Aus den von ihr gemachten Zeichen scheint jedoch hervorzugehen, daß sie aus
der Provinz Reffen oder Hannover stammt und zwei uneheliche Kinder hat. Sie ist jüdischer Religion,. *28 Jahre alt, 4 F. 9 Z. rheinl. groß, von mittelmäßiger Statur, hat braune Haare, niedrige Stirn, schwarze Augenbcaunen, blonde Augen, stumpfe Nase, gewöhn-- lichen Mund, gesunde Zähne, rundes Kinn, längliches Gesicht und gesunde Gesichtsfarbe.
In Gemäßheit höherer Verfügung weise ich die Königlichen Gendarmen und die Ortspolizeibehörden des Kreises an, entsprechende Recherchen vorzunehmen und ein etwaiges Resultat mir mitzutheilen.
Hersfeld, am 8. April 1874.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Nach einer dem Herrn Reichskanzler zugegangenen Mittheilung der Kaiserlich und Königlich Oesterreichisch- Ungarischen Botschaft zu Berlin ist der ehemalige Pro- duktenhändler Sigismund Wellisch nach Ausgabe falscher Wechsel im Betrage von ungefähr 183,000 fl. aus Pesth entflohen und hat sich muthmaßlich nach Preußen begeben.
Unter Mittheilung eines Signalements des re. Wellisch *) weise ich in Gemäßheit höherer Verfügung die Königlichen Gendarmen und die Ortspolizeibehörden des Kreises an, nach demselben zu fahnden, ihn im Betretungsfalle festzunehmen und sofort an mich abzuliefern.
Hersfeld, am 8. April 1874.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Name: Siegmund Wellisch. — Geburtsort: Liptö- Szent-Miklos. — Alter: 38 Jahre. — Religion: Js- raelit. — Stand: ledig. — Beschäftigung: Handelsmann. — Statur: groß. — Körperbau: stark, breitschulterig. — Gesicht: regelmäßig. — Gesicktsfarbe schwarz. — Haare: schwarz. — Stirn: hoch. — Augen: schwarz, groß. — Augenbraunen: schwarz. — Nase: regelmäßig. — Mund: dsgl. j— Zähne: gesund. — Schnurrbart: schwarz, dicht und lang. — Kinn: regelmäßig. — KeniMichen: Brust sehr rauh, Brustbein eingedrückt. — Sp-rachkenutniß: deutsch, etwas slavisch und ungarisch. — Kleidung: modern.________________
Nach einer Mittheilung Königlichen Landrathsamts