für die
Arme Hcrskcld, Hünfeld und Ztegcnham.
18* HekS^sLD, Mittwoch Den 4. März L8S4.
Dar .JltetSblati" erlLerni mödientltcH zweimal. MilnvoSS unv Sonnabends. Preis befielben bei der Exrevition 84 Sgr. pro QuartaL bei den PoftanKaiten lammt der Ponaufichtag btn?u, Selannttnacpungen aller Art werden auTgenummen und die Aamton&cBetie oder deren Staunt mit 1 Sgr. berewnet.
Amtlicher Theil.
Landrathsamt Hersfeld.
Ein der Tollwuth verdächtiger, großer brauner Hühnerhund mit weißen Flecken vor der Brust, dessen Eigenthümer bis jetzt nicht ermittelt wurde, hat in -Kathus andere Hunde gebissen und ist auf dem Wege in der Richtung nach Friedewald getöotet worden.
Es wird deshalb unter Androhung einer Strafe bis zu 5 Thaler für jeden Ueberlretungsfall angeordnet, sämmtliche Hunde in Kathus anzulegen und diejenigen Thiere, von denen festgestellt wird, daß sie von jenem Hund gebissen sind, sofort zu todten und vorschriftsmäßig zu verscharren.
Die Königliche Gendarmerie wird beauftragt, die Ausführung dieser Maßregel streng zu überwachen.
Hersfeld, am 4. März 1874
Der Königliche Landrath Auffarth.
Der Ackermann Konrad Dehnhard lr von Oberhaun ist heute als Ortsvorstand der dasigen Gemeinde bestätigt und eidlich verpflichtet worden, was hierdurch veröffentlicht wird.
Hersseld, am 3. März 1874.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Durch rechtskräftiges Urtheil des Königlichen Kreisgerichts zu Neustadt (Oberschlesien) vom 18. Dezember v. J. ist auf Bremchtung folgender Druckschriften: a. Weckstimmen für das katholische Volk. 3. Jahrgang.
1. Heft. „Der deutsche Michel", von A. Steiner, b. Weckstimmen; 4. Jahrgang, 9. Heft: „Die Ber- seucher", von Konrad von Bolanden, sowie der vorfindlichen Platten und Formen erkannt worden, was hierdurch veröffentlicht wird.
Hersfeld, am 3. März 1874.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Nach einer dem Herrn Minister des Innern zuge- gangenen Mittheilung der Kaiserlich- und Königlich Oesterreich-Ungarischen Botschaft zu Berlin ist am 1. I nuar d. I. in dem zur Gemeinde Borie gehörigen
Walde neben der von Taus nach Neugedein und Kattau führenden Staatsstraße die Leiche eines fremden, im dortigen Bezirke gänzlich unbekannten Mannes aufgefunden worden. Derselbe war 30 bis 32 Jahre alt, kräftig und gut genährt und lag auf dem Rücken zwischen zwei Bäumen. Unter der Leiche war ein Reisepelz von grauem Tuche mit Fuchspelz verbrämt, die Füße waren mit einem schwarzen Reisemantel zugedeckt. Die Leiche hatte schwarzes, schütteres Kopfhaar mit einer kleinen Glatze und einem dünnen röthlichen Schnurr- bart sowie einen vollen, ziemlich langen, schwarzen Bollbart. Die Augen waren groß und blau, die Stirne hoch, sämmtliche Borderzähne waren noch vorhanden und mittelmäßig groß, das Gesicht oval, die Augen mit einer Brille versehen, an einer Seidenschnur hing ein Zwicker. Einen halben Zoll unter der linken Brustwarze fand sich eine kleine, runde Oeffnung von der Größe einer Revolverkugel, die Umgebung war mit rothem, bereits gefrorenem Blute beschmutzt. Die Brust der Leiche war bis auf das Hemd entblößt; man fand weder in dem dicken Ueberzieher noch an dem Rocke und der Weste irgend eine Oeffnung von einer Kugel. Die Finger der rechten Hand waren etwas von Pulverdampf geschwärzt. Die zarten Hände zeigen darauf hin, daß der Erschossene sich mit keiner schweren Arbeit besaßt hat. Sowohl an der Leiche, als auch in der Umgebung derselben fanden sich keine Spuren irgend einer Gegenwehr, die Leiche hatte Mund und Augen offen. Der Erschossene mußte gleich nach dem Schusse todt gewesen sein, denn sonst hätte die Leiche, da sie auf einem sehr abschüssigen Abhänge lag, den Berg herunter kollern müssen. Bekleidet war dieselbe mit einem feinen weißen Hemde, eben solcher Unterhose, mit einer schwarzen fast neuen Hose aus Peruvienn, mit einem schwarzen fast neuen Sommerrocke und einer schwarzen Weste aus demselben Stoffe; ferner mit einem Ueberzieher aus braunem Winterstoffe, die Füße mit fast neuen Stiefeletten aus Lasting; bedeckt waren diese mit einem Mantel, dem sogenannten Ragmann, aus dunkelblauem Stoffe mit Sammt- kragen. Der Reisepelz bestand aus schwarzen Lammfellen mit grauem Tuche überzogen, mit Fuchspelz ausgeschlagen und unten mit rothem Wattwoll besetzt.