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für die

Kreise Hcrsfcld/ Himfeld und Ziegenhain.

^ 33» HerSfeLD, Mittwoch den 19,. März

m.

DaiÄreiSblati" erscheint wöchentlich zweimal. Mittwoch- und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 81 Sgr. pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die

Varmond-Aeile ober beten Raum mit 1 Sgr. berechnet

Amtlicher Theil

Landrathsamt Hersfeld.

Durch den Herrn Minister für Handel und Ge­werbe ist angeordnet worden, daß in Zukunft, um nicht allein bie ältern unzulässig gewordenen Maaße und Gewichte gänzlich aus dem Verkehr zu entfernen, sondern auch die dauernde Erfüllung der über die Be- schaffenheit-bet neuen Maaße und Gewichte ergangenen Vorschriften zu sichern, alle entdeckten Contraventionen unnachsichtlich zur strafrechtlichen Verfolgung gebracht werden sollen.

Indem ich noch auf §. 369 pos. 2 des Strafge­setzbuches Hinweise, wonach die Gewerbetreibenden auch dann schon straffällig sind, wennbei denselben ein nicht geeichtes Maß 2c. vorgefunden wird, veranlasse ich die Herren Ortsvorstände, alsbald eine Revision der in ihren Gemeinden im Verkehr zur Anwendung kommen­den Maaße und Gewichte vornehmen zu lassen und mir binnen 8 Tagen das Resultat derselben anzuzeigen. Hersfeld, am 17. März 1873.

Der Königliche Landrath Auffarth.

^dige Eva Elisabeth Saam von Friede- N alt, hat um Ertheilung eines Reise­passes nach Amerika nachgesucht.

Hersfeld, am 18. März 1873.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Vor Kurzem sind aus der Kirche von Castel Ro- ganznolo in der italienischen Provinz Treviso drei werthvolle Gemälde entwendet worden. Von diesen Gemälden, deren nähere Beschreibung hierunter *) ab­gedruckt ist, sind die beiden ersten, die unbefleckte Jungfrau und den Heiligen Nicolaus darstellend, von den beiden Seitenaltären, und das dritte, den heiligen Paulus darstellend, von dem Hauptaltar entführt worden.

In Gemäsheit höherer Verfügung weise ich die Königlichen Gendarmen und Ortspolizeibehörden des hiesigen Kreises an, die erwähnten Gemälde, falls die­selben in ihren Bezirken zum Vorschein kommen sollten, mit Beschlag zu belegen, deren Inhaber aber alsbald

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zu verhaften und mir zuzufÜhMk.

Hersfeld, am 18. März 1873.

Der Königliche LMidrath Aufsa-L^.

*) Von den Seitenaltären -wurden geraubt:,' , < . 1) ein Gemälde, die unbefleckte Jungfrau auf^tY stehend darstellend, zur Rechten den heiligen Rochus,' zur Linken den heiligen Sebastian; 2) ein Gemälde, den heiligen Nikolas aufrecht­stehend darstellend, zur Rechten den heiligen Joseph, zur Linken die heilige Helena. Beide sind von länglich viereckiger Form, nach oben gerichtet.

Die Breite beträgt 1,03 Meter, die Länge von der Basis bis zum Gipfel des Bogens 1,80 Meter. Beide sind kostbar gemalt. Zwar ist der Künstler nicht bekannt, aber, nach der Orts - Tradition und dem Ur­theile Sachverständiger werden sie dem ausgezeichneten Maler Frizimelica aus Belluno zugeschrieben, welcher in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts florirte.

Vom Hauptaltar ist der heilige Paulus weg­genommen worden, unbestreitbar werthvoller als die beiden anderen Figuren. Es ist ein länglich viereckiges, aufwärts gerichtetes Gemälde, 0,58 Meter breit, 1,88 Meter lang. In einer Beschreibung, welche früher eine von der Oesterreichischen Regierung entsendete Com­mission gemacht hat, heißt es wörtlich:Die Figur des Heiligen ist £ der Wirklichkeit. Gerade stehend hält die Gestalt in der Rechten ein langes und breites Schwert, dessen Spitze zu Boden gesenkt ist; der linke, etwas gebogene Arm hält gegen die Brust ein Buch - der Kopf zeigt beinahe das Provil, der Blick ist wie' mit dem Ausdruck des Nachdenkens gesenkt. Das Ge­wicht des Körpers wird mehr durch das linke Bein gestützt, was der ganzen Figur ein kriegerisches Aus­sehen gewährt.

Eingehüllt ist der Rumpf in einen weiten gelben Mantel mit breiten Falten, und das Priesterkleid, von x etwas dunklerer Farbe, bedeckt gänzlich die Person bis auf die Knöchel der mit kurzer Fußbekleidung versehe­nen Füße.

Die freie Zeichnung, das kräftige Kolorit des Gemäldes läßt keinen Zweifel, daß der Künstler ein tüchtiger Meister aus der Venetianischen Schule war."