AreisMblatt
für die
Greife Hcrsfcld/ Hünfeld und Ztegenhaln.
JM 98. HesSfeLd, Sonnabend, den 9. December 18S1.
Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 8^ Sgr. pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Raum mit 9 Heller berechnen
Amtlicher Theil.
Landrathsamt Hersfelv.
Unter Hinweisung auf die in der Beilage zu Nr. 37 des diesjährigen Kreisblattes veröffentlichten Jnstruction zur Ausführung der §. §. 38 und 39 des Strafgesetzbuchs, — die Stellung unter Polizeiaufsicht betreffend, — erhalten die Herrn Ortsvorstände des Kreises Hersfeld die Auslage, sobald ihnen die Zeugnisse über Führung der Sträflinge während ihrer Detention von dem Borstand der Strafanstalt zugegangen sind, pflichtmäßig zu prüfen, ob besonders dringende Gründe obwalten, um gegen die zur Entlastung kommenden Sträflinge unverweilt die Verhängung der Polizei- Aufsicht herbeizuführen sei, — in welchem Falle sofort an mich zu berichten ist; andernfalls aber zunächst die entlassenen Sträflinge in ihrem Gesammtverhalten nach wiedererlangter Freiheit eine Zeit lang zu beobachten und erst nach Ablauf dieser Zeit, wozu eine Frist von 3 Wochen genügt, anher zu berichten, ob unb aus welchen Gründen die Berhängung der Polizei-Aufsicht nothwendig oder nicht nothwendig erscheint.
Dieselbe soll dann eintreten, wenn begründete Besorgnis; besteht, daß der Berurtheilte die wieder erlangte Freiheit in gemeingefährlicher Weise misbrauchen werde.
Hersfelv, am 7. Dezember 1871,
Der Königliche Landratb Ausfarld.
Diejenigen Ortsvorstände der Landgemeinden des Amtsgerichtsbezirks Hersfeld, welche noch mit Zahlung der Bergülung für Bersehung der Polizeianwaltsgeschäfte vom laufenden Jahr an den Herrn Bürgermeister Kempf dahier im Rückstände sind, werden angewiesen, diese Zahlung ungesäumt, spätestens aber binnen 8 Tagen zu bewirken.
Hersfeld, am 8. Dezember 1871.
Der Königliche Lanbratb Auffarlb.
Die Erledigung der Schulstelle zu Biedebach jvom 1. Januar k. I. ab wird hierdurch mit dem Bemerken veröffentlicht, daß Bewerber um dieselbe ihre deshal- bigen Meldungsgesuche binnen 3 Wochen entweder bei
dem unterzeichneten Landrath oder dem Herrn Lokal- schulinspektor Pfarrer Gerlach in Obergeis einzu- reichen haben, und zwar unter Beifügung der erforderlichen Sitten- und Befähigungszeugnisse
Hersfeld, am 8. Dezember 1871.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Der Russische Unterthan Lucian Newmerjicki hat der Kaiserlich Russischen Gesandtschaft in Berlin angezeigt, daß bei seiner Durchreise in Krakau am 24. Oc- toder d. J. seine 18jährige Tochter Wanda sich aus dem von ihnen bewohnten Gasthofe entfernt und seitdem nicht wieder eingefunden habe. Ein Brief der Flüchtigen hat dem Vater gemeldet, daß sie in ein Nonnenkloster eingetreten sei, indessen sind Name und Addresse des letzteren unbekannt geblieben. Die auf Antrag des Vaters in Oesterreich unverzüglich auge- stellten Nachforschungen haben zu keinem ‘ Ergebnisse geführt, und liegt die Möglichkeit nahe, daß die Flüchtige aus Oesterreich nach Deutschland gebracht worden ist, oder, ohne überhaupt in ein Kloster zu treten, sich dorthin begeben hat.
In Gemüsheit höherer Verfügung weise ich daher die Königlichen Gendarmen des hiesigen Kreises an, in Gemeinschaft mit den Ortspolizeibehörden Recherchen über den Aufenthaltsort der Wanda Newmerjicki, an- zustellen und einen etwaigen Erfolg der Nachforschungen mir ungesäumt mitzutheilen.
Hersfeld, am 8. Dezember 1871.
Der Königliche Landrath Auffarth.
Der Ackermann Adam Wolfs von Schenk- l e n g s f e l d ist heute als Bürgermeister dieser Gemeinde von mir bestätigt und eidlich verpflichtet worden, was hierdurch veröffentlicht wird.
Hersfeld, am 7. Dezember 1871.
Der Königliche Landralh Auffarth.
Berlin, den 2. December 1871.
Bekanntmachung.
Die Weihnachtssendungen betreffend.
Allem Anschein nach wird der diesjährige Weihnachtsverkehr mit der Post ein »»gemein starker werden. Wenn sich die Massen der Pallete, welche nach Millionen zählen, in den letzten Tagen vor Weihnachten zusammendrängen, und, wie dies oft