blatt
Kreis
für die
Greife Hersfcld/ Himfekd und Ziegenham^
J\1 59, HerSfeld, Mittwoch, den 26. Juli. 1891*
Das „Kreisblatt" erscheint wöchentlich zwriiital, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 8j Sgr. pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Raum init 9 Heller berechnet.
Amtlicher Theil.
Landrathsamt Hersfeld.
Dem Amtsphysikus Herrn Dr. Orth zu Oldendorf ist die erledigte Amtsphysikatsstelle in Niederaula mit der Verpflichtung zur unentgeltlichen Verrichtung der Armenpraxis in ihren: ganzen Umfange, der unentgeltlichen Behandlung der Gefangenen, der Vornahme der Schutzpocken - Impfung u. s. w. im Amtsbezirke Niederaula übertragen worden, was hierdurch veröffentlicht wird.
Hersfeld, am 2ö. Juli 1871. ^-"
Der Königliche Landrath Aufsartb.
Diejenigen Ortsvorstände der Landgemeinden des Kreises Hersfeld, welche die 1870r Gemeinde-Rechnungen zur Abholung noch nicht eingereicht haben, werden hieran mit dem Bemerken erinnert, daß, wenn deren Vorlage nicht spätestens bis zum 15. August d. I. bewirkt wirb, strafend gegen sie eingeschritten werden soll.
Hersfeld, am 26. Juli 1871.
Der Königliche Landrath Anffarth.
Der hierunter *) signalistrte Arbeilssoldat Christian Brandt mi« Wölferrhauien ist am 21. d. M. von der Arbeiter-Abtheilung in Torgau desertirt.
Sämmtliche Gendarmen und Ort-Polizeibehörden des hiesigen Kreise- werden daher angewiesen, denselben im Betretungssalle sofort zu verhaften und an mich abzuliefern.
HerSseld, am 24. Juli 1871.
Der Königliche Landrath Auffarth.
*) Signalement: Bor« und Zuname: Christian Brandt, Alter: 22 Jahre, Dienstzeit: seit dem 2. Juli 1871, Größe: 1 Meter «5 Centm. Geburtöork: WölferS« Hausen, Kreis Her-feld, Aufenthaltsort: Frankfurt a. M., Religion: evangelisch, Prosesston: Tagelöbner, Haare: dunkelblond, Stirn: hoch, Augenbrauen: schwarz, Augen: blau, Nase: gewöhnlich, Mund: klein, Bart: 0, Kinn: rund, Gesicht-bildung: regelmäßig, Gesichtsfarbe: gesund, ^öeüall: schlank. Besondere Kennzeichen: Narbe am rech« ten Zeigefinger.
Kleidung: 1. Mütze von grauem Tuch mit Schirm, 2. graue Tuchjacke,' 3. graue Tuchbose, 4. Hals, binde, 5. Arbeitsrock von Drill, 6. ein Paar Comiyls. stiefeln, 7. ein wcißlejuenes Hemde.
Vorstebende Sachen sind mit Ausnahme von ad 7 mit dem Stempel A. A. versehen.
Gefunden: am 25. d. Mts. auf der Straße zwischen Beiersbausen und Asbach 1) ein Schuhmacherhammer, 2) eine Schuhmacherzange und 3) eine schwarze Tuchmütze. Meldung der Eigenthümer bei dem Ort-vorstand zu Beier-Hausen.
Gefunden: auf der Straße zwischen der Schellen« Mühle und Nippe ein kleines Portemonnai enhalteno ein Zweithaler- Stück. — Meldung des Eigenthümer- bei dem Ortsvorstand zu Heimboldshausen.
Landrathsamt Hünfeld.
Hüiifeld, am 19. Juli 1871.
Die Herrn Bürgermeister des Kreises werden unter Hinweisung auf das AuKchrkidkn vom 2. Februar 1871 hierdurch veranlaßt, den durch die Herrn Ober- Schulinspectoren abzuhaltenden Schulyisüationen dei- zuwohnen.
Der Königliche Landrath Götz.
Hünfeld, am 20. Juli 1871.
Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 12. dieses Monats, betreffend den Beginn der Vorarbeiten der Klassensteuer-Veranlagung pro 1872 verweise ich die Herrn Bürgermeister des Kreises Hünfeld auf die in der Extra-Beilage zu Nr. 65 des Kreisblattes pro 1870 enthaltene kurze Instruktion vom 9. August 1870, deren Beachtung auch für die demnächstige Veranlagung sicher erwartet wird.
Ich will dazu nur noch bemerken, daß den Jn- habetn des eisernen Kreuzes als solchen für den Fall der Besteueruna in der 1. Hauptklaffe kein gesetzlicher Anspruch auf Klassensteuerfreiheit zusteht, wie in der erwähnten Instruktion irrthümlich angegeben ist.
Der Königliche Landrath Götz.