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für die

Kreise Heröfeld/ Hünfeld und Ziegenhain

Her-feld, Mittwoch, den 17. Mai.

1871

DasKreisblatt" erscheint wöchentlich zweimal, Mittwochs und Sonnabends. Preis desselben bei der Expedition 8z Sgr. pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die Garmond-Zeile oder deren Raum mit 9 Heller berechnet.

zur

.grünhung einer deutschen Stiftung für die Töchter der auf dem Felde der Ehre gebliebenen oder in Folge des Krieges verstorbenen Offiziere, Mi- litair-Beamten, Geistlichen und Aerzte sowie der ihnen gleichzustellenden Träger des rothen Kreuzes.

Der Krieg ist beendet. Ein ehrenvoller Friede krönt die ruhmreichen Thal eil unserer'tapfere« Söhne. Deutschlands Grenzen sind gesichert. Deutsche Lande zurückgewonnen, welche unserer Schwäche vormals ent- risten waren. Wieder aufgerichtet in alter Macht und Herrlichkeit breitet das Deutsche Kaisertum seine schützende Hand über alle Stämme des geeinigten Vaterlandes. Im Bewußtsein ihrer großen Cultur-Aufgaben begrüßt die Deutsche Nation den Beginn einer neuen Aera des Friedens, der Freiheit und gegenseitigen Achtung der Völker.

Groß wie die Fülle der Segnungen, welche aus der blutigen Saat entsprossen, ist die Schuld unserer Dankbarkeit gegen diejenigen, welche heldenmüthig ihr Leben in dem Kampfe einsetzten.

In der freigebigsten Fürsorge für die Invaliden und Hinterbliebenen erkennt Deutschland eine heilige Pflicht, der nachzukommen zunächst das Reich berufen ist.

Aber die Hülfe, welche der Staat den Opfern des Krieges bringen kann, wird nicht überall ausreichen. Es bedarf der Fürsorge pflegender Herzen und Hände für zahlreiche Waisen, welche der Krieg in hülfloser Lage zurückgelassen.

Den Kindern -er Soldaten und den Söhnen der Offiziere sind Pflege- und Erzichungs-Anstalten mannig­facher Art geöffnet, aber

den hülssbedürftigen Töchtern der auf dem Felde der Ehre gebliebenen oder in Folge des Kriege» gestorbenen Deutschen Offiziere, MilitairrBeam« ten, Geistlichen und Aerzte, sowie der ihnen gleichzustrllrnden Träger de» rothen Kreuze» fehlt es an jeglicher Fürsorge.

Zur Bildung eines Vereins, welcher sich der ßö« sung dieser Aufgabe für die Angehörigen aller Gauen des deutschen Reiches und aller Confessionen mit gleicher Liebe widmet, ist von Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin August« die erste Anregung gegeben.

Allerhöchstdieselbe hat sich bereit erklärt, als Hohe Beschützerin an besten Spitze zu treten.

Die Erziehung für den häuslichen Beruf findet in der Gemeinschaft des Hauses und der Familie den na­türlichsten Boden. Aufgabe des Vereins wird es daher

losen Waisen zu erleichtern, oder deren Unterbringung in anderen achtbaren und gebildeten Familien zu vermitteln.

Im Hinblick auf die große Zahl der Waisen aber wird auf diesem Wege allein nicht geholfen werden können. Der Vereinsthätigkeit muß es daher vorbe­halten bleiben, die vaterlosen Töchter auch in bewähr­ten, ihrer Confession entsprechenden Erziehungs-Anstal- ten unterzubringen, oder auf tue Gründung solcher Anstalten Bedacht zu nehmen, soweit ein Bedürfniß dazu sich geltend macht und die Mittel reichen.

Auf diesen Grundlagen errichtet, würde der Verein sofort eine segensreiche Wirksamkeit entfalten und auch nach Erfüllung seiner nächsten Zwecke der Für­sorge für die hülssbedürftigen Töchter des Offizier- und Beamtenstandes für immer gewidmet bleiben können ein dauerndes Vermächtniß einer großen Zeit!

In dem Vertrauen, daß diese Gedanken auch in größeren Kreisen den Anklang finden, der ihnen in kleinerem Kreise bereits zu Theil wurde, richten wir an Deutsche Männer und Frauen aller Confessionen, welche mit uns der verwaisten Töchter gedenken wollen, die freundliche Bitte, sich dem hier zu bildenden Haupt­vereine anzuschließen oder Zweigvereine zu gründe» und durch Ansammlung und Einsendung von Geldbeiträgen das Unternehmen zu fördern.

Die Vereinsmitglieder werden demnächst zu einer Versammlung hierselbst eingeladen werden, um die für