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Meten Landrath oder dem Herrn Pfarrer Virnau zu Dankmarshausen einzureichen haben.
Hersfeld, am 2. März 1811.
Der Königliche Landrath Auffarkh.
In einem zu Mailand kürzlich verhandelten Prozesse wegen 2lnrertigung und Verbreitung falscher Italienischer Banknoten ist unter Anderen ein gewisser Paul Minoletti in contumatiam zu 15 Jabren Zwangsarbeit vervriheilt worden. Derselbe ist fluchtig und soll noch jetzt forifad- ren, Sie falschen Banknoten, von denen er bei leiner Ent- weichung einen Verrath bei sich führte, in Umlauf zu setzen.
In Gemäsheit höherer Verfügung weise ich die Königlichen Gendarmen und Ortspolizeibebörden des hiesigen Kreise« unter Bezugnahme auf die unten *) abgedruckte Beschreibung der von dem rc. Mmoletii verbre» teten falschen Banknoten über 1000 Lire sowie das Sig« naiement desselben, an, nach dem Genannten zu vigiliien und, falls seine Spur ermittelt werden sollte, mir sofort davon Anzeige zu machen.
Hersjeld, am 1. März 1871.
Der Königliche Landrath Ansfarth.
*) Signalement eines gefälschten Scheins der italienischen Nationalbank von 1000 Limes von dem XL Nachdruck.
1) Die Scheine find bezeichnet mit Cä Ausgabe vom 22 Juli 1868, ste haben eine fortschreitend veränderliche Nummer und einige derselben tragen die Bezeichnung 1 des Klatsch-Abdrucks.
2J Das Papier ist dem der echten Scheine nachgebildet, aber es ist weniger durchscheinend und weniger hell, als das der echten. Das Papier ist auf die gewöhnliche Weise angeiertigt — dunst, wollig und leistet bei der Berührung keinen 'Mderstand.
3) Der Druck ist durch Lilographie bewirkt aber die Schrift ist ichleckt und undeutlich.
4) Alle Buchstaben, welche die verschiedenen Ausdrucke bilden, haben schärfere Striche als bei den echten Scheinen, was ihnen ein gemeines und nicht elegantes Ausssöen giebt.
5) Der Zug, welcher die beiden Striche des Buchstabens ^B. vervinbet in dem Worte Banca, ist von eben diesen Strichen getrennt.
Der Strick mitten in dem Buchstaben a in dem Worte sardi steht ebenfalls allein; ebenso der Strich in dem Buchstaben r in demselben Worte, während er die beiden Züge verbinden mußte.
6) Die drei Komma« zwischen den Worten der Aus« übrnt -sara pagaro, in contantie, a vista, al portatore" find von verschiedener Gestalt und verschi.dener Biegung nud haben die Eigenthümlichkeit, daß der letzte Beistrich mehr die Gestalt eines Ausrufung» Zeichen« bat, welches in von links nach reckt« laufendem Rinne gedruckt ist.
7) In dem Medaillon mit schwarzem Druck auf weißen Grunde, in der vierten Reibe, ließt man fasst statt falfi, und in dem Worte falfistraffere find^ die Buchstaben in dem Theile falsifi höher als in dem Thrilr caffero. Der Buchstabe r ist sowohl in biefem jBode als in dem coloro sehr unvollkommen
8) Aus der Rückseite de» Schein« bemerkt man baS Türchscheinen (cecaico- der Unierschrillen.
Signalement des Minoletti Paolo, Sohn von Karl,
geboren zu Mailand im Jahr 184l, unverheirathet und Wechiel Agent. Wuchs klein und enteisent. Haare dünn und struppig, Stirn gewöhnlich, Augenbrauen dunkel, Augen kastanienbraun, Naie regelmäßig, Mund mittelbarer Größe, Gesicht rund, GesickiSfarbe natürlich, Bart 0. Er hat vorstebende Lippen- namentlich ist die« bei der untern der Fall, große Füße und die Gewohnheit die Augenkieder so zu halten, als ob er an chronischen Augen- weh leidA
Berlin, den 27. Februar 1871. Beschaffenheit der durch die Post zu versendenden Packete.
Es besteht noch vierfach die Gewohnbeit, die mit der Post zu versendenden Packete nur durch Buchstaben oder Zeichen zu signiren. Bei der starken Zun>hme des Post-Packeivertehrs ist eS aber zur Vermeidung von Verwechselungen aus das Dringendste zu empfehlen, wenn irgend möglich die vollständige Adrege deS Empiänge.s, übereinstimmend mit dem Begleitbriefe, auf dem Packete anzugeben, also nach dem üblichen lechnischen Ausdruck, die Packete per Adresse zu signiren. Dadurch wird eine erhöhte Sicherheit für die richtige Ueeerfunft der Sendungen erreicht. Dies hat sich in überzeugendster Weise bei dem Feldpostrerkedr während des gegenwärtigen Krieges herausgestellt, wo ohne das Hülfsmutel der Signirung per Adresse der Päckereidienst nicht ausführbar gewesen wäre. Um die gemacht.n E-sahrnug n auch für den Friedensoerkehr zu verwerthen, richtet das General-Postamt daher an die Ableuder das Eiiuchrn, d e Signirung der Packete per Adresse als Regel anzunehmen. In den Fällen, wo die Adresse wegen der Beschaffenheit des BerpackungS- Materials sich unmittelbar auf das Packet selbst nicht gut schreiben läßt empfiehlt e« sich, dieselbe auf ein Stück festen Papiers, eine Korrespondenzkarte u. s. w. nieder- zusckrerven und diese auf der eenbung mittelst Klebestoffes, Aufnähens rc. haltbar zu befestigen. Es ist nicht allein zulälsig, sondern auch zweckmäßig, wenn auf diese» Signalur-Adressen, und zwar aus deien oberem Theile, zugleich der Name, die Firma rc. beS Absenders angege« den ist, eine Verpflichtung dazu besteht jedoch keineSwege». Bei Beuteln, Körben, Wild u. s. w. kann die Signatur. Adresse auf sogenannten Fahnen, am Besten von Pergament« papier oder auch von Leder, papierdeklebtem Holz u. s.w. angebracht werden. General-Postamt. Stephan.
Landrathsamt Hünfeld.
Hünfeld, am 27. Februar 1871.
Andrea« Meckback aus Wehrda hat um Erthei« eines Reisepässe« nach Amerika «achgesucht.
Der Königliche Laudrath Götz.
Hünfeld, am 1. März 1871.
Heinrich Joseph Herbst, 15 Jahre alt, aus Arzell hat um Entlassung aus dem Unterltzanen-Verbaude bc bufS Auswanderung nach Amerika nachgesucht.
Der Königliche Landrath Götz.