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Kreise Hersfeld/ Hünfeld und Ziegenhain.

JV 18. HerSfeld, Sonnabend, den 4. März. 1871.

Da« -Äreieblatt* erscheint wöchentlich rweimal, MiltwochS und Sonnabends. Preis desselben bei der Lrpedition 84 Sgr. pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Poiiaufschlag hinzu. Bekanntmachungeu aller Art werden ausgenommen und die Bar. mond-Zeile oder deren Raum mit 9 Heller berechnet.

Heute Mittag ist folgende Depesche am Kaiserlichen

Palais feierlichst vorgelesen worden:

Versailles, den 2. März.

Der Kaiserin-Königin in Berlin.

Soeben habe ich den Friedensschluß ratificirt, nach­dem er schon gestern in Bordeaux von der N^tional- Versammlung angenommen worden ist; soweit ist also das große Werk vollendet, welches durch siebenmonat- liche siegreiche Kämpfe errungen wurde, Dank der Tap­ferkeit, Hingebung und Ausdauer des unvergleichlichen Heeres in allen seinen Theilen und der Opferfreudigkeit des Vaterlandes.

-Dur-Herr der Heerschaareu hat überall unsre Un­ternehmungen sichtlich gesegnet und daher diesen ehren­vollen Frieden in seiner Gnade gelingen lassen. Ihm sei die Ehre! Der Armee und dem Vaterlande mit tieserregtem Herzen meinen Dank! _

Wilhelm.

Frankfurt, den 3. März 1871.

Telegraphie des Norddeutschen Bundes.

Amtlicher Theil.

Lanvrathsamt Hersfeld.

i Der Handarbeiter Johannes Gunkler aus Tann hat seinen am 16. März 1869 unter Nr. 37 nach Bucarest ausgestellten Reisepaß verloren, waS zur Verhütung er» walzen Mißbrauch» hiermit bekannt gemacht wird.

HerSfeld, am 2. März 1871,

Der Königliche Landratb Ausfartb.

Elisabeth Baumgardt von Oberstoppel hat um Er- theilung eines Reisepasses nach Amerifa nachgesucht.

HerSfeld, am 2. März 1871.

Der Königliche Landrath Auffarth.

Nach einer dem Bundeskanzler-Amt zu Berlin zu- jzegangenrn Mittheilung der Kaiserlich Oesterreichischen

Gesandtschaft daselbst ist der unten *) näher beschriebene Stephan Ajtay, seither Postmeister zu Margitta im Großwardeinischen Postdirectionsbezirste, am 1. Novem­ber v.J. nach Veruntreuung einer bedeutenden Summe öffentlicher Gelder flüchtig geworden.

In Gemäsheit höherer Verfügung weise ich daher die Königlichen Gendarmen und Ortspolizeibehördeu des hiesigen Kreises an, geeignete Nachforschungen nach dem Flüchtigen anzustellen, ihn im Betretungsfalle zu ver­haften und an mich abzuliefern.

Hersfeld, am 3. März 1871.

Der Königliche Landratd Auffarth.

*) Stephan Ajtay ist 28 Jahre alt, von mittelgroßer, mehr niederer totatur, das Gesicht länglich, regel­mäßig, Augen dunkelbraun, der Vordertheil des Hauptes kahl, und an beiden Seiten der Schläfe mit Haaren bewachsen, in der Leistengegend mit der Narbe einer Operation und mit Narben am Fuße, herrührend von einer im Feldzuge des Jahres 1859 erhaltenen Verwundung, trügt Schnurr- und Vollbart, spricht ungarisch, deutsch, rumänisch und etwas polnisch, und war früher Lieutenant im k. k. 37. Infanterie-Regiment Erzherzog Joseph". Während des Feldzuges von 1866 gerieth er in Preußische Gefangenschaft'und wurde in Eolberg internirt. Bei seiner Rückkehr aus der Gefan­genschaft rühmte er sich vor seinen Freunden der in Colberg angeknüpften Bekanntschaften.

Die Erledigung der Schulstelle zu Allendorf vom 1. April d. J. ab wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß Bewerber um dieselbe ihre betreffenden Gesuche unter Beifügung der erforderlichen Sitten- und Be­fähigungszeugnisse binnen 14 Tagen entweder bei dem unterzeichneten Landrath oder dem Localschulinspector Herrn Pfarrer Hast zu Frielingen einzureichen haben.

Hersfeld, am 2. März 1871.

Der Königliche Landrath A n s f ar t d.

Die Erledigung der Schnlstclle zu Kleinensee vom 1. April d. J. ab wird mit dem Bemerken veröffentlicht, daß etwaige Bewerber um dieselbe ihre MeldungSgesuche unter Beifügung der erforderlichen Sitten und Befähigung»« Zeugnisse binnen 14 Tagen entweder bei dem unterzelch«