KiWWWt
für die
Kreise Hersfeld/ Hünfeld und Ziegenhain.
JV 1« H-rSfel-, Sonnabend, den 25. Februar. 1871.
Da« »Krcwblatt« erscheint wöchentlich zweimal, Mittwoch« und Sonnabends. Preis desselben bei der Lrpediiion 8£ Sßr. pro Quartal, bei den Postanstalten kommt der Postaufschlag hinzu. Bekanntmachungen aller Art werden ausgenommen und die Sar. mond-Zeile oder deren Raum mit 9 Heller berechnn.
Amtlicher Theil.'
Lanvrathsamt Hersfeld.
M « f r « f zur BetbeMüng an der Deutschen National-Lotterie zum Besten der Verwundeten, der Invaliden und der Hinter- bliebenen der Gefallenen.
Dem Central-Comite der Deutschen Vereine für die Pflege im Felde verwundeter und erkraukter Krieger und dem Vorstände des &rt8$fi1fi$^ find
von nah und fern werthvolle Gegenstände (Gemälde, Vasen, Pokale, Schmucksachen, Silbergeräthe re.) mit der Bestimmung zugekommen, den Erlös derselben zur Pflege im Felde verwundeter und ertränkter Krieger und zur Unterstützung der Invaliden und Hinterbliebenen der in diesem Kriege Gefallenen zu verwenden.
Insbesondere gehören zu jenen Gegenständen: ein goldhaltiger Silberdarreu zum Wertbe von 4320 Thlr., eingesandt von Deutschen aus Virginia-City im Staate Neoaba i» Nord-Amerika; sowie ein goldener Ehrenschild mit kriegerischen Emblemen von döchst kunstvoller Arbeit, eine Gabe von Deutschen aus Philadelphia in Nord- Amerika.
Den Absichten der freundlichen Geber wird, nach unserem Dafürhalten, durch Veranstaltung einer Verlor" fang dieser Gegenstände entsprochen werden.
Bei dem dringenden fBedünniß aber nach Vermeh- rung der Geldmittel, welche die Pflege unserer im Felde und in den Lazareihen leidenden Brüder noch auf Monate hinaus erheischt, sowie bei dem Wunsche, der Deutschen Wilhelmsstistung für die Invaliden und Hinterbliebenen einen namhaften Beitrag zuzuführen, glauben wir der Verloosung selbst einen möglichst großen Umfang geben, und dem entsprechend auch die Theilnahme an derselben aus möglichst weite Kreise ausdehnen zu sollen.
Ihre Majestät die Kaiserin-Königin hat, indem sie diesem patriotischen Unternehmen Ihre Allerhöchste Protektion verheißen, unS einen erneuten Beweis Ihrer hochherzigen Theilnahme für unsere Bestrebungen gegeben.
Hierdurch ermuthigt, richten wir an alle Deutichen Landes- Provinzial- und Zweigvereine zur Pflege im Felde
verwundeter Krieger, an die Zweigvereine des Vaterländischen Frauen-VereinS, sowie an Alle Diejenigen, welche unseren Zwecken ihre Theilnahme züwenden wollen, die angelegentliche Bitte, unS durch Eiusendung von Gegenständen, welche zur Verloosung .sich eignen, in unserem Vorhaben zu unterstützen.
Wie mir niemals vorgeblich die Opferwilligkeit derer angerufen haben, welche, ungeachtet vielseitiger Inanspruchnahme, noch immer in der Lage sind, für die Verwundeten, Invaliden und Waisen ihr Scherfleiu beizutragen, so leben wir auch'der zuversichtlichen Hoffnung, daß unserem gegenwärtigen Aufrufe durch zahlreiche Zusendung von Gaben entsprochen wird.
In diesem Vertrauen haben wir bie. Zahl der aus« zugedenden Loose vorläufig aus 100,000 bestimmt. Sollte der Werth der zur Verloosung eingehenden Gegenstände unsere Erwartungen erheblich übersteigen, so bleibt eine entsprechende Vermehrung der Zahl der Loose Vorbehalten.
Der Preis deS einzelnen Looses beträgt 1 Thaler.
Den Absatz der Loose zu vermitteln find dieZweig- vereine freundlichst gebeten. In Berlin findet der Verkauf der Loose auch in dem unten erwähnten GeschäftS- lveale des Deutschen Ceutral-ComitsS Statt.
Die Verloosnngs-Gegenstäuden bitten wir, sobald wie möglich und spätestens zum lo. März d. I., mit der Bezeichnung ; „frachtfrei für anögerückte deutsche Truppen (Valloual-Lotterie)", möglichst per Eisenbahn, an die Adresse des Deutschen Eentral Comite's (GelchäftSlocal: hier, Unter den Linden Wr. 12.) einzusenden.
Der Verloosung wird eine öffentliche Ausstellung aller cingcsandle» Gegenstände, lhuulichst nich den Ländern des Ursprungs gruppirl, biet in Berlin vorangehen, zu der der Emir,tt'gegen c n mäßiges Eintrittsgeld Jedem gestattet wird. Alle Gaben siudznr^ilvosuiig bestimmt, ein Verkauf derselben findet nicht Statt.
Der Tag der Verloosung wird demnächst bekannt gemacht, auch wird tat die Veröffentlichung der Gewinn« Listen Sorge getragen werden.
Berlin, den 13. Februar 1871.
DaS teentraKomite der Deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger.
R. v. Sydow.
Der Vorstand des Vaterländischen Frauen-VereinS Ebarlolte Gräfin Jtzenplitz