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ohne Sturm. Gott sei gedankt! Wilhelm.
2) Versailles, 5. December. General - Feldmarschall Prinz Friedrich Karl bat nach dreitägigen stets siegreichen vorschreilenden Kämpfen und nach Erstürmung des Bahnhofes und der Vorstädte von OrleanS am Abend des 4., und in der Nacht zum 5. die Stadt Orleans besetzt. An 40 Geschütze und viele Tausende Gefangene befinden sich bis jetzt in unseren Händen. Der Feind wird unausgesetzt verfolgt. Diesseitige Verluste verdält- nißmäßig. v. Podbielski.
3) Argueil, 5. December. Von der 1. Armee hat das 8. Armeecorps am 4. verschiedene glückliche Gefechte nordöstlich Rouen gehabt. 1 Geschütz und 400 unverwundete Gefangene genommen. Diesseitiger Verlust
1 Todter und 10 Verwundete. v. Sper.lin g.
Dresden, 3. December. Das „Dresdner Journal" veröffentlicht nachstehendes Telegramm des com- mandirenden Generals des königl. sächsischen Armeecorps, Prinzen Georg an den König: „Gestern, (Freitag, früh 7i Ubr nahmen 2 Bataillone des 8. Infanterie-Regiments Nr. 107 Brie für Marne, gleichzeitig nahmen die Würtemberger Champigny durch Ueberiall. Später entwickelte der Feind große Massen ; das Gefecht endete gegen 3 Uhr mit Behauptung der Stellung, aber beträchtlichen Verlusten besonders stark beim Schützen- und achten Regiment. Diese und die anderen im Gefecht gewesenen Truppen fochten bewunderungswürdig; einige Hundert Gefangene gemacht.
Stuttgart, 3. December. General Obernitz Melder Lem.Köruqe: Malnouc, 3. December, 5| Uhr Morgens, Geistern fand deutscherseits ein Angriff gegen die vom Feinde besetzte Linie Champignp-Brie statt. Sehr beträchtliche Streitkräfte standen uns gegenüber. Die erste würtembergische Brigade detheiligie sich neben dem preußischen zweiten Armeecorps und der sächsischen 24. Division von Morgen« 7 Uhr bis Mittags 4 Ubr am Kampfe. Ein Theil von Chamvigny wurde genommen, die Stellung Billiers Eoenelly behauptet. Officiere und Mannschaften zeichneten sich durch hervorragende Tapferkeit aus. Unser Verlust ist erheblich. — Die zweite und dritte Brigade befinden sich in der Stel- lung Such und Billeueuve St. George« und kamen nicht zum Gefechte.
Vermischtes.
* Hersfeld. Nach einer Mittheilung der Berliner Kreuz-Zeitung sollen die R eal schul-A bit urie nten zum UniversitätS-Sludium und StaatS-Examen — und zwar für Medizin, Mathematik und Naturwissenschaften — zugelassen werden.
Amien«, 29. November. Zu einer der hervorragendsten Waffenthaten des diesjährigen Krieges war in der Schlacht bei Amiens dem 2. Rheinischen Husarenregiment Rr. 9 (Garnison Trier) Gelegenheit geboten. Ein etwa 800 Mann starke« Bataillon Marincsolbaten, zu den Kerntruppen der Nordarmee gehörig, suchte durch tapferen Widerstand den Vormarsch der deutschen Bataillone hinzuhalten. Der ersten und vierte« EScadron
des 9. HusarenregimentS, zusammen etwa 250 Pferde stark, blieb es Vorbehalten, auch diese« Hinderniß zu beseitigen. Mit einer "beispiellosen Wucht und Gewalt sprengten die Husaren auf das Bataillon Marinetruppen ein und vernichteten dasselbe vollständig, denn was nicht durch Anwendung der Waffen umkam, erlag den Hufen der Pferde. Leiser ist auch der Verlust des Husaren- regiments, wie es bei einer solchen Attaque nicht wohl anders sein kann, ein nicht unbeträchtlicher. Bon den 8 Otficieren, welche Antbeil daran nahmen, sind 2 verwundet und Lieutenant Prinz Hatzfeld todt. Husaren etwa 50 todt oder verwundet.
Steffens Volkskalender für 1871. 31, Jahrgang mit 8 Stahlstichen und 4 Holzschnittillustrationen. Berlin, Louis Gerschel Verlagsbuchhandlung.
Während einige Kalender das sogenannte unterhaltende Element ganz ausschließen, ist es in diesem Kalender vorzugsweise vertreten. Damit ist aber die Beleh- rung keineswegs verbannt, sie tritt nur in gefälligern, leichtern Formen einher. So beschreibt im vorliegenden Kalender Udo Brachvogel in interessanter Weise „eine Fahrt mit der Pacificbahn"; Julius Rotenberg schildert „Berlin vor hundert Jahren" ; G. Lewinstcm schreibt über „das neue Maß und Gewicht", und Hermann Grieben giebt eine „Geschichte des Kölner Karneval". Mehr der Unterhaltung gewidmet sind die Beiträge von Max Ring „Beethovens Opfer", von George Hlltl „Aus dem Leben eines Harlekins" von Otto Glagau „Eine alte Nummer der Vossischeu" uud vonDiucklage „Der Striethast. Eine Geschichte aus dem Entstände". Auch das. nationale Element ist vertreten durch eine „außerordentliche Beigabe", in welcher D. Born eine kurze Geschichte des deutschen Krieges gegen Frankreich bietet und darin seine Ursachen, seine Führung und seine Ziele beleuchtet. Die Skizze reicht bis zur Gefangenahme Napoleons bei Sedau.
Der Jahrgang 1870 der „Victoria," Muster- und Modenzeitung, liegt nunmehr vollständig vor. Ein Blick auf die reiche Fülle von Mustern zu alle» mög, lichen Handarbeiten, die sowohl unendlich viel Neues, wie manches Bekannte in neuer geschmackvoller Form darbieten und überall die genaueste Anweisung zur Anfertigung in anschaulicher Weise darstelleu, läßt nicht verkennen, daß dieses Blatt in seiner Ausgabe das Möglichste leistet und ist eS daher erklärlich, wie dasselbe so allgemeine Ver. breitung gefunden hat, daß es nicht nur in Deutschland, sondern in allen civilisirten Ländern tn lausenden von Exemplaren Absatz findet. Aber auch der belletristische Theil des Journals bietet viel Angenehmes und Nütz. liches zugleich, wodurch daS Wanze zu einem rechten Familienblatte wird. Die Beigaben an colorirten Mode- kupfer«, wie sie diese« Blatt giebt, werden von keinem andern Journal geliefert. Dasselbe ist zu dem billige« Preise von 2 0 Sgr.pro Quartal zu haben und kann sowohl durch die Post, wie durch die Buchhandlungen bezogen werde».
(Darkehmer KreiSblatt.)